CatCam

Alles Inferno.

Schabes finaler Run For Respect.

1. Kokain

„Die Rabensteiner ist schuld!“

beklagt sich sie leidgeprüfte Mutter des Sohnes, der, im Wiener Untergrund verschanzt, sich weigerte, nach Hause zurückzukehren, bei Frau Lebzelter, während sie mühsam einen großen Tupperware-Container aus dem Einkaufsroller gräbt und auf den Schreibtisch in der Drogenberatungsstelle hebt.

„Zwetsckenfleck. Für die armen Süchtigen am Hauptplatz. Denkt eigentlich jemals jemand daran, dass diese Menschen Hunger haben? Sie können gerne auch ein Stück versuchen.“

Frau Lebzelter winkt ab .

Die unglückliche alte Frau greift zu.

„ … weil sie ang’soffen war wie ein Tschick.“

Eine chronische Alkohlikerin wäre die alte Rabensteiner, die Augenärztin, gewesen, die längst in Pension gehört hätte, die hätte ihrem Sohn die Brille falsch angemessen, wahrscheinlich hätte sie doppelt gesehen während der optometrischen Untersuchung, vor lauter Schnaps.

„Der Bub konnte ja noch gar nicht richtig lesen!“

Rechtzeitig vor Schulbeginn wäre sie mit dem Buben in ihrer Ordination gewesen, ganz genau könnte sie sich erinnern, sein braunes Manterl hätte der Bub getragen und sein kariertes Kapperl mit den Ohrenklappen, und die Regenschuhe, mit denen er so gern in die Pfützen hüpfte.

Viel zu schwach wären diese Gläser gewesen, besonders das linke. Vielleicht doch eine Erbkrankheit.

Auch seine Klassenlehrerin, Frau Röckl, hätte gar nichts gemerkt, weil er ja immer ganz vorne gesessen wäre.

„Diese … Scheiß-Waben.“

Frau Lebzelter reicht der Mutter, die von einem heftigen Weinkrampf gebeutelt wird, ein Päckchen Papiertaschentücher.

Vielleicht hätte ja der Großvattr Schulden bei ihr hinterlassen gehabt, denn es wäre die Rabensteiner gewesen, die ihm immer Kokainlösung verschrieben hätte gegen seine Augenschmerzen, die er sich dann Tag und Nacht in alle verbliebenen Blutgefäße gespritzt hätte bis zum letzten Tropfen – jetzt könnte sie es ja sagen, einst hätte sie es nicht gewagt – anzeigen hätte sie ihren Vater damals müssen, und die alte Kanalli gleich mit.

Aber sie könne sich noch gut erinnern an Schabes erstes Brillenetuei, ein kleines Kinderbrillenetui aus grünem Schlangenleder, mit einem kleinen gelben Putztuch vom Optik Radler, mit dem er dann immer seine Füllfeder abgewischt hätte, damit er nicht die Hausaufgaben verpatzt, aber die Brille, die hätte der nicht aufgesetzt, und auch Frau Röckl hätte sich nicht darum gekümmert.

„Hätte ich mich vielleicht in der Schule zum Buben dazusetzen sollen?“

2. Morphin

Der Grazer Bürgermeister Ricky Siegl steht im goldenen Sakko am Balkon seines Rathauses und trifft im engen Kreise Vorbereitungen für das Aufstellen des jährlichen Weihnachtsbaumes.

Er peilt über den Daumen, beschreibt Platzierungen und Proportionen mit Gesten seiner Hände, es sieht aus, als würde er vor Vertretern von Stadtsenat und Magistrat, die sich im Hintergrund halten, Thai-Chi-Übungen machen.

Unten am Erzherzog-Johann-Denkmal haben sich ein paar Punks und Obdachlose versammelt, darunter ihr Sprecher, eine hünenhafte Erscheinung mit einem beeindruckenden Irokesenrad.

Er pfeift lang und laut auf zwei Fingern, um sich, als Siegl zu ihm hinunterschaut, umzudrehen, seinen Schottenrock anzuheben und mit lässigem Hüftschwung seine Hinterbacken zu präsentieren.

Die anderen aus der bunten Truppe machen obszöne Gesten und schneiden Gesichter.

Siegl, wenig beherrscht, zurück: „Schleicht’s euch, Ihr versifften Kakerlaken! Ich schick’ euch die Ungeziefervertilger!“

Frau Lebzelter erscheint, in Begleitung der alten Mutter, die, eben dem Taxi entstiegen, ächzend und schnaufend, Schritt für Schritt, ihr Einkaufswagerl hinterherzieht.

„Die brauchen wirklich unsere Hilfe!“

Da nähert sich, vom Andreas-Hofer-Platz herüber, mit quietschenden Reifen, ein roter Alfa Romeo mit Wiener Kennzeichen und hält beim Meinl-Eck.

„Die Connection! Da ist die Connection!“ ruft eine spinnendürre Süchtige aus der Gruppe der Hauptplatzpunks und rennt auf das Fahrzeug zu.

Die getönte Scheibe wird fahrerseits heruntergelassen und das zahnarme Mädchen nimmt hocherfreut ein Paketchen entgegen.

„Die Substitol san do!“ ruft einer aus, und der Oberpunk zieht schleunig seine Unterhose hoch.

Die Gruppe verschwindet eilends vom Brunnen und zieht sich in eine Passage neben dem Feinkostgeschäft zurück.

Siegl zetert noch aufgebracht in sein Handtelefon, während sich von Murgasse, Sackgasse und Schmiedgasse her Streifenwagen mit Blaulicht annähern, um dem Wiener Kraftfahrzeug den Weg abzuschneiden.

3. The End.

Die alte Mutter: „Jesus, Maria und alle Heiligen, ich fürchte, das ist der Schabe!“

Frau Lebzelter: „Die Zwetschkenfleck können wir selber essen.“

Die enttäuschte Mutter: „ Es sind genug da. Außerdem steht der Baum noch gar nicht. Ich hatte mir das festlicher vorgestellt. Greifen sie nur zu!“

Frau Lebzelter: „Danke … bunte Lichter haben wir jedenfalls genug!“

„Und gleich gibt’s die Spritzkerzen dazu! Greifer hoch, Schastrommel!“

Ein mit einem Palästinensertuch Vermummter in einer braunen schweren Lederjacke springt von hinten heran und nimmt Frau Lebzelter in den Würgegriff.

„Schöne Grüße vom Mexikoplatz. Und keine Fisimatenten!“

Der Terrorist hebt mit der anderen Hand eine Maschinenpistole der Marke Uzi.

Frau Lebzelter: „Drahn’s keinen Datsch! Noch kommen’s mit einer Therapie davon!“

Er lässt eine Salve in Richtung Rathausbalkon knattern.

Siegl preßt eine Hand gegen die Brust und sackt zusammen: „Aaah!“

Selten ist es auf dem Grazer Hauptplatz ruhiger gewesen als in diesen Augenblicken.

Die Folgetonhörner der Einsatzfahrzeuge verstummen, die Straßenbahen stehen still.

Breitbeinig haben Polizeibeamte mit Pistolen im Anschlag den kleinen Alfa umkreist, die Türen stehen weit offen.

Vom Fahrer ist nichts zu sehen.

Es richten sich Scheinwerfer auf den Vermummten, der die vor Schreck erstarrte Frau Lebzelter, mit weit aufgerissenen Augen, Hände an den Ohren, in seiner Gewalt hält.

Da hört man – es nähert sich ein Hubschrauber.

Ein Megaphon ertönt: „Achtung! Achtung! Hier spricht die Polizei. Geben Sie auf, Buxkandl! Sie sind identifiziert! Lassen Sie die Frau los! Jeder Widerstand ist zwecklos! Sämtliche Sondereinheiten sind unterwegs.“

Die alte Mutter, nach Luft ringend: „Schöpsel! Gib endlich auf! Es geht um dein nacktes Leben! Toby kann dir helfen!“

Der Hubschrauber des Innenministeriums steht hoch über dem Erzherzog-Johann-Denkmal und sinkt bedrohlich, mit ohrenbetäubendem Geknatter, tiefer und tiefer.

Der Grazer Hauptplatz – beschallt und beleuchtet wie einst der Dancefloor im Stardust-Club, wenn gegen Mitternacht Teile aus der Quadrophonie-Edition von Pink Floyds „The Wall“ eingespielt wurden.

Die alte Mutter: „Du hast LSD genommen!“

Der Vermummte: „Falsch! Ihr habt LSD genommen! Die Companeros haben euer Trinkwasser damit versetzt! Könnt ihr es noch nicht spüren? Und jetzt: Alles Blutrausch!“

Buxkandl reißt sich das Palästinensertuch vom Kopf, stößt die vor Angst erstarrte Frau Lebzelter brutal zur Seite und zielt beidhändig in das Zentrum des Lichtkegels, der ihn aus dem Hubschrauber blendet.

Er feuert, bis das Magazin leer ist.

Eine Explosion, und es hagelt blaue Polyesterteile mit orangen Streifen.

Die zerschmetternden Rotorblätter schwirren wie Granaten durch die Luft.

Der Helikopter stürzt ab, es folgt eine heftige Detonation, der verbliebene Corpus der Flugmaschine zerbirst inmitten eines Flammenmeers, das auch das Erzherzog-Johann-Denkmal und die Fassade des Rathauses verschlingt.

Die dramatischen Ereignisse an diesem Nachmittag im November erschüttern das ganze Land.


Tschuschen

„Ich haaß’ Kolaric, du haaßt Kolaric, warum sagen’s zu dir Tschusch?“

Hinter einer Einfriedung aus Plakatwand, auf der das manchen Zeitgenossen  noch in Erinnerung befindliche Plakat der ersten österrreichischen Ausländer-Aufklärungskampagne klebte, befand sich ein Haus voller Tschuschen.

Das waren Menschen, die bekam man selten zu sehen, vielleicht, wenn sich morgens der Kleinbus verspätete, der sie zur Baustelle zu bringen hatte, oder im Nebel eines feuchten kalten Herbstabends, wenn sie aus dem selben Bus - es war ein oranger Ford Transit, nicht aus der Stadt - staubig wieder herauskrochen.

Es war kein Problem für Kinder von elf, zwölf Jahren, diese Leute Tschuschen zu nennen, weil alle Leute sie so nannten - auch wenn jene, die sich vom Plakat gemahnt fühlten, um  wenigstens ab und an kein schlechtes Beispiel zu geben,  die Bezeichnung „Gastarbeiter“ einzuführen bemüht waren.

Das wollte – andererseits – wie eine Aufforderung an die scheuen Fremdlinge klingen, in Österreich gefälligst mit Messer und Gabel zu essen.

Manche sagten auch einfach Jugo zu ihnen, die mit den Jugokoffern, wo links und rechts gelb ist, und in der Mitte drin stinkt’s.

Das Haus, in dem sie wohnten, war das Relikt eines Vorstadtgehöfts, von dem schon ein Teil abgebrochen und das seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gepflegt worden war.

Es gab auf dieser Strecke einige ähnliche Häuser, im Stil zwischen Villa und Dreiseithof, wie im Burgenland, die waren entweder leer oder es wohnte gerade noch eine uralte verhutzelte Frau drinnen, die wie eine Bäurin aus dem vorigen Jahrhundert gekleidet war, oder es waren in ein, zwei versperrbaren Räumen diese Jugo-Tschuschen untergebracht, dicke Schnauzbärte, die seltsam gemusterte Anzüge trugen, unübliche Kappen, Schuhe wie aus der Altwarenhalle Hasibär.

Männer ohne Familien, die schweigsam  fröstelnd frühmorgens am Gehsteig standen, zwischen ihren Einkaufstaschen, unparfümierte filterlose kyrillische Zigaretten rauchten und warteten.

Ich wußte damals nicht recht, was Grund und Ziel dieser Plakatserie war, und ich kann mich nicht daran erinnern, daß im Schulunterricht darüber gesprochen worden wäre, vielleicht in höheren Klassen oder im Mupäd.

Wir waren in der Schule zum Lernen, nicht zum Plaudern.

Darum dachte ich auch kaum nach, denn ich hatte andere, größere Sorgen.

Ich muß gestehen, daß zur Zeit jenes Plakates der Balkan, das Jugoslawien oder der Orient der Tschuschen jenseits der österreichischen Grenzen begann – obwohl  im Geographieunterricht der Globus längst schichtweise seziert worden war.

Slowenien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegovina, Kosovo, Albanien, Bulgarien, Rumänien, die Türkei, Polen und die Tschechoslowakei waren die Länder, aus denen Tschuschen kamen.

Viele von ihnen waren angeblich keine Christen, sondern Moslems, aber armselige, keine Burnusse, Pluderhosen und Kaftans, nur diese alten Anzüge.

Sonntag vormittag waren sie zu Hause, dann hörte man aus dem Tschuschenhaus eine fremdartige Musik wimmern und wummen, und es roch nach Rauch und gekochtem Kohl und fremdartiger Tiersuppe aus dem Fenster, das unter der Woche mit einer Roßhaarmatratze zugestopft war.

Ich dachte nie daran, wer damals am Bau der Häuser schuftete, die rundherum in die Höhe wuchsen, aber einmal, nachdem man mich gerade der Schule verwiesen hatte, sah ich, daß das Tschuschenhaus einer Baustelle gewichen war, aus deren Mitte ein Turmkran in die Höhe ragte.

Erst da wußte ich, daß es Scheisse war, Tschuschen Tschuschen zu heissen und das, was ich aus dieser Schule mitzunehmen hatte ins Leben, von ein paar wichtigen Vokabeln abgesehen, äußerst dürftig.


Der Hammer.

Angst?

Was ich hier zur Zeit wahrnehme, ist so merkwürdig, dass es dem Normalbürger unglaublich erschiene, sodaß das Aufschreiben und die Veröffentlichung im Internet nicht mehr ist als eine therapeutische Übung gegen die Verzweiflung.

Können Sie sich vorstellen, in einer Mietwohnung zu leben, zu der andere Menschen Zugang haben und dort, nach Laune,  Sachbeschädigungen anrichten?

Können Sie sich vorstellen, dass ein Inkassobüro, dessen Zeichner der persönlichen Konfrontation ausweicht, regelmäßige Schutzgeldzahlungen fordert und einen Auftraggeber vorgibt, der gar nicht existiert und der Ihnen Schulden mit phantastischen Zinsanwächsen auflistet, deren zugrundeliegende einstige Forderung längst abgedeckt worden ist, die gar nicht mehr besteht?

Sie hätten jederzeit das Recht, die Polizei zu verständigen und eine Anzeige zu erstatten, es ist jedoch  so, dass jene sich mit solchen Schutzgelderpressern arrangiert zu haben scheint und – sub auspiciis des Herrn Innenministers  – es sogar begrüßen dürfte, daß in dieser Weise mit Menschen verfahren wird, die öffentlich Kritik äußern und regelmäßig ihrer Betroffenheit Ausdruck verleihen.

Stellen Sie sich weiters vor, sie verlassen die Wohnung nur, um einkaufen zu gehen, in ein, zwei Geschäfte im Viertel, Sie bleiben keine Stunde lang aus – und wenn Sie zurückkehren, liegt mitten auf dem zuvor abgeräumten Tisch ein Hammer, den sie in letzter Zeit weder berührt noch benutzt haben, sondern – im Gegenteil – ihn irgendwann einmal benötigt hätten, um feststellen, dass er dort, wo er sein sollte oder könnte, sich nicht oder nicht mehr befindet.

Später stellen Sie fest, dass die Mischbatterie der Badewanne nicht mehr funktioniert und offensichtlich darauf herumgeklopft  worden ist, und dass der Kaffeekanne der Ausgießer abgeschlagen worden ist.

Am selben Abend fällt ihnen dann noch auf, dass sich der sich der Staubsauger, der keine zwei Monate alt ist, nicht mehr ein- noch ausschalten lässt, weil offenbar der Schalter malträtiert worden ist.

Meinen die Veranlasser etwa , ich würde zahlen aus Angst, daß sie unsere Katzen erschlagen oder mir den Schädel einhauen?

Abgesehen davon, stellen Sie sich vor, Sie brauchen ein kostenpflichtiges Postfach im Postamt, weil die Post in dem Haus, in dem sie wohnen, sonst einfach außen auf den Postkasten gelegt und geöffnet, gelesen, gestohlen oder zerknüllt und zerrissen  in den Reklamepapierkorb der Hausverwaltung geworfen werden kann.

Sie können keine Post mehr empfangen, ohne zu wissen, dass sie abgegriffen und durchleuchtet worden ist, und sie können auch keine mehr versenden, denn wenn Sie ein Reklamationspaket im Wert von 100 Euro verschicken, kann es durchaus sein, dass die Sendung einfach verschwindet.

Jemand ist offenbar der Meinung, es müsste doch einfach sein, einen Menschen der – angeblich aufgrund einer politischen Intervention – monatlich 630 Euro Rente bekommt, mit seinen Zahlungen so aus der Reihe zu bringen, dass er auch an der einzigen Aufgabe seines Lebens, nämlich in aller Bescheidenheit existieren zu dürfen, scheitern muß.

Das ist die andere Seite zur Zuerkennung einer kleinen Invaliditätspension, dass Menschen, die Sie gar nicht kennen und die nichts von Ihnen wissen außer Zugetragenes, ihrer Meinung Ausdruck verleihen, es wäre legitim, Sie zu quälen und zu schädigen.

Wenn Sie sich einmal in einer solchen Lage befinden, werden Sie früher oder später erkennen, dass niemand Ihnen helfen noch beistehen wird, was immer sich zu Ihrem Nachteil noch ereignen mag.

Und es liegt natürlich an Ihnen, ob Sie diese Geschichte glauben oder nicht.

Leute, die schreiben, lügen bekanntlich, was das Zeug hält.


Sex No Sex

Silkes Frisur erinnerte mich an David Bowie in „Life On Mars“.

Ein wenig sah sie in ihrem wehenden Tüllgardinenanzug aus wie der Flaschengeist Jeannie, aus einer albernen Vorabendserie aus den sechziger Jahren.

Sie trug neue orientalische Sandalen an den Füßen, die weiß waren wie Elfenbein und mir ziemlich groß vorkamen.

Silke hatte etwas Trippeliges, als würde sie tanzen, zu einer Musik, die nur sie hörte.

Sie hatte einen prallen Beutel geschultert: sie wäre zum Lernen bei einer Freundin und würde über Nacht bleiben.

Das hätte sie ihren Eltern erzählt.

Ihre Augen leuchteten und sie lispelte ein wenig, als ob sie zu viele von den Pillen geschluckt hätte, die ihr die Ärztin gegen Konzentrationsstörungen verschrieben hatte.

„Hast du was?“

Silke sah mich lauernd an, sommersprossig, ein Frettchen, zum Zuschnappen bereit.

Sie war schlank, nein, hager.

Ihr blutjunger Busen schimmerte wie heller Marmor im Mondlicht, hintern dem feinen Vorhanggewebe.

Ihr Hals sah lang aus.

Vielleicht trug sie in ihrem Beutel ein Nachtgewand, eine CD von STS , ein Formelheft, eine Ausgabe von Disneys Lustigen Taschenbüchern und ein Päckchen agen-53.

Ich war mehrfach davor gewarnt worden, mit diesem Mädchen etwas anzufangen, angeblich ließen sie ihre Eltern von einer Privatdetektei überwachen.

Sie hätte Probleme in der Schule und wäre in psychologischer Betreuung.

Keinesfalls dürfte sie LSD-Trips nehmen.

Ich wusste, dass sie einen eifersüchtigen gleichaltrigen Freund hatte, einen Taek-Won-Do-Schüler, der sich ausschließlich mit tibetanischen Gebetsfahnen zu bekleiden pflegte.

Eine hatte er zu einer lendenschurzähnlichen Pluderhose geknotet, eine andere zu einem Gilet geschlungen, eine trug er als Stirnband, dessen Enden bis an die Knie reichten.

Ein weiteres hatte er über Schulter und Bauch geworfen, und darin befand sich eine große konische Haschischpfeife aus gebranntem Ton, Schilum genannt, auf die er mächtig stolz war.

Sie musste vor und nach dem Befeuern rituell gereinigt und besprochen werden, und durfte nur in einer bestimmten Richtung das schwarzgemalte Tischlein umrunden, dem Anke die Beine immer kürzer gesägt hatte, und auf dem sie manchmal in einem langen T-Shirt tanzte, wenn ihre Bude voll war, die Stimmung sehr gut und zu einer discotechnoiden Musik Jimmy Summerville aus den Boxen jauchzte.

Die anderen saßen auf dem Boden, spien Glut und Rauch und spielten Schlagzeug auf ihren Schenkeln.

Ich sah mir Silke genau an.

Sie hatte die Fäuste gegen die Hüften gestemmt und wippte mit einem Fuß.

Sie schien mich zu lieb gewonnen zu haben, als würden wir schließlich alle zu einer eingeschworen Bande junger Kifferrebellen gehöre.

Ich stellte mir vor, wie plötzlich ihr Freund, den ich den Shiva-Feuertänzer nannte, mit ausgestrecktem Bein und kampfjustierten Armen durch das geschlossene Fenster krachte und klirrte und mich zum Zweikampf forderte, weil meine Haschischportionen zu klein bemessen waren.

Für hundert Schilling würde man in Katmandu ein ganzes Kilo bekommen.

Ständig huschten Schatten durch dieses Haus, schlichen sich an Türen heran und versuchten durch Schlüssellöcher zu gucken.

Jederzeit konnte auch Monika hier auftauchen oder ihre Schwester, die Polizeiärztin.

Ich musste Silke schleunigst wieder loswerden.


Abgelinkt?

Mängel und Versäumnisse, gefährliche Invalidenrentner - wenig Freude mit Windows XP OEM, Comtech.de und der Österreichischen Post.

Vor kurzem erst in der U-Bahn einer Windows XP Home Edition OEM verlustig geworden, werde ich auch beim Versuch, eine verlockend günstige Version Windows XP Professional Edition OEM  um € 86,– bei dem von Geizhals.at wohlgereihten Webshop der IT-Unternehmens Comtech.de zu erwerben, vorerst enttäuscht.

Zwar trifft das Heftchen mit CD nach Zahlungsabwicklung via PayPal in transportsicherer Paketverpackung schon zwei Tage später per Botendienst ein, entpuppt sich jedoch, was gar nicht angekündigt war, als DELL-OEM-Recovery-Version, die nach unmißverständlicher Ausweisung von DELL nur mit einem DELL-PC verkauft werden dürfte und sich trotz korrekter Eingabe der Seriennummer  entsprechend beiligendem Microsoft-Original-Label nicht aktivieren läßt.

Bei händlerdedizierter OEM – kein Support durch Microsoft.

Kein Support auf Microsoft-Produkte bei DELL.

Fa. Comtech verweist zunächst auf fehlende Eingaben in ihrem interaktiven Reklamationssystem , was freilich auch dazu dienen könnte, die Zeit vergehen zu lassen und erboste Kunden fernab zu halten.

Auf Reklamation bei Herrn Ehmann, Geschäftsführer von Comtech.de, dem Webshop der Firma JES-Computer in Backnang ob Stuttgart, teilt mir dieser mit, daß es sich laut einem Urteil des EGH seinerseits um ein anstandsloses Geschäft handelt.

Im Laden in Stuttgart hätte ich diese DELL-Version nicht entgegengenommen.

Auch die theoretische Möglichkeit, mich telefonisch an DELL wenden zu können, wird kurz angerissen.

Zwar erklärt sich Herr Ehmann im Anschluß bereit, die beanstandete Ware zurückzunehmen, jedoch ist das Päckchen auch heute noch nicht in Backnang angekommen.

Laut Auskunft der Österreichischen Post am 14.11. könnte die Nachforschung über den Verbleib des Päckchens bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen.

Undankenswerterweise hat mich dieser Postbedienstete bei der Aufgabe nicht darauf aufmerksam gemacht, daß das Paketchen – als Paket deklariert – auch versichert gewesen wäre und hat es außerdem nicht als Auslandssendung frankiert, wie sich zusätzlich herausstellt.

Aufgrund unseres bestehenden Email-Kontakts konnte ich Herrn Ehmann seinen guten Willen, seinen Beitrag zu einer fairen Reklamationsabwicklung leisten zu wollen, bisher nicht absprechen.

Sieht für mich ganz so aus, als hätte mir die Österreichische Post keinen guten Dienst erwiesen  bzw. könnte der betreffende Mitarbeiter das Päckchen abgezweigt haben – warum und in wessen Auftrag?

Geht die Post oder einzelne Mitarbeiter auf Weisung oder im vorauseilenden Gehorsam gegen Invalidenrentner vor, die vom Innenministerium als GEFÄHRLICH eingestuft und von privaten Schnüfflern als drogensüchtig in Mißkredit gebracht worden sind?

In zwei Wochen jedenfalls würde Windows XP nicht mehr funktionieren.

Zum Glück verfüge ich noch über andere Betriebssysteme.


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Selbstbefriedigung

Auch: Masturbation, Onanie, Heimwerken, Hülsenschieben, Schwarteln, Lenden-Yoga, Wichsen.

Lieber Fabian!

Wenn ein Junge seinen Penis reibt, findet er das schön.

Wenn nach einer Zeit zunehmender Erregung (Erektion, Lubrifikation) die Hoden näher an den Kürper gezogen und durch mehrfache Kontraktion der Dammmuskulatur die Samenflüssigkeit (Sperma) herausgeschleudert wird, ist es am schönsten – man spricht vom Höhepunkt oder Orgasmus.

Selbstbefriedingung ist nichts Ungewöhnliches – oder etwas, für das man sich schämen müsste.

Alle Menschen masturbieren – auch Geistliche, Politiker, Psychologen und Sozialarbeiter.

Selbst Tiere, vor allem Primaten, kann man gelegentlich bei der Selbstbefriedigung beobachten.

Wenn ein erwachsener Mann gerade keine Beziehung hat, die ihn auslastet, kann er es sich auch zu Hause bequem machen und an etwas Schönes denken, in seiner Phantasie Vorstellungen und Wünsche lebendig werden lassen, die man auch in einer vorbildlichen Partnerschaft nicht jederzeit erfüllt haben kann, etwa knisternde Spiele in sexy Unterwäsche, eine raffinierte Fußmassage, ordentlich geölte Busen - und knackige Popoerotik.

Er kann sich den Playboy ansehen oder FHM – und falls der Kick supermarkttauglicher Herrenmagazine nicht mehr ausreichen sollte, auch zu härteren Stimulantien greifen, etwa den bunten kleinformatigen Heftgeschichten der Serie Teenage Climax oder Horny Sixteen aus dem Erotikladen, wo das Betrachten hemmungsloser jugendlicher Actionmodelle bei Oralverkehr und Koitus in allen Lagen meist für eine schnelle Triebstauentladung sorgt.

Freilich gibt es auch für homosexuelle Männer Anregungsliteratur unterschiedlicher Härtegrade.

Erlaubt ist, was gefällt, solange es sich nicht um Kinderpornographie oder Sodomie (Geschlechtsverkehr mit Tieren) handelt – wer sich dafür interessiert, sollte sich besser an einen Psychologen oder Sexualtherapeuten wenden.

Natürlich masturbieren auch junge und ältere Frauen, und wenn sie gut aufgeklärt und erzogen sind, finden sie nichts dabei und können den Kitzel der Lust auch genießen, wenn sie gerade alleine sind.

Das ist völlig normal.

Du mußt Dir also keine Sorgen machen, daß mit Dir etwas nicht in Ordnung sein könnte, wenn es hin und wieder in der Hose brennt, und deine Faust sich zusammenzieht, weil gerade keine Herzensdame in der Nähe ist, die sich ein Kind von Dir wünscht.

Aus Hygienegründen solltest Du immer Papiertaschentücher griffbereit haben - so manche Mutter hat es gar nicht gern, wenn sie Samenflecken auf Tuchent und Polstern entdeckt.

Ansonsten gilt: Lieber morgens herzhaft in die Hände gespuckt als frustiert im Büro des Sachbearbeiters erscheinen und andere mit einer miesepetrigen Laune anstecken.

lg

Dr. Gert Kindermann


Pars Pro Toto.

Was ich Herrn Dr. Andreas Kohl sagen wollte.

Ich nahm zum gestrigen Abend eine Ihrer Stellungnahmen im Fernsehen wahr, zu welchem Thema, weiß ich nicht, ich hatte mich erst spät zugeschaltet.

Dennoch gaben mir Ihre Worte zu denken – vor allem, wie sie es sagten.

Ich vermute, es ging vielleicht um das Thema Asylpolitik, sie waren sichtlich erzürnt und formulierten versucht bissig.

Ich fühlte mich angesprochen, denn es waren Betonung und Wahl der Worte, wie Menschen Ihres Schlages sie als singende Klingen gegen Leute verwenden, die Ihnen allzu fremd sind und frech und laut erscheinen.

Ich sah Sie andererseits als alten Mann, dessen ehrgeiziges Streben und Trachten sich dem Ende zuneigen, und dem an einem fernen Meilensteine seines Weges soeben wenig Erfreuliches begegnet ist.

Sie haben Probleme mit Ihrer Gesundheit, vielleicht hat Sie ein leichter Schlag gestreift, ein Hauch von einem kalten Wind von sehr weit her.

Vielleicht, so dachte ich, wäre ich für Sie der Antichrist, und Sie sähen mich aufgrund Ihres Glaubens als Ahnung und Zeichen einer bösen Zukunft.

Vielleicht, mag sein, ich irre mich, und Sie haben mich niemals wahrgenommen.

Trotzdem spreche ich zu Ihnen, als Mensch der selben Welt und Zeit – und könnte durchaus einer Ihrer fernen Neffen sein.

Es ist wahr, ich spotte oft und werfe unangenehme Fragen auf.

Ich habe Zweifel an Ideal und Verwirklichung in Ihrer Partei, die bessere Zeiten gesehen hat, und die mit dem Gott der Christen scheinheilig Schindluder treibt, indem sie ihn voranzutragen vorgibt, als wäre sie die katholische Kirche selbst, jedoch als Schreckgespenst und Drohung, denn als Mutmacher und Trost, als zu Tode Gequälten, den – leider – Sie nicht schützen konnten, weil er nicht folgen wollte Ihrem Wort.

Ich glaube nicht, daß Sie glauben, daß ohne geschlechtlichen Verkehr ein Kindlein wird, oder daß ein toter Körper aufersteht, um als Gott zu wandeln und auch nicht, daß in einem einzel Falle dies doch vorgekommen wäre.

Ich habe versucht, Sie als Redner zu parodieren, zwei, drei Mal, auf Merkblätter hin.

Dazu hatte ich Sie nicht wahrgenommen als Kasperltheaterfigur, sondern als Menschen mit Profil, der in diskreter Eleganz der Worte rechtens schwelgte, als jemand, der noch mit Diplomatie zu glänzen verstand und seine Sache ordentlich und mit Würde vertrat.

Dadurch sind Sie mir aufgefallen, im Gegensatz zu anderen, hinten an, die Ihnen leider nicht nacheifern und die sich auch gar keine Mühe mehr geben, der Mangelhaftigkeit Ihres Auftretens bemühte Aufrichtigkeit entgegenzusetzen.

Vielleicht sind Sie einer der letzen Philosophen Ihrer Volkspartei, jedoch, Sie nehmen gegen Ende ihres Lebens Worte in den Mund, wie beidseitig geschliffene Messser, was einem Menschen von gediegener Reife nicht gut ansteht.

Ich könnte mich von Ihnen bedroht verstehen, in Ihnen einen bösen Mann sehen, der auschlägt nach allen, die vor ihm den Kopf nicht senken und schweigen.

Jedoch – ich stelle Sie mir vor – als einen alten Herrn aus dem selben Haus, der auch Angst hat vor dem Fremden, das vor ihm emporquillt, wie aus den Tiefen eines wallenden Ozeans, und der im Grunde zufrieden ist, wenn er in seinem Raume sitzt, wo ein Ofen ihm Wärme spendet und er sich wohl fühlen kann, während er seine Gedanken niederschreibt, inmitten der gestreiften Auszeichnungen und glänzenden Kelche und seiner vielen Bilder der Erinnerung.

Ich sehe Sie vor mir vor als alten Menschen, den schon die Krankheit hemmt, die eigenen vier Wände zu verlassen, und der trotzdem lieber seine Ruhe hätte, als in ein Heim geschoben und wie ein Kind angesprochen und beschäftigt – und jeden Sonntagabend zwischen dicken Blumensträußen zurückgelassen zu werden.

Ich würde Sie eines Tages fragen, sähe ich Sie schwer atmend und verunsichert an den Postfächern stehen, ob ich Ihnen helfen könnte, und ich würde Ihnen Einkäufe besorgen, auch jeden Tag, wenn Ihnen damit geholfen wäre.

Ich würde Sie einladen, nach mir zu läuten und an meine Tür zu klopfen, wenn Ihnen unwohl wäre oder Sie schnelle Hilfe benötigten.

Ich würde Ihnen die Zeitschriften Ihrer Wahl besorgen, jede Woche, und ich würde mir verbieten, auch nur einen roten Cent dafür entgegenzunehmen.

Das würde ich tun, auch wenn Sie meine Einstellung nicht verstehen können und vielleicht auch meine Sprache nur zum Teil, und weil ich Ihren Glauben nicht habe.

Ich würde mit Ihnen sprechen, wenn Ihnen danach wäre, auch über Philosophie und Politik und Religion und ein Glas Wein.

Das würde ich gerne tun , bis mich eines Tages die Nachricht erreichte, dass Sie nicht mehr sind.

Ich würde Sie in Erinnerung behalten als einen alten Herrn von nebenan, der ein entfernter Verwandter von mir war, und der eine Geschichte hinterläßt.

Ich würde nicht über Sie sagen: „Er war nur ein Faschist.“


Nah’n und Wana.

Von Xandl Rehab, begleitet von Leo Klemming an der Singer Profi.  Joglland-Panorama.

„Drogen und Faschismus?“

„Medikamente und Müll!“

„Durch eine verfehlte Drogenpolitik und die Zusammenarbeit faschistoider Einrichtungen mit gewinnorientierten Therapiekonzernen ist Österreich eines der ersten europäischen  Länder geworden, in dem Menschen wieder in Konzentrationslager geschickt werden sollen.“

„Aggressives Agieren von selbstgefälligen, profilierungsgeilen Sozialarbeiter-TherapeutInnen, die in Zusammenarbeit mit Bürgerwehren und behördlich ermächtigten Schutzgelderpressern psychosozialen Druck auf Individuen und Lebensgemeinschaften ausüben, um personae non gratae - Internetaktionisten, Neue Kulturschaffende, Webkünstler,  einer anderen Gesinnung zugeordnet – an den Rand des Tragbaren zu treiben und gleichzeitig die friedliebende Bevölkerung einzuschüchtern.“

„Unfertige Menschen aus Grenzgängermilieus, schwierige Leute aus schwierigen Verhältnissen, bevorzugt Jugendliche, aber auch ältere Personen, aus politischer Willkür, vorsätzlich selektiert und in Substitutionsbehandlungen gedrängt, um ihre Probleme zu potenzieren und sie zum „Grünen Kreis“ abschieben zu können, der ihren Versicherern Pflegegebühren verrechnet und ihnen „Arbeitstherapien“ verordnet.“

„Da freuen sich die Mamsch und der Molterer!“

„Dort können sie schöne Bilder malen und hohe Künstlerkappen tragen.“

„Bunte Drachen schneidern auf Omamas Nahmaschin’!“

„Am Lebkuchen nagen und Äpfel braten am Kachelofen!“

„Im Wald a handg’schnitzte Maiskolbenpfeifen rauchen …

…  und zu Sylvester im Fichtenforst Selbstmord begehen!“

„Der Einstieg in die Perspektivenlosigkeit beginnt nicht, wie seit den siebziger Jahren immer wieder propagiert, mit Cannabis, sondern auch über jene mißbrauchsfähigen Substanzen, welche sich die Gelangweilten und Hoffnungslosen, als leicht  zu bekommende Alternative zu anderem Zeitvertreib, von den ihnen zuraunenden Schatten am Rande der Katakomben der Low-Budget-Scene im Vorübergehen verschachern lassen.“

„Eine der Erklärungen für dieses Phänomen sind die von den Kommunen an private Firmen vergebenen Aufträge zur Sondermüllentsorgung.“

„Darum verschwinden regelmäßig Kastenwägen voll abgelaufener verschreibungspflichtiger Medikamente auf ihrem vorgeschriebenen Weg zur Sondermüllverbrennung und tauchen am „Karlsplatz“ wieder auf, wo sie im Nu an die zahllosen InteressentInnen vertickt werden.“

„Bei den Endvertreibern handelt es sich um Personen, die den Vorposten der Polizei Informationen über sonstige Vorgänge in der Drogenszene zuspielen und aufgrund der Geringfügigkeit der eigenen Geschäfteln als Auskunftgeber stets unbehelligt bleiben.“

„Schließlich gibt es immer noch genug Dumme, denen man die Lehrlingsentschädigung oder die letzten fünf Euro Sozialhilfe aus der Nase ziehen kann.“

„Für jene, die alte Pillen und Pullen in ein Verteilernetz einschleusen, ein lukratives Geschäft, bei den Endverbrauchern hilflos torkelnde Krämerei mit kleinen Scheinen.“

„Und auf wessen Bank landet das handfeuchte Geld?“

„Verkauft wird alles mit Mißbrauchspotential, verschreibungspflichtige Medikamente als minderwertige Drogenersatz- und -zusatzstoffe, codeinhältige Hustenmittel, Reductil, Tranquilizer und Schlafmittel, aber auch Attraktiveres wie Fentanyl, Oxicontin, Ritalin, veterinärmedizinische Präparate (Ketamin und andere Narkotika) sowie die heißestbegehrten retardierten Morphine - Originalpräparate und Generika, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen.“

„Und welcher Waschsalon wäscht dieses dreckige Geld?“

„Andererseits prägen altbackene katholische Sozialarbeiterfaustregeln vom Auslösen des Suchtmechanismus und der therapeutischen Notwendigkeit der Erhöhung des Leidensdruckes die Argumente eines schwer rechtslastigen urbanen Reservenetzwerks, mit dessen Unterstützung Ballungsräume drogen- und randgruppenfrei gemacht werden sollen.“

„Längst richtet sich die expandierende Ausmistung auch gegen Personen, die von Involvierten und Mitwissern als  Störfaktoren ausgemacht und unter Aufbringung aller erdenklichen Untergriffigkeiten dazu gebracht werden sollen, die Selbstkontrolle zu verlieren.“

„Es reicht aus, einmal einschlägig vorbestraft,  Klient einer Drogenberatungsstelle gewesen und eine Zeitlang in einer Therapieeinrichtung zugebracht zu haben, um nie mehr in Ruhe gelassen …“

„… und Ziel einer Terrormaschinerie zu werden, die das Recht auf ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung durch den aufgezwungenen Wunsch ersetzen soll, den Rest seines Lebens als Dauerinsasse einer Dependence eines psychiatrischen Hospitals verbringen zu wollen.“

„Betrug und Korruption!“

„Nah’n und Wana?“

„Endstation Spittelau?“

„Mit uns ned!“

(Im Auftrag der Somnubene-Forschung).


Katze plus Butterbrot


That Time

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Seasonal Chord (Uniqua Tower)

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Season On Foil (Uniqua Tower)

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A chubby guy (Sumo on a visit).

Snapshots by Carina.


Posted in Cats, Snapshots, Vienna

AUFGABEN FÜR EINE BÜRGERWEHR?

Eigentlich sollte der österreichische Staatsbürger nach Tilgung seiner Vorstrafen wie jeder unbescholtene Österreicher behandelt werden.

„Sie wollen sich mit mir anlegen?

Dann ziehen wir einfach ein unaufgeklärtes Verbrechen aus der Schreibtischlablage und zeigen ihnen, wie leicht sich der Karren vors Pferd spannen läßt.

Sie erinnern sich doch noch an Unterweger, oder?

Sehen Sie - jetzt sind wir schon bei MORD – sie machen sich immer verdächtiger!

Wer würde ihnen jetzt noch helfen oder glauben, wenn wir genügend Indizien hätten, um sie in Untersuchungshaft nehmen zu können?

Im Sommer 2006 haben wir ihnen gesagt, sie sollen anlässlich eines Überfalls auf ein nahes Geldinstitut in der Berggasse vorbeikommen und einen Mundhöhlenabstrich abgeben.

Warum sind sie damals nicht erschienen?“

Der Sprecher des österreichischen Schattens ist eine imaginierte Person, Avatar einer wenig überzeugenden Koalitionsregierung, einer von Verbrechern unterwanderten Justiz und – durch das zu keinem glaubwürdigen Abschluß gebrachte Führungsdilemma - dubios anmutenden, krisengebeutelten Exekutive.

Die Verantwortung über eine angebliche Schuld der Privatperson bei einem bekannten Bankinstitut,  wurde einem Inkassobüro übergeben, das mit einer Bande Geldeintreiber aus dem Zwielicht gleichzusetzen ist, Freunde der „Freunde der Wiener Polizei“.

Diese Leute sind sehr stolz auf ihre behördliche Konzession - die jeder andere Selbstständige ebenfalls innehat - und betonen gern und wichtig, der Polizei zuzuarbeiten.

Man demonstriert, wie man Terror ausüben kann, ohne daß sich der Betroffene direkt zur Wehr setzen kann.

Niemals dürfte sich eine Behörde so verhalten.

Der Betroffene kann das Haus nicht verlassen, ohne von Mitgliedern einer Bürgerwehr begleitet zu werden - die es natürlich offiziell gar nicht gibt.

Manche fotografieren ihn mit ihren Handtelefonen, etwa, wenn er neben einem Menschen anderer Hautfarbe zu stehen kommt.

Diese Beobachter können dann vieldeutige Informationen weitergeben, etwa:

Fährt mit der U-BAHN, begegnet SCHWARZEN, steigt am SCHWEDENPLATZ aus.

Verfolgt und belästigt GEBRECHLICHE ALTE FRAU beim Einkaufen.

Häufiges Aufsuchen der VOLKSHILFE.

Im Hausmüll befinden sich Hinweise auf MEDIKAMENTENMISSBRAUCH, selbst Spritzen sind in dem Unrat zu sichten.

INFORMATIONEN - FÜR WEN?

Während seiner Abwesenheit passieren in der versperrten Wohnung des Betroffenen – Kleinigkeiten.

Alltägliche Gegenstände verschwinden plötzlich spurlos und tauchen zu einem späteren Zeitpunkt, wie von Zauberhand rückerstattet, wieder auf.

Im Sommer steht einen heissen Badetag lang der Kühlschrank weit offen.

In der kalten Jahreszeit gibt die Mischbatterie der Badewanne ganz plötzlich den Geist auf und es sieht wirklich so aus, als hätte jemand absichtlich grob mit einem Hammer das Federteil zusammengeklopft.

Man verlässt die Wohnung in der Gewissheit, die Stromleiste für die elektronischen Geräte ausgeschaltet zu haben, aber kommt man nach ein paar Stunden zurück, ist der Computer eingeschaltet.

Unpässlichkeiten, Kleinmist, Dinge, die man nicht täglich mit einer Checkliste überprüft, vernachlässigbar, vielleicht die Katzen.

Alles exakt an der Kante.

Man wird darüber nicht die Polizei verständigen, nicht den Seelenarzt, und auch keinen  Geistlichen.

Man hat das Schloß schon zweimal gewechselt und sagt sich, ein drittes Mal können wir uns einfach nicht leisten.

RETURN.

Am Anfang war, daß die Polizei eine kriminelle Handlung  gegen den Betroffenen unter den Tisch hat fallen lassen.

Eine an der kriminelle Handlung beteiligte Person ist Mitarbeiterin des erwähnten Bankinstitutes und, unter anderem durch vorsätzliche Täuschung ihres Arbeitgebers, verantwortlich für den Auftrag an den „Inkassodienst“.

Sie hat verständlicherweise Angst vor der im üblichen Rechtsweg unumgänglichen Gerichtsverhandlung.

Jedoch – im Bankinstitut gebe es mittlerweile keine Informationen mehr über das überzogene Konto.

Der Betroffene hat bei der Bank, die den „Inkassodienst“ beautragt hat, kein Konto.

Die Bank weiß gar nichts mehr, weshalb sie auch nicht mehr kommuniziert: 

Wenden Sie sich an das Inkassobüro.

Von Zeit zu Zeit schickt das Inkassobüro „Kontoauszüge“ über eine prozentuell grotesk anwachsende Schuld - beim Inkassobüro – und urgiert auf deren schriftliche Anerkennung.

Auf ORANGEN FLUGBLÄTTERN steht zu lesen:

„ES LIEGT NUN BEI IHNEN, WIE SICH DIE SACHE ENTWICKELT!“

Der Inhaber des Inkassobüros, der längst weiß, dass er von mir keine Unterschrift bekommt, kann nicht viel mehr tun, als seinen Freunden folgende Information weiterzugeben:

Der Betroffene wäre bei einer bestehenden Schuld zahlungsunwillig, könnte also mit seinem Geld, einer Invalidenrente, nicht umgehen, und hätte offenbar PROBLEME,  entsprechend seinen VORSTRAFEN, wahrscheinlich mit DROGEN.

An dieser Stelle treten wieder die Beobachter der Bürgerwehr in Aktion.

RETURN

Lieber Rechtsstaat, der seinen Schatten nicht loswerden kann:

Zeigen Sie doch in aller Öffentlichkeit, wie sie zu foltern belieben.

Zeigen Sie den Lesern dieser Einträge, den Österreichern, den Europäern, der ganzen Welt, womit sie ständig drohen und Terror auf Menschen ausüben:

SPANNEN SIE DOCH DEN WAGEN VORS PFERD UND DREHEN SIE EIN PAAR RUNDEN!


Morath – Opfer dringend gesucht.

Das österreichische Führerschein-Problem. Ungefällige Haartracht.

In den frühen siebziger Jahren erschütterten mehrere brutale Morde sowie eine Mordserie die Sadt Graz, in der ich aufgewachsen bin.

Ein Fleischhauer namens Hold, dessen Geschäfte schlecht gingen, schlug drei Geldbriefträger tot, bevor er überführt werden konnte.

Sein kleiner Laden befand sich am Eck Steyrergasse/Grazbachgasse, vis-a-vis von Gabriels Zeitungscafé und dem Blumenlieferanten Hannes.

Der kurzsichtige, komplexbeladene Frauenmörder Haas vergewaltigte brutal eine  Studentin und erdrosselte sie mit ihrer Strumpfhose.

Und ein kleines Mädchen war in St. Veit von einem pädophilen Vertreter entführt und bestialisch zu Tode gequält worden.

Meine Eltern hatten die Kleine Zeitung abonniert, und ich verschlang die spannenden Lokalteil-Horrorgeschichten zum Frühstück.

Nachdem der Briefträgermörder verhaftet war, strawanzte ich durch die Grazer Innenstadt, um den Schauerladen in Augenschein zu nehmen.

HOLD stand über dem schmalen Eingang, der über drei Stufen in das winzige Geschäft führte.

An einem Saugnapf innen an der Tür hing an einer Schnur eine Klarsichthülle, darin ein Blatt Papier, mit Filzstift handbeschrieben: KOMME GLEICH.

Weiter unten befand sich ein Karton mit der ungelenken Abzeichnung des Disney-Hündchens Strolchi, darunter stand: ICH DARF HIER NICHT HEREIN.

Das Schild war in Augenhöhe mittelgroßer Hunde hinter die Scheibe geklebt.

Eine schäbige Innenjalousie versperrte kaum die Einsicht.

Der Laden sah kümmerlich aund verwüstet aus - die Vitrine war abgebaut, der Boden aufgerissen, nur ein paar wuchtige Fleischerhaken hingen noch von einer Karniese an der verfliesten Wand.

Ich stellte mir vor, wie morgens der vor Aufgeregtheit fiebernde, schmalgesichtige Hold mit einem speckigen Schiffchen auf dem Kopf und der vom geplatzten Schädel eines Postboten verschmierten Schürze zappeligen Schülern der nahen Handelsakademie in Wachspapier gepackte Extrawurstsemmeln zu fünf Schilling in die Hände drückte.

Jahre später ging in Österreichs Stehbeiseln folgende Geschichte um:

Der Frauenmörder Haas und der Serienmörder Hold wären in der Justizvollzugsanstalt Profi-Tischtennisspieler geworden und  anlässlich der Gefängnis-Tischtennis-Olympics sogar nach Kanada und Australien geflogen - zynische Flüsterpropaganda, mit der die Justizreform des Ministers Christian Broda über Jahre im Nachhinein schlecht geredet werden sollte.

Hysterie gischtete auf, als der aus der Sonderanstalt Mittersteig vorzeitig entlassene Haas in Frauenkleidern den Sohn seiner Lebensgefährtin ermordete und später auf der Flucht erschossen wurde.

Im ersten Stock der Firma Zisch & Zund, wo ich mich auf Anraten einer mit dem Arbeitsmarktservice zusammenarbeitenden Sozialarbeiterin als Zusteller beworben hatte, wurde an der Tatsache, dass ich einen Führerschein besaß, lange herumgedeutelt und schließlich ein Geraune freigesetzt, der rosa Schein wäre nur ausgestellt worden, weil ein in der Sonderanstalt Mittersteig tätiger liberaler Psychiater ein Gefälligkeitsgutachten erstellt hätte – wahrscheinlich derselbe, der auch für die Entlassung des Fauenmörders Haas verantwortlich gewesen wäre.

Jemand, der dem Vizekanzler zum Verwechseln ähnlich sah, kam - Mission Kalif – persönlich vorbei, um sich den angeblich gefallenen ehemaligen Mitarbeiter des Liberalen Forums Steiermark aus der Nähe anzuschauen.

Ihm gefielen meine Haare nicht.