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Unbekannte Besucher – vielseitig interessiert.
Codudolmin-Tropfen
Minister für mehr Sicherheit?
Ich unterstelle einem Minister dieser Republik, Menschen terrorisieren zu lassen.
Ich will es konkreter fassen: Er läßt zu, daß sich mit dem Verfassungsschutz befreundete private Dienstleister aufspielen, als wären sie Behörden – und weit darüber hinaus.
Zu jenen zählen Personenschützer, Privatdetektive, Hausbesorgeragenturen, Inkasso-Dienste, Security-Truppen, aber auch einfache Amateure, Spitzel.
Der Verfassungsschutz ergibt gemeinsam mit diesen behördlich konzessionierten Unternehmen, die von Erstgenanntem keine Weisungen erhalten, diesem jedoch gewisse Informationen zuspielen, das, was in ähnlich finsteren Zeiten früher die GESTAPO war.
Nebenberuflich tätig sind in solchen Unternehmen, die aus einem bis mehreren hundert Mann bestehen, auch Leute, die hauptberuflich einen anderen Beruf ausüben:
Autospengler, Bankkaufmann, einfacher Kaffeesieder, Gendarm, Justizwachebeamter, Mr. Minit oder Taxifahrer.
Mehrfach habe ich darüber berichtet, mit welch miesen Methoden manche dieser Leute agieren und darauf hingewiesen, daß es eine Art von Folter ist, jemanden ständig zu observieren, ihm überallhin zu folgen, ihn am Gehsteig anzurempeln, zu fotografieren, falsche Schlußfolgerungen weiterzugeben hinsichtlich öffentlicher Orte, an denen er gesehen wird, immer wieder das Kraftfahrzeug der Ehefrau zu demolieren, in Abwesenheit die Wohnung aufzusperren, Schubladen zu durchwühlen, Werkzeuge verschwinden und wieder auftauchen zu lassen, Gebrauchsgegenstände zu zerschlagen usw.
Vor ein paar Tagen brachte meine Frau eine Flasche Rotwein mit – gemeinsam trinken wir hin und wieder ein Glas – nicht jenes österreichische, das immer wieder nachgefüllt wird, sondern nur abends zum Essen und Verkosten, denn ich leide an einer Leberkrankheit, die nicht gut zusammenspielt mit Alkohol, ich vertrage keinen, kaum beginnt er ganz leicht zu Kopfe zu steigen, verspüre ich schon die toxische Wirkung des Acetaldehyds, eines Abbauprodukts, und ich mag nicht mehr.
Vorgestern kosteten wir von diesem Wein, einem roten Genossenschaftswein aus Australien – und befanden, er schmeckte passabel.
Gestern probierten wir wieder aus derselben Flasche und schon die erste Nase kam mir merwürdig vor, und als ich kostete, stellte ich fest:
Dieser Wein schmeckte nach Codudolmin-Tropfen- und zwar so intensiv, daß ich schätzte, jemand hätte etwa 30 ml des Hustenmittels in die offene siebenzehntel Liter Weinflasche geschüttet.
Codudolmin ist eine dihydrocodeinhaltiges Medikament gegen schweren Husten und schmeckt ekelhaft.
Drogensüchtige nehmem Codudolmin, weil die Wirkung ein wenig an jene von Morphin erinnert – ein Teil des Dihydrocodeins wird metabolisch zu Morphin umgewandelt, was stark die Leber belastet und gesundheitsschädlich ist – und Entzugserscheinungen für ein paar Stunden hinauszögert.
Es gibt Menschen, die gewöhnen sich an Codudolmin-Tropfen und werden abhängig davon, sie malträtieren ihre inneren Organe, haben ständig Leibschmerzen und leiden wie Morphinisten, wenn ihnen der Stoff ausgeht.
Codudolmin-Tropfen enthalten expektorationsfördernde Zusätze, die bewirken – wenn man das Mittel gegen Reizhusten und in normaler Dosierung am Abend einnimmt – daß am Morgen danach Schleim aus den Bronchien abgehustet wird und das ist gut, wenn man an entzündlichen Erkrankungen der Atemwege leidet.
Auch den ekeligen Geschmack spürt man beim Abhusten erneut.
Merkwürdig, daß ich gestern ein Sechzehntel jenes innerhalb eines einzigen Tages im Aroma stark mutierten australischen Rotweines getrunken habe, mit viel Wasser verdünnt nach dem ersten befremdlichen Schluck, aber der Geschmack nach Codudolmin-Tropfen war nicht wegzubekommen.
Auch fühle ich mich heute morgen, als hätte ich gestern ungefähr eine einfache Dosis Codudolmin-Tropfen eingenommen, ich atme heftiger und huste Schleim aus den Bronchien herauf.
Vorgestern, als die Sonne schien, unternahm ich einen kleinen Spaziergang, vom Stephansplatz bis zur Opernpassage, wo ich hinunterstieg und durch jene Meile schritt, wo viele Menschen herumstehen und qualmen und sich Informationen zuraunen und etliche den Eindruck erwecken, als würde sich ihr Leben um Drogen wie Codudolmin-Tropfen drehen.
Ich kaufte mir einen Streifenfahrschein, verließ schleunig jene unheimliche Unterführung und fuhr wieder nach Hause.
Dies ist im Grunde eine Geschichte über Leute, die man vom Sehen kennt, aber dort nicht sieht, wo sie jene Dinge tun, mit denen sie andere terrorisieren und mit ihnen Experimente durchführen, etwa ausprobieren, ob man ihren Suchtmechanismus auslösen könnte, wenn man ihnen Codudolmin-Tropfen in eine geöffnete Flasche Rotwein schüttet, in einer femden Wohnung.
Man könnte dort auch Arsen in den Brotaufstrich mischen oder Zyankali in die Pfeffermühle.
Das sind massive Angriffe gegen Gesundheit und Leben, die einzelne Menschen zu befürchten haben in diesem Land mit einem Minister, der von all dem nichts zu wissen braucht – er genießt Immunität – und seinen Verfassungsschutz nebst Helfern und Helfershelfern frei gewähren läßt, ungeachtet der geltenden Menschenrechte und gegen die Verfassung dieser Republik.

No Man

I miss the announcement of masturbation times.
Karotten in die Ohren.
Korrigiertes Posting zu
„Auch Deppen richten mitunter Schaden an“
von Michael Fleischhacker, Chefredakteur, „Die Presse“.
Wie gescheit sind eigentlich Sie, Herr Fleischhacker?
Was, wenn Strache mehr Nazi als Depp ist?
Pflegen Sie nicht auch Ressentiments gegen den Islam?
Und Berlusconi? (Ich weiß schon, der ist kein Türke.)
In welcher Spalte stecken Sie eigentlich fest, habe ich mich schon gefragt.
Vielleicht gehören Sie zu jenen Spitzen-Akademikern, die sich, sobald Nicht-Akademiker ihre Meinungen äußern, Karotten in die Ohren stecken.
Holocaust Day
Cut-up, ein stilbildendes Element in der Literatur.
Die Vorstellung, vor nur 70 JAhren, unterm Hitler, wie manche Österreicher gerne sagen, vergast worden zu sein, nach einer finalen Phase Zwangsarbeit, ist auf zermürbende Weise identitätsstiftend.
Die Hinterfragung der Sprache, der ich mich bediene, und ihrer Regeln, ergibt:
Ich wäre nicht ermordet worden, ich bin ermordet worden.
Ich erinnere mich an die sperrigen Unterweisungen meiner Deutschprofessorin vor Jahrzehnten, deren gequälte Seele ich eines Tages erkannte, worauf das Harte von ihr abfiel wie ein gelöster Panzer.
Ich versuche, nicht achtlos umzugehen mit dieser Sprache, jedoch zugunsten einer grenzüberschreitenden, vieldeutigen Weise der Betrachtung, in der bestimmte Fehlleistungen zum Vorteil von Inhalt und Rhythmus vernachlässigt und als dem Menschen anhaftende Neigung nicht weiter kritisiert werden können.
Ich schätze ein kunstfertiges Geschrammel an verstärkten Gitarren, bei dem kleine Fehlgriffe, Unstimmigkeiten, durch elektroakustische Effekte und Überlagerungen von Magnetfeldern ausgeglichen werden und im Zuhörer zu einem phänomenalen Klangerlebnis führen.
Was gestern in mein Bewußtsein drang:
Das Lichtbogentriebwerk.
Der Heilige Gral.
Frau Danielles Busen.
Am 1. November 2005 bestimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum jährlichen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, die während des Zweiten Weltkrieges von den Nationalsozialisten begangen wurden.
Am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York werden vom 17. bis 31. Januar eine Reihe von Veranstaltungen anlässlich dieses Tages abgehalten.
Eine solche Veranstaltung findet auch am 25. Jänner 2008 im Vienna International Center statt.
Bei dieser Veranstaltung zollen die Vereinten Nationen Tribut an die Opfer des Holocaust und wollen damit die Zivilgesellschaft für die Holocaust-Erinnerung und Aufklärung mobilisieren, um Bewusstsein zu bilden und eine Wiederholung der Verbrechen des Völkermordes zu verhindern.
Bei der Gedenkveranstaltung werden verschiedene Ausstellungen eröffnet, unter anderem eine Reproduktion von Postkartenzeichnungen des Holocaust-Opfers Karl Schafranek.
Die Zeichnungen entstanden in einem Arbeitslager in Eisenerz in der Steiermark im Jahr 1940 und wurden danach aus dem Lager geschmuggelt.
Bei dieser Veranstaltung werden sie zum ersten Mal öffentlich gezeigt.
Der Künstler wurde 1944 im Konzentrationslager Belzec in Polen ermordet.
Ich sah am Abend wieder fern.
Die Truthahn-Probe.
Auf dem Weg in den Einkaufsmarkt heftete sich eine blonde Schönheit, die ein Kinderwägelchen vor sich herschob, beinah an meine Fersen.
Die Dame sah aus wie Frau von Luderich, meiner steiermärkischen Schwester beste Freundin und Beraterin, nur weniger vom Spumante aufgedunsen und ein paar Jahre jünger, vielleicht.
Ich nahm diese Dame schon mehrmals wahr, einmal hat sie sich, als ich gerade das Brieffach entleerte, vor mir in den Aufzug gestürzt und entflog – um Rock und Gestrümpf zu entlüften, denn es stank, als ich danach den Lift betrat, nach dem eben ausgeblasenen Gas einer heftigen Reaktion von x mol Tresznjewskys pikantem Curry-Ei mit einem entsprechenden Volumen Schaumwein.
Es war mir damals schwergefallen, gleichzeitig die Luft anzuhalten und loszulachen, weil ich mir vorstellen mußte, wie dieser Akt menschlicher Erleichterung wohl ausgesehen hat.
Diese Dame rollte das Kinderwägelchen hinter mir in den Discountermarkt und wartete, während ich noch hinten vor den Fächern mit unterschiedlichen Semmeln stand und mich am Kopfe kratzte, bereits vorne an der Kasse, um mir dort einen kühnen und triumphierenden Blick von wagnerianischem Pathos zuzuwerfen, den ich von der Ahnung her mit der jüngsten Zerstörung meines Personalcomputers in Zusammenhang setzte, der meine Kommunikation mit der Außenwelt beinahe völlig zum Erliegen gebracht hätte.
Dieser Blick sah aus, als wollte sie sich zum großen Bild der Märe von der Überlegenheit der dem Lebensborn entschlüpften Kinder und Kindeskinder eine frisch polierte Krone aus massivem Gold aufsetzen.
Wer immer die kleine schattige Wohnung mittels Nachsperre in unserer Abwesenheit betritt, hat bei der Zerstörung der guten Blechmaschine, die ich hegte und pflegte fast wie die Pflanzen in Töpfen und unser liebes Katzenvolk, wieder einmal gute Arbeit geleistet, denn es ist nicht bloß die Festplatte kaputt, die unbekannten Täter hatten acht gegeben, mit pfiffigem Knowhow jede einzelne Komponente zu korrumpieren, so daß nichts, überhaupt gar nichts mehr funktionierte.
Ich beziffere den Schaden mit € 700,- an Ersatz ist vorerst nicht zu denken.
Ich phantasierte weiter, als die wunderschöne Dame, das güldene Haar von nordischer Aurora umspült, eleganten Trittes ihr Wägelein ins Dunkel des Abends hinausgerollt hatte, daß sich in diesem wohl kein Kind, sondern nur ein gerupfter Truthahn befunden haben könnte, weil eine Psychologin aus Leidenschaft und deutschtumem Blut ein Experiment mit mir wagte – mit Zutaten aus meiner Kleinkunst extrahiert – da ich schon wieder vom Kindlein, welches aus dem Fenster fliegt, geschrieben hatte – noch dazu auf Angelsachsisch.
Die Fima Österreichischer Inkasso Service fiel mir ein, deren fordernde Briefe ich inzwischen vor dem Postamt in die Müllablage werfe, zu den Bananenschalen, Dönerresten und vollgerotzten Papiertaschentüchern.
Weiters ein Herr mit verwegenem Blick wie Haider Jörg in der Abendrüstung, und Beinen so athletisch wie jene des Koloss von Rhodos, der mir gelegentlich begegnet und heftig Luft in seine Muskeln bläst, wenn ich an ihm passiere, und der abends zuvor in der Metro meinen Poposch berührte, sodaß ich schon überlegt hatte, ihm ins Gesicht zu schlagen und in den Eiersack, dies jedoch im Gedanken an sonstigen Begleitschutz und den Hintersinn der Provokation unterließ.
Vielleicht will sich die Firma ÖIS am Beispiel der Beugung meiner Geringfügigkeit einen Namen verdienen, obwohl ich eher glaube, sie wird in der Bedeutungslosigkeit versinken, weil es sich bei solchem Treiben um Kriminelles handelt und den Versuch der Schutzgelderpressung.
Die Menschen, auch wenn sie ängstlich sind in diesen Zeiten – lassen sich doch nicht von allen in die Beinkleider greifen, die dahergehüpft kommen und mit sämtlichen Mündern quakend forsch behaupten, sie hätten Geld zu bekommen.
Man wird sehen, wie sich die Sache entwickelt, Herr Minister.
Endstation
Rechen im Kopf.
Ich glaube, ich habe diesen Kerl mal gesehen.
Es könnte im November gewesen sein, es war schon ziemlich kalt.
Ich fuhr eher am Morgen mit der U4 Richtung Spittelau.
Ich dachte noch, der erinnert mich an einen Kabarettisten – und reminiszierte einen bekannten Sketch in der Bim.
Dümpelte derweil weg im Halbschlaf, mir schräg gegenüber, wie auf der Kloschüssel eingeschlafen.
Sah aus wie ein Bursch vom Lande, der Samstagnacht übriggeblieben ist.
War eher schlampig angezogen, die Jeanshose hing am Hintern durch.
Dünne Oberbekleidung. T-Shirt. Blouson mit Aufdruck. Irgendeine Marke. Unscheinbar. Beinahe bieder.
Wahrscheinlich einer von den vielen aus pseudosozialen Erwägungen mit Morphin sowie abgelaufenen Medikamenten abgefüllten Jugendlichen.
Ich stellte mir vor, der hätte sich gerade seine Substitutionsmedizin in der Apotheke geholt und fährt nun zur Omama Kuchen schnorren und ein paar alte 25-er stehlen.
Ich denke, der stieg aus … Gussenbauergasse.
Einer der Menschen, denen man das Leben – gewiss aus therapeutischen Gründen – nicht ein bisschen leichter, sondern noch viel schwerer gemacht hat.
Dachte ich damals.
Save Billies Bones.
Achieve a PIEBOPS keymaster engineer degree.
Let me proudly present our new invention, the PIEBOPS system.
A fresh breeze of air for the unemployed social worker.
Get on your own two feet again.
Become an infantile parachute emergency backbag overall protection suit system engineer for kids considered to be in social crash danger.
The Infantile emergency parachute backbag overall suit can easily be dressed and fastened on little children, especially for such out of socially unstable families, and may be only unlocked using a special security key.
Once the official window security seal is violently opened and the kids flying curve abrupts towards gravity, a sensor reacts, the release unit ignites and the polyethylene overall airbagsuit selfinflates instantly to puffer the landing, while the parachute opens within microseconds – saving little Billies bones, gently floating him down to the passway – and shelters coincidently passing by pedestrians heads as well.
Instead of having his multiple body bone injuries pushed around in an expensive hightech wheelchair on public bill, messing around with his painkilling medication, and ending up early in a home for the disabled, he might stay healthy forever and may even start a successful base jumper carreer.
Do not waste your pretious time on downgrading your chances as a successless subway investigation freelancer.
Take over new responsiblities and actively help protect our societies very young blood.
Sattle ’round and become an independent PIEBOPS system keymaster engineer.
Give us a free call.
Now.
Scary Tendencies
Ferrule exorcism and the Circus of the last chance.
What happens here to young people, who do not bow and silence, is the inquisition, the multiple torture, the witchprobe and attempts of exorcism, until they hopefully break.
All this takes place in a fogged, undercovered way, excluding any evidence for the benefit of the secret defendent.
A comparable modern variation of this ancient traditions is known as the Circus of the last chance and they perform it on people who have never been given chances to grow up on their own.
Once having survived the „It’s your very last chance“- probe with the head in the grip of ferrules, one has to forever remain on a secret list – and later attempts to escape will end up in the same repeating exam.
That is why so many people become sooner or later insane.
Arigona frech.
Ich gebe Herrn Rainer teilweise recht, pflichte ihm aber nicht bei. (*)
Die medienwirksame symbolische Scheinadoption des bekanntesten kosovarischen Mädchens hat gegen Ende des vergangenen Jahres dazu beigetragen, Österreichs Blick auf das Elend der Welt ein bißchen abzulenken.
Aber was ist los mit Arigona Zogaj?
Nimmt sie wirklich so schmutzige Wörter wie „Geil“, „Ficken“ und „Wichser“ in den Mund?
Raucht sie Zigaretten, hat sie am Wochenende einen Schwips gehabt, Marihuana und Mitsubishi probiert, ist sie ihren Schulkolleginnen um sexuelle Erfahrungen voraus?
Arigona ist ein hübsches Mädchen, aber in ein Kloster gehen mag sie nicht?
Ihr fotogenes Honigmäulchen hat bereits Anlaß zu Überlegungen gegeben, ob sie, um ihr Taschengeld aufzubessern, nicht schon als Nackedei vor Kameras Modell gestanden wäre, vielleicht sogar ein scharfes Filmchen abgedreht hätte.
Solches konnte ihr, trotz eines knochenharten Sondereinsatzes von Mit- und Zuarbeitern des Innenministeriums, nicht nachgewiesen werden.
Arigona weiß, daß prominente SympathisanInnen zu ihr gestanden sind, sie hat noch das katholische Lager – bis Ende des Schuljahres – auf ihrer Seite, und gibt sich in einer Situation der zunehmenden Angst und Verunsicherung lieber frech und zuversichtlich – als bettelnd und unterwürfig.
Wenn sie nicht gerade rehäugig für Fernsehen und Presse posiert, soll sie auch schon wütend aufgestampft und wild herumgeschrien haben, bis ihre Lieblingsfeindinnen sich heulend bei Eltern und Lehrern beklagt hätten:
„Wir haben vor der Zogaj solche Angst!“
Arigona muß die Pflichtschule nicht vorzeitig verlassen, aber ein Leben, das entgleisen könnte, soll sie doch besser im Kosovo führen.
Dort sei es sicher wie in Österreich, meint Herr Rainer.
Unten im Kosovo ist es anders als in Österreich.
Das Leben im Kosovo, weit außen am Rande Europas, ist von bürgerkriegähnlichen Meinungsverschiedenheiten nationalistischer Gruppen gezeichnet, die leicht zu handfesten Auseinandersetzungen entflammbar sind – es herrschen Willkür von Behörden und Bandenunwesen.
Um im Kosovo überhaupt in einiger Ruhe leben zu können, muß man Schutz seitens jener Gruppen genießen – den haben Zogajs nicht, denn die sind Außenseiter und haben Schulden.
Um im Kosovo existieren zu können, muß man mit Euro bezahlen können – aber kaum jemand bekommt im Kosovo eine richtige Arbeit.
Um an Geld zu kommen, kann man zweifelhafte Jobs annehmen – oder muß sein Glück woanders versuchen.
Die sozialen Strukturen im Kosovo ähneln für zehntausende Menschen jenen des Mittelalters – und dorthin will Arigona nicht verwunschen werden.
Mit Österreich als Asylland hat es sich ihre Familie legal verscherzt – das hätten sich die erwachsenen Zogajs vorher überlegen können.
Arigona hat zu außergewöhnlichen Mitteln gegriffen, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen – wer sie dazu ermuntert hat, würden manche lieber verhüllt wissen – jedenfalls hat sie einen gewissen Erfolg gehabt.
Tatsache ist weiters, sie hat österreichische Schulen besucht – und könnte, dank ihres Publicity-Bonus, auch eine interessante Ausbildung finden.
Sie könnte ein wenig Geld sparen – und die ganze Welt steht ihr offen.
Arigona Zogaj könnte, gültige Papiere vorausgesetzt, nach Australien gehen, nach Brasilien, nach China – wohin auch immer.
Es steht uns nicht an, ihr schlechte Prognosen zu stellen und sie im nächsten Sommer nach Hause zu schicken, weil sie eine freche Rotzpippen ist, und für sie nach keiner Lösung suchen, weil es Menschen mit schlimmeren Schicksalen gibt, für die auch keine Ausnahmen möglich sind.
Wir wollen sie nicht aus disziplinären Gründen des Landes verweisen, indem wir sagen, den armen Kindern in der dritten Welt geht es noch viel, viel schlechter.
Den Menschen aus blutgetränkten afrikanischen Ländern kann bei den herrschenden Asylgesetzen und unserer Behördenmentalität so oder so nur schwer geholfen werden.
Aber das ist ein anderes Kapitel.
Selbstverständlich soll Arigona eine Lehre absolvieren und weiterbildende Schulen besuchen können, ohne daß man ihr Ruten ins Fenster stellt.
Die Verantwortung Österreichs läßt sich nicht mehr trennen von der Beteiligung jener, welche die Öffentlichkeitsarbeit angezettelt und unterstützt haben.
Ich wollte sinngemäß schließen mit:
Zum Glück hat sie jetzt einen netten Paten.
Der letzte Satz gefiel mir nicht.
(*) „Wenn Arigona ein Nigerianer wäre …“ – Leitartikel von Christian Rainer im Profil vom 24.12.2007. Ich habe den Artikel erst 2008 gelesen. Ich glaube, es ist wichtig, die Geschichte nicht im alten Jahr vergessen zu haben.
Jesus Alzheimer.
Der Vizekanzler – Flagellant oder armer Hund?
Bei in zunehmendem Maße auffälligen Versuchen, mangelnde Kompetenz hinter löchrigen Konstrukten aus nächstliegenden Satzmodulen verheimlichen zu wollen, könnte es sich um Anzeichen eines frühen Stadiums einer Krankeit vom Typ Morbus Alzheimer handeln.
Es wäre möglich, daß die Symptomatik Freunden und Kollegen des Finanzministers schon viel länger aufgefallen ist, jedoch es – menschlich verständlich – ziemlich schwer fallen könnte, Minister Willi von der Sinnlosigkeit solchen Aufbegehrens gegen das Schicksal überzeugen zu versuchen.
Andererseits wäre auch möglich, daß jemand mit dem Mitleidsfaktor kalkuliert:
Wie erniedrigend es ist, den Justament wider besseres Wissen geben zu müssen, regt Willi nicht mehr auf.
Es tut ihm nicht mehr weh, wenn er über die Schulter vernehmen muß: „O-ho. Der Willi hat schon wieder das Datum dem Budgetdefizit angerechnet.“
Es regt ist ihm egal, wenn österreichische Kinder, die lärmend um ihn herumtollen, rufen: „Fau-ler Wil-li! Pa-ter Pro-mil-li!“
Er sitzt in Demut stille, derweil große Infusionen Vitamin in seine Armbeuge tropfen, um ihn für den nächsten Fernsehauftritt fit zu machen, und denkt nur leidvoll an die Folter der alten Chinesen.
Der Willi, ein guter Knecht vor den anderen Herren, schleppt brav sein Kreuz aus schwerem Eichenholz den steilen Kalvarienberg hinauf.
In dieser Rolle tut er sich wenig Gutes, und gibt auch niemandem ein gutes Vorbild ab.
Es lohnt sich nicht, als Märtyrer sein Leben in der Politik zu lassen.
Eine Ministermuse.
Mag. Zauchenseer war stolz auf sein Kanonenrohr.
Die Ministermuse weiß sich gut zu verkaufen.
Abgeordnete und hochrangige Beamte zu ihrem Freundeskreis zu zählen, macht sie groß.
Sie ist eine Lebedame und Informantin vieler Auftraggeber.
Selbst wenn sie nicht auf ausdrückliches Geheiß agiert, so doch im Sinne von Leuten, deren Theorien von erfolgreicher Selbstvermarktung sie beeindruckt und geprägt haben.
Sie vergibt ihre Gunst gegen … amikale Hilfeleistungen.
Sie sucht sich ihre Freunde aus – deren Möglichkeiten und Schwächen sie mit zu Schlitzen verengtem Blick millimetergenau einzuschätzen weiß.
Sie entdeckt von weitem Männer, für die eine hemmungslose Gespielin ein Statussymbol sein könnte.
Sie lernt genau jene kennen, zu deren Ehrgeiz es zählt, nicht nur ein zurückhaltendes Eheteil mit hübschen und intelligenten Kindern haben zu wollen, sondern auch ein herzeigbares Modell aus purer Leidenschaft.
Sie verlangt nicht Geld, auch wenn sie sich welches zustecken läßt.
Als Tänzerin und Schauspielerin hätte sie gearbeitet – nur um ihr Studium zu finanzieren.
Sie sei im Grunde sehr konservativ.
Sie beschreibt in leicht faßbaren Bildern aus einer Vergangenheit, bis diese missliche Gegenwart, in der sie wie gefangen sei, sich von selber zu erklären scheint.
Dazu erzählt sie mit ergreifender Empörung von schlechter Behandlung, die ihr von anderen Männern widerfahren wäre.
Sie sagt: „Ich brauche eine große Wohnung. Ich habe immer in großen Wohnungen gelebt.“
Sie wird für diese lässige Äußerung keine große Wohnung geschenkt bekommen, aber sie kann sich darauf verlassen, dass ihr neuer Freund und Gönner dafür sorgen wird, dass sich bald eine gemäße Unterkunft in passender Lage für sie findet – verfügt er doch über die allerbesten Beziehungen.
An der Miete werde es nicht scheitern, das könne er ihr ebenfalls versichern.
Sie ist eine belesene Hochstaplerin, die Männer, welche kraft ihres Amtes Möglichkeiten haben, gut zu manipulieren weiß.
Sie ist eine pfiffige Psychologin aus Erfahrung.
Sie weiß, dass die wahre Befriedigung eines ehrgeizigen Mannes nicht allein dessen lustvolle geschlechtliche Auslastung, sondern vor allem das gekonnte Aufpolieren seiner Eitelkeit bedeutet.
Ihr jüngst beflügelter Freund glaubt sich geheilt von seinen Depressionen, und allen beruflichen Herausforderungen und Hürden gewachsen, selbst die Einkehr in die Vorhölle seines Familienlebens jagt ihm keine Angst mehr ein, sobald er davon überzeugt ist, im fortgeschrittenen Alter die Richtige gefunden zu haben, die, für die es sich lohnte, alles auf sich zu nehmen, was ohne Anfeuerung, ohne Droge, nicht mehr zu bewältigen wäre.
Die Ministermuse konnte sich entspannt die Nägel lackieren.