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Dronabinol – Schwindel. | Jun 09th 2009

Der lächerlichste Einsatz der Woche.

Wer glaubt, sich an der Adresse www.blowdoc.at  unverbindlich über die Möglichkeiten einer medizinischen Anwendung von „Dronabinol“, einer pharmazeutischen Verarbeitung von Cannabinoidwirkstoffen, erkundigen zu können, wird enttäuscht.

Unmittelbar nach Versendung einer simplen, unmißverständlichen email-Anfrage schwärmt ein Heer von Streetworkern, Suchtgiftkriminalisten und agents provocateurs aus – die durchkämmen heftig handtelefonierend den Wohnbezirk des Interessenten, der Hubschrauber des Innenministeriums knattert im Tiefflug über die Donauinsel, ein Beamter mit Einsatzhund stochert demonstrativ in dichte Gebüsche in der Lobau.

Es handelt sich bei „Blowdoc“ um die österreichische Ausgabe des süddeutschen „Dr. Kapuste“ - in jedem Fall um eine Erscheinungsform der Wiener Drogenkoordination, einem der mittelalterlichen katholischen Inquisition ähnlichen Instrument einer vorbildlich demokratischen Regierung.

Vorsicht, Gedankenpolizei!

Wer sich für Dronabinol auch nur interessiert,  sollte wissen:

Dronabinol-Informationen finden sich auf „Psychological Phishing“-Seiten, die auf bestimmten Suchmaschinen ganz vorne gereiht sind.

Die auf der Uniqua-Website verbreitete Meldung über eine als durchwegs positiv bewertete medizinische Dronabinol-Studie in Österreich wurde kurzfristig wieder entfernt und diente offenbar nur dazu, die Drogenkoordination mit Daten potentieller Konsumenten illegaler Drogen zu versorgen.

Als naheliegende Schlußfolgerung könnte ferner zwischen „Dronabinol“, synthetischer Cannabinoid-Entwicklung für pharmazeutische Zwecke, und dem wenige Monate zurückliegenden „Spice-Skandal“ ein grundlegender Zusammenhang bestehen.

Es wäre eine  Aufgabe für mutige Journalisten, diesbezüglich eingehender zu recherchieren, da auch in mehreren europäischen Ländern an der Entwicklung von synthetischen pharmazeutischen THC-Derivaten gearbeitet wird.

Wenn es um die vorsätzliche Täuschung von BürgerInnen geht, führt in Europa Österreich vor der Bundesrepublik Deutschland.

Die österreichischen Grünen, die gerne im Windschatten einer absehbaren schwarz-blauen Koalition auf nationaler Seite, und des kämpferischen Daniel Cohn-Bendit europäischerseits, in bessere Zeiten mitradeln würden, legen durch ihren sozialarbeiterischen Kompetenzanspruch innerhalb der Drogenkoordination ein deutliches Zeichen ihrer Auffassung von sozialem Engagement für Behinderte, Kranke und Randgruppen ab.

Vielleicht sollte der geschätzte Herr Cohn-Bendit seine österreichischen KollegInnen bei einer gemeinsamen Jakobsweg-Wanderung mal näher kennenlernen.

Greenpeace!


1 Kommentar »

  1. Dr. Hannes Kapuste, den es wie Dr. Kurt Blaas auch im wirklichen Leben gibt, zeichnete verantwortlich für die deutsche http://www.morphinistenseite.de, einer umfangreichen unterhaltsamen „Giftlerwebsite“ mit Erfahrungsberichten, Informationen und Kurzgeschichten. Sie wurde aus dem Internet entfernt und mutierte zu http://www.morphinistenseite.com. Diese wurde zwischen 09. und 10. Juni 2009 vom Netz genommen, und existiert zum Teil als http://carlitos-seite.eu/ weiter. Achtung! Psychological Phishing! Und wer fleissig googelt, stösst sogar auf Jörgi Böckem als Therapieonkel.

    Kommentar von morath — Juni 10, 2009 @ 11:58


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