CatCam

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Neues vom Bad Lieutenant.

Längst haben die dreckigen Methoden korrupter Beamter und ihrer letztklassigen Agents Provocateurs auch das World Wide Web erobert, wo sie sich nicht nur als pausbäckige minderjährige Mädchen ausgeben, die von einer Karriere als Fotomodell träumen.

Man kann sich vor Augen halten, dass große Mengen hochkonzentrierter Drogen im Umlauf sind und es ist leider so, dass die Behörden nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa, längst nicht mehr an einem Strang ziehen, und daß sämtliche Untereinheiten und Splittergruppen, die weltanschaulich anderer Meinung sind, ihre eigenen Suppen kochen und ihre Mitglieder vor keiner Schandtat zurückschrecken, um sich zu bereichern.

Angesichts der beachtlichen Mengen illegaler Drogen, die Woche für Woche medientauglich konfisziert werden, können sich Interessierte leicht vorstellen, wie schnell der beschlagnahmte Stoff bald nach einem Aufgriff wieder in Umlauf kommt.

Naturgemäß steckt ein infiziertes schwarzes Schaf ein anderes an, wobei man sich mittels endlos repetierter faschistischer Slogans und dumpfer Wahlkampffloskeln suggeriert, es handle sich bei dem verbrecherischen Treiben um legitime Aufrüstungs- und Selbstverteidigungsmaßnahmen.

Dabei werden jüngere, unerfahrene Mitarbeiter rücksichtslos vereinnahmt und ihre Unerfahrenheit, ihr Vertrauen und ihre menschlichen Schwächen in niederträchtiger Weise ausgenützt.

Daß sich die sonstigen Aktivitäten einzelner Ermittler, die selbstverständlich mit verschiedenen Sozialberatungsstellen kooperieren, vor allem gegen persönliche Feindbilder richten, darf der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.

Es geht gegen Menschen anderer Hautfarbe, Arbeitslose, Bildungsbürger, Freidenker, Künstler, soziale Randgruppen, Satiriker und Zionisten.

Nicht mehr neu ist der Auftritt des in einer silberglänzenden Glitterjacke und Spiderman-Sneakers bei Jugendveranstaltungen und in U-Bahnstationen hackeysackenden Undercover, der sich nach einer Gesichtsoperation als blondierter Eddie-Murphy-Imitator gibt und jeden Preis für ein paar Gramm Kokain für seinen großen Discodancerwettbewerbsauftritt zu zahlen bereit wäre.

Er hätte den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis im Smurf Robot und Electric Boogalou angepeilt und freue sich schon mega auf die Party danach.

Nicht ganz so populär der väterliche Fixer mit der Augenklappe, der sich im Beisein von Chet Baker und Billy Burroughs in einer Rotterdamer Entziehungsklinik mit der skalpellscharf angeschliffenen Spitze eines Taschenfeidels einen winzigen Schlitz in den Hals gestochen hatte, um das mit vereinten Kräften aus den Krankenhausmüllsäcken herausdressierte Opiat mithilfe eines abgekappten Kondomreservoirs als Balg, dem Abschnitt eines Ventilschläuchleins zur Fixierung sowie mit einem Feuerzeug zu einer spitzen Kanüle umgeschweißten PVC-Halms punktgenau in seine Aorta zu träufeln.

Er bekommt sein Zeug heute aus zuverlässiger Quelle, Nachschub garantiert, bietet es über seine Drogeninfo-Homepage auf Nachfrage nicht an und verkauft es in Mengen von 10 Gramm aufwärts zu einem anständigen Preis.

Er erwacht aus seiner Live-Webcam-Meditation mit blauschimmerndem Auge und winkt diskret mit einem verblaßt antätowierten Handrücken.

„Morphin ist doch Menschenrecht“ lässt er seine Interessenten zuhause und in den Kursmaßnahmen am Wirtschaftsförderungsinsitut mit belegter Stimme und schäbigem Grinsen wissen.

Währenddessen wühlen nicht von Berührungsängsten geplagte Kollegen weiterhin in den Müllsäcken der urbanen Gesellschaft, auf der Suche nach verdächtigen Zigarettenstummeln, Medikamentenpackungen und interessanten Hochglanzmagazinen.

Und sobald wieder neue Aschanti und Zulu in den Asylantenheimen eingetroffen sind, setzen sich alle ihre Baseballkappen verkehrt auf, knacken sich morgens zum Brandlöschen zischend die Gösser Halbeliter und nehmen dann den Elevator ganz nach unten ins Zwielicht, wo es nach Methan und Schwefel riecht.


Blasphemie!

Hinterher gefeixt.

Niemals wäre es zu Beginn des Milleniums zu einer faschistoiden ÖVP-Koalitionsregierung gekommen, wenn sich nicht Günther Nenning Sonntag für Sonntag in der Kronen-Zeitung als Prediger betätigt hätte.

Genauer betrachtet war Doktor Nenning, im schlicht eleganten schwarzen Feiertagsmesskleid mit prächtige’ Hischhornknöpf’ am Revers, jener der Säulenheiligen gewesen, den Wolfgang Schüssel zur Veranschaulichung der Prinzipien seiner Führung und Österreichs Stellung im anwachsenden Europa jederzeit beschwören konnte, ohne ihn beim Namen nennen zu müssen.

Nicht Präsident Klestil, der Sieche und Sündige, sondern Doktor Doktor Nenning, der Geläuterte, der einst schon im linksleeren Raum verwurstelt gewesene Sohn, danach zu einem strengen Übervater von tief christlich konservativer Überzeugung mutiert, war zur Zeit der Angelobung einer Regierung, die Österreich zu einer gestrengen Inkasso-Sakristei im Klöppel- und Erzbauernmuseum Mitteleuropa umgestalten wollte, der zweifelsfrei hochwirksame Mann gegen das im Hintergrund schwankende Volksvertrauen, die hartherzliche Vorzeige-Eminenz aus einem Guß, seit er in den frühen neunziger Jahren die nachfolgend zur allgemeinen Verstörung ausdünstende Losung vom lieben Gott inmitten einer lieben Kinderschar hatte fallen lassen.

Genau das war mir vorgeschwebt, als ich in der Kühle unseres Doms zu Sankt Stephan betrachtend wandelte, als mir auffiel, wie das Gesicht eines alten Bekannten aus Schule und Beruf, aus hellem Kalkstein geschnitzt und tief unter die Kanzel geschraubt, in schweigsamer Versenkung meine eigens für diese Exkursion peinlich saubergeschrubbelten Zehen beäugte.

„Nimm die Brille ab!“ herrschte mich der Guide durch die Kellerräumlichkeiten der Kathedrale am Ausstieg auf den Domplatz an – und schon war mir der Sonnenschutz vom Kopfe genommen, als ich noch geblendet blinzelnd in meinen Hosentaschen vergeblich nach Kleingeld grub.

Und klatschte so laut in seine mächtigen Hände, dass es mir am Wege zum nächsten Geldausgabeautomaten allerheftigst zwischen den Ohren rauschte und pfiff.


Swan Show

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Terror in Österreich.

„Was nicht gewesen sein darf, hat es nie gegegeben, und ausserdem kommen ja doch wieder andere Zeiten.“

Daß die Causa „Bombenattentate der neunziger Jahre“ mit dem Selbstmord von Franz Fuchs, einer kleinen Feldmesse und feierlichem Abtransport der Akten ins Archiv zum Abschluß gebracht worden ist, zeugt erneut vom scheinheiligen Umgang mit der eigenen Geschichte.
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Pick A Card

Overview on the results of last weeks neurological examinations:

(EEG) Electroencephalographic: borderline.

X-Ray of neck vertebra: arthrosis.

Tomographic headscan: unknown structure in contrast, 4x 8 mm, on the right cerebellum bridge, suspect for acouscticus neurom (brain tumour).
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Metamorphing

Metamorphing

Jungfernlibelle neben Larvenhülle. Donauufer, Freudenau.


Converti

Muß man, um ein Freund des Judentums zu sein, als nicht-geborener Jude zum Judentum zu konvertieren?

Freunde sind Menschen, die man liebt.
Es macht die Religion des Judentums glaubwürdig und sympathisch, dass es die Möglichkeit des Konvertierens nach einer Prüfung durch jüdische Gelehrte gibt.
Interessant ist, dass ein großer Schritt auf diesem Weg mit dem Erlernen der hebräischen Sprache zusammenhängt.
Ein zum Judentum konvertierter junger Mann sagte in einem Fernsehbericht: “Ich habe keine jüdischen Vorfahren gehabt, aber ich werde jüdische Nachkommen haben.“
Diese Erklärung hat mir gefallen.
Wenn ich jünger wäre, und die Umstände anders, und wenn ich Kinder hätte, dann wäre ich daran interessiert, dass diese eine jüdische Erziehung erhalten könnten, und dann wäre ich vielleicht auch bestrebt, zum Judentum zu konvertieren.
Ich bin nicht besonders religiös, aber ich glaube, dass Menschen, die gar keinen Glauben haben, etwas fehlt.
Es gibt, soviel ich weiß, die Gruppe der Gohim, der anderen, die nicht innerhalb der engeren Kreise stehen, aber irgendwie dazugehören.
Ich glaube, dass ich jüdische Vorfahren hatte, mehr als einst erahnt, Chassiden und Sepharden.
Außerdem glaube ich an die Shoah und dass das jüdische Wesen, dessen Weise der Betrachtung und Argumentation, unter Einbeziehung von Widersprüchen, zwischen Überschwang und Weltschmerz, aber im Grunde um Vernunft bemüht, mir immer nahe gestanden ist, auch wenn ich mit diesem Gefühl über lange Zeit nichts rechtes anzufangen wusste.
Wenn ich es mir leisten könnte, auszuwandern, wäre Israel eines der möglichen Ziele meiner Wahl und ich könnte mir aus verschiedenen Gründen gut vorstellen, dort zu leben.
Würde ich in ein anderes Land emigrieren, würde ich mich auch dort freundlich gesinnten Menschen annähern.
Doch habe ich nicht die Mittel und es bleibt mir wahrscheinlich nicht mehr genug Zeit, einen so großen Schritt zu tun.
Also versuche ich, meinem Dasein als Österreicher der zweiten Republik das Beste abzugewinnen und nach Maßgabe der mir verbleibenden Möglichkeiten an deren Gegenwart teilzuhaben und zu ihrem Fortbestehen beizutragen.

„Viele Menschen ändern sich.“


Formen, Signale und Zufälle.

Nicht nur Plattenaufleger, Pizzabäcker und Autofahrer bedienen sich gern eigener kleiner Gebärdensprachen mit Gesten von multipler Deutbarkeit, auch auf anderen Ebenen gibt es einen Trend zum Bedürfnis, eindeutig mehrdeutige Ausdrucksweisen anzuwenden.
So habe ich nach Ankündigung einer Informationsveranstaltung zum Thema Grundeinkommen, die im Palais Epstein, also in den Räumlichkeiten des Parlaments, stattfinden soll, nicht die in Aussicht gestellte Einladungskarte erhalten, sondern ein von mir bei keiner Stelle angefordertes umfangreiches Kursbuch des WIFI mit der Zeitschrift info exklusiv, inklusive Vorwort des österreischischen Wissenschaftsministers Dr. Johannes Hahn.
Jener outet sich als Philosoph und macht darauf aufmerksam, dass ein schon etwas heruntergekommen gewesenes Ausbildungszentrum des WIFI der österreichischen Wirtschaftskammer am Währingergürtel in neuem Glanz erstahlt.
Ob Herr Hahn für das interessante Ausbildungsangebot oder die Renovierung des WIFI mit verantwortlich zeichnet, weiß ich nicht.
Daß mein Begehr nach Teilnahme an genannter Informationsveranstaltung mit der Zusendung des fetten WIFI-Katalogs zusammenhängt, kann ich nicht mit Sicherheit ausschließen.
Zugegeben, es machen die Kursangebote fast ausnahmslos einen seriösen und soliden Eindruck und bieten Rangiermöglichkeiten für Menschen mit Berufsvorstellungen, hilfe derer auch solche ohne Beschäftigung ihrem drohenden Downcycling am Arbeitsmarkt entgegensteuern könnten.
Ich entsinne mich, dass ein Förderungskonzept zur modularen Weiterbildung von Arbeitslosen schon vor etlichen Jahren weder neu noch schlecht gewesen war, seine Umsetzung aber als nerventötender Schabernack der guten Idee auftrat.
Zumindest hatte ich es so empfunden, als vor einer vom AMS verordneten computerspezifischen Weiterschulung das Auswahlverfahren zwar in den Räumlichkeiten am WIFI stattfand, während die Ausbildung sich als über viele Wochen gedehnte Stillbeschäftigung draussen am Rande der Stadt entpuppte, unter Aufsicht eines subsubunternehmenden EDV-Dienstleisters („Ich-AG“) , der weder Unterlagen noch Vortrag anzubieten hatte, aber dafür die Kursteilnehmer mit schelmischem Augenzwinkern für eine geschlossene Gruppenschmähparade, weder zum Ruhme des AMS noch zum Wohl der Wirtschaft, zu vereinnahmen versuchte.
Ich weiß nicht, wie viel einzelne Teilnehmer von jener Ausbildung profitieren konnten, wie viele in der IT-Branche, außerhalb des telefonischen Kundensupports auf freier Dienstnehmerbasis, untergekommen sind – ich bin damals krankheitsbedingt ausgefallen.
Ich hatte Glück im Unglück und bin heute aus medizinischen Gründen Berufsunfähigkeitsmindestpensionist.
Ein Loblied unserem Sozialversicherungssystem?
Keinesfalls zu wohltönend, denn es hätte mich weitaus schlimmer treffen können.
Auch deshalb beschäftige ich mich unter anderem – als Privatphilosoph und Mensch mit gelegentlicher Tagesfreizeit – mit dem Thema Grundsicherung.
Dafür gibt es unterschiedliche Denkansätze und Umsetzungstheorien, für die man sich interessieren kann.