Vom Strafmonopol eines Vaters: Schießbefehle, Giftterror und Blutschande in Pröll-Country.
Väter sind nicht unantastbar.
Niemand muß Väter und Mütter vor Kritik bewahren und vor Strafverfolgung schützen, weil eines von zehn katholischen Geboten zur Unterdrückung dies nicht verlangt.
Eltern behandeln ihren Nachwuchs viel öfter falsch und schlecht als jene wahrhaben wollen, denen aufmerksame und liebevolle Behandlung zuteil geworden ist.
Die Vorstellung, dass es sich bei Kindern um Leibeigene handelt, ist nach wie vor tief in unserer Gesellschaft verwurzelt.
Je konservativer und undurchleuchtbar stuhlkatholisch die Wertenenner, desto größer der Anspruch auf totalitäre Herrschaft über die Generation der Nachkommen.
In den Augen der Amstettener Bevölkerung war der Liegenschaftsverwalter Josef F. ein Mann, der Angst zu verbreiten wusste, ein eigenhändig schaufelwuchtender, wändestemmender Bauaufseherpatriarch der harten Schule, an dessen schnaubend zur Schau getragener Autorität niemand zu zweifeln wagte.
Kein echtes Wunder im Land des Megabölkmanns LH Pröll, der einst einen mit leiser Ironie soziale Ungerechtigkeit anklagenden Dorfpfarrer zur Sau machte, dass die Besucher einer Messe bis ins Mark erschauerten, und in der Folge zu beängstigender Größe anwuchs, wie alle Passanten der Wiener Tangente in diesem Jahr bestätigen können.
Josef F. ist die aktuelle der stets nachwuchernden furchteinflößenden Gesichtsmasken der weniger erfreulichen österreichischen Zeitgeschichte, gestürzter dominierender Protagonist einer aufrichtig gebückten Geisteshaltung, gegen dessen Herrschaft niemand Widerspruch einlegte, weil die Leute Angst vor ihm hatten.
Jemand, der eine schreckliche, zynische Strafe über die eigene Tochter verhängte, weil sie nicht funktioniert hat.
Knaben und Mädchen, die nicht nach den Vorstellungen der Eltern gedeihen – wobei die Frau dem Mann machtlos zu Füßen liegen hat – werden in einer vorgeblich die guten Werte erhaltenden, kleinkariert rustikal-suburban verhängten Gesellschaft brutal nach hinten gereiht.
Wer vom Vater nicht zum Meister auserkoren wurde, hat in dieser harthölzernen Welt als Geselle zu funktionieren oder muß gnadenlos zum Knecht geprügelt werden, wenn das öffentlich verbürgte Zurverfügungstellen einer zweiten Chance im Leben keine Früchte trägt.
Diese zur Tugend umgestülpte Ausflucht wird überall dort proklamiert, wo die Erziehungsfehler der Eltern deren guten Willen überwogen, ihre Kinder bei Gesundheit und guter Laune in ein Leben in Freiheit zu entlassen, und niemand hat noch an diesem ungeschriebenen Gesetz zu rütteln gewagt, je eichenstämmiger und hammereisener eine Regierung den Ton angab.
Josef F., der Großinzestor, nahm sich das Recht, seine 18-jährige Tochter, die er seit ihrem zwölften Lebensjahr sexuell mißbraucht hatte, in ein Verlies zu sperren und zu seinem sadistischen Gaudium als Eigentum zu halten, weil Töchter in den Augen solcher Menschen weniger als nichts wert sind, wenn sie etwa zuerst in der Schule versagen und sich danach gegen einen bestimmten Heiratsvorschlag wehren.
Daß in diesem Fall Kinder gezeugt wurden, ist als regelmäßig besiegeltes Zeichen der Macht des Josef F., seiner Überlegenheit und Verachtung dem missratenen Kind und der unterlegenen Frau gegenüber zu verstehen – der Mutter, die in der Vorstellungswelt jenes Mannes alleine Schuld am Nichtgedeihen der eigenen Aussaat trägt.
„Sieben hätten es sein sollen.“
Wahrscheinlich wüssten mehr Menschen als bisher angenommen von merkwürdigen Geschehnissen, von Ahnungen und Beobachtungen zu erzählen, als ihre Angst es zulässt, in einem Land, in dem der schwer verantwortungsbeladene LH Erwin Pröll, dessen Haus dem des Amstettener Inzest-Fürsten im Fernsehen ziemlich ähnlich schien, bei den niederösterreichischen Landtagswahlen im Namen der ÖVP ganz Österreich auf das Fürchterlichste verbellte.
So groß und laut ist sonst kein Landeshauptmann in Österreich, und wenn er zähnefletschend an der Kette reißt wie der Hund von Baskerville, sollte man davon ausgehen können, dass Niederösterreich das kriminalstatistisch sicherste Bundesland Österreichs wäre, doch ereignen sich gerade dort die meisten mysteriösen Verbrechen.
Der Bürgermeister von Spitz wurde mit Strychnin vergiftet und dem mutmaßlichen Täter wird mit großer Wahrscheinlichkeit nichts nachzuweisen sein, zudem ursprünglich ein geschickt eingefädelter und ins Leere entschnürender Auftragsmord geplant gewesen sein könnte.
Stellt sich heraus, dass der Fall Kampusch nicht die Spitze des unsichtbaren Eispanzers gewesen ist, unter dessen Gewicht ganz Europa ächzt, werden Kerzen angezündet wie bei einer Totenmesse, zum Zeichen des Mitleides mit verletzten Menschen, die in Informationsquarantäne leben müssen, um nicht von ehrgeizigen Journalisten zerfleischt zu werden.
Ich stelle mir vor, dass in diesem Meer von kleinen Flammen auch die Stimmen der ängstlichen, zurückhaltenden, aber gutherzigen Menschen im Lande lichtern, die dem falschen Pack Regierungswütiger, unter denen solches geschehen kann, heimleuchten wollen.
Man wird sich in absehbarer Zeit wundern, wie im Hintergrund wieder eifrigst vertuscht worden ist, während vorne spektakulär aufgeklärt wurde.
Strengste Sicherheitsvorkehrungen für die Fußball-EM.
Derzeit wimmelt es in unmittelbarer Umgebung unserer Wohnstatt von Freunden der Polizei und sonstigen privaten ErmittlerInnen, und es fällt mir nicht schwer, den Zusammenhang mit dem laufenden Untersuchungsausschuß im Parlament zu durchschauen.
Vermehrt werde ich unauffällig zu Einkäufen begleitet, mein gar nicht mehr so neues Fahrrad wurde akribisch einfotografiert, und eine Strichliste wird umso länger, je öfter ich beim Ausländer
(Aycan beim Mexikoplatz) einkaufe.
Unlängst riet ich einer Dame, deren Gesicht ich schon auswendig zeichnen könnte, sie könnte sich ein Blaulicht mit einem Gummizug aufs Haupt schnallen und ein Signalhorn im Mund halten, wenn sie mit ihrem Veloziped Streife strampelt.
Seither ist die Überwachung noch straffer geworden.
Der Arbeitsunfähigkeits-Hausarrest muß haftgleich spürbar sein.
Was man damit erreichen will, weiß ich nicht ganz genau, aber ich nehme an, daß ich eine Sündenbock-Mission zu erfüllen habe, dass ich zu einem Teil für das fast schon wieder in Vergessenheit geratene Projekt Platterwatch des grünen Abgeordneten Peter Pilz ausgewichst werde, weil ich die Seite eine Zeitlang auf del.icio.us gebookmarkt hatte, zu einem anderen gibt es in diesem Quadrant der Stadt zu wenig gefährliche Linke – und davon abgesehen genügt das Gerücht eines wohlverschwiegenen Zundes aus dem Jahr 2006, wonach ich der Mörder des quicklebendigen Frl. Kampusch gewesen sein hätte sollen, um endgültig von einer von mir einst zur Anzeige gebrachten kriminellen Handlung abzulenken.
Woher der Zund kam, war wohl jedermann bekannt,
Davon abgesehen gelte ich als Erwähner von Drogen im Internet, in dessen Texten sich auch besorgniserregende Wörter wie Satan und Teufel häufen und hilflose winzigkleine Säuglinge über dem Kopfe geschwungen werden, als massiv absturzgefährdet.
Ferner hätte ich Schulden wie ein Stabsoffizier, von denen mir zwar nichts bekannt ist, aber wenn es einmal jemand gesagt hat, wird schon was Wahres dransein, odr?
Die Überwachung würde also meiner eigenen Sicherheit dienen, könnte – umgekehrt – behauptet werden.
Als Mieter in einem Haus zu leben, indem zu später Nacht in dunkle Umhänge gehüllte Trullen in dicken Socken mit winzigen Taschenlampen durch Korridore schleichen, mit witternden Nüstern an Türen lauschen und Wohneinheiten zum Quadratmeterpreis von zehn Euro aufwärts ohne großen Aufwand auch tagsüber nachgesperrt werden können, wie in einer schäbigen Fremdenpension, ist entwürdigend und nervenzermürbend, aber hier richtet mich die liebste Ehefrau jederzeit wieder auf, indem sie mich darauf hinweist, dass wir haushaltsversichert sind.
„Gott sprach: Es ist nicht gut, dass der Mann allein sein, nahm von Adam eine Rippe und schuf daraus Eva, seine Frau.“
Gut gemacht.
Während im Herzen einer in unendlicher Farbenpracht ionisierenden Plasmakemenate weit draussen, eingebettet ins schillernde Perlmutt für Augenblicke geöffneter Schalen, Kräfte einander lösen, die wir nicht verstehen, obgleich vor unermesslich langer Zeit wir demselben Wesen entstiegen.
Der Pratervorplatz beginnt auszusehen, wie sich der Rotlicht-Toni Unterhaltung für die ganze Familie vorstellt, während er sich die Hornhaut von den Fußsohlen schabeln und das Haarteil aufföhnen lässt.
Was könnte einem zum anachronistischen Werbeplakat der „Travnicek-Reisen“ mit fauchendem Santa-Fu-Express anderes einfallen als „Wann mi des Reisebüro ned vermittelt hätt’ ?“
Ist das der Charme der Schildermaler-Nostalgie?
Falls man vom ausdauernden Trunk geschwächt wäre, wollte man angesichts der starken Unschärfe der Pointe laut auflachen.
„Geht’s hier vom Nordbahnhof nach Kentucky? Oder dort entlang?“
Anderen drängt sich der Verdacht auf, dass das verbliebene Flair des Wurstelpraters nicht erst beim Admiral-Casino, sondern bereits am Eingang aufhört.
Es beginnt dort auszusehen wie in der PS-Pampa zwischen Fürstenfeld, Jennersdorf und Oberwart, wo Tempel der waschbaren, aber hintergründigen Musen aus Silikon, Latex und PU-Schaum, Dünnblech und Walkloden, aus dem vergifteten Boden wuchern, inmitten auslichtender Wälder voller Brechreiz hervorrufende Schwämme und verwilderter Kampfhunde.
Es gibt Orte und Örtchen, wo am Sonntag die Blase Vater, Mutter und Kinderlein ein Schmankerl jausnen, ein kreatives Glaserl genießen oder sich über die Gasse ein knuspriges goldbraunes Henderl einpacken lassen kann – während der Pappa unter der Woche dieselbe Örtlichkeit durch einen anderen Eingang betritt, damit er sich an der Bar hochprozentig ausweinen oder im Gemach der Herzensdame des Abends einmal ordentlich die Eier ausludeln darf.
Hier dräut hinter einem Alpenexpress-Designer-Outlet brachiales Luna-Park-Entertainment mit ein paar Spritzern Reeperbahn auf neueuropäisch-zeitgenössischem Niveau, da kommen jene, denen es nicht gefällt, wahrscheinlich nicht mit und werden auch gar nicht mehr gefragt.
Doch könnte man sich selber die Frage stellen, woher die bewundernswerten computergesteuerten hydropneumatischen Hammer-Hebel-Fliehkraftmaschinen im Herzen des Vergnügungsparks stammen, die zahlungskräftiges Publikum mittels Adrenalinfreisetzung zum Jauchzen bringen.
Aber am Pratereingang gibt es auch andere neue Amusements, etwa eine Volksbühne, wie es sie – ähnlich – auch auf einer anderen Seite der Stadt immer gegeben hat, und unter einer Leitung, die sich ihres Kulturauftrages – hoffnungsvoll – bewusst ist.
Und wer es lehrreich und seriös vorzieht, kann auch in den ersten Bezirk ausweichen, eines der zahlreichen Wiener Museen aufsuchen oder in den Lainzer Tiergarten oder nach Schönbrunn fahren, falls man mehr über die Welt, ihre Bewohner und sich selber erfahren will.
Zunehmend gewinnt man den Eindruck, dass den österreichischen Stadt- und Landvätern bereits Angebote gemacht werden, die sie nicht mehr abschlagen können.
Ich meine damit nicht den Wiener Bürgermeister, der zu den Leuten von Amt und Würde gehört, der seine Sache so sehr gut macht, dass man ihm ohne weiteres noch ein paar Plus dazuschreiben möchte.
Andererseits müßte man sich heftig Sorgen machen, was alles auf uns zukommen mag, die Straße entlang.
Sozialdemokraten sind kurzsichtig und kleinkariert.
Nicht alle, aber manche.
Zu viel wird im kleinen Salon genörgelt und gemosert, herumgeargwöhnt, was keines Gähnens wert wäre.
Sozialdemokraten haben Feindbilder, wie man sie nur in anderen Gesinnungsgemeinschaften vermuten würde.
Grimmig schwelen Eifersucht und Schlüsselneid, und das Blech der eigenen Karosse wird mit dem Stemmeisen gehämmert, bis der letzte Schorf Farbe abblättert und Löcher klaffen, Durchreichen zu anderen Partien, Sabotage, groß wie die Bröselfetzen im Grenzland.
Der kleinste freiwillige Beitrag wird mit größtem Mißtrauen durch die Gemmenlupe untersucht, ob daran nicht was schlechtzumachen wäre.
Ich trage etwas bei für die Volkshilfe, was mir keinen Ertrag verschafft, von ein paar Münzen Trinkgeld abgesehen, die mir der eine oder andere TeilnehmerIn schon eigenhändig ins Sakko schob, angesichts meiner biederen Bravheit, jeden Euro Mehrbetrag selbstverständlich zu den Kurseinnahmen zu schreiben.
Nichts begehrte ich von der Sozialdemokratischen Partei, außer, daß sie ihrem Namen gerecht würde, doch sobald ich darauf hinweise, mein Beitrag sei Basisarbeit, weil auf dem Vereinslokal nicht nur Volkshilfe, sondern auch SPÖ draufsteht, heißt es von einer anderen Seite, bei uns beginnt Basisarbeit in den Betrieben, am Arbeitsplatz, und ein Invalidenrentner meines Alters, den man auch feiste spottet, Kugeln in der Backe auszutragen, würde kein gutes Beispiel abgeben.
Das erinnert mich an die Pfadfinder vom Fähnlein Fuchsbau, wo vom großen Generalfeldobrist bis zum kleinen Wimpelträger alle vom lieben Gott geleckt und gescheitelt und vom Pfarrer gesegnet sein mussten – obwohl man nicht die Katholische Jungschar war.
Dennoch konnte auf den auf den Heiligen Georg verwiesen werden, einen Helden im Harnisch mit dem Kreuz auf der Brust, der Drachen aufspießte und ihnen die feuerzüngelnden Köpfe abschlug.
Mein kleines Ehrenamt dient nicht der Politik der Partei, sondern der karitativen Volkshilfe und der Bildung von Senioren – ein Benachteiligter unterstützt Benachteiligte – wovon die Partei insofern profitiert, dass auf den Mauspads SPÖ draufsteht.
Man macht etwas, was sonst keiner macht, und schafft, was der Macht zu schaffen macht.
Und ist drinnen in den Mühlen eines lokalpolitischen Kleinbühnenpatriotismus, woran man drehen könnte von früh bis spät, ohne dass jemals Frieden würde.
Die konjunktivistische Gleichung: „Würde der nicht Invaliditätspension beziehen, wäre der Sozialhilfeempfänger“ – stimmt nicht.
Eine solche Argumentation stimmt mich traurig.
Da fühle ich mich mißbraucht.
Von der ökosozialen Marktwirtschaft zur ganz normalen österreichischen Familienzerfleischung.
Ich kann unsere Wohnung nicht verlassen.
Verschwinde ich länger als für zwei, drei Minuten Müllentsorgung, etwa zum Einkaufen, sperrt ruckzuck jemand auf, schaltet den Computer ein oder aus, deprogrammiert – tipp, klick – die Fernbedienung („Ich war wieder da-a!“) oder es verschwindet etwas Interessantes, etwa eine Syringe zum Bemessen eines Katzenmedikaments, die vorher noch auf dem Tisch lag.
Das Mittel heisst Metacam.
Ich glaube kaum, daß man es missbrauchen kann, vom Standpunkt meines pharmakologischen Wissens nicht.
Es ist kein Opiod oder Katzen-Methadon, sondern ein entzündungshemmendes, nonsteroides Analgetikum für Canidae und Felinae.
Eine andere Katze hat eine Magenkrankheit und bekommt ein Magengel, eine weiße milchige Flüssigkeit, die wir ebenfalls mittels Syringen verabreichen.
Solche Syringen liegen bei uns herum – könnte der geheimnissvolle Aufsperrer sagen, der möglicherweise mitunter blond ist und aussieht wie Frau Lothrich, meiner Schwester beste Freundin – mit gespenstischem Unterton, zu meiner greisen Mutter in Graz:
„Spritzen mit weissen Rückständen drin – weiß wie der Schnee auf dem Schneeberg.“
Dies müsste auch der Kontaktfrau bei der Polizei mitgeteilt werden, rucki-zucki-SMS.
Frau Lothrich ist die Schattenfrau meiner Schwester, schon seit Kindertagen.
Früh ist ihr der Mund an die Seite gewachsen.
Sie legt meiner Schwester die Hand eisern auf die Schulter und berät sie in allen Lebenslagen, so hat sie ihr schon vor vielen Jahren empfohlen, sich einen – befreundeten – Detektiv zu nehmen und seither wird gegen den Bruderteufel privat ermittelt, was das Zeug hält, denn die greise Mutter hat noch irgendwo ein Sparbüchl.
Würde der Bruderteufel straffällig, könnte die alte Mutter ihn enterben, denn als liebe Omama hat heute sie Verantwortung nur mehr für die Enkerlen.
Das hat der Eberhard bestätigt, Eberhard der Rechtsbeistand, der helfen wollte, aber auch bezahlt werden.
Wer hörte oder las nicht die schreckliche Geschichte von Charles Manson, welcher 1968 der zierlichen Schauspielerin Sharon Tate im LSD-Rausch bei lebendigem Leibe das Kind aus dem Bauch schnitt und es an der Nabelschnur, wie ein Cowboy das Lasso, über dem Kopf schwang?
„Satan!“ hätte Manson in Ekstase hochgerufen zum Mond und die Mitglieder seiner Bande, ebenfalls vollgepumpt mit LSD, wären vor dem brennenden Haus der Polanskis wie die Irren auf- und niedergesprungen, und hätten in trunkener Trance, mit blutverschmierten Mäulern, skandiert: Sa-tan! Sa-tan! Sa-tan!“
Ich weiß nicht, wieviel Geld meine Schwester Frau Lothrich und FreundInnen angeblich schuldig ist und ob es wahr ist, dass man nicht nur die Zauberin Uriella kostenpflichtig befragte, sondern auch einen katholischen Pfarrer den Exorzismus durchführen ließ, aber ich glaube nicht, dass meine Schwester dabei von ihrem Alkoholproblem geheilt worden ist.
Dem Alkohol und seiner die Erkenntnis mindernden Wirkung, sowie Frau Lothrich ist zu verdanken, dass mein Vater, ein an einem Leiden vom Typ Alzheimer erkrankter Mann von über siebzig Jahren, meine Schwester wegen einer sechsstelligen Eurosumme zivilrechtlich verklagen musste, denn dieses Geld, zum Zwecke einer Hausrenovierung durch einen Bausparkredit und eine burgenländische Landesförderung vorgestreckt, sei aus des alten Mannes Gewahrsam verschwunden.
In dieser Situation wäre es schön, auf einen drogensüchtigen Bruder verweisen zu können – so wie damals, als meine Schwester und Frau Lothrich gemeinsam kichernd und schluchzend die Schulbank teilten – über den man zu Gericht gotterbärmlich haareraufend klagen könnte: „Schuld an allem ist nur mein Bru-huder!“
Frau Lothrich ist eine geborene Geschäftsfrau, so wie meine Schwester beinahe eine geworden wäre – wie die legendäre Tant’ Gusti, die einst mit großem Gewinn einen Gemahl zu verkaufen wußte – wäre der Bruderteufel nicht gewesen, und das Schloß Limberg in der Südweststeiermark hätte man erwerben und eine märchenhafte Pflegewelt für alte Menschen mit fetten Sparbüchern daraus machen wollen.
Leider hätten sich einige der von Frau Lothrich listig eingefädelten, hohe Erträge verheissenden Investitionen als Betrügereien anderer herausgestellt, sie wäre selber gelinkt worden, Pech gehabt, das käme in den besten Familien vor, man könne leider nicht immer gewinnen.
So wartet man gemeinsam, bis die alte Mutter stirbt, nimmt seufzend auf die Hoffnung noch einen zur Brust, und gibt sich redlich Mühe, dass wenigstens der Bruder nichts bekommt von dem noch ausstehenden Ersparten.
Der österreichische Finanzminister hat Befindlichkeitsstörungen. Einfache Skizze.
In gleicher Weise, wie es derzeit wieder Mode ist, Linke als altbacken und zurückgeblieben zu bezeichnen und ihnen vorzuwerfen, durch ihre Rückständigkeit den Fortschritt zu behindern, muß sich eine mitte Elite die Unterstellung gefallen lassen, in Wahrheit der alten Rechten vorzustehen, die laut poltert und rumort, um sich genau diesem Vorwurf nicht mehr stellen zu müssen.
Wie schaut die Mitte aus, auf dem Balken Ihrer Waage?
Und auf welche Werte beruft sich der Konservative, wenn man den lieben Herrgott beiseite läßt?
Auf Ich, Ich und Ich und die Beugsamkeit anderer und die Axt im Rutenbund.
Hier altern zwei rivalisierende Gruppen vor sich hin und zehren an ihren Reserven und streiten sich darum wie Zwillinge, denn was nachkommt, ist jünger, mit eigenen Vorstellungen und Idealen – und hätte es bei guter Ausbildung und Erziehung gar nicht notwendig, die Reserven der Alten zu plündern, denn Eifer und Ehrgeiz, Fleiß und gute Ideen schaffen neue Ressourcen und neue Einkommen.
Für manche allzu zäh findet der Generationenwandel statt und das Problem ist nicht ein König, der das Szepter nicht abgeben will, sondern seiner Tausende.
Die Eltern sterben nicht schnell genug, als Menschen herangebildet werden, mit Werten zu spekulieren, über die sie nicht verfügen können.
Jeder sehr gut integrierte Mensch betreibt einen Nebenerwerb: Das Anlegen des wohlverdienten Geldes.
Der Baumeister, der Braumeister, der Fleischermeister, der Allgemeinmediziner, der Weinbauer – wer heute ohne Einsagen richtig investiert, gewinnt viel mehr, als er jemals verbrauchen wird.
Das ist sein Erfolg.
Dabei streiten wir nicht einmal um Taler und Kreutzer, die erst verdient werden müssen, sondern um jene, die zurückgelegt worden sind, genau für jene Zwecke, der sie zur Minute zugeführt werden.
Leider vergehen die Jahre der Ungeduld zwischen Aussaat und Ernte so langsam, daß sich vermehrt böse Denkschulen herausbilden, darauf spezialisiert, nicht selber zu verdienen, sonderen anderen wegzunehmen.
Das Problem im Innern, das ich meine, ist nicht der Invalidenrentner, von dem der Finanzminister im durchnässten Schlafanzug übel unruhig träumt, dass jener wohlgenährt nie mehr im Leben im Schweisse seines Angesichtes hart arbeiten müssen würde, sondern die rasant anwachsende Sektion Erbschleicher, die den Diebstahl zur Tugend machen, die Tunichtgute der eigenen Tracht, die dazustehen wissen wie Schwiegersöhne der ersten Wahl.
Da zwinkern die einen zurück, und andere schlagen zu.
In einem Alter, in dem viele, von harter Arbeit und des Lebens Bürden aufgerieben, ihre Zellen kaum mehr verlassen können, treten unsere Spitzenpolitiker betont agil und lässig ans Rednerpult.
Nicht allen Menschen geht es so gut, auch wenn es uns allen so gut geht wie nie zuvor.
Je höher die durchschnittliche Lebenserwartung, umso mehr Menschen sterben früher an Leiden, die nach wie vor das Leben kosten.
Darüber sollten Sie einmal nachdenken, bevor Sie beim Gedanken an einen lachenden Früpensionisten einen Magen- und Gallenkoller bekommen.
Ihnen geht es in Wahrheit um Animositäten, um grundsätzliche Meinungsunterschiede, auseinanderklaffende Wertvorstellungen und um die Pflege alter Rivalitäten aus Angst, Langeweile und Leidenschaft.
Lösen Sie bitte zum Abschluß folgendes Beispiel:
Während sich auf einer Strecke von x Kilometer Länge ein Mensch mit Windgeschwindigkeit von a nach z treiben lässt, läuft ein anderer so schnell er nur kann von z nach a.
Wann und wo treffen sich die beiden?
Laufen Sie wohl.
Wer hat meine inzwischen verstorbenen Katze Flocky mit einem ätzenden Spray besprüht?
Unter einer Menge von Gegenständen, die während unserer Übersiedlung im Herbst 2003 verschwanden:
Schrammels Fauteuil, schwarzweiß gestreift, Altware; eine Gugelhupf-Backform, Fin-de-Ciècle-Antiquität; zwei Thermostatschränke, Nirosta-Stahl, Spezialanfertigungen („Mikrowellen-Kühlschränke“), zu Handen Fa. DHL, lt. Lieferpapieren im Wert von je ATS 25.000,- ; 1 Midi-Keyboard Yamaha; ca. 50 Stk. Palmers-Poster in Rollen, Sammlerwert; mein Scheckheft von der CA-Creditanstalt, vollständig, blanko.
(Eine bei mehreren Gelegenheiten vorgelegte Bluff-Unterschrift stammte mit großer Wahrscheinlichkeit aus meinem User-Profil beim Liberalen Forum Steiermark, wo sie auf Wunsch der Geschäftsführung 1998 eingescannt worden war.)
Kurz vor Weihnachten 2007 besuchte ich meine Mutter in Graz.
Aus Versehen ließ sie sich schwerfällig schnaufend auf mein Portemonnaie und meinen Schlüsselbund fallen, worauf ich jene vergaß, weil die Gemahlin chauffierte, und ich schon etwas in den Händen hielt, während meine Mutter, eine übergewichtige alte Frau, verkniffene Bauernschläue im greisen Gesicht, mir zum Abschied noch einen Brief zum Aufgeben überreichte.
Am nächsten Tag musste ich zu meinem großen Verdruß erneut nach Graz fahren.
Meine Mutter, die schwerhörig ist, öffnete nicht, obwohl ich sehr lange läutete und mein Eintreffen abzusehen gewesen war.
Ich wendete mich an eine freundliche Nachbarin, die ich seit meiner Kindheit kenne und telefonierte besorgt mit meiner Schwester, die in der südlichen Steiermark wohnt.
Es dauerte ein paar Stunden, bis sich herausstellte, dass Mutter doch zuhause war und angeblich nur fest geschlafen hatte.
Schon hatte ich vermutet, sie wäre gestorben und überlegt, die Türe öffnen zu lassen.
Ich ahnte nicht, dass ihre Klausur so lange gedauert haben könnte, weil gerade jemand meinen Schlüssel zu unserer Wiener Wohnung nachfertigen ließ.
Bevor ich nach Hause fuhr, hielt ich bei McDonalds an der Eisteichsiedlung, um mich zu erfrischen.
Da tauchte Glastonbury am Parkplatz auf und schlich, unverkennbar, fiese Nickvisage mit Handtelefon am geneigten Ohr, um unser Auto herum.
Ich verspürte das Bedürfnis, hinauszupreschen und ihm endlich eine Abreibung zu verpassen, besann mich aber, da er seit Jahren mit einem solchem Angriff spekulierte.
Zu Recht nahm ich an, dass hinter mir jemand mit Headset im Ohr saß und die Polizei nicht weit war.
Glastonbury, der mit seinem roten Geschoß, einem Mazda 323, Baujahr ‘92, vorgefahren war, betrat das Lokal und inspizierte die Toiletten.
Aus meiner Geldbörse fehlte eine BIPA-Einkaufscard.
Ich konnte mir – zunächst – keinen Reim auf die Geschichte machen.
Frage an das Justizministerium: Wer wird die privaten Ermittler bezahlen, die am bösen Blut einer seit 15 Jahren anhängigen zivilrechtlichen Erbschafts- und Vermögensangelegenheit Nahrung gefunden haben, das sogar Observierungen nach Übersee erlaubt, von welchem Pouvoir?
Leider ist der Innenminister nicht fähig, eine Art Terror zu bekämpfen, der bei näherem Hinsehen dem Bereich Schutzgelderpressung und Bandenkriminalität zuzuordnen ist und den ich außerdem – ohne mit der Wimper zu zucken – als Erscheinung des rechten Terrorismus bezeichne, welcher sich in dieser Rolle vorlaut brüstet, mit den Behörden zusammenzuspielen.
Vertrauen … darf nicht blauäugig sein.
Offensichtlich ist das Bedürfnis, sich zweifelhaften Aufmärschen und Demonstrationen anzuschließen, wenn schlechte Vorbilder zugegen sind, besonders groß.
Protestiert wird in Wirklichkeit gegen alles, was zwickt und zwackt, Fahnen und Transparente mit themaverfehlenden Parolen werden aufs Heftigste geschwenkt und lebendige Beispiele politischer Mangelbildung und Unkultur ungeachtet aller Peinlichkeiten ins Megaphon geschmettert, bis fast die Halsschlagader platzt.
So leicht lassen sich Menschen aus allerunterschiedlichsten Beweggründen dazu verführen, gemeinsam mit Leuten aufzumarschieren, deren Anwesenheit Grund genug wäre, solchen Veranstaltungen fernzubleiben.
Aufrufen zum Aufmarsch für den Unfrieden, die Kräften den Rücken stärken, die das Gegenteil von dem meinen, was sie von sich geben, zeugt nicht von demokratischem Partizipationsbedürfnis, sondern von opportunistischer Launenhaftigkeit, dem Wunsch nach Teilnahme an populistischem Mobbing und willenloser Verleitbarkeit.
Das sich namhafte Kulturschaffende an solchem Unfug beteiligen, gibt zu denken.
In Wien war 1689 zum ersten Mal die gesamte Innenstadt öffentlich beleuchtet.
Insgesamt waren 2000 Fettlaternen angebracht, die von einem „Beleuchtungscorps“ betreut und über einen „lluminationszuschlag“ , von den Hausbesitzern eingehoben, finanziert wurden.
Es gab einmal Zivilcourage, sowie Hoffnung und Mut, die Welt zum Besseren verändern zu wollen.
Dieser Wunsch ist damals wie heute eine höchst notwendige Utopie gewesen.
Die Angst, sich lächerlich zu machen, alleine dazustehen, weil niemand sich findet, an Demonstrationen für den Frieden teilzunehmen, die grosse Angst vor Repressalien prägen unsere Zeit.
Es klang und roch auf der Kehrseite eines grausamen Stücks Weltbrand ein bisschen nach schamloser Aufklärung und Tabubruch, Haschisch und Rebellion – ein Alptraumszenario für progressive Interessentengruppen, die Europa lieber selber abrauchen und als wehrhafte Weltmacht etabliert sehen möchten, anstatt sich die Vergänglichkeit der eigenen Rollen einzugestehen, im Sinne einer friedlichen, sinnvollen Gestaltung des Planeten zugunsten seiner Bewohner.
Die Idee der Expansion steht groß vor dem Aufruf zur Mäßigung.
Ist die Frage, die sich hinter wirtschaftlichen Erwägungen aller Arten verbirgt, nicht jene nach Krieg und Frieden?
Werden unsere Kinder, Enkel, Neffen und Nichtesnichten einen Planeten Erde als Heimstatt ohne Krieg erleben oder wird der Ehrgeiz der Europamacher die neue alte Welt zum hochexplosiven Faustpfand einer unfriedlichen globalen Auseinandersetzung downcyceln?
Wenn die Wirtschaft versagt – und unsere professionellen Volkswirten sind Kleinkrämer im Mehlteig, die kaum drüberschauen über die Budel – wem wird das arglose Völkchen der ÖsterreicherInnen sich anvertrauen?
Die größten Probleme unserer vielen Extrempolitiker sind emotionaler Natur.
Das streberhafte Betonen der akademischen Kompetenz, mit Geldern, die von anderen verdient werden, keinesfalls von jenen, die sich als Experten ausgeben, viel besser umgehen zu können als andere, die das Geld auch nicht verdient haben, und denen es auch nicht gehört, ist bestenfalls vorübergehend amüsant.
Das rhetorische Konzept von Heide Schmidt war jenes, das schon Joseph Haydn musikalisch in seiner Symphonie mit dem Paukenschlag anwendete.
Inhaltlich bot auch sie nur den exemplarischen Versuch, elegant im blauen Dunst um den heißen Brei herumzureden.
Daß im Zweifelsfall eh’ herzensgute Großmutterln und -vatterln die Kinderln schaukeln werden, halte ich für reinen Aberglauben, der diesen und jenen Achtundsechzigern vielleicht nicht mehr, aber ihrem kostbaren Nachwuchs doch in absehbarer Zeit zum Verhängnis werden könnte.
Ich wünsche mir neue Achtundsechziger.