CatCam

Vogelfrei

Zur Lage – für den Dissidenten.

Österreich ist zur Zeit ein faschistoider Ständestaat, unfähig, seinen Einwohnern politisch demokratische Ausgewogenheit  vor Augen zu führen.

Ich kann, mehrmals erwähnt, das Haus kaum verlassen, ohne  von verschiedenen Polizeieinheiten begleitet und beobachtet werden zu müssen.

Besonders während der endlosen Hundstage ist mit Attacken aus dem Schutzgelderpressermilieu zu rechnen, da es dem österreichischen Herrn Finanzminister  Molterer ein außerordentliches persönliches Anliegen ist, die mir von MedizinerInnen zuerkannte Berufsunfähigkeitspension nicht wahrhaben zu wollen.

Ferner wäre es Terroristen, die rechtsdraußen einzuordnen sind, nicht verboten, von mir eine Angstabgabe einheben zu wollen.

Ich verzichte darauf, näher zu erläutern, wie tief bei uns Angehörige von Behörden in den Mist greifen – es ist so schlimm, daß sich die Wiederbeschreibung aus historischen Gründen außer Rede stellt.

Die mediale Präsentation der an Überflüssigkeit ihre Vorgänger locker übertrumpfenden Maria Fekter als Innenminister televisiert den Angriff einer Speikobra in die Gesichter der schwankenden Mehrheiten anderer Meinung.

Bei uns fahren mit Zeitungen ausgepanzerte Radler Streife und schneiden Eltern mit Kindern, sobald sie mit einem Bein am Radweg flanieren, Verwünschungen zischend, weil jene wie Ausländer aussähen, daß einem Betroffenheit wie der jähe Druck einer Explosion in den Unterleib fährt.

Der Nachwuchs spaziert, bummdumm rattata, statt um Frieden stereotypen Deflektoren aus Besenstiel und Pappmaché hinterher.

Das öffentliche Mobbing der Sozialdemokratie nimmt indes kein Ende, und die Zeitungen, die sich gerade noch lesen liessen, gefallen sich darin, den Steinewerfern Beifall zu zollen nach Art wütender madegassischer Brülllemuren.

Unser aller Leben ist in Gttes Hand gegeben.


Captagon

Euphorische Jugendliche slammen Skandalrepublik -  Comeback von Karin Müller?

Rechtzeitig zur Fußball-WM hat sich in Sportlerkreisen herumgesprochen, daß ein Medikament im Handel ist, dessen Zusammensetzung dem legendären Fußballer-Doping-Mittel Captagon sehr nahe kommt.

Bei Einnahme von ein bis zwei dieser Tabletten wird als Nebenwirkung im Gehirn vermehrt Dopamin freigesetzt und man fühlt sich – vielleicht – vorübergehend rundum wohl, leistungsfähig und unternehmungslustig.

Wird die Droge zusammen mit Cannabis konsumiert, kann es sein, daß sich sehr aufregende Zustände einstellen; AlkoholikerInnen werden besonders aggressiv.

Mißbrauch kann zu Wiederholungszwang und psychotischen Zuständen führen, wie man sie von strukturverwandten Weckaminen und Amphetaminderivaten kennt.

48 Stück der legalen Designerdroge kosten verschreibungspflichtig € 8,55 – das macht pro Stück knappe 18 Cent.

Leider sind gewitzte Geschäftelmacher auf die genialische Idee gekommen, diese Tabletten zu zermahlen, umzupressen,  einzufärben, mit diversen Logos zu versehen und auf  Musikveranstaltungen und in Lokalen als Ecstasy-Tabletten oder Thai-Pillen an ein vorwiegend sehr jugendliches Publikum zu bringen, das bereit ist, für eine dieser Fälschungen zwischen 20 und  50 Euro hinzublättern.

Ähnlicher Hazard-Unfug wird auch mit verschreibungpflichtigen Appetitzüglern betrieben.

Werden die unterschiedlichen Substanzen zusammen konsumiert oder vorsätzlich gepanscht und verunreinigt, kann es schnell zu Komplikationen kommen.

Verschiedene Stimulantien fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

Leute, welche diese Medikamente als Fälschungen verticken, wollen ohne großes Risiko schnelles Geld verdienen.

Die Polizei bzw. das Innenministerium nehmen die Abzocke in Kauf, weil es sich bei den Händlern um die eigenen Informanten handelt.

Es soll auf solche Weise Vertrauen in der Szene geschaffen werden, um Verteiler von illegalem Cannabis, Ecstasy oder Methamphetamin  anzuködern und der Drogenfahndung in die Fänge zu spielen.

Die Betrüger gehen straffrei aus, in Teufels Küche geraten bislang unbescholtene Jugendliche, die nicht mehr als ein paarmal ordentlich abfeiern wollten.

Sie könnten während eines heissen schrillen Sommers leichtfertig Experimente wagen, die ihnen später unangenehm werden – erpressbar – und könnten mit Personen und Gruppen in Kontakt geraten, die sie nicht mehr loswerden.


Metal Frog

Danube frog on hardcompressed fossile rock. This  attentive and curious little amphibious animal is able to display the colour and shade impressions entering his eyes all over his body skin, similar to the pattern synchronizing of sepiae.  Note the copper-gold-ferroxide  tone.  His camouflage abilities are really astonishing.


Der Bumerang-Effekt.

Abserviert.

Ich will versuchen, den aufschäumenden Ärger, die Qual der Seele, zu bremsen, und mich auf das Wesentliche konzentrieren.

Wir bewohnten einmal eine 85 m²-Wohnung mitten im achten Wiener Gemeindebezirk mit einem unbefristeten Mietvertrag.

Im Jahr 2003 verbrachte ich ein halbes Jahr in Australien und Neuseeland.

In jener Zeit gelang es gewitzten Gschäftlmachern, meine Frau davon zu überzeugen, unsere Altbauwohnung wäre zu heizkostenaufwändig, und ihr einzureden, ich würde gar nicht mehr zurückkehren.

Man bot ihr diese nette Wohnung  an, in der zuvor ein drogensüchtiges Pärchen observiert worden war.

Meine Frau dachte nicht daran, welchen Wert unsere alte Wohnung haben könnte und ließ sich mit der Germ nehmen *, ganz unkompliziert hierher zu übersiedeln.

Sie bedachte nicht den Hintersinn der Aktion und verstand auch nicht, was es heißt, vom Innenministerium observiert zu werden, eine Sonderbehandlung, der wir seit den neunziger Jahren ausgesetzt sind, weil ich schwarze Bekannte hätte.

1998 empfahl ich der Geschäftsführung des Liberalen Forums Steiermark die Ehefau eines Bekannten ghanesischer Abstammung an, weil diese einen Job und jene eine Haushaltshilfe suchte.

Meine schwarzen Freunde waren legal in Österreich, arbeiteten in der Österreichischen Automobilindustrie, wo uns zur täglichen Unterhaltung allerlei Schabernack getrieben und Geschwätz hinterhergespuckt wurde, weil ich einen Kollegen gelegentlich im Auto mitnahm.

Daß wir in der steirischen Landeshauptstadt neben einem ehemaligen Männernachtquartier voller dunkler Menschen aus fremden Länden, Asylwerbern, wohnten, und vis-a-vis von einem Parteilokal der FPÖ, war Zufall.

Wir wohnten dort schon, als jenes Haus – es wurde inzwischen abgerissen – noch leerstand.

Ich habe nicht gewußt, wo Drogenhändler sind.

Dafür wurde ich im Sommer 2006 verdächtigt, eine Bank überfallen und Natascha Kampusch ermordet zu haben.

Die Geschichte vom notorischen Spitzel und seiner Freundin, die mich in Gebüschen kauern und ihr kleines Baby bedroht sahen, die Räuberpistole vom ausgerissenen Kinderknopf, will ich nicht wiederholen.

Bis zum heutigen Tag wird diese Wohnung observiert, und sogar in unserer Abwesenheit nachgesperrt.

Rundum wohnen Beamte von Polizei, Innenministerium und Bundesheer.

Manche können uns geradewegs in die Wohnung schauen.

Mich stört diese Nachbarschaft nicht.

Was mich  stört, ist vielmehr, daß diese Wohnung von 40 m² in einem Stahlbetonplattenbau , in die nur im Sommer sehr früh morgens die Sonne scheint, nicht nur € 365,– Monatsmiete kostet, sonder daß ab Juli die Betriebskosten von € 74,– auf € 289,– hinaufgeschnellt sind.

Das Material, aus dem dieses Haus – rucki-zucki – hochgebaut wurde, hat man zum Teil im ehemaligen Ostdeutschland abgetragen und in Wien-Leopoldstadt  wieder aufgebaut.

Diese 40m² Wohnung kostet  zur Zeit € 654,–  Euro im Monat, gleich viel wie jene in der Josefstadt.

Schuld daran wäre das Finanzamt, das den Besitzern des Hauses eine erhöhte Grundsteuer verrechnete, welche diese den Wohnkosten aufschlagen könnten.

Mich ärgert, daß wir dieses Wohnverhältnis JournalistInnen und ihren Zuträgern, Sozialarbeitern des Landes Steiermark und der Stadt Wien, sowie dem Österreichischen Innenministerium und seinen Informationspools zu verdanken haben.

Unsere ehemalige geräumige Wohnung wurde erst dem liberalen Promomilieu als Behausung zugespielt und beherbergte zuletzt ein Bordell.

Beschweren kann ich mich kaum wo.

Aber ich kann meinen Ärger aufschreiben.

Ich schätzte gestern meine verbleibende Lebenserwartung auf sieben Jahre.

* milieusprachlich, subproletarisch, „mit Hefe arbeiten“- wie ugs. „mit Schmäh’ überlisten“, aber konkreter: „jemanden verunsichern, ordentlich bluffen und über den Tisch ziehen.“


Die Glückspielerinnen

Amnesien. Mehr österreische Tabus.

Wie geht es Ihnen heute, Frau Doktor?

Ich habe Sie unlängst gesehen.

Sie hatten sich die Haare dunkel gefärbt.

Sie sind die Schwester von Frau Moni.

Sie sind Ärztin und haben eine Praxis in der steirischen Landeshauptstadt.

Ihre Schwester arbeitete in den achtziger Jahren als Therapeutin im Grazer Wagner-Jauregg-Sonderkrankenhaus, seinerzeit unheilvoll Feldhof, heute – stolz auf Kultur – Sigmund-Freud-Klinik genannt.

Sie standen an der Haltestelle, an der oft eine behinderte Frau gesessen war, mit einer Flasche Alkohol, und unbeholfen ihr Porträt auf Beton hinterließ, bevor sie – wahrscheinlich – Selbstmord beging.

Sie haben oft mit den Ängsten anderer operiert und mit ihrer Macht im Amt, und sie kannten auch meinen Pappa.

Ihre Schwester spielte mit Jugendlichen, die psychosoziale Probleme hatten, aber auch mit Behinderten und Unmündigen.

Man vertraute ihr diese Menschen an, weil man sie für einen etwas naiven, aber ansonsten gescheiten, liebevollen und sanftmütigen Menschen hielt.

Mediziner waren der Meinung, eine therapeutische Beschäftigung passte gut zu ihr.

Moni hatte Probleme in ihren Beziehungen zu Männern.

Sie war standesgemäß nicht zu verehelichen.

Sie fand heraus, daß es leicht war, Jugendliche, Knaben und Mädchen, die aus den verschiedensten Gründen in die Psychiatrie eingeliefert wurden, emotional zu umgarnen und sich mit ihnen Unterhaltung und Befriedigung zu verschaffen.

Manchmal nahm sie auch Knaben, junge Männer, mit nach Hause.

Das war nicht klug, wie ihr eines Tages bewußt geworden sein muß.

Die Leute begannen zu reden, und allerlei Gerüchte gingen rundum.

Moni machte die Buben verliebt – eine Frau voller Leidenschaften und mt einigem Schauspieltalent

Sie erweckte in ihnen Träume, wärmte sie auf  und überließ sie sich selbst und dem Schicksal.

Sie beobachtete sie gerne versteckt und quälte sie einfallsreich aus dem Hinterhalt – nicht ohne sich vorher über familiäre Verhältnisse erkundigt zu haben, wo es in der Verwandschaft Erspartes gab, Grundstücke, Häuser, Wohnungen.

Einige der Burschen begingen Selbstmord.

Es sind aus Ihrer Ecke Jugendlichen Drogen zugespielt worden, auch LSD, in den siebziger, achtziger Jahren, vielleicht bis zum heutigen Tag, und weniger ging es dabei um schnelles Geld, sondern um sie verrückt zu machen, um in ihnen kalkulierbare Psychosen auszulösen, die nur wenige Menschen erkennen, verstehen und auch ausnützen können.

Sie haben dabei viele junge Leute zu langjährigen Gefangenen gemacht und zur Verkürzung ihres Lebens beigetragen.

Sie gehören zum Clan einer durch feindselige Äußerungen berüchtigt gewordenen Richterin und Politikerin.

Auch eine Gesundheitsministerin gehört zum jenem Kreis durch die verschiedenen Reihen.

Die von ihr ausgearbeiteten Einsparungsmaßnahmen sind hanebüchen.

Das ist vielleicht auch einer der Gründe, warum derzeit viele Mediziner streiken.

Es gibt Ärzte, die auch an die Menschen denken, die sie behandeln, weil sie einen hippokratischen Eid geleistet und ihrem Idealismus nie ganz abgeschworen haben.

Sie gehören zu jenen ÄrztInnen, von denen ich lieber nicht behandelt werden möchte.

Leute ihres Schlages sind gegen Ende des zweiten Weltkriegs nicht einmal angeklagt worden, obwohl sie zu den Mitverantwortlichen zählten.

Moni, ihre Schwester, zählte zu den Menschen, die aus dem Vollen schöpften, ohne an die Folgen für die anderen zu denken.

Beinahe hätten Sie auch meine Schwester, meine Frau und mich in Sackgassen getrieben, aus denen es kein Entkommen gibt.

Sie waren der vielleicht Meinung, wie wären Probleme, die sich von selber erledigen würden.

Ich erinnere mich, aus meiner Jugend, an ein Mädchen aus der Grazer Prokesch-Osten-Gasse.

Sie war in meinem Alter oder etwas jünger.

Manche Leute sagten Cora zu ihr und schenkten ihr ein Eis oder eine belegte Semmel.

Sie konnte nur mühsam sprechen, ein hübsches, auch körperlich leicht behindertes Kind.

Sie trieb sich am Zentralfriedhof herum, wo am hellichten Tag biedere, unauffällige Männer anhielten, um Blumen an die Gräber ihrer Mütter zu bringen und ein Kerzlein anzuzünden.

Sooft ich sie sah, liefen dem Mädchen Flüssigkeiten aus dem Gesicht und ihre Kleidung war verwahrlost und naß.

Ich stelle mir vor, Cora hätte sich vor dem Vienna International Center ein kleines Gedenkmal gesetzt.

Sie sah damals einer heute vom Jugendradio FM4 heftig angefeuerten Künstlerin ähnlich.

Lesen sie weiter:

Ihre Leute haben meinem Vater, der an einer Krankheit vom Typus Alzheimer leidet und keine Gesichter mehr erkennen kann, ein Haus und ein Grundstück verkauft, welches sich jemand für später reserviert hatte, als schon die Allierten im Lande waren.

Haus und Grundstück waren gestohlen, geraubt – und sollten durch mehrfache Grundbuchein- und -austragungen von dunklen Flecken reingewaschen werden.

Sie haben meinem Vater falsche Ratschläge erteilt, ihm Unsinn suggeriert, wie er die Kinder mit seiner Frau zu bedenken hätte.

Dieser Mann wollte Leuten wie Ihnen imponieren, den harten Hund geben.

Noch kämpfen Sie gegen mich an – aber Sie wissen, daß Sie durchschaut sind.

Ich weiß, warum in der Grundstücksache niemals ordentlich Recht gesprochen worden ist- nur gebremst und geschoben, zum Nachteil schamlos getäuschter Menschen.

Sie haben auch meine Manuskripte gestohlen, aus den frühen achtziger Jahren, achtzehn Blöcke aus meiner Zeit in Untersuchungshaft, eine handschriftlicher Vorgriff auf diesen Weblog.

Jemand meinte, die könnte man eines Tages gut verschachern – vielleicht als Tagebücher eines prominenten Künstlers.

Ich denke, noch versuchen Sie, mich bis aufs Blut zu provozieren, um mich in ihre Gewalt zu bekommen.

Aber dazu haben Sie keine Macht mehr.

Vielleicht schaffen Sie es gerade noch, mich irgendwo aus dem Hinterhalt ermorden zu lassen.

Sie wissen, daß ich gefoltert wurde.

Man beschäumte mich im Winter bei abgedrehten Heizkörpern und aufgerissenen Fenstern aus einem einen dicken Feuerlöscher.

Ich wäre beinahe erstickt und erfroren.

Man hat mir auch ätzenden Spray in die Augen gesprüht, mir Stromdrähte in die Ohren eingeführt und mit einem Lötkolben Zahnplomben angeschmolzen.

Mir wurde ein Schmetterling aus dem Krankenhausmüll an die Brust geheftet und dabei wurde ich wahrscheinlich mit Hepatitis infiziert.

Jemand suchte nach Drogen.

Wir machten eine Rundfahrt in einem eiskalten Kombinationskraftwagen.

Ich wurde auch aufgehängt, in einem alten Kühlhaus, und man hat mich aus Jux ein wenig baumeln lassen – was wohl der Auslöser einer unangenehmenen Halswirbelarthrose mit häufigen Kopfschmerzen gewesen sein dürfte.

Ich hatte schon den Tod vor Augen – an einem Faschingsdienstag in den frühen neunziger Jahren vorigen Jahrhunderts.

Erinnern Sie sich noch?

Ich kannte einige, die sind von Häusern gesprungen, haben sich vor die Eisenbahn geworfen, oder andere Auswege gewählt, nachdem ihre Schwester und andere Menschen Ihrer Gesinnung ihnen eingeredet hatten, das Leben machte für sie sowieso keine Sinn.

Ihre Schwester spielte rücksichtslos mit dem Glück anderer Menschen und fand ihr eigenes Glück nicht.

Sie haben dabei mehr als nur zugeschaut.

Ich fand Sie im übrigen recht adrett.


Sommer in Wien.

Beyond Football.

Im Bus an den Strand schwatzt eine Frau in den hinteren Reihen, derbe und laut, von Alkoholismus und Suizid, und hässlichen, schwitzenden, übergewichtigen Menschen.

Man weiß nicht, führt sie ein Selbstgespräch, redet sie in ein Mikrophon, oder zu anderen Passagieren hin.

Der Monolog tut einem weh, man möchte sich die Ohren zuhalten.

Schließlich verläßt die Sprecherin den Omnibus – eine leidlich juvenile Erscheinung, an den Armen dunkelblau tätowiert, mit schwarzgelacktem Haar.

Grinsend entblößt sie eine Keramikteilprothese.

Sie befindet sich in in Begleitung einer korpulenten, schweigenden Frau, das leichte Sommerkleid von Schweiß durchnäßt.

Es dauert eine Weile, bis zwischen der Bestrahlung im Sonnenlicht und Sprüngen ins kühlende Element – Atmen, Schwimmen, Wellen – das schwermütige Gewicht des Körpers verstummt und Helligkeit das Denken durchströmt.

Wie ein Spiel setzt das eigene Wesen die Ungereimtheiten der gesammelten Informationen zu einem verständlichen Ganzen zusammen.

Eine Heuschrecke hängt im Gras, trunken von Chlorophyll, luminiszierend wie weißer Phosphat.

Ein Schaudern in der gischtenden Metro, ein leichter Schlag gegen die Brust, ein paar Menschen schrien wie auf der Achterbahn.

War es nur das Passsieren eines Zuges in die Gegenrichtung, inmitten des engen Tunnels, das Reiben der Fahrtwinde gegeneinander, oder klang es, wie wenn ein Mensch vor den Zug springt und von der Kraft der Geschwindigkeit zerrissen wird?

Ich hatte an einer Station nach oben geschaut:

Jemand hüpfte die Rippen der aufgeheizten Röhre entlang.


Beagle Boys Song.

Postcard from Krems, Lower Austria.


Posted in Austria, Snapshots

Die Betenden Hände.


Wer in Österreich „Grundsicherung für alle“ posaunt und wer von verschwendeten Wählerstimmen profitiert.

Ich erhielt heute vormittag einen Anruf der Firma „ÖIV-Versicherungsservice“.

Das Fräulein am Telefon schlug mir für nächste Woche keck den Besuch eines Herrn Michel vor, der angeblich gerne meine KFZ-Versicherung auf Null stellen würde.

Weder habe ich eine KFZ-Versicherung, die man irgendwohin stellen könnte, noch durfte ich das mysteriöse Telefonfräulein zurückrufen – sie gab nur an, dort in einem Callcenter zu sein.

Als am frühen Nachmittag der aus dem ORF bekannte Journalist und Natascha Kampusch-Entdecker Christoph Feurstein in Begleitung eines Perspektiven visionierenden Assistenten das Terrain erkundete, konnte ich mir vorstellen, dass die Firma ÖIS Inkassoservice, die seit Sommer 2006 von mir wuchernde Phantasieschulden einfordert, in der caesarischen Illusion schwebt, ihr abgedrücktes Schmierentheater als Fernsehspektakel zu inszenieren.

Es handelt sich um einen – bislang einzigartigen? – Fall von Schutzgelderpressung an einem Bezieher einer Invaliditätspension.

MitarbeiterInnen der Firma Österreichischer Inkassoservice und sonstiger Tentakel der „ÖI-Gruppe“ sind nicht willkommen.

Sie werden weder von mir noch von meiner Frau in die Wohnung gebeten.

Geben Sie Acht, dass Sie nicht in ein Gackerl steigen.

Im Stich

Cesar Airways


Für blöd verkauft.

Auf den Nenner gebracht für Leser, die in Frieden und unter normalen Verhältnissen leben wollen, ohne sich besonders für Politik zu interessieren.

In unserer Demokratie werden entscheidende Abstimmungen durch Vertrauenspersonen durchgeführt, die Abgeordneten im Parlament.

Damit Beschlüsse gefasst werden können, die Veränderungen bewirken, sind bestimmte Mehrheiten erforderlich.

Bestehende Gesetze oder Gelderflüsse werden nicht unbedingt zum Wohle der Allgemeinheit beschlossen oder abgeändert, sondern auch, um gewissen Interessentengruppen wirtschaftliche Vorteile zu verschaffen.

Die Abgeordneten werden von den Parteien ermächtigt und können von den BürgerInnen bei Wahlen favorisiert werden.

In der Regel sind Abgeordnete zum Nationalrat (und Bundesrat), aber auch zum Landtag der einzelnen Bundesländer, ÖsterreicherInnen weniger bekannt als RegionalpolitikerInnen, weil ihre Konterfeis nicht bundesweit ausgehängt werden.

Der österreichische Staatsbürger verlässt sich auf korrekte Volksvertreter, weiß jedoch sehr wenig oder gar nichts über diese Leute.

Dennoch sind sie es, deren Stimmen gezählt werden, wenn Beschlüsse im Namen der WählerInnen gefasst werden.

Wer an eine Fraktion von Windschattenfahrern seine Stimme verschleudert oder gutgläubig eine Partei unterstützt, die zweifelhafte Wahlmandeln deckt und mitschleppt, trägt nicht zur Erhaltung der Demokratie bei, sondern zu deren Unterwanderung.

Aus einem südlichen Nachbarland ist bekannt, dass die Käuflichkeit von Abgeordneten dort Tradition hat, sodaß der Staat durch Korruption und Mißwirtschaft in einer Weise geschwächt worden ist, wodurch in etlichen Regionen nicht einmal die für uns selbstverständliche Müllentsorgung sowie weitere infrastrukturelle Zuverlässigkeiten garantiert werden können.

Darüber hinaus bleiben zur Verängstigung der Bevölkerung Verbrechen unaufgeklärt, die im Dunstkreis krimineller Organisationen verübt werden, weil diese ungehindert wie andere Wirtschaftszweige agieren können, aber eigenen Gesetzen unterworfen bleiben.

Ein Problem, das in Österreich bisher kaum wahrgenommen wurde, ist, dass alle Mandatare der Versuchung ausgesetzt sind, ihre Stimme nicht nach bestem Wissen und Gewissen abzugeben, sondern im Gegenteil zu Entscheidungen beizutragen, die kriminelle Interessentengruppen begünstigen, durch Absprachen mit Sponsoren oder durch die Sabotage konstruktiver Politik.

Das ist eine Schwachstelle von eingesessenen Demokratien, dass Personen aus Steuermitteln finanziert werden, ohne daß BürgerInnen, die für eine bestimmte Partei und die Versprechungen ihrer großflächig plakatierten Sympathie- und Hoffnungsträger stimmen, weil sie in Frieden und unter einigermaßen abgesicherten sozialen Umständen existieren wollen, von deren Existenz bzw. ihrer dubiosen Berufung erfahren.

Solche Schattenpersonen kommen in allen Fraktionen vor, in modernen, populistischen ebenso wie in jenen, die sich stets darauf verlassen konnten, von bestimmten Bevölkerungsgruppen unter Garantie gewählt zu werden, etwa, weil sie sich feiste und schlau als christlich bezeichnet haben.

Bevor man Behauptungen in den Mund nimmt, die andere weitergegeben haben, zum Beispiel, dass Menschen, die sich in Österreich niederlassen möchten, unsere Sprache nicht lernen wollen, sollte man sehr genau darüber nachdenken, ob man nicht von Leuten, die man genauso wenig kennt wie jene, denen man vorprogrammiert misstraut, an der Nase herumgeführt und für blöd verkauft wird.


Gefährliche Drohungen

Sehr geehrter Herr Innenminister!

Wenn Sie nicht fähig sind, Ihren Behörden samt Sonderabteilungen und letztklassigen Helfershelfern nach mehreren Anschlägen auf unser Kraftfahrzeug (u.a. auch Benzin im Ausgleichsbehälter im Sommer 2003) sowie Wohnungaufsperrungen samt allerhinterfotzigster Tierquälerei und diversen Entwendungen – schäbigem Psychoterror wie diesem Arrangement vor unserer Haustür – Einhalt zu gebieten, wird das auch für Sie jede Menge Unannehmlichkeiten mit sich bringen.

Wenn uns etwas zustößt, ist das für Sie und Ihre Gesinnungsgemeinschaft mehr als schlecht.

Das ist Ihnen hoffentlich bewußt.