CatCam

by morath

Hanging Out (Batman)

Flughund
Flughund, Tropical House, Upper Floor. Schönbrunn Zoo.

März 31, 2009 Verfasst von morath | Austria, Snapshots, Vienna | | Noch keine Kommentare

Dem Ingenieur …

„Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“ (Dr. Johannes Hahn, 2006)

Johannes

… ist nichts zu schwoer.

März 29, 2009 Verfasst von morath | Austria, Europe, Politics In The Chestnut, Snapshots, Vienna | | Noch keine Kommentare

Schönbrunn

Die letzten Österreicher.

Der Kater Schrammel ist mein guter Freund.

Ich erzähle ihm von unserem Spaziergang im Tiergarten Schönbrunn und er hört mir zu.

Hochinteressant und herzerfrischend zu beobachten, wie sehr das Kätzchen Hula den schwarzen Jaguaren gleicht, so ähnlich sind sich kleine und große Katzen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Spieltrieb der Tiere kitzeln und der Mangel an Besuchern wochentags die nervliche Belastung der Raubkatzen niedrig hält.

Zu Hause führe ich keine Selbstgespräche, sondern rede, wenn die Gemahlin auswärts weilt, mit unseren Katzen.

Daß diese Gespräche abgehört werden, davon bin ich überzeugt.

Das ist mit ein Grund, warum ich nach Laune Lieder anstimme, gerne Selbsterdachtes, etwa „Wir fahren mit der Nahmaschin’ am Zicksee“, „Ein’ schönen Gruß’ vom anderen Fuß“, „Wenn der Besenschnäuzer nimmer pickt“ – ein Lied, das mir in der Interpretation eines Knabenchors vorschwebt – oder Coverversionen von Stefanie Werger – „Stark wie ein Felsen“ und Reinhard Fendrich – „Es lebe der Sport“.

Mein neuestes Projekt zur Komposition heisst „Angela aus Angola“.

Ein Protesttrack gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, aber ich habe noch weder Melodie noch Text ersonnen.

Ich beschäftige mich, davon abgesehen, auch mit Grundsatzfragen, etwa, ob sich die ÖsterreicherInnen ein zweites Mal von miesen Nazis vom Flosz fegen lassen werden.

An meinem letzten Arbeitsplatz, wo ich sehr ekelhaft hinausgemobbt wurde, pflegte ich bei der Arbeit zu singen und vor mich hin zu sprechen.

Davor war ich gefeuert worden, weil ich bei der Arbeit – es handelte sich um eine Beschäftigung in einem Callcenter – Karikaturen anfertigte, reimte, und Kurzgeschichten schrieb.

Das hat mit Moral und Willen nichts zu tun, ich muß so sein, wie ich bin, im Gegensatz zu früher, als ich immer versucht hatte, anders zu sein, und damit große Schwierigkeiten bekam.

Ich entwickelte diese Eigentümlichkeiten, ohne die ich gar nicht sein möchte, aus dem Gefühl heraus, ständig kontrolliert und belauscht zu werden, sie sind meiner Laune und Stimmung zuträglich und lassen nicht unterdrücken.

Wenn mich jemand provoziert, was gelegentlich vorkommt, werde ich leicht aggressiv und habe unter Schmerzen und bohrendem Stress damit zu kämpfen, die rasenden Aggressionen durch Vernunft auszugleichen.

Niemand kann von mir verlangen, daß ich starke Medikamente nehme, welche die genannten Symptome unterdrücken, die im Grunde nur meine gelöste Depression charakterisieren.

Ich wäre dann auch nicht zurechnungsfähig bzw. nicht in der Lage, meine Befindlichkeit in Worte zu fassen.

TAO

Mick Meixner

März 26, 2009 Verfasst von morath | Austria, Hanging Circus, Vienna | , , | Noch keine Kommentare

Wie es ist.

Die Gedanken sind frei.

Willkommen im uferlosen Weltreich des paranoiden Verfolgungswahns.

Anders kann ich es nicht erklären, wenn sich der Gedanke nicht abschütteln läßt, daß Klabustrella am Morgenthron das Thema „Der Dritte Mann“ auf der Zither spielt.

Natürlich mit den Zehen.

Wie könnte sie sonst die Sonntagszeitung lesen?

Zugegeben, das ist kein schöner Gedanke, aber nicht weniger häßlich ist die Vorstellung, ein alterndes österreichisches Ehepaar schattseitig in Untersuchungshaft zu halten, weil man, weitaus jünger, einmal einen liebevoll begrünten Balkon besaß.

Über jemanden vorsätzlich das Gerücht zu verbreiten, man wäre in einem Maßnahmenvollzug gewesen, obwohl es in Wirklichkeit die Teenagerpeepshow vom Anton-Proksch-Institut war, freiwillig auf hartnäckiges Drängen von neugierigen KASOZ-AbsolventInnen mit Erscheinungsgläubigkeit, vor über einem Zeitraum „lebenslänglich“.

Versuchsaff’ sein zu müssen, für ein psychologisches Experiment wie aus einem beklemmenden Fiebertraum?

Von mir aus können Sie jetzt die Zeitung weglegen, und heftig ins Horn tuten.

Mein Selbstmitleid hält sich bescheiden.

Zumindest bin ich vorübergehend erleichtert, wenn die Gedanken abgelegt sind.

Uga, Uga, wir sind Neger
von dem Stamm der Hosenträger.
Unser Häuptling ist ein Weisser
und ein großer Hosenz’reisser.

(„Kinderreim“, Gemeindebau/G’stättn, 60er Jahre)

März 23, 2009 Verfasst von morath | Austria, Conspiracy, Drugs, Mysterious Imagination, State Of Mind, Vienna | , , | Noch keine Kommentare

Hallo Frühling.

Strictly no Twitter.

Als ich gestern morgens das Fenster öffnete, flatterten zwei schwarze Falter vom Aluminiumsims.

Sah heute einen Freund aus meiner Schulzeit, Zeitung holen.

Ich wußte gar nicht, daß er im Haus gegenüber wohnt.

Das braune Sakko hat er gegen eine schlabbrige Wollweste eingetauscht.

Die adrette Ärztin, die lieber eine Notruftaste auf ihrem Handtelefon drückt, bevor sie mit mir im Lift fährt, trägt in einem Karton große braune Flaschen zum Container.

Stiegensteigen ist viel gesünder.

Möglicherweise wurde enthemmt Limbo getanzt.

Man hörte Musik von Carlos Santana und J. J. Cale.

Vielleicht heiratet sie ihren Mentor, Dr. Dan.

Der schenkt ihr zur Hochzeit eine geräumige Küche, Echtholzmöbel, mit einer krönenden messingbeschlagenen Kupferesse.

Sie entkorken Champagner, Moet & Chandon, kochen im Wok ein scharfes Nudelgericht, und haben viel Spaß dabei.

„Herr Morath, sie müssen sich konzentrieren, besser konzentrieren, viel mehr konzentrieren …“

Der Vorhang aus Wolken wird auf- und wieder vorgezogen.

Sonnenschein. Kein Sonnenschein.

Der Frühling sagte gerade mal „Hallo“.

März 22, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Vienna | | Noch keine Kommentare

Dopamin

Kaffee- und Teephilosophie, Neuropiatristen.

Koffein ist mein wichtigstes Antidepressivum.

Ich weiß nicht, wie oft ich einen Tagebucheintrag mit Worten des Lobes auf Methylxanthin begonnen habe.

Einträge der Jahre 1979, 1980, 1981 … 2001, 2003, 2005, 2006, 2007 und 2008 könnten ähnlich angefangen haben.

Auch Tee weiß ich zu schätzen.

Tee, besonders grüner, enthält ferner die Alkaloide Theobromin und Theophyllin.

Je grüner der Tee, desto mehr Theophyllin enthält er, besonders in den Blattspitzen.

Die japanische Teezeremonie dient dazu, ein Getränk zubereiten, welches hauptsächlich Theophyllin enthält.

Es wirkt gefäßerweiternd, regt die Gehirndurchblutung an und man kann besser atmen und sich konzentrieren.

Dopamin wird von Synapsen diesseits freigesetzt und jenseits wieder aufgenommen, dazwischen hat man mehr Freude am Leben.

Kaffee und Tee sind Drogen, die wir beinahe als Lebensmittel einstufen, so wichtig sind sie uns geworden.

Zwischen den Neurotransmittern Serotonin, Noradrenalin und Dopamin herrscht ein Wechselspiel, das Neurobiologen durchschauen wollen.

Serotonin und Noradrenalin haben etwas mit Depressionen zu tun, Dopamin ebenso, aber auch mit Antrieb, Konzentrationsfähigkeit, Lust, Schizophrenie, und Krankheiten vom Typus Parkinson.

Psychiater verordnen Arzneien, die im metabolischen Wechselspiel zwischen Noradrenalin und Serotonin Beschleunigungen oder Verzögerungen bewirken, wenn es um Dopamin geht, schauen sie an sich hinunter.

Sie verschreiben Medikamente, die ihnen Vertreter der Pharmaindustrie schmackhaft machen.

Die bringen ihnen jede Menge Ärztemuster mit, mit denen sie experimentieren können.

Wenn sie befürchten, dass ein Patient sie durchschaut haben könnte, lesen sie aus einer Medikation, die sie selber vor einiger Zeit noch für gut und tauglich befunden haben, schnell ein Suchtproblem mit Psychotherapiebedarf – und weil sie Angst haben, dass sie vor der Ärztekammer als Drogenverschreiber bloßgestellt werden könnten, weil man sie aus Ministerien unter Druck setzt.

Das ist Paranoia – Angst, nicht gleichzeitig wie geschmiert Karriere machen, hedonistisch leben und in Privilegien baden zu können.

Darum Musik:

Neuropiatristen wollen forschen, was das Zeug hält.

Sie wollen keine Langeweile und nicht die Alltäglichkeit.

Sie wollen nicht, dass es Patienten … gut geht.

Sie sagen, sie sind Heiler und ausschließlich für die kranken Leute da.

Neuropiatristen tanzen untertag’ im bunten Aufzug.

Sie sind gerne auf den Pisten in den Nobelorten der Union.

Neuropiatristen arbeiten sehr hart … an sich selber.

Sie mögen keine faulen Arbeitslosen und Leut’ in Invaliditätspension.

Neuropiatristen ticken anders als die Innen.

Sie stechen lieber mit dem Instrument der Drogenkoordination.

Sie sagen

März 20, 2009 Verfasst von morath | Austria, Conspiracy, Drogenpolitik, Drugs, Europe, Politics In The Chestnut | | Noch keine Kommentare

Blitzkrieg, letzter Krampf.

Ich mache Schluß.
Du machst Schluß.
Er macht Schluß.
Sie macht Schluß.
Es macht Schluß.
Wir machen Schluß.
Ihr macht Schluß
Sie machen Schluß.

Die Mutter hätte wieder einen Krampf gehabt.

Das Wesen der Intrige besteht darin, Menschen gegeneinander auszuspielen.

Ihr Sinn, das Ziel der Intrige scheitern zu sehen.

Intrige klingt nach Konspiration und wird leicht vom Tische gewischt, indem man sagt, jemand der – die Verallgemeinerung kommt so sicher wie das Amen im Gebet – überall Intrigen vermutet, leidet an Verfolgungswahn und gehört entmündigt.

Dabei ist Intrige alltäglich – in der Politik wird fast auschließlich intrigiert.

Wilma Feuerstein und Betty Geröllheimer zaubertern immer mächtigere Gegner aus dem Sektkübel – Triatlethen, Golfchampions, Kreuzritter, Großinquisitoren im Blutsgewand, an deren Mitteln zur Meinungsdurchsetzung noch jeder scheitern mußte, ausnahmslos.

So braucht man sich nicht zu wundern, daß wer dem Vater, dem Super-VIP, dem Finanzminister und Vizekanzler sich nicht beugte, nicht dem Oberpsychiater Doppeldocteur, zu guter Letzt dem Polizeipsycholog’ Müller vorgestellt wird, in der Hoffnung, dieser würde dem trotzigen Buben die Wadeln doch nach vorne richten.

Worum es ging in der Angelegenheit, hätte man fast schon aus den Augen verloren, es ist die Wut des Augenblicks, die verzweifelte Hoffnung, die eigene Verfehlung würde untergehen im Getöse einer viel größeren finalen Auseinandersetzung.

„Einspruch, Euer Ehren!“

Man wollte Jus studieren und sich selbst verteidigen.

Und Psychologie – ein Gutachten schreiben, das sich gewaschen hätte.

Das wäre einfach genial gewesen.

„Hier liegen wir in der Sonne und holen unsere Matura nach.“

Am Anfang war der in Österreich seit Ende des zweiten Weltkriegs gern und vielfach gepflogene Plan, den eigenen Willen unbedingt durchsetzen zu können, über den Weg zur Zeitung.

„Etwas über die Zeitung machen“, sagte man, der Presse einen Zund’ geben war gemeint, wenn man nicht sicher war, daß eine Anzeige bei der Polizei auch die erwünschten Konsequenzen hätte.

Die Zeitungsleut’, einmal Blut gerochen, dachte man landläufig, würden das viel besser machen.

Jemanden bei der Zeitung haben, oder gar beim Radio und Fernsehen – eine gefährlichere Waffe als die Geflügelscher’ unter der Kittelschürze.

Es gibt eine Forderung der Bausparkasse über 100.000 Euro und noch viel mehr, die verschwunden, und jeder, der die Geschichte kennt, weiß, daß gute Freundinnen, Herz und Seele, das Geld einfach verbraucht haben, um standesgemäß zu dinieren, sich zu kleiden, zu reisen und ins Casino zu gehen.

Man gönnte sich sonst gar nichts.

Es hätte der Bruder gewesen sein können – vor allem, wenn der schon endlich tot’ wär.

Man sagte sich, zurückzahlen würde man schon – hätte man erst Berufung und Mitte gefunden, und der Mitunterfertiger und sein erbschaftsberechtigtes Weib würden schön brav dazu beitragen, daß alles so würde, wie es einstens angedacht gewesen war.

Aber die Zeit war schneller als die Blähung des Gedankens, man könnte alles irgendwie hindrehen, machen lassen, es sich richten, über Anrufe, Bekannte, Beziehungen … Zeitung.

Und so wären zum Schluß im Ring:

Ein extrem gefährlicher wandelnder Druckkochtopf und andererseits der Polizeipsychologe Müller, der dem Widerspenstigen, entrüstet über dessen Präpotenz, ein Verbrechen an den Leib schneidern würde, oder ihn zumindest so lange so böse mit strafenden Blicken durchbohren, bis jener die Waffen streckte, und endlich das Problem einer Familie aus der Welt schaffte, ob als fleissiger Leibeigener bei Super-VIP – oder müßte die Ehefrau einspringen, erben, verkaufen, oder sonst halt IRGENDWAS.

Das Volk: „Mund-höhlen-ab-strich! Mund-höhlen-ab-strich!“

Scheissen darf man sich nichts, wenn man zu was kommen will.

„Die Tant’ Gusti war so.“

März 16, 2009 Verfasst von morath | Austria, Education | , , | Noch keine Kommentare

Gustav und Sararak.

Von was Kunst kommt.

Eva Gustav Jantschitsch ist zur Marienfigur der österreichischen zeitgenössischen Musikkultur geworden.

Wer etwas teilhat an dieser Kulturszene, der staatlich geförderten, kniet vor Frau Gustav ab, macht sein Kreuzerl brav und küsset ihr die Zehen.

Ich gebe zu, daß ich mich als Webautor – multi e pluribus unum – nicht wirklich auseinandersetzen muß mit unserem Kulturzirkus – ich befinde mich natürlich ausser Konkurrenz.

Ich weiss gar nicht, was es mit der zur Ikone emporgestemmten Kulturkalamare Eva Jantschitsch wirklich auf sich hat, noch will ich jemandem den Erfolg neidig sein, der es versteht, von und mit offiziell anempfohlener Kultur zu leben, aber ich bin skeptisch, fraubischoffbergervommoralkurier.

Vielleicht steckt hinter Soap&Skin aka Anja Plaschg ebenfalls Eva Jantschtisch, weil sie als Gustav allein zu wenig Geld verdient.

Würde ich Musik machen oder darstellende Kunst, befände ich mich in einer anderen Situation, und wäre über das erfolgreiche Vermarkten vielfältigen Schaffens aufgeklärter.

Die Gemahlin macht bessere Fotografien als ich.

Ich kenne ja nur ein ganz klein wenig von jener Musik, die man seit Jahren via Jugendradio FM4 ohrkerzenartig eingeträufelt bekommt, die jedoch immer wieder in ausnahmlos höchsten Tönen gelobt und gepriesen wird.

Gustavmusik finde ich weder – wie vielfach euphorisch beschrieben – hochanspruchsvoll, noch avantgardistisch, sophisticated, interpretierbar tiefgängig, sondern nur technisch perfekt umgesetzt und wohlgehypt, eine polyphon klimpernde digitale Popmusik, die mir persönlich aufgesetzt, attitüdenhaft erscheint, gekünstelte Effekthascherei, die meine Nerven mehr belastet, als sie zu erfreuen.

Ich kann nichts Geniales heraushören, wenn die junge Frau  „We shall overcome“ interpretiert und der DiePresse-Musikredakteur Kramer darüber in elastisch verzücktes Freudengehüpfe gerät, mit allen Geräusch- und Symbolblasen, und Fußnoten, die im österreichischen Kulturheftl des Jahres Platz finden.

Politisch wäre die Gustav, höre ich immer wieder.

Gemeint ist wohl: Politisch korrekt, weil gefördert.

Wirklichkeit ist, daß politische Kulturbeitragende in ganz Europa auf dem Index stehen, umso unbeliebter bei Regierungen, je politischer sie sich äußern, was – gewohnt alteuropäisch – in Hysterien unterschiedlichen Temperaments Niederschlag findet.

Politik und Kultur verstehen sich im Grunde gar nicht gut.

Politisch können – by state of the art – nur Blogger, freie Journalisten sein, wenn sie Mut haben.

Politische Pop- und Rockmusik – das ist schon lange her – und was ein kotellettenbartbäckiger Literat mit Schubert-Franzl-Brille an rotweissrotem Protest und Widerstand zwischen zwei Buchdeckel aus echter Waldheimatpappe hineinschreibt, interessiert gerade weltweit so richtig niemanden.

Wenn das Burgtheater die einzige mögliche Schnittstelle zwischen Autoren und Hochkultur wäre, wäre das Internet heute noch nicht erfunden.

Daß Sie mich nicht mißverstehen – ich bin nicht besonders stolz auf meine winzig kleine, zwischen rasenden Bits und Bytes wie ein alter Bandsalat verhutzelte Präsenz – ich weiß, bei mir erfolgt das Verfassen von Texten zwanghaft, masturbatorisch, die bedeutungslosen, aber anstößigen Worte drängen stoßweise aus mir und floppen in alle Richtungen hinaus.

Sie fallen von mir ab – und wachsen sogar an, ab und an.

Das kann ich wahrnehmen.

Die Ebene der Politik ist eine tiefe.

Räuber und Gendarmen sind dort angesiedelt, Futterneid, Gewalt, Verbrechen aller Art – eine überhaupt nicht schöngeistige, gar nicht wohlklingende Realität.

Man kann sich Menschen andienen, um über die Runden zu kommen.

Kultur sollte auch darüber angesiedelt sein können.

Hoch oben, im allerhöchsten Wolkenkuckuckshausenturm, ganz nahe schon beim lieben Gott, den überhaupt keiner mehr lieb hat, freilich, aber auch im Stockwerk darunter, wo dünne, aber saubere Luft und einigermaßen Ruhe herrschen, wo die Seele noch schnurren und rollen kann, und nicht gleich explodieren muß, weil jedesmal der Polizeipsychologe Müller beim Fenster hereinspechtet, wenn man gerade mit Farben und Formen experimentiert.

Kultur kann kesseln wie der neueste Wolf Haas-Film, sie darf aber auch im stillen Kämmerlein sein, oder irgendwo weit draussen, im fernsten Hinterindien, wo nur mehr die Drachen und Kyklopen schauen und lauschen.

Freigang muß schon noch möglich sein für österreichische Kulturträger.

Egal, welchem Brotberuf sie nachgehen.

März 15, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Europe, Politics In The Chestnut, Vienna, Virtual Underground | , | Noch keine Kommentare

Der Jack Unterweger-Komplex.

Warum es heute so schwer ist, in Österreich Kulturbeitragender, aber nicht Kulturförderungs-Kulturschaffender zu sein.

Lieber Herr Müller!
Ich wollte mich keinesfalls mit Ihnen messen.
Ich will mir auch nicht ihre Bücher kaufen.
Und wenn ich jemals ein schweres Verbrechen begangen hätte, hätten Sie wahrscheinlich längst dazu beigetragen, mich zu überführen.
Würden Sie mich also freiwillig herausfordern, aus Spieltrieb, oder aus Sadismus?
Ich bin der Meinung, es werden – vielleicht nur von einzelnen Beamten, vielleicht aber auf konkretes politisches Betreiben – Leute gedeckt, die anderen unbedingt beweisen wollten, daß sie perfekte Verbrechen begehen können – auch wenn es sich nur um Übergriffe auf anderer Leute Eigentum handelt.
Ein bewährtes Mittel, das in Österreich gegen Menschen angewendet wird, die nicht so funktionieren, wie es andere gerne hätten, ist psychologische Folter.
Ich gehe davon aus, es entspricht nicht Ihrer Persönlichkeit, es gut zu heissen, daß man zwei Menschen die Wohnung nachsperrt, kaum daß sie einmal gemeinsam Luft schnappen gehen, um irgendeinen Schaden am PC zu hinterlassen oder einfach ein Zeichen, dass man wieder da war.
Ich glaube auch nicht, daß Sie sich für infame Mobbingstrategien einspannen liessen.
Es kommt mir vor, daß jemand immer wieder auf Gelegenheiten gewartet hat, um Konfrontationen zur allgemeinen Verunsicherung herbeizuführen.
Ich habe Theorien, schon seit längerem.
Leider hat niemand in diesem großen Haus genug Zivilcourage, uns auch nur unverbindlich in Kenntnis zu setzen.
Eine große Pappmachéstatue mit den bekannten drei Affen würde gut ins Foyer passen.
Unlängst hatten wir Hundescheisse, in die Spüle gespachtelt:
Zum Frühstück, zu Mittag und am Abend.
Das war nicht gerade appetitanregend.
Ich bin leider nur Katzenpsychologe, aus langjähriger Erfahrung.
Darum kann ich mir vorstellen, was es bedeutet, wenn die kleine schwarze Katze Hula sich nicht blicken läßt, um uns zu begrüssen.
Eine andere, Flocky, die fast zwanzig Jahre mit uns verbracht hat, ist vor unseren Augen zugrundegegangen.
Nahe ihrem Plätzchen stand damals ein Kontaktspray, zum Reinigen von elektrischen Reglern und Schaltern.
Was halten Sie davon?

März 15, 2009 Verfasst von morath | Austria, Cats, Europe, Experience | , , , , | Noch keine Kommentare

Unzumutbar

Wirklichkeit in Österreich.

Es ist widerlich, wenn sich ein Mensch und Staatsbürger in Österreich von beschädigten Beamtenseelen vorhalten lassen muß, was seine Phantasien sein könnten.

Es ist kümmerlich, wenn in pseudopsychologische Beleuchtungen
der Persönlichkeit von Menschen und Staatsbürgern Beschreibungen deren Geschlechtsorgane durch persönlichkeitsgestörte ZuträgerInnen einfliessen dürfen.

Es ist traurig, daß in Österreich Zustände herrschen dürfen, die offenbar nur dazu dienen, das Ableben und Verderben von Menschen und Staatsbürgern zu beschleunigen.

März 14, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Europe, Europia, Politics, Politics In The Chestnut, Research, Science | , , , , | Noch keine Kommentare

LIF (LSF) – Junk-Email

Richtiger Umgang mit Bettelpost vom Liberalen Forum im Outlook.

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*brill*

Alternative (für Fortgeschrittene):

Extras
Regeln
Neue Regel
Nach Erhalt einer Nachricht
von einem Absender
dessen Name mit Z beginnt
diese in den Papierkorb verschieben.

*töröö*

Vorsicht: Mogelpaket!
Einmal gefoppt – nie mehr getoppt.
Liberal kannst Du selber sein.

März 12, 2009 Verfasst von morath | Austria, Europe | | Noch keine Kommentare

Mama Coca

Leben wir auf einem fernen Planetoiden?

Es ist traurig bis beängstigend, wie sich der homo europae von seinen Verwandten im Rest der Welt entfernt, statt sich ihnen anzunähern.

Außerirdisch, als wären er und sein Stab einer utopischen Geschichte entstiegen , mutet der Auftritt des Präsidenten eines Staates von der Größe Zentraleuropas an, in dessen Heimat seit 5000 Jahren die Cocapflanze eine wichtige Rolle spielt und zum Grundeinkommen und Auslangen seiner Bewohner beiträgt – während man bei uns für das Scheitern des seit ein paar Jahrzehnten ausgerufenen Krieges gegen die Drogen nicht um die Burg die richtigen Worte findet.

Es soll Leute geben, die Evo Morales gern festgenommen oder verhaftet gesehen hätten, weil dieser einen Vorrat an Kokablättern und Proben von daraus gewonnen Alltagsprodukten mit sich führte.

Morales sei – was es nur drüben in Lateinamerika gebe – außerdem ein Linker, jemand, der für eine anderes System als den Kapitalismus/Neoliberalismus eintrete, gegen die westliche Wertegesellschaft, vergleichbar nur mit dem aussterbenden Castro-Kommunismus, oder?

Ausserdem setze Morales Hoffnungen auf US-Präsident Barack Obama, der einen Namen trägt wie bei uns schwarzafrikanische Drogenhändler- und amerikanische Sportlehrer, die ein bisschen Rückenwehweh, das sie sich wahrscheinlich beim ausgelassenen Basketballspielen geholt haben, sofort auf eine rassistische Prügelpolizei schieben wollen.

Österreich ist heute ein sehr kleines Land, da wäre eine drollige Nachläufigkeit des Bewußtseins noch verständlich, andererseits sind wir auch Europäer geworden, aber unser Problem ist, das wir uns dieser Tatsache noch nicht richtig bewußt geworden sind, sonst würden wir uns mehr damit auseinandersetzen, wohin sich die Föderation, der wir angehören, entwickelt.

So werden wir langsam, aber feststellbar, zu einem Entwicklungsland, wo die Menge an nachdrängender Kultur am besten die Donau hinuntergelassen werden soll, während im Schatten kultureller Vergangenheiten, an denen wir alles messen und die wir wie besessen beschwören, Analphabetismus, Anarchismus und Abstumpfung – Beschäftigungslosigkeit im weitesten Sinne – anwachsen, zudem wir uns waffnen für blindwütende Aufstände und Lynchjustizen, damit wir uns endlich wieder einmal spüren können.

Diese Welt ist verrückt – sodaß wir uns nicht des grauslichen Gedankens erwehren könnten, daß irgendwann irgendwo in einer fernen Himmelsrichtung ein wahnsinniges Manderl mit langen Schneidezähnen auf einen Knopf drücken könnte – und alles wäre vorbei.

Andererseits glotzen wir verblüfft, wenn Präsident Morales aus Bolivien auf Besuch kommt und uns seine fremde Kultur vorstellt.

Was wollte der überhaupt, Evo Morales?

Er sprach davon, daß Anfang der neunzehnhundersechziger Jahre von der UNO bzw. WHO die Wappenpflanze seiner Heimat als gefährliches Gift eingestuft wurde, einschließlich der Forderung an die Nachwelt, diese Pflanze zu bekämpfen, bis nichts mehr von ihrer Species übrig wäre.

Was lernten wir in der Schule über Bolivien?

Es wäre definitiv eine Aufgabe für ein adoleszierendes Europa, darüber zur Diskussion und Neubefindung anzuregen, ob alles, was irgendwann von irgendwem nierdergeschreiben worden ist, richtig war, und deshalb für alle Zeiten zuzutreffen hätte.

Weil sich im Grunde nicht alles um Betrug, gefälschte Unterschriften, behördliche Vertuschung von Straftaten, Herrgottsurteile im österreichischen Zivilrecht – und Geld – dreht, sondern um Lebewesen, Menschen auf diesem Planeten.

Und wie man in Zukunft miteinander umgeht.

März 12, 2009 Verfasst von morath | Austria, Drogenpolitik, Drugs, Europe, Faith, Research, Science, Vienna | , | Noch keine Kommentare