Captagon
Verfasst von morath am Juni 26, 2008
Euphorische Jugendliche slammen Skandalrepublik - Comeback von Karin Müller?
Rechtzeitig zur Fußball-WM hat sich in Sportlerkreisen herumgesprochen, daß ein Medikament im Handel ist, dessen Zusammensetzung dem legendären Fußballer-Doping-Mittel Captagon sehr nahe kommt.
Bei Einnahme von ein bis zwei dieser Tabletten wird als Nebenwirkung im Gehirn vermehrt Dopamin freigesetzt und man fühlt sich – vielleicht – vorübergehend rundum wohl, leistungsfähig und unternehmungslustig.
Wird die Droge zusammen mit Cannabis konsumiert, kann es sein, daß sich sehr aufregende Zustände einstellen; AlkoholikerInnen werden besonders aggressiv.
Mißbrauch kann zu Wiederholungszwang und psychotischen Zuständen führen, wie man sie von strukturverwandten Weckaminen und Amphetaminderivaten kennt.
48 Stück der legalen Designerdroge kosten verschreibungspflichtig € 8,55 – das macht pro Stück knappe 18 Cent.
Leider sind gewitzte Geschäftelmacher auf die genialische Idee gekommen, diese Tabletten zu zermahlen, umzupressen, einzufärben, mit diversen Logos zu versehen und auf Musikveranstaltungen und in Lokalen als Ecstasy-Tabletten oder Thai-Pillen an ein vorwiegend sehr jugendliches Publikum zu bringen, das bereit ist, für eine dieser Fälschungen zwischen 20 und 50 Euro hinzublättern.
Ähnlicher Hazard-Unfug wird auch mit verschreibungpflichtigen Appetitzüglern betrieben.
Werden die unterschiedlichen Substanzen zusammen konsumiert oder vorsätzlich gepanscht und verunreinigt, kann es schnell zu Komplikationen kommen.
Verschiedene Stimulantien fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.
Leute, welche diese Medikamente als Fälschungen verticken, wollen ohne großes Risiko schnelles Geld verdienen.
Die Polizei bzw. das Innenministerium nehmen die Abzocke in Kauf, weil es sich bei den Händlern um die eigenen Informanten handelt.
Es soll auf solche Weise Vertrauen in der Szene geschaffen werden, um Verteiler von illegalem Cannabis, Ecstasy oder Methamphetamin anzuködern und der Drogenfahndung in die Fänge zu spielen.
Die Betrüger gehen straffrei aus, in Teufels Küche geraten bislang unbescholtene Jugendliche, die nicht mehr als ein paarmal ordentlich abfeiern wollten.
Sie könnten während eines heissen schrillen Sommers leichtfertig Experimente wagen, die ihnen später unangenehm werden – erpressbar – und könnten mit Personen und Gruppen in Kontakt geraten, die sie nicht mehr loswerden.