CatCam

Der Hund mit der Lederkappe.

Steambath Cucumber Lake

Carrot cake running out.

Austria has definitely become the european collector basin of insidious populist visoneers.

We are unable to let one government work its legislature period through to give at least a shine of a civilized democracy, but need to interupt every few years to wittness our unability to represent one state of eight millions united autrichiens, within the unmature european union and for the eyes of the world.

We have follow-up politicians who passionately promise the blue out of the skies to attract blue-eyed electors, some demand the deportation of foreigners, others forced labour for the unemployed, some promise satt basic income to each inhabitant, while the in-doubt-majority, the self-proclaimed „True Europeers“, the populars, pray on their knees that the next pope may become a more splendid spendor, to hopefully solve the social problems of the ongrowing mass of a new workless pauper society, via the nightport of the catholic church.

We have here four political groups  with their gravity point overhanging right hand side, one shmettering to be catholic, the other liberal, while the remaining, the greens for instance, do not really dare to say loud: we’re on the other side, we’re different.

One  truth that has not been outspoken is a hidden debate how to crack up the saving box of the common pension insurance, the only pot that has not been opened yet for another purpose than it once was founded for.

Each summer that forgoes the rapidly revolving elections is high times for inconspicious nazi sportcampers and it can be literally DANGEROUS to leave the house for many:

The disabled, the old, the poor, the sick, the people of different skin colour and other confession, the uncamouflaged critics, the outlanders as well as the inlanders.

People who are – for confessional, eductional reasons or a different experience of life – more sensitive for creeping streamings of infamy, cannot feel free and save in the public, regardless the many watching eyes around.

What we have reached is the economical, educational and political baisse – and we are still slithering down.

This perception hurts.

Juli 31, 2008 Verfasst von morath | Austria, Europia, Politics In The Chestnut | , , | Noch keine Kommentare

Dove

Juli 28, 2008 Verfasst von morath | Snapshots, Vienna | | Noch keine Kommentare

Wie blöd sind wir?

Handel mit Waren aller Art.

Von amazonenhaftem Mut beflügelt, stürzt sich Heide Schmidt in den Sommerwahlkampf des Überdrusses.

Gilt es im Grunde nur, den Sitz im Parlament zu sichern, wofür weder der blutarme BUGf Zach, noch die im Zwielicht Europas unsicher auf Schuhen mit extrem hohen Absätzen balancierenden Geisterscheinung Karin Müller garantieren können, eröffnet sich durch den Einsatz der kostbaren Frau Schmidt theoretisch die Möglichkeit des Mitregierens.

Ob die Strategie, anderen das Schuften zu überlassen und im entscheidenden Moment die Ernte selber einfahren zu wollen, den ÖstereicherInnen gefällt bzw. sie zu mehr politischer Anteilnahme motiviert, wird sich zum Abschluß der Sauregurkenzeit erweisen.

Ihre Argumentation, bzw. ihr Angebot, eine Dreierkoalition Rot-Grün-Liberal würde Schlimmeres verhindern, spielt wie alles, was die Parteisprecher faschistoider Gesinnungsgemeinschaften von sich geben, mit den Ängsten der Ängstlichen.

Damit greift sie für ihren Pressespiegel-Zirkel, der außer zu elitären Neo-Visionen aufgepusteten Alt-Utopien nichts zu bieten hat, und dem auch kein Meinungsforscher große Chancen einräumt, vorbildlich nach den Sternen.

Rhetorisch war Heide Schmidt schon viel besser – ihr Stil, NLP ohne Grinsen, sollte einmal überholt werden.

Ihre einstige Kunst der präzise ausgearbeiteten  Zweischneidigkeit der Worte ist einer hochdeutschen Stehgreifspreche mit eingeübten Locktönen gewichen, durch den höchsteigenen Firnzuckerl-Tonfall einigermaßen wettgemacht.

Die Aussage Schmidts, sie strebe kein politisches Amt an, könnte eine glatte Lüge sein, ebenso wie die scheinbare Solidarität mit Rot und Grün.

Herr Haselsteiner, dies sei nur augenzwinkernd vom Rande erwähnt, befindet sich zur Zeit nicht in der Laune, den souveränen Onkel Dagobert zu geben, sondern erweckt eher den Eindruck eines einsamen, unter Depressionen leidenden Barnie Geröllheimer.

Rohstoffe teuer wie nie, Inflation am Höhenflug, Kreditoren knausrig …

Würden Sie bei dieser Firma einen Gebrauchtwagen kaufen?

Juli 26, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Europia, Politics In The Chestnut | | Noch keine Kommentare

Charakterlos

Ein Promotion-Agent demonstriert stolz, was er drauf hat.

Gestern gegen 17h läutete an unserer Wohnungstür ein jugendlich wirkender, solariumgebräunter Mann mit schwarzer Gelfrisur, scheinbar in einer Rotkreuz-Rettungs-Uniform.

Er stellte sich nicht namentlich vor, gab jedoch an, Rettungsfahrer beim Roten Kreuz zu sein und begann sein Geschäft.

Ich lehnte, gerade in Unterhosen und noch besserer Laune, dankend ab.

Unser Kater Sumo rannte auf den Gang und wälzte sich freudig vor der Tür unserer Nachbarin, Frau S.

Wir erledigen für die alte Dame regelmäßig Besorgungen und fahren mit ihr zum Einkaufen bzw. bringen wir sie  einmal pro Woche zu ihrer Tochter, die in einer Bank beschäftigt ist.

Wir bieten diese Hilfeleistung aus Verpflichtung zur Menschlichkeit und verlangen kein Geld.

In diesem Viertel nimmt kaum jemand Notiz von anderen Menschen.

Menschen stehen und schauen, wenn was passiert.

Der Aboverkäufer läutete an der Tür von Frau S., die an einer Krankheit vom Typus Alzheimer sowie körperlichen Behinderungen leidet, die unübersehbar sind.

Der Promo-Mann stellte sich, Fuß in der Tür von Frau S.,  erneut als Rettungsfahrer vom Roten Kreuz vor.

Ich ersuchte ihn, Frau S. mit seinem Schmäh zu verschonen, worauf er mich schief angrinste und meinte, ich sollte mich gefälligst nicht in die Angelegenheiten von Frau S. einmischen.

Leider hatte sich der angebliche Sanitäter bereits routiniert das emotionale Vertrauen der alten Dame erschlichen und wurde von ihr in die Wohnung gebeten.

Ich bin nicht der Sachwalter von Frau S. und auch nicht ihr Vormund.

Frau S. könnte meine Mutter sein.

Da sich in diesem Haus immer wieder Einbrüche und Diebstähle ereignen und Bauernfänger und falsche Hausierer auf der ganzen Welt trickrich kriminelle Handlungen gegen alte und gebrechliche Menschen begehen, benachrichtigte ich die Funkstreife.

Nach Auskunft ihrer Tochter war Frau S. schon einmal von Unbekannten bestohlen worden.

Auch Ziel sehr übler Scherze ist sie schon gewesen.

Einmal hatten spätabends Unbekannte unten angeläutet und sie angeherrscht, für den Wachdienst eine Jause hinunterzubringen.

Sie packte eine Thermoskanne mit Kaffee und ein Säckchen Frankfurter in ihren Einkaufsroller und stand lange einsam und verlassen im Foyer.

Gestern begab ich mich vorsichtshalber zum Hauseingang, um auf den Promo zu warten und ihn daran zu hindern, sich aus dem Staub zu machen.

Er hatte offensichtlich nur mich und Frau S. aufgesucht, und wollte sich wieder entfernen, nachdem er der 86-jährigen greisen  Frau eine „Mitgliedschaft“, also die Verpflichtung zu einer regelmäßigen Zahlung von ihrem Pensionskonto, angedreht hatte.

Welche Risiko sie mit einer Unterschriftenleistung an Hausierer eingeht, erkennt Frau S. in der Aufregung des Moments nicht.

Sie kann  die Vertragsbedingungen nicht zur Gänze erfassen und weiß nicht,  daß ein Kontoeinzug etwas anderes ist als ein Dauerauftrag.

Man kann anders für Organisationen von gutem Ruf spenden, ohne sich einen Fuß in die Tür stellen zu lassen, ohne eine Einziehungsermächtigung unterschreiben zu müssen.

Als ich den Herrn, der, ein Liedchen pfeifend, das Weite suchen wollte, mehrmals harsch aufforderte, sich nicht zu entfernen, bis die Polizei einträfe, verlegte er sich auf hysterisches, scheinheiliges Schmierentheater und versuchte Leute auf dem Weg ins Haus zu vereinnahmen, indem er vorgab, von einem ausgerasteten gefährlichen Geistesgestörten attackiert und bedroht zu werden.

In gespielter Verzweiflung die Eingangstür von innen zustemmend, gelang es dem Promo im roten Jankerle sogar,  Bewohnern dieses Hauses einzureden, ich wäre ein Amokläufer und gleich würden Polizei und Rettung eintreffen, um mich ruhigzustellen und abzuführen.

Obwohl ich zum Selbstschutz einen Gehstock in Händen hielt, griff ich den Mann nicht an, der mich hinter der Glastür in rotzbubenhafter Manier grimassierend und durch den Türspalt hinaus kindisch zu provozieren versuchte.

In einem Geschäft im Hause sperrten sich Mitarbeiter ein und erwarteten aufgeregt ein spannendes Einsatzspektakel im frühabendlichen Blaulicht.

Nach mehr als 20 Minuten traf die Funkstreife ein, deren Besatzung die Auseinandersetzung korrekt schlichtete, indem sie, was mein Ziel gewesen war, Personaldaten aufnahm.

Auch Frau S. wurde zur Angelegenheit befragt.

Es lag nicht im Aufgabenbereich der Polizei, den getätigten „Geschäftsabschluß“ zu bewerten.

Es fällt schon auf, daß der Promo-Mann zielstrebig den dritten Stock aufgesucht und nur mich bzw. Frau S. belästigt hatte.

Er könnte auch ein Mitarbeiter jenes Inkassobüros sein, welches schon seit geraumer Zeit versucht, mir Schutzgeld abzupressen, Nachschlüssel zu Wohnungen in diesem Haus besitzt und über unsere An- bzw. Abwesenheit aus einer Beamtenwohnung schräg gegenüber Informationen bezieht.

Darüber hinaus wäre denkbar, daß es sich wieder einmal um eine Reaktion auf meine Aktivitäten im Internet handelte, etwa auf diese kleine digitale Fotoshow eingedenk der Zeit meiner Mitarbeit beim Liberalen Forum.

Es kursiert ein Gerücht in Kleinstparteien, wonach schlechte Werbung besser sei als gar keine.

Wir werden sehen.

Tipp: Schauen Sie sich einmal einen Wiener Rettungswagen genau an.

Juli 24, 2008 Verfasst von morath | Austria, Europia, Politics In The Chestnut, Vienna | | Noch keine Kommentare

Big Paws

Icebear through lens.  Late afternoon theme in Schönbrunn, Vienna.

Juli 22, 2008 Verfasst von morath | Snapshots, Vienna | | Noch keine Kommentare

Terror

Citizen – the unknown suspicious. The unfulfillable austrian task to politically balancing out.

Staatsanwaltschaft Wien
Landesgerichtsstraße 11
1080 Wien

Andreas Morath
Engerthstraße 170
1020 Wien

STRAFSACHE:
GEGEN: unbekannten Täter

wegen §§ 125 Strafgesetzbuch, 126 Strafgesetzbuch,  83 Strafgesetzbuch, 84 Strafgesetzbuch,

03726UT 346/08a-xy

9. Juli 2008

Die Staatsanwaltschaft hat die dem Ermittlungsverfahren zugrunde liegenden Berichte bzw. Anzeigen geprüft und das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Sie sind berechtigt, die Fortführung des durch die Staatsanwaltschaft beendeten Verfahrens zu begehren,

Staatsanwaltschaft Wien
Geschäftsabteilung

(I suffer from a visual damage that leads to blindness. The regular flat intruder enjoys to take my protection sunglasses out. Under additional heavy suspicion of underholding contacts to blackafrican drugdealers, the voluntary investigator newly carried my cellphone away on preventive occasion.)

Juli 19, 2008 Verfasst von morath | Austria, Europia, Politics In The Chestnut | , | Noch keine Kommentare

Jungfernsprung

Versuche des Verstehens – fünfter Teil.

Dieses Ferienlager fand auf einer Anhöhe hinter dem steiermärkischen Stubenbergsee statt.

Ich teilte mit Ritchie Zeller ein Zelt und wir wurden gemeinsam zu verschiedenen Diensten eingeteilt.

Morgens marschierten wir mit einem Eimer zu einem nahen Bauern, um Milch zu holen.

Heinrich zeigte mir, wie man mit einem Schöpflöffel den wohlschmeckenden Rahm abzieht.

Auf dem Weg zum Kessel- und Pfannenschrubben an einen nahen Bach gab es Nacktschnecken.

Nicht jene kleineren, rostbraunen, die Schrebergärtner zu Verzweiflungstaten treiben, sondern sehr große, dunkelbraune und schwarze native Exemplare, länger als die Handfläche eines erwachsenen Mannes.

Einmal gab es einen überraschenden Nachmittagsappell.

Der Lagerleiter, Oberfeldmeister Berger, begleitet von Frau und Kind, war wütend und forderte alle auf, den zu nennen, der eine große schwarze Nacktschnecke mit Scheuerpulver bestreut hätte, was eine nicht zu tolerierende Tierquälerei wäre.

Auch ich empfand diesen Vorfall als haarsträubende Schandtat.

Niemand meldete sich.

An einem regnerischen Nachmittag lagen wir in den Zelten auf den Luftmatratzen und lasen Silber-Grusel-Krimi und Macabros von Dan Shocker.

An manchen Stellen der leicht zu transportierenden Schillingliteratur wurde erotische Szenen geschildert, etwa: „Sie fauchte ihn an wie ein Katze und reckte ihr Hinterteil. Er fasste ihre Hüften und drang tief in sie ein.“

Heinrich las mir solche Stellen vor und nahm sie zum Anlaß, sich auf den Bauch zu legen und in den Rand der Matratze gekrallt einen Geschlechtsverkehr zu simulieren, bis ein Geruch nach feuchter Luftmatratze sich ausbreitete, und er mit Papiertaschentüchern hantierte.

Ich experimentierte gerade mit Selbstbefriedigungstechniken, hatte aber noch keinen richtigen Samenerguss gehabt.

Ein Knabe mit Glotzaugen und Oberlippenbärtchen, Köhler Hans, der im selben Gemeindebau wohnte, hatte am Strand ein sonnengebräuntes Mädchen kennengelernt, mit geflochtenen schwarzen Zöpfen, handfestem Busen, Minirock und Hippiesandalen.

Sie sah aufregend aus, exotisch, wie meine Vorstellung von einer Indianersquaw.

Sie war ins Lager gekommen, um hinter den Zelten mit Köhler zu schmusen, und ich stellte mir lebhaft vor, wie es sein mußte, mit diesem Mädchen Zungenküsse auszutauschen und die geheimnisvolle Welt unter ihrem Höschen zu erforschen.

Aus dem Radio im Zelt von Herrn Berger wehte ein umschlagender Wind durch den nachlassenden Regen „The Air That I Breathe“ von den Hollies herüber.

Einer der älteren Begleiter sah grinsend ins Zelt herein und sagte, wir wären durchschaut und sollten mit der Wichserei aufhören.

Als auch der nächste Tag verregnet war, öffnete ich, mehr aus Langeweile, das Proviantzelt und schnitt mir ein knuspriges Scherzel Brot herunter.

Oberfeldmeister Berger war beim morgendlichen Antreten bereits informiert und forderte den Hungerleider auf, vorzutreten.

Das wagte ich nicht, denn ich wollte nicht als Dieb gelten.

Hartnäckig verweigerte der Hochsommer seine Rückkehr.

Juli 14, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Mysterious Imagination | | Noch keine Kommentare

Jungfernsprung

Versuche des Verstehens – vierter Teil.

In den neunziger Jahren vergangenen Jahrhunderts ereignete sich im Norden der Stadt Graz eine Tragödie.

Ein Junge von zwölf oder dreizehn Jahren beging in der Nähe der Burgruine Gösting, am Jungfernsprung, spektakulär Selbstmord.

Wie sich im Lauf der Ermittlungen herausstellte, hatte der Bub ein intensives Verhältnis zu einem Erwachsenen gehabt, seinem Nachhilfelehrer, mit dem er Ausflüge unternommen und den Großteil seiner Freizeit verbracht hätte.

Es gab einen Abschiedsbrief, und der genannte Mann könnte sich für einige Zeit in einer äußerst unangenehmen Situation und Argumentationsnotstand befunden haben.

Ich erinnerte mich an einen Pfadfinderausflug mit Heinrich Zeller, bei dem wir im Göstinger Walde Pfeife geraucht hatten.

Am Jungfernsprung waren wir herumgeklettert, hockten auf den Felsen und spähten weit aus nach Gratkorn, zur Kanzel, zur Weinzöttelbrücke, hinter der es weiterging nach St. Veit und Oberandritz.

Das Thema Suizid beim jugendlichen Philosophieren zu streifen, war an diesem Ort naheliegend.

Gemeinsam unternahmen wir noch ein, zwei Jahre später Touren mit unseren Bergmeister-Rädern, von Heinrichs Elternhaus herüber nach Gösting und zurück.

Etliche Jahre später sahen wir uns noch einmal, in einem Discokeller, und er erzählte mir, wortkarg und sehr entrückt hinter ein paar Flaschen zusammengesunken, heute würde er wieder fliegen – vielleicht eine Anspielung auf den Song „This Flight Tonight“ von der schottischen Gruppe Nazareth, den wir noch als Kameraden gemeinsam gehört hatten – während mir nach ein paar Gläsern Bier gerade nach Reden zumute war.

Mir fiel auf, daß nicht nur ich mich, sondern auch Heinrich sich merkwürdig verändert hatte.

Es kam kein heiteres Einverständnis mehr zwischen uns auf.

Ich weiß nicht, in welchem Ausmaß die Erinnerungen, die ich unter einem Titel hier zusammengefasst habe, in Wirklichkeit einander überlagerten.

Es sind nur Geschichten, und es ist nicht meine Absicht gewesen, den Leser mit Überlegungen anzustecken, die nur in meinem Kopf entstanden sein könnten.

Ähnlichkeiten mit existierenden Personen und tatsächlichen Begebenheiten haben sich ergeben, sind aufgrund ihres fiktiven Charakters aber belanglos und unverbindlich.

Voilà, c’est non plus une pipe.

Juli 13, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Mysterious Imagination | | Noch keine Kommentare

Jungfernsprung

Versuche des Verstehens – dritter Teil.

Ich absolvierte eine Ausbildung zum PC-Netzwerkbetreuer im BIT-Schulungszentrum.

Erste Woche war Motivationstraining, zweite Woche NLP-Grundlagen.

Zwei Wochen, in denen einige Damen, die NLP-Ausbildungen absolviert hatten, mit Charme und einigermaßen abwechslungsreich wenig Neues aus Managementkursen, Psychotherapie und Schauspielschulen vortrugen, Kommunikationstraining, wodurch die Ausbildung vorab verlängert wurde, ohne daß sich die Kursteilnehmer danach besser verstanden oder leichter gelernt hätten, weil die Gruppen, je nach Ausichtung, schon nach Kurzem wieder zerrissen und neu formiert wurden.

Es ging um Gesellschaftsspiele, gruppendynamische Spiele und Rollenspiele, die man mitzuspielen hatte, um seine Motivation unter Beweis zu stellen.

Zu meiner zunächst freudigen Überraschung traf ich dort meinen alten Freund Heinrich Zeller wieder.

Ich wunderte mich, ihn in einer Kursmaßnahme des AMS zu sehen, weil ich immer gelaubt hatte, er hätte sich zu einem beruflich stabilen, integren Menschen, Karriere auf der einen, Familie auf der andern Seite, entwickelt.

Schon am ersten Tag wiederholte er eine Angewohnheit aus lang vergangener Pfadfinderzeit und ging mit mir gemeinsam zur Toilette, was mir äußerst unangenehm war.

Ich erinnerte mich, wie er mir auf Schloß Limberg seine sprießenden Schamhaare gezeigt und eine Geschichte erzählt hatte, wie sein Hausarzt Glied und Hoden in der Hand gewogen und als ziemlich groß geraten bezeichnet hätte, bis ihm angesichts der langen Beine und steilen Strumpfnähte einer sich eben am Karteischrank bückenden Assistentin eine spontane Erektion widerfahren wäre.

Sein Arzt hätte die Reaktion als in diesem Alter völlig normal bezeichnet.

Ich war überzeugt davon, daß Zeller zu mir herüber sah, und war unfähig zu urinieren.

In späterer Zeit hatten wir uns in seinem Zimmer ein legendäres Pornoheft gemeinsam angesehen.

Eines Tages durfte ich es  es mitnehmen, und so gelangte es von der Andritzer Hauptschule ins Carneri-Gymnasium.

Heinrich fuhr einen neuen Fiat Bravo im gleichen Proteorot wie unser Alfa.

Die glänzenden Automobile hatten eine auffallende Ähnlichkeit.

Wir sprachen in den Pausen über dies und jenes, aber kaum darüber, was sich in seinem Leben in den vergangenen zwanzig Jahren ereignet hätte, während ich keinen Zweifel daran ließ, bereits etliche Höhen und Tiefen erlebt zu haben.

Bei erinem fiktiven Vorstellungsgespräch vor laufender Videokamera gab ich ein schlechtes Bild ab, wirkte gesundheitlich angeschlagen, nervös und gequält, während Heinrich amüsant und lässig herüberkam, vielleicht ein wenig albern.

Er nahm diesen Vergleich vor laufender Kamera zum Anlaß folgender Bemerkung, in Richtung der die Fernsehaufrzeichnungen kommentierenden Ausbilderin:

„Wie sagte mein Opa immer: Hüte dich vor den Gezeichneten, Junge. Und recht hat er gehabt.“

Ich empfand das als unpassend, ja kränkend, war verärgert, und sah Zeller in den paar Tagen, in der wir gemeinsam die Ausbildungsbank drückten, mit anderen Augen.

Er schien den Kontakt zu anderen KursteilnehmerInnen zu meiden, ähnlich meiner persönlichen Eigenart, mich etwas abseits zu halten, hängte jedoch in auffallender Weise an einer Trainerin, einer attraktiven, blendenden  Dame, mit beträchtlicher Oberweite und französisch manikürten Nägeln, deren Strümpfe beim Überschlagen der Beine knisterten und deren Armschmuck klimperte, eine Frau auch mit trainierter Stimme, die sich mit einer Woche Coaching ohne große Anstrengung ein selbstständiges Einkommen zu verschaffen wußte.

Seine Anhänglichkeit an jene Dame erschien mir gespielt, peinlich, und es kam mir vor, als wollte Zeller mir suggerieren, daß er mit ihr Geheimnisse teilte, und zudem verhindern, daß Details über unsere Jugendfreundschaft hier öffentlich zur Sprache kämen, was auch mir nicht angenehm gewesen wäre.

Über seine jüngere Vergangenheit war nur zu erfahren, daß er – beruflich und in Beziehungen gescheitert – dennoch guter Dinge wäre und sehr, sehr zuversichtlich in die Zukunft blickte.

Juli 13, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Mysterious Imagination | | Noch keine Kommentare

Jungfernsprung

Versuche des Verstehens, zweiter Teil.

Wegen ungestümen Verhaltens unter Einfluß von Alkohol und  Drogen mehrmals zur Ausnüchterung und Beobachtung in die Psychiatrie verbracht, lernte ich dort vor langen Jahren Herrn Bögel kennen.

Er gebärdete sich aggressiv, indem er, andere Patienten gnadenlos beschimpfend, dafür sorgte, daß an der Essensausgabe Ordnung herrschte, wo er Tableaus abräumte und Besteck und Teller vorschlichtete.

Bögel war Alkoholiker und verstärkte diese Selbsteinschätzung durch das Wort pathologisch.

Er las über den Brillenrand im „Spiegel“, den er stets bei sich trug, und machte einen aufgeklärten, beinahe intellektuellen Eindruck – anders als die Mehrheit der in gestreiften Pyjamas vor sich hinbrütenden, vereinsamt in kurzen Schritten Korridore entlangschlütternden Insassen des Wagner-Jauregg-Sonderspitals, welches in zahlreichen Abteilungen jede Menge Menschen und Geheimnisse verbarg.

Im Gespräch zur reichlich bemessenen Leerzeit freundeten wir uns an und verließen bald das Anstaltsgelände, um Bier oder Wein zu konsumieren.

Bögel war ziemlich lädiert, aber sein Herz schlug noch, obwohl in zunehmendem Maß von einem dudelsackartig angeschwollenen Eingeweidebeutel bedrängt, einen gehobenen Beat.

Wir gingen in die Anstaltswäscherei und legten Geschirrtücher und Windeln auf eine große Bügelwalze. die auf der anderen Seite wieder herausgezogen und gefaltet wurden, um uns ein wenig Taschengeld zu verdienen, das wir in Getränke umsetzen, deren verbotener Genuß Erleichterung verschafte, während wir die lähmenden, willensauslöschenden Medikamente nur zum Anschein einnahmen.

Auch später sahen wir uns gelegentlich, unter geänderten Umständen, als ich längst berufstätig und verheiratet war.

Wir tranken Bier oder rauchten einen Joint miteinander.

Einmal, er war wieder wegen psychischer Beschwerden, die er schizophrene Schübe nannte, eine Zeitlang in der Psychiatrie gewesen, erzählte er mir von einem Patienten namens Zeller, welcher ihn immer weder provozierte, bis er ihm eine heftige Ohrfeige versetzt hätte.

Er warf jenem vor, eine verlogene Biedermannsvisage hinterm einem Klugscheisser-Vollbart zu verbergen.

Ich dachte nicht daran, daß es sich bei genanntem Zeller um meinen Jugendfreund Heinrich gehandelt haben könnte und erfuhr auch nicht, was der konkrete Anlaß der Auseinandersetzung gewesen war.

Bögel litt, was schwer zu übersehen war, unter der Bedrückung durch zunehmende soziale Vereinsamung und der Unfähigkeit, als in Beziehungsideen und Selbstmitleid verstrickter Sonderling, Kontakte zu anderen Menschen aufbauen und halten zu können, was seinen Alkoholismus begünstigte.

Dies nach einer Jahre zurückliegenden Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses nach nächtlichem Bierpinkeln in der Bindergasse, wo man von einer bestimmten Dame aus deren Urinoir begossen werden konnte und einige Zeitgenossen, Bögel unter ihnen, als Exhibitionisten verleumdet worden wären.

Einmal kehrte er in einem aufgeregten, psychotischen Zustand aus einem mehrwöchigen Griechenlandurlaub zurück.

Wir besuchten ihn im Wagner-Jauregg-Spital und brachten ihm Zeitschriften, doch es war sein ausdrücklicher Wunsch, daß wir ihm Spirituosen besorgten.

Da vermieden wir weiteren Kontakt.

Gelegentlich konnte ich ihn aus dem Fenster beobachten, wenn er über den Griesplatz schlurfte, in laute Selbstgespräche versponnen, wie mit einer Fechtwaffe in der Luft herumfuchtelnd, einen Beutel mit Bierdosen in der anderen Hand.

Als ich gerade beim Liberalen Forum arbeitete, schrieb er meiner Frau einen wirren Brief, in dem er mich als Mamabussigeber und Weichei verunglimpfte.

Der Brief war mit merkwürdigen Hieroglyphen von infantiler sexueller Symbolik durchsetzt.

Später habe ich nichts mehr von ihm gehört und angenommen, daß er Selbstmord begangen haben könnte oder an den Folgen seiner Trunksucht zugrunde gegangen wäre.

Juli 13, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Mysterious Imagination | | Noch keine Kommentare

Jungfernsprung

Versuche des Verstehens. Erster Teil.

In meiner Wölflings-Pfadfinder-Kindheit, bis an die Milchsuppe der eigenen Pubertät heran, hatte ich einen guten Freund, Heinrich Zeller.

Heinrich war um ein Jahr älter, um einen Kopf größer; eine einnehmende, kräftige Erscheinung.

Er war ein Exemplar von einem nußknackerhaft grinsenden, scheinbar tappsigen Kumpel, besonnen und friedlich, wehrhaft im äußersten Fall.

Er ärgerte sich, wenn ihn Leute mit Heinzi anredeten, da wäre ihm sein Nachname lieber gewesen.

Wenn man sein Freund war, nannte man ihn Richie.

Jeden Sommer fuhren wir mit den Pfadfindern nach Schloß Limberg in der Weststeiermark, später auch ins Zeltlager am Stubenbergsee.

Uns verband eine kameradschaftliche, im Lauf einiger Jahre sich vertiefende Knabenfreundschaft.

Heinrich hing sehr an seinen Eltern.

Häufig lobte er den Vater wegen seines Fleißes und seiner Vielseitigkeit, und schwärmte von seiner Mutter, die ihn immer mit kulinarischen Genüssen verwöhnte.

Über ein Glas Kaviarersatz, das ihm in einem Geburtstagspaket nach Schloß Limberg geschickt wurde, freute er sich sehr.

Gemeinsam errichteten wir Staudämme an einem nahen Bach, wobei wir der Dimension und Stabilität der Bauwerke älterer Jahrgänge nahezukommen versuchten.

Der junge Heinrich war ein moderner Naturbursch, belesen in Fauna und Flora, sowie populärwissenschaftlich stets informiert.

Er war mir im Grunde ein guter Umgang.

Mit einer Vorliebe für Heftchen-Grusel-Krimis steckte er mich vorübergehend an.

Als unsere Freundschaft schon älter war und die Stimmen zu mutieren begannen, war ich  ein genervter, überlasteter Gymnasiast und er ein üppig heranreifender Hauptschüler – erster Klassenzug – ein Bub, dem das Lernen leichtfiel und die Schule Spaß machte.

Einmal nahmen wir an einem Pfadfinder-Wandertag auf die Burgruine Gösting teil.

Heinrich war sehr guter Laune.

Er legte mir einen Arm um die Schulter und wir spazierten freudig schwatzend den anderen hinterher.

Er fischte augenzwinkernd eine geschwungene Pfeife hervor, die er mit einem stark perfumierten Tabak der österreichischen Marke „Amsterdamer“ stopfte und von einem Streichholzbriefchen ansteckte.

Heinrich wußte mich zu beruhigen, daß der Wind so wehte, daß uns die kleine Gruppe voran keinesfalls ausmachen konnte und wir schmauchten, ohne Ekel voreinander zu empfinden, aus demselben Mundstück.

Nach diesem Sommer besuchte ich ihn auch zuhause, mit dem Fahrrad.

Er wohnte etwas außerhalb nordöstlich der Stadt,  wo hinter einem geräumigen Einfamilienhaus in sonniger Lage ein lichter Mischwald begann.

Seine Eltern waren sehr freundlich – fröhliche, herzliche Menschen.

Es gab eine Handvoll lachender, lärmender Geschwister und Pflegekinder.

Heinrich legte Wert darauf hinzuweisen, daß von seinen Eltern alle gleich und gerecht behandelt würden.

Kätzchen strichen einem um die Beine und ein aufmerksamer, schwarzer Mischlingshund tollte durchs Haus.

Ritchie hatte unten, im Souterrain, sein eigenes Zimmer, das über die Treppe zu erreichen war und außerdem über einen Ausgang ins Freie verfügte.

Der die meiste Zeit launig und viel erzählende Junge ging mit Freude zur Schule und lobte in hohen Tönen seinen Klassenvorstand, Herrn Imre, der seinen Schülern sogar das Du-Wort angeboten hatte.

Er zeigte mir, wie er locker aus dem Handgelenk, in kürzester Zeit, und während wir die Schiflug-WM im Auge behielten, seine Aufgaben mittels Multiple Choice in den Schulbüchern erledigte.

Das erschien mir wohltuend antiautoritär und sehr fortschrittlich.

Ich bewunderte ihn.

Juli 13, 2008 Verfasst von morath | Austria, Education, Mysterious Imagination | | Noch keine Kommentare

Little Medusa

Floppy, my little Medusa.

Juli 12, 2008 Verfasst von morath | Snapshots, Summertime, Vienna | | Noch keine Kommentare