CatCam

PIG

atm

 PIG stands for better don’t gamble.


Title In Progress

Towards a strange world.

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Prater funyard walk.


Primat im Schraubstock.

Sein, was man ist.

Wenn das System erschwerte Daseinsbestimmungen diktiert, erfährt man, was hinter den Fassaden vor sich geht, am eigenen Leibe.

Ein Apparat der politischen Willkür, wo Menschen in den Schatten gerollt werden, ist nichts wert.

Einen Termin bei einem mir nicht bekannten Nervenfacharzt sage ich der guten Ordnung halber ab, nachdem mir ein vertrauter Mediziner jemand anderen empfiehlt, der mir gelegener erscheint.

Der Druck, welcher durch die Verhinderung der Zustellung eines fälligen Bescheides auf mich ausgeübt wird, steigert die Neurotisierung.

Man muß mit dem Schlimmsten rechnen, die Vertreibung und Vernichtung als geplant hinnehmen, über die absehbare Enttäuschung hinausdenken, und darf gleichzeitig nicht loslassen, auf seinen Ansprüchen zu bestehen.

Ansprüche?

Da erschallt ein höhnisches Gelächter.

Es wundert mich nicht, daß Menschen in ähnlichen Situationen Selbstmord begehen, weil sich das Elternland ihrer Kindheit und Jugend in ein geistiges Mittelalter des sozialen Stumpfsinns verwandelt hat, wo das Stöhnen der Gefolterten aus allen Fenstern zu vernehmen ist.

Zum Sonnenbad am Donaustrand fällt die Belastung ab wie Schalen.

Wo ferngesteuerte Überwachungskameras einiges Gefühl der Sicherheit vermitteln, spreche ich mit den Vögeln, die wir kennen, die uns gelegentlich aufsuchen, ob wir Futtergaben dabei hätten.

Zum Glück sind dort weniger Menschen, und manche von ihnen kennt man vom Sehen, mit der Zeit.

Der Biber, der majestätischer Gerade vor Sonnenuntergang übersetzt, um grüne Stämme zu fällen, die zweispannenlange schillernde Smaragdeidechse von pulsierender Erhabenheit, eine kaum zu ahnende Zahl von unterstecknadelkopfgroßen exotischen Insekten, die unter unserer Schwelle aus subtropischen Regionen zuwandern, ohne daß wir irgend darauf Einfluß nehmen könnten.

Wir haben uns entschlossen, auf jeden Fall zu den bevorstehenden Europawahlen unsere Stimmen abzugeben, aber es fällt immer schwerer, als Österreicher an demokratische Zielsetzungen der EU zu glauben.

Empfehlung könnte ich keine abgeben – und würde niemanden in Kenntnis setzen über die eigene Entscheidung, aber ich denke, daß es wichtig ist, gegen den jämmerlichen deutschkatholizistischen Nationalismus und seine scheusslichen verlogenen, dumme und platte Parolen verlautenden Pappkameraden aller Derivate, Psychopathen, anzukämpfen, die Blödverkaufung von Menschen, die Anfeuerung mentaler Zurückgebliebenheit, anzukämpfen, anzukämpfen.


JUMP!

Micromusical, exklusiv für Leser des „Erzieherblatts“.

Es spielt die Anstaltsband der Justizanstalt Mittersteig ein Soul-Medley aus 35 Jahren beinharter Rockmusik.
Es singt die Geschäftsführung der Wiener Drogenkoordination, das Ärztekollegium des Anton-Proksch-Intitutes und der Katholische Sozialarbeiter- und Therapeutenchor des Landes Steiermark.

Es erscheint Drobs, das Animationsmännchen der österreichischen Landesdrogenberatungsstellen „Drogen? Nein Danke!“ – und springt splitternackt auf einen Hocker.

„Kleines Manderl
du tanzt völlig von den Socken
auf deinem Hocker ‘rum.
Wildes Manderl
„Zeig’ uns ruhig deinen Po!
Schüttel’ deinen Pikkolo!
Feuer’ dein Gehirn leer -
Da freut sich Mony Mony sehr!“

„Und die Stapo noch viel mehr!“

„Du armes Manderl
dein lauter Hilfeschrei -
er bleibt nicht unerhört.“

„Was – deine Eltern haben Haus und Grund?“

„Allerliebstes Manderl!
Ruf schnell in der Beratungsstelle Herrn Ingo Fasching an!
Er hat Bizeps! Er hat Hoden! Er hat Grips!
Er hilft dir mit viel Klugheit aus der Scheisse
deiner späten Pubertät heraus.
Was du brauchst ist … Therapie!“

„Die Tassen müssen auf den Tisch!
Kronjuwelen, Tafelsilber …
Vom Kopfe stinkt der Fisch.“

„Du musst erst in der Gruppe lernen, worum’s im Leben geht.“

„Jahrzehntelang Erfahrung -
Faustkampf, Surfen, Wassersport!
Ein Freund mit dickem Schnauzbart
ist immer für dich da!“

„Zieh’ endlich einen Schlussstrich
und fang in der Buckligen Welt
ein super-mario-neues Leben an.
Spring heut’ noch von der Hohen Wand
hab’ keine Angst, wir fangen dich!
Sag einfach ja und … JUMP!“

Drobs: „Mein Name ist Drobs! Für immer meier und hops! Jetzt geht’s um die Endlösung, Burschen!“

„Hilfloses Manderl – heut’ leidest du
an Beziehungsideen und Verfolgungswahn
- Zeit dass du in die Anstalt kommst.“

„Verschrumpeltes Manderl!“
„Verhutzelter Reservechristus!“
„Zwergwüchsiger Dioptrienottel!“
„Personifizierter Minderwertigkeitskomplex!“
„Kebapfriedhof, Schmalzlawine!“
„Du bist arbeitscheu und faul!“
Die Heimat hat von dir genug!
So spring doch endlich vor den Zug …“

„JETZT!“

Tuut! Tuut!

Dem frischen Samen von pubertierenden Knaben wurde in gewissen Kreisen bis in die Neuzeit magische und verjüngende Wirkung nachgesagt. Das Erbe der Lebensuntüchtigen wäre die natürliche Grundsicherung der Mächtigen.


Santorini Kitten

Fear the ernest of life.

santorini

Artist: Carina


Posted in Blogroll, Cats

Faul zum Stinken.

Wer wird Rentenklau?

Da keine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten bzw. seiner Beeinträchtigungen seit dem letzten Termin stattgefunden haben, entspricht die von der Pensionsversicherungsanstalt ausgelagerte Begutachtung – von meinem Wohnort vis-à-vis der Zentralstelle in der Leopoldstadt weit hinunter nach Simmering – einer amtärztlichen Einvernahme ohne Anklage.

Meine gesammelten medizinischen Unterlagen werden abgelichtet.

Von neurologischer Untersuchung keine Spur.

Ohne die Begleitung meiner Frau hätte ich mich dort nicht hingewaget – tatsächlich bin ich der einzige Patient im Warteraum, dafür gibt es eine frequentierte Personaltür zum angrenzenden Pensionistenpflegeheim.

Als mir der Psychiater, wie ich aus seinen Gedanken lese, die Worte „Ich würde gern etwas arbeiten, aber …“ wie eine Hostie bei der katholischen Messe auf die Zunge legen möchte, nehme ich das mitgeführte Packband aus der Tasche und verklebe mir den Mund.

„Alles, was Sie hier sagen, wird gegen Sie verwendet werden.“

Es war Gedenktag zur Abschiebung von Marcus Omufuma.

Was mir als medizinische Leistung über den Stichtag hinaus angeboten wird, ist die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Non-Responder-Studie am Wiener Wilhelminenspital mit einer interferonähnlichen, noch nicht zugelassenen Substanz (BI 201335, Trial Phase 2, NCT00774397‏), zusätzlich zur gängigen Kombinationstherapie pegylierten Interferons mit Ribavirin.

Das bedeutet zumindest 12 Wochen als blutmedizinisch überwachter Versuchsprimat auf Kosten der Firma Boehringer-Ingelheim, die allerdings über die Köpfe der Probanden hinweg mit dem Wilhelminenspital bzw. dem AKH verrechnet.

Voraussetzung für die Teilnahme ist wieder eine Leberbiopsie.

Die Kosten dafür soll die Wiener Gebietskrankenkasse übernehmen. *

Die entscheidende Operation eines Auges (Katarakt) wurde am Hanusch-Krankenhaus zwei Tage vor dem Stichtag angesetzt.

So lange will man mich mit der Ausfolgung der Entscheidung über die Weitergewährung der Invaliditätspension unter psychologischer Zerreissspannung halten.

Die Absicherung der Behandlung das anderen Auges würde man dem AMS überlassen, wo ich als Langzeitarbeitsloser Anrecht auf eine Förderungsmaßnahme hätte.

Ich bin den Herausforderungen des AMS nach wie vor nicht gewachsen.

Dort wäre ich nicht nur behindert – sondern hilflos.

Link-Tipp: Gen-Spritze soll vor Aids schützen

* Ich war bereits 2004 Teilnahmer an einer Interferon-Studie.


Erbkrankheit Schizophrenie?

„Das letzte Wort hat der Gerichtspsychiater.“

Frau Hosnedl beschrieb der Richterin, OLGR Traude Mannichl-Minauff, die angerissenen Probleme folgendermaßen:

Immer wieder schnürten sich schon am frühen Vormittag aus ihrem Unterbewußten Vorstellungen ab, um wie Gasblasen in einer Flüssigkeit an die Oberfläche zu dringen.

Ihr Vater fetze sich erst das Unterhemd vom Leibe und zerre dann ungebändigter Miene elektrische Drähte aus dem Brustkorb, wobei sich Nähte öffneten, die rotierende Pumpe teilweise hervortrete und nach Lösen einer Klemme ein sich aufbäumender Schlauch wütend Blut verspritze.

Daß er einen Kanister mit Motorsensenfranzbranntwein anhebe und gierig aufgerissenen Mundes über sich entleere, sich mit einem Feuerzeug in Brand setze und als lebendes Molotovgeschoss flammenbrüllend Einsatzfahrzeugen von Polizei und Rettung entgegenwerfe.

Daß der korpulente Mann zu Weihnachten nackt durch den Wald irrte und sich auf einer Lichtung ein Samuraischwert in den Bauch rammte, worauf er wie ein jäh erlegtes Wildschwein zu Boden fiel und eine Spur Blut aus einem Mundwinkel lief, während sein letzter Blick sich im nahen Unterholz verfing.

Schuld an ihren zwanghaften Vorstellungen wäre ihr Bruder, welcher sich bis zuletzt sämtlichen Anweisungen des Vaters widersetzt und so ein mit Nachdruck, aber umsichtig geplantes Happy End für alle verhindert hätte.

Immer wieder hätte der Bruder, als sie noch die Höhere Bundeslehranstalt besuchte, ihr aus einem Fläschchen mit einer bewußtseinsaufrührenden Substanz versetzten Honig angeboten.

Eine als zuverlässig in ihren Vorhersagen bekannte Hellseherin hätte ein Familiendrama prognostiziert, falls nicht rechtzeitig ihr Bruder daran gehindert würde, das Zeit seines Lebens verfolgte Ziel der Auslöschung der Familie fortzuführen.

Daß ein trotziger, unreifer Charakter einen ganzen Klan zerstören kann, hätten ihr ferner mehrere Sozialarbeiterinnen sowie ein bekannter Facharzt für Suchtkrankheiten bestätigt.

Daß sich eine Fußpflegerin, Maturaschulen, Versandhäuser und die Wahrsagerin derselben fordernden Rechtsanwaltskanzlei bedienen könnten, hätte sie niemals ahnen können.

Daß ihr Bruder zu einer orientalischen Sekte konvertiert sei und ein unbeschwertes Leben im Schlafgewand geniesse, während sämtliche der Familie verbliebenen Schulden ihr angelastet würden, dafür könnte man von ihr kein Verständnis erwarten.

„Im Geflügelwerk Unterfehringer wartet Arbeit genug – aber mein Bruder lebt wie die Made im Speck! Ich habe nicht einmal mehr ein zweites Paar Schuh’!“ schluchzte Frau Hosnedl, bevor sie einen weiteren Schwächeanfall erlitt, gerade noch von zwei Begleiterinnen aufgefangen und der anwesenden Ambulanz anvertraut werden konnte.

Frau Hosnedl wurde erneut in klinische Obsorge überführt.

Das Urteil wurde vertagt.


The Base

Herrn Eichmanns tennis court.

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The fascinating  smell of tar and wooden railway sleepers.


Der Zyklop.

Schichtenwechsel zwischen Gedächtnis, Fantasie und Bewußtsein.

Wo häufig sehr arme Menschen Schnäpse und Limonaden verpanschen, sah ich am Vormittag Dr. Heinrich Gross sitzen.

Er hantierte mit einem Regenschirm – ein rosiges, aufgeschwämmtes, harmloses Gesicht unter einer Pepita-Kappe.

Vielleicht wohnt er hier irgendwo – oder er ist schon gestorben, und es war nur eine Projektion.

Das kommt häufig vor in dieser Gegend, wo Berge von Trümmern der einstigen Mazzesinsel in dicken Zeilen entlang des Handelskais sich anheben, die Höhe des Millenium-Towers zu erreichen.

Mir fiel ein, wie ich als Kind im Fernsehen „Sindbads siebente Reise gesehen hatte“.

Ich war von der Szene beeindruckt gewesen, in der Sindbad der Seefahrer, in Pluderhosen, ein Krummschwert schwingend, seine Gefährten, die in einer Felsnische kauerten, tapfer gegen Zyklopen verteidigte.

Ein Zyklop war das Schauerlichste, was ich damals im Fernsehen gesehen hatte:

Der Kopf war spitz, pyramidenartig nach oben zulaufend, wo das einzige Auge saß, die Haut reptilienhaft schuppig, säbelähnliche Zähne ragten aus dem Unterkiefer hoch.

Er stieß ein Gebrüll aus, das klang wie das elektrisch verstärkte Plektrongeschrammel im Finale von Iron Butterflies „In-A-Gadda-Da-Vida“.

Die Szene endete damit, daß der Zyklop geblendet wurde, sodaß Sindbads Truppe verschnaufen konnte, bevor der schreckliche Vogel Rock erschien, ein Geier mit mehreren Köpfen, die abgeschlagen werden mussten.

Damals war der Pappa noch lieb gewesen, er ließ mich beim Fernsehen neben sich liegen, und erläuterte mir zu Sindbad und seinen aufregenden Expeditionen über die Meere.

Von Homers Odyssee, und der Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit dessen Reisen mit den Sindbad-Erzählungen aus „Tausendundeiner Nacht“ erfuhr ich erst viel später.

Tatsächlich könnte Sindbad in der Timor-See, vielleicht sogar  im Chinesischen, Odysseus dagegen auf der Insel Krk im Adriatischen Meer gelandet sein.

Zyklopen kommen jedenfalls in beiden Sammlungen von Erzählungen vor.

Dann erschien als Hexe Gundel Gaukeley Tante Sigrid, die elegante Schwester meines Vaters, die ich nicht mehr sehen durfte, seit ich sie beim Nägellackieren gestört hatte.

Sie verwandelte, eine funkensprühende Nagelfeile schwingend, Onkel Dagobert, Onkel Donald, und die Neffen Tick, Trick und Track in Schweine.

Zyklopen-Brüllübung (mit Stirnauge aus Opalglas).

Boanigl Sepp: „Voda! Trink ma’ no’ an Schnops miteinand’!“

Zyklopen-Brüllübung.

Boanigl-Sepp: „Wos? Abschütteln wollt’s ihr mich, einfach so? Dann sollt’s ihr mich als Feuerteufel kennenlernen!“

Vorhang.


Logikus

Mehr aus der ferneren Vergangenheit eines österreichischen Versagers.

Mein Vater beschwerte sich noch Jahrzehnte später bei Bekannten, daß ich mit einem Elektromann-Baukasten, den er mir zu Weihnachten geschenkt hatte, nicht mehr zustandebrachte, als eine kümmerliche kleine Glühbirne nach Aufklemmen auf eine Blockbatterie zum Funzeln zu bringen:

Ein lächerliches Geknipse, das ich ihm zweimal vorführte, um Lob zu erheischen, wofür ich beim erneuten Anlauf vor Anwesenden furchtbar gedemütigt wurde.

In Wahrheit experimentierte ich mich im Laufe von Wochen intuitiv bis zur Türklingel und zum Morse-Transmitter durch – dann ging mir das beiliegende Material aus, und die Vorstellung eines selbergewickelten Gleichstrommotors rückte in unerreichbare Ferne.

Schon in der Volksschule wünschte ich mir einen Radio-Cassettenrecorder, einen der wertvollen Wunderkästen, mit denen Kinder modernerer Eltern zu beeindrucken wußten.

Es gab nur ein altes feldbraunes Koffer-Diktiergerät von Grundig, das der Pappa aus der Firma mitgebracht hatte, mit hundertmal überspielten Bandspulen, das beim besten Willen nicht geeignet war, um Musik vom Radio aufzunehmen.

Ich hatte bereits eine Dampfmaschine, die ich gerne zu den Wochenenden mit Trockenspiritus befeuerte und Druck abpfeifen ließ.

Im Jahr darauf erhielt ich zwei Elektronikbaukasten von Braun, die nicht ganz zusammenpassten, sodaß verschiedene grundlegende Experimente gar nicht durchgeführt werden konnten.

Man heftete die in Kunststoff geschweissten Elektronikmodule an eine Metallplatte und legte die Kontakte nach Schaltplänen aneinander.

Die detaillierten Anleitungen zum Verständnis der Teile und ihrer Interaktionen zu studieren, war mir zu anstrengend – ich las lieber Karl-May-Bücher.

So stellte ich zigmal zusammen, was mich beeindruckte, bis ich die Diagramme auswendig wußte:

Tongeneratoren in Kombinationen mit verschiedenen Sensoren, und den Transistorradio, mit dem man UKW nicht empfangen konnte (*).

Wenn mich diese Zeitvertreibe langweilten, leerte ich wieder die Dash-Trommel mit den Legobausteinen am Wohnzimmerboden aus und baute wenig ansehliche Bahngespanne, ließ sie Oval und Achterbahn laufen und spielte gemeinsam mit meiner kleinen Schwester zu Füßen der Eltern und gelegentlicher qualmender, quasselnder Besucher.

Ich wünschte mir sehr einen Radiocasettenrecorder – und bekam bei nächster Gelegenheit einen Fischertechnik-Baukasten, für den ich mich kaum begeistern konnte.

Ein Mikroskop mit allerlei Instrumenten und Präparaten, Eprovetten, Farben, Kristallen, und einem Spiritusbrenner, zum zehnten Geburtstag, machte mir mehr Freude.

Als Gymnasiast begann ich auf Anregung des Moser-Onkels Fritz, der mir sein erstes kleines Album überließ, Briefmarken zu sammeln, ein Steckenpferd, dem ich eine Zeitlang mit Geduld, Ordnungssinn und Ruhe nachkam.

Den Radiorecorder begehrte ich immer mehr, und meine schulischen Leistungen waren in der neuen Anstalt desaströs – Mathematik über das lebensnotwendige Rechnen hinaus war mir ein Alptraum.

Auch die germanistische Strenge des Deutschunterreichts machte mir lange zu schaffen.

Die Schule ging an die Nieren.

Meine Beine zuckten nervös, elektrischer Stom fuhr stoßweise durchs Knochenmark, und ich konnte nach ein paar Minuten Aufmerksamkeit kein Wort mehr aufnehmen.

Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat – ohne Aussicht auf Erlösung.

Anfallsweise versuchte mir mein Vater mit Gewalt Arithmetik einzupauken, aber ich brauchte immer wieder Nachhilfestunden bei Herrn Eisenberger, einem belastbaren, knebelbärtigen, Rechenprobleme fingerschnippend lösenden Oberschüler, der nach seiner Matura keine Zeit mehr für mich aufbrachte, nachdem er kopfschüttelnd festgestellt hatte, daß jene Schule wohl nicht meine Sache war.

Jahrelang interpretierte der Vater meine Mißerfolge immer wieder so, daß ich unfähig wäre, logisch zu denken, oft, bevor ich grausam von ihm gezüchtigt wurde.

Mit zwölf bekam ich zu meiner großen Erleichterung genau das Puch-Bergmeister-Fahrrad, von dem ich geträumt hatte, und nützte häufig die Gelegenheit, mich der Tristesse zu entziehen – freitagabends zu den Späher-Pfadfindern, oder um mit Freunden, denen es ähnlich wie mir erging, umherzuradeln und zu schwatzen.

Mein Vater hatte den Spielcomputer Logikus nach Hause gebracht, mit dem er sich im Büro ein paar Lektionen lang selber beschäftigt zu haben schien, aber er schenkte ihn mir nicht, sondern schob ihn wortlos unter ein Aquarium.

Was dieses scharnierähnliche Geschiebe unter gelochtem Kunsttoff, bar aller Transistoren, Gleichrichterdioden und Widerstände mit einem Computer zu tun haben sollte, konnte ich nicht begreifen, das Wesentliche der beiliegenden Literatur im hastigen Überlesen nicht wahrnehmen.

Ich steckte einmal nach Plan ein paar Drähte in Löcher, bis durch richtige Anordnung von ein paar Schaltern eine Birne zu blinken begann.

Warum sie das tat, konnte ich nicht nachvollziehen.

Wenn ich eine Glühbirne für die Fahrradbeleuchtung brauchte, schraubte ich sie aus dem Logikus heraus.

Es bäumte sich ein alter Mann, bereits am Totenbett unter Leinen, ein allerletztes Mal auf, und röhrte röchelnd: „Diese Rotz-pippen hat doch von keinem Computer eine Ahnung!“

Bei einer Mathematikschularbeit verbarg ich den ersten Aristo-Taschenrechner zwischen den Oberschenkeln und tippte nach, statt mit dem Rechenschieber zu arbeiten, schummelte einmal mit Erfolg, wurde beim zweiten Mal ertappt, und hoffte noch ein Jahr lang auf einen Umstieg in eine musisch-pädagogische Schule.

Ich fing mit einem Duplikat des Mathematik-Schularbeitenheftes an – und täuschte den Eltern gute Leistungen vor, um mir Freiheit zu stunden.

(*) Das bedeutete um 1970, daß man nicht OE3 hören konnte, also keine Pop- und Rockmusik.


Termiten

Termiten in Wien.

Bereits im Vorjahr hegte ich den Verdacht, daß es auch auf dem Wiener Breitengrad (48,2°/48°) Termiten geben könnte.

Kurz darauf konnte ich in Westaustralien übermannsgroße oberirdische Termitenbauten begutachten – aus denen anderenorts vielleicht erste menschliche Schmelzöfen für Metalle entwickelt wurden.

Es dürfte sich in Wien um eine sehr kleine, möglicherweise höhere Art handeln.

Die Tiere treten offenbar entlang eines Pilzmycels auf, einer Art Holzschwamm, der das Holz, von welchem sich die Termiten ernähren, vorverdaut.

Es könnte eine bisher unbekannte, über Pannonien oder Südeuropa eingeschleppte Art sein – vielleicht sogar eine aktivierte endemische.

Wahrscheinlich wird man den – klimaerwärmungsindizierenden? – Breitengrad, ab bzw. bis zu dem Termiten anzutreffen sind – es gibt weltweit ca. 2800 bekannte Arten  – um etwa 10° hinaufschrauben müssen.

Auf Linux hätte ich das nie geschafft.

Dr. Saphyrstone

Irrtum vorbehalten. =)


Der Scharlatan.

Keine Götter in Weiß – Medizinmenschen in Österreich.

Mancher Nervenarzt ist ein Scharlatan.

Er leidet an einer narzisstischen Störung.

Er projiziert  Neigungen in Klienten, weil sie  ihm ein gepflegtes Auftreten entgegenbringen und ein freundliches Gesicht zeigen.

Damit gibt er zu verstehen, daß ihm die eigene Identität Schwierigkeiten bereitet.

Es gibt in Österreich, der Trutzburg der ehrgeizigsten Mediziner Europas, die im Kartenspiel um hochdotierte Projektjobs  in Forschung und Wissenschaft gern zusätzliche Titel im Ärmel verstecken, etliche praktizierende  Studenten.

Die andere Seite:

Seelenärzten wird eine besondere Last aufgebunden.

Man erwartet von ihnen amtsfähige Begutachtungen.

Amtsfähig meint:

Kleine außergerichtliche Sachverständigenleistungen mit Verbundenheitsgarantie.

„Amtsarzt“ ist seit Beginn des dritten Reiches eine schmissige Adlesauszeichnung mit Bereicherungsaussicht – und „gerichtlich vereidigte Sachverständige“  kosten überdurchschnittlich viel Geld.

Je verschachtelter der Gesetzgeber, je kammernverschlossener das Gesundheitswesen, umso höher der politische Druck auf Ärzte.

Ein Grund, warum es bei uns so wenig Fachpersonal für Neurologie und Psychiatrie gibt.

Ehrgeizigen Jungärzten, die außerdem ein studentenbuntes Dasein pflegen, während es ihr höchstes Ziel bleibt, auf Europas Karrierehighway wirklich schnell vorwärts zu kommen, kann es passieren, dass ihnen der Amtsschimmel ein eisernes Bein in den Milchglasschrank stellt und mit dem blinden Auge furchteinflössend zuzwinkert.

Die allgemeine Forderung, die an einen kompetenten Mediziner gestellt werden darf, ist die nach einem vielseitig beschlagenen Allrounder, der sich aus beruflicher Neugierde fortbildet, über Erfahrung, Menschlichkeit  und profundes Wissen verfügt – und  nicht schon im jugendlichen Abschnitt seines irdischen Daseins mit psychologischen Spicknadeln wider Patienten herumfuchtelt.

Wer geht schon gern zum Arzt, um sich von ihm abwatschen, die Eselsmütze tief ins Gesicht ziehen und die Tür weisen zu lassen?

Cheerleaders-Ruf, anläßlich des fortgesetzten koalitionsbedingten Arbeitslosengeld-Rucki-Zucki:
„Hundeschule, Hundeschule, Waff, Waff, Waff !“


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