CatCam

by morath

Menschenfleisch

Verfasst von morath am Mai 18, 2008

Zwischen Kannibalen, Nazis und Sadisten.

Der Mensch ist vielleicht der älteste Primat.

Die heutigen spezialisierten Menschenaffen könnten erst viel später entstanden sein.

Sie hätten eine planetare Katastrophe, extremen Klimawechsel, eine Zerstörung ihres Habitats kaum überleben können.

Der Mensch möglicherweise schon.

Unlängst fuhr ich bei einem notwendigen Besuch der Stadt Graz an der Mohren-Apotheke vorbei, deren Wappen einen zusammengebundenen Menschen zeigt, nach Art des im hungrigen Afrika sehr gefragten und in die ganze Welt exportierten “Buschfleisches”.

Es wurden in vergangenen Jahrhunderten stark geräucherte, zu Bündeln geschnürte Menschen nach Europa geliefert und “Mohrenfleisch” bei Verfügbarkeit von manchen Ärzten verschrieben, als allgemeines Stärkungs- und Kräftigungsmittel, gegen Schmächtigkeit bei Jugendlichen, als Potenzmittel bei Männern und gegen Frigidität bei Frauen.

Ich hatte, als Zeuge geladen, im Oberlandesgericht den Vater getroffen, der gerade gegen den Schwager um des Kaisers Bart prozessiert, weil er zu Beginn geborgtes Geld verschenkt hat an Fremde, um die eigenen Kinder abzuwerten, und annahm, es am Ende über Erbschaften wieder irgendwie hereinbringen zu können.

Gerne hätte er sich als Patchwork-Patriarch feiern lassen.

Gerne wäre er ein Prophet gewesen, oder Adam, oder Gott.

Kurze Zeit vor dem Gerichtstermin hatte er mich zu einer Absprache ins Südburgenland zu locken versucht, aber ich dachte, ich könnte unterwegs in einen Verkehrsunfall geraten und sagte verärgert ab, des lebenverschlingenden Spieles längst überdrüssig.

Mit bohrenden Blicken wollte er mich im Gang des Grazer Oberlandesgerichtes bannen, als wäre ich ein Kleinkind.

Er schien sich zu wundern, daß ich nicht als strohbärtiger, zahnloser Wurzelsepp, umgeben von einer Wolke Branntwein, erschien.

Die Richterin beobachtete mich genau, und stellte Zwischenfragen, um meine Aufmerksamkeit und meine Koordinationsfähigkeit zu überprüfen.

Niemand hatte damit gerechnet, daß ich mit einem Ordner Dokumente auftauchen könnte, welche der Wahrheitsfindung dienlich wären.

Es ist in dieser Auseinandersetzung niemals um die Wahrheit gegangen, sondern darum, das absonderliche, betrügerische Verhalten eines Mannes im Vertrauen auf seine Einflüsterer – ein Makler Schnabel, ein Rechtsanwalt Schmidt, und Damen – zu decken und den Wunsch, anderen, herabgeschätzten Menschen unter Deckung des Gesetzgebers etwas wegnehmen zu können.

Der Vater hat sich mit Kriminellen verbündet, aber die Richter, vor denen jede Verhandlung in diesem und verwandten Gegenständen immer wieder gelandet sind, sitzen fest auf Vorurteilen, und wollen dem Mann, der krank ist, der schamlos die Unwahrheit sagt und mehrfach versucht hat, andere in den Tod zu treiben, Recht geben.

Mit Erstaunen lese ich, daß sich die Bestände der Berggorillas in Uganda um 100 Stück erholt hätten und frage mich, ob dies ein Trost sei.

Artenschutz: Der Kampf um die Natur.

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet um einen Kommentar abzugeben.