CatCam

Unterm großen Birnbaum.

Das Gesicht der ÖVP im Wandel der ökosozialen Marktwirtschaft.

Zum Auftakt der Volkspartei-PR-Österreich-Tour präsentiert sich Wolfgang Schüssel im ORF-Fernsehen so, als hätte er sich in keinster Weise aufs Altenteil zurückgezogen und bietet uns herzlich ein Glas erfrischend prickelnde Apfelbrause an.
Es ist fast wie damals – vergangene Sommer – als die ÖVP noch fest davon überzeugt war, aus den bevorstehenden Wahlen als klarer Wiedergewinner hervorzugehen.
Wolfgang erscheint bestens gelaunt, gesonnt, locker im Freizeitblouson, und wirkt rundherum so verjüngt, daß man sich nicht zu wundern bräuchte, wenn er das keck in die Stirn hängende Haar zwischendurch mittels lässiger Kopfticker aus dem Gesicht scheuchen würde.
Schüssel verkörpert in diesen Minuten alles, was der ÖVP abgeht:
Aufgeschlossenheit, Eloquenz ohne Holzfaktor, Freundlichkeit, Kompetenz mit Potential, Weltoffenheit.
Giftige Zischer sollten sich nur den persönlichen Weggefährten erschließen.
Wolfgang Schüssel hat Verständnis für Kritiker, die er auf diesem Wege diskret zurechtweist, oder hinüber zu den Leuten, die das, was sie so sagen, gar nicht so meinen.
Wolfgang Schüssels kleine Rede ist eine ohne großen Inhalt – es geht in erster Linie um seine Erscheinung und darum, der ÖVP wieder ein Gesicht zu geben, eines, das alle ansprechen soll:
Die scharfkalkulierenden Milchwirtschafter Vorarlbergs, die kraftstrotzenden Hörndlbauern Tirols, die gewinnorientierten Wirtsleut’ der Schifahrerwelt Amadé, die grimmen Rebenschnitter von Untersteiermark – und vorneweg die, um welche es ab sofort noch intensiver und professioneller zu werben gilt: Die urbanen österreichischen Jungwähler samt Nachwuchs.
Worüber Schüssels Sympathiestrahlen nicht hinwegtäuschen kann:
Die ÖVP hat durch ihr Koalitionsstreben in der jungen Vergangenheit noch immer ein Glaubwürdigkeitsproblem und wirkt wie ein von internen Unstimmigkeiten aufgeriebener Wirtschaftstreuhänder-Loden-und-Zwirnverein, der ohne seine kettenrasselnde Security-Truppe angreifbar und unsicher dasteht.
Daran kann nicht einmal der liebe Gott etwas ändern.
Den hat Wolfgang diesmal, routiniert und lernfähig, wie er ist, nicht sofort angerufen.
Er weiß, was auf dem Spiel steht, beim gemeinsamen schweißtreibenden Sommersport.
Eine nachmittägliche Jause unterm großen Birnbaum könnte ihm und seinen KollegInnen wohl bekommen.


Without leaving a trace.

A few questions …

Did one person or more – asylum seekers from African countries – disappear immediately or within a short period before the legendary „Bajuwarische Befreiungsarmee“- bomb attack series began?

From which places did such people disappear?

Were such people said to have died in accidents or by committing suicide?

Did more persons disappear during the bomb series?

Random Bookmark.


Der Sündensimmerl

Kleine Opera Rustica für Knopfharmonika und Tamburin.

Pappa erscheint mit einer gestreiften Pyjamahose, die er sich als Schürze vorbindet, am Fenster:
„Es ist aus! Macht endlich Schluß! Es ist vorbei!“
Er fischt das Gebiß aus dem Mund und verwendet es als Quakhand.
„Die letzte Chance, die euch noch bleibt: Hier unterschreibt!“
Er wachelt mit einem leeren Blatt Papier.
Der Zahnersatz klappert bedrohlich.
Von Lothrich erscheint, riesenhaft, stellt einen Fuß in den Innenhof.
Sie verwendet einen großen altmodischen Büstenhalter als Handtasche.
Von Wickenburough spechtet giftig über den Rand eines Korbes, zeigt auf den erschrockenen Sündensimmerl im zerlumpten Vagabundengewand.
„Eck, Speck, Dreck und du bist weg!“
Von Lothrich, weiter wachsend, wie aus einer Gasflasche aufgeblasen, wiehert hämisch und wirft sich die Büstenhaltertasche über die Schulter.
„Har! Har! Har! Bald ist wieder Fastnacht!“
Von Wickburough beugt sich über den Taschenrand und stimmt, ein Tamburin schlagend, einen rhythmischen Sprechgesang an: „Das ist das Lied von den neuen Zeiten. Das Gesetz vom Stärkeren, in der Natur! Unser Fest dauert tausend Jahre. Du Wicht bist morgen nimmermehr!“
Von Lothrich: „Und du bist selber kusch! Trink gefälligst deine Tanniswurzelmedizin!“
Von Wickenburough: „Na dann Prost, daß die Gurgel net verrost!“
Von Lothrich: „Und einen schönen Gruß, vom anderen Fuß!“
Blitz, Donner, Finsternis.


Buxkandls nächstes Opfer

Tatort am helllichten Tag.

Auf dem Heimweg vom Sommerkindergarten wird die kleine Ines Kramer im Biene Maja- Kostüm von einem als Orang-Utan verkleideten Täter überfallen und entführt. Passanten beobachten, wie er das Kind auf der Flucht in wilder Raserei an einem Bein über seinem Kopf kreisen lässt. Am Tatort bleibt eine mit Ammoniak getränkte Handpuppe zurück. Für Kommissar Heiner Müller und Inspektor Neumann beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Ein vertraulicher Hinweis des schwer kokainabhängigen Informanten Wernher führt in die Alaska-Bar. Dann hat die junge Sozialpsychologin Renate Lederl, die gerne mit Psychopharmaka experimentiert, eine Idee.
Thriller D/Ö 2007
Mit Hansjochen Schimeczek, Heribert Priklopal, Sinan Toprak, Anke Käspappel-Roth, R. Hutterer u.a.
Regie: Walter Kranzelbinder


Bounty For Sale

http://www.angelfire.com/id2/tower7/BwanaMuseum.htm
http://www.head-hunter.com/gallery.html


Well, I do remember that repeating advertisement in a small newspaper.
The announcer had chosen a minimizing word, a fact that made me wonder.
The price could have been high, for the announcement had been there for many weeks.


Baptizio Eat.

Different tongues.

An early, australopithecean, prehenochian way of expression were simple combinations like pointing a finger and speaking a vocal shortcut, as: „Bengalo eat“.

From the point of basic need priorities there was no reason to make a preselective difference between a fresh fruit, a juicy root or a daydreaming duck.

On the other hand it says much more than using complicated constructions of extendable pronounced cypher rows like „being hungry“, something one has to recall the meaning before being able to apply it, because it’s far too different from the better known „avoir faim.“

Like our older cater shows me his backside to open a charming quiet conversation concerning the next meal.


Party …

… hinter vorgehaltener Hand.

(Hammond-Orgel mit Rhythmussektion.)
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Corner Pillars

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Danube Holidays

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Oh, la la!

Zugangsvisite auf der Jugendpsychiatrie.

Dr. Joerger: „Schwester Mony! Dieses Bürschlein hier will sich einmal ordentlich ausschlafen. Dem setzen sie jetzt einen Katheter.“

„Danke, Dr. Joerger.“

Schwester Mony entblößt des Knaben Unterleib und hantiert mit einer Konstruktion aus Schläuchen, Gummibällchen, Luftballon und einem Plastikbeutel.

Sie greift interessiert an dem bewußtlosen Buben herum und rollt neckisch seine Vorhaut zurück.

„Ich denke, da haben wir ein kleines Problem. Das Ende soll hier rein?“

Dr. Joerger: „Einspeicheln den Flansch.“

Folgsam befeuchtet Schwester Mony die Silikonsonde, dreht sie mit spitzen Fingern in die aufgespreizte Bubeneichel und schiebt sie beherzt die Harnröhre aufwärts.

Dr. Joerger: „Na?“

Schwester Mony: „So einfach geht das. Tut gar nicht weh.“

Der Knabe Ruediger erscheint, soeben aus einem Schlummer erwacht.

Ruediger: „Wann bekomme ich einen Katheter?“

Dr. Joerger, Hände in die Hüften gestemmt:

„Zu dir wird gleich die Biene Sumsi kommen!“

Ruediger trägt links, rechts aufstampfend einen kleinen Sprechgesang vor:

„Der Flocki. Der Mocki. Dr. Joerger ist ein Medikamentenvergifter! Dr. Joerger ist ein Quacksalber! Dr. Joerger …“

Schwester Mony zischt ihn an:

„Das steht dir sicher nicht zu, Ruediger, unseren Dr. Joerger einen Medikamentenvergifter zu schimpfen. Und jetzt putz dich gefälligst! Üb’ Guitarre oder tu sonst was.“

Sie pumpt den Ballon im Körper des jungen Patienten mit dem Bällchen auf.

Der Bube auf dem Bett bekommt eine leichte Erektion und drückt mit leisem Seufzen, aus den Tiefen seiner Ohnmacht, ein heißes Bäuerchen heraus in den Tubus.

Schwester Mony: „Oh, la la! Jetzt weint das Zumpferl. Davon stand gar nichts in den Unterlagen.“

Dr. Joerger, amüsiert, deutet mit strammem Zeigefinger auf das Ergebnis des Experiments:

“Wie sage ich immer? Viele Wege führen nach Rom. Wieder was dazugelernt in vivo, was?“

Ruediger, übermütig:

„Schwester Mony! Wenn sie erraten, was ich gerade in der Hand halte, dürfen Sie es in den Mund nehmen.“

Dr. Joerger fegt ihm eine , aufgebracht, und schleppt ihn an Kragen und Ohr zum Dienstzimmer des Oberpflegers Norbert Greif.

Dr. Joerger:“ Genug für heute. Der Bursche bekommt eine Extraportion „CIS.“

Greif: “Natürlich. Wird sofort erledigt.“

Ruediger hält die Arme schützend über seinen Kopf und singt sein Lieblingslied:

„Besuchen sie Europa … „

Greif hebelt dem sich sträubenden Knaben einen Arm hinter den Rücken, nimmt ihn verkehrt in den Schwitzkasten und streift ihm die Anstaltshose die Hinterbacken ‘runter.

Die Syringe zur Beruhigung liegt schon bereit.

„… besuchen sie Europa …“

Ruediger schlägt eine Rolle rückwärts in den Aufenthaltsraum hinaus und dreht, am Boden liegenbleibend, die Augen über, bis man nur mehr das Weiße darin sieht.

Und röchelt unter Speichelblasen: „… solange es noch geht.“


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