Liberal ist nur der Westerwelle.
Ich erzähle kurz von meiner Erfahrung beim Liberalen Forum gegen Ende der neunziger Jahre, wo ich als Büroangestellter der Fa. Liberales Forum Steiermark verschiedene Aufgaben zu erledigen hatte, unter anderem die Betreuung der Homepage, das Verfassen von Pressetexten, und die gelegentliche Unterstützung der Geschäftsführung.
Die Möglichkeit dieses Praktikums ergab sich mehr zufällig, nachdem ich via AMS eine Ausbildung zum PC- und Netzwerktechniker absolviert hatte.
Jedenfalls konnte ich Erfahrungen sammeln, wie chaotisch es bei einer Abspaltungspartei zugeht, wie viele Menschen dort mit falschen Erwartungen auftauchen, und wie weit man bereits vier Jahre nach Gründung von der einstigen Zielsetzung, neue Kraft der Mitte werden zu wollen, abgedriftet war.
Gemeinderat zu Graz im kärglich honorierten Ehrenamt, ins große Jagdhorn posaunender Rechtsanwalt vom werten Rebstöckl, ein weinselig-wissender Abgeordneter zum Landtag, dem universitären Freidenker-Tabernakelschrank der ÖVP entliehen, nebst listig-knistrigem Präbichler Counterpart mit eigenem Landhaus-Sekretariat, auf Gedeih und Verderb, eine goldfarben mondphasig luminiszierende Geschäftsführung, die Interessenten gesellig zum Abrastern hereinbat und mit personalisiertem Feingefühl wieder hinauskomplimentierte, nervös trippelnde Partnerschaft-AspirantInnen, pixelgenau von der Bundeszentrale auf Kompatibilität gescannt, schnelle Verbindungen zum Automobil-, Immobilien- und Nahrungsmittelergänzungsbusiness, ein praktischer Sommerkindergarten, eine liberale Bibliothek mit Stehleiter und IKEA-Lottersofa, hintergründige Bildungs- und Kulturveranstaltungen, Sekt-Kühlschrank und Buffet-Küche, ein paar frühsemestrige Studenten für den urbanen Aktivismus - alles da, um dem advanced citizen den Blick zu verwässern, und jenseits des Semmering - viel größer als der Grazer Schloßberg - das Idol Heide, Heide, als Glock’n, die 24 Stunden läut’.
Das einzige verständlich formulierte Ziel des Liberalen Forums war gewesen, die österreichische Sozialdemokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern, wie es Heide Schmidt am Bundesparteitag im Wiener Kolpinghaus forderte, was tosenden Applaus zur Folge hatte.
Im Jahr darauf waren die Weichen auf schwarz-blau gestellt.
More appetite for destruction?
Es tut nichts zur Sache, daß der persönliche Konflikt zwischen Jörg Haider und Heide Schmidt echt gewesen sein mag.
Daß das LIF „geheimen Auftrags“ zur Unterstützung der ÖVP der Haider-Partei als Steigbügelhalter dienen mußte, war vorherzusehen gewesen, da zeitgleich auch im Wiener LIF peinliche Flügelkämpfe tobten, wobei die Wählbarkeit einer Fraktion in den Schnee rieselte, deren Corporate Design gerade unauffällig von blassblau zu orange mutierte.
Angesichts der Tatsache, daß Infrastrukturen des LIF österreichweit von den Orangen (z.B. Plakatständer) übernommen wurden, offenbart sich der Ringelpietz rechts vom Eichstrich vor bevorstehenden Nationalratswahlen am Zahnrad eines europäischen Störwerks an der Achse Merkel/Westerwelle.
Gordisch verknotet bleibt die Unvereinbarkeit der polternd kartenschnalzenden FPÖ als auch der Truppe abgehalfterter Pop-Politiker „ Jörg H. Kompo“ mit der deutschen FDP unter Guido Westerwelle.
Diesem BZÖ mit dem Klotz Hypo-Alpe-Adria am Bein wird in den kommenden Jahren niemand den liberalen Kostümschneider löhnen, auch wenn Josef Bucher ganz auf die Betonung rechts-liberal setzt.
Ein vergleichbares Hütchenspiel hatten wir schon im vergangenen Jahrhundert – es darf nicht noch einmal die selben Früchte tragen.
„Wo werden wir in 10 Jahren stehen?“ – fragte am 27.11.1998 der für das Steuerland Österreich schwer verzichtbare Industrielle Hans-Peter-Haselsteiner anläßlich Heide Schmidts Geburtstag. 11 Jahre sind seither vergangen – und alles ist für alle ganz anders gekommen.
Leistungsbereitschaft: hier unterschreiben.
Die Verstaatlichung der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank besticht durch Mut zur Größe.
Symbolisch stellt damit das BZÖ einen Betonstampfer in unser Wohnzimmer, der andere, ein EU-Mandat, war nachkäuflich.
Die verbliebenen Stammwähler eines Flügels der großen Koalition fühlen sich vor den Kopf gestoßen und bezweifeln erneut, daß es überhaupt noch Sinn macht, wählen zu gehen, zu groß die Gefahr, daß uns auf dem Weg ins Wahllokal ein Jugendlicher ins Gesicht spiet – ob auf Order des Älteren, farblich eher Zuordbaren, weiß man nicht.
Das BZÖ ist, was Österreich für Österreicher schwer bekömmlich macht – ich könnte dazusagen, die FPÖ auch, weil die beiden Gruppierungen ursächlich zusammengehören, auch wenn die Medien samt und sonders bemüht sind, diesen Gedanken auszublenden.
Die Jugendlichen, in einschlägigen Organisationen einig zusammengefaßt, wissen noch nicht um die Feinspitzigkeiten des übergeordneten Schizmas, sie betrachten es als Mutprobe und Sport, einem Rentner ein Glasaug’ zu spucken.
Der gab sich mit einer Tachtel zufrieden, verzichtete darauf, lebenslängliche Feindschaft vom Zaun zu brechen, und wünschte den Jungen Glück auf ihren Lebenswegen, denn davon werden sie einiges brauchen, wenn sie in ihrer Freizeit nichts Besseres mit sich anzufangen wissen.
Das BZÖ also, das sich in Kärnten im Schatten Jörg Haiders sonnt, Geldscheine verteilt, und ansonsten versucht, sich den zeitgeschichtlich blauäugigen Jungwählern als neue liberale Partei anzudienen, scheinbar sympathische, vernünftig wirkende Gesichter in der vorweihnachtlichen Röhre, voll der Hoffnung, daß bis zu den nächsten Wahlen genügend Gras über die bisherigen Selbstentblößungen gewachsen sein wird, wie den zeitlosen Wahlkampfschlagerhit „Kein’ Bock“.
Österreich ist das einzige Land Europas, in dem der Bürger zwischen zwei Gesichtern des Faschismus die Wahl hat, zwischen der Perpetuation des klassischen Nationalsozialsimus oder seiner italofaschistischen Abart – zwei Gesichter einer kläglichen Figur, die beide Hände aufhält.
Das gibt es wirklich nur bei uns – und das tut weh.
Der Kärntner-Hypo-Alpe-Adria-Bank-Deal zeigt, daß wir bei angeblich vorbildlichst praktizierter Demokratie keine Wahl haben – die Regierung trifft Entscheidungen, die sie als kleiner europäischer Mitgliedsstaat treffen muß, auch eine Entscheidung, die nach einer Volksbefragung zum Thema kaum getroffen worden wäre.
Freilich, für Nichtwirtschaftsexperten ist anläßlich Geschäften dieser Kategorie schwer mitreden - aber jeder Einzelne muß spüren, daß etwas in der Luft liegt.
Bleibt das BZÖ als Ärgernis des kleinen Menschen, eine Partei, die niemand braucht, und die es trotzdem gibt.
Im endlosen Krieg der Österreichischen Volkspartei um laufende Einsparungen kennt man bis heute den Kampf Mann gegen Mann - und diesen rekrutiert man am besten aus den Reihen jener, die bekunden müssen, wie tief sie sich für ihr eigenes Überleben zu bücken bereit sind: Ein wenig tiefer geht noch.
Die Fraktion der Personalbereitsteller stellt der Pensionsversicherung externe Gutachter zur Verfügung, welche die überflüssigen Kostenverursacher mittels psychologischer Beinfallen („neurologische Gutachten“) direkt zurück ins Erwerbsleben hebeln sollen – als Personalbereitstellungsagenturbeschäftigte.
Die Betroffenen erhielten auf diese Weise die Chance, ohne weitere medizinische Untersuchungen – und sogar ohne Umweg über das AMS – als Teilzeitkräfte beim Magistrat unterzukommen.
Daß diese Vereinfachung Schwindel wäre, und PensionistInnen gleichmachte mit Amnestieentlassenen und Beschäftigungslosen, dagegen bestünde in der trostlosen Welt zwischen BZÖ und anderen kein Einwand.
Hier liegt die Kehrseite der Demokratie bloß – weil die, die vorne mit zwei Fingern die Einhaltung der Spielregeln beschwören, begünstigen, daß hinten Behinderte, die sich kaum wehren können, einzeln übers Knie gebrochen werden.
Auftrag: Auf Kosten der Bedürftigen jene Vorkehrungen umgehen, zu deren Schutz sie getroffen worden sind.
Fazit: In persönlicher Ergebenheit die Drecksarbeit erledigen für die Volkspartei - das sind bei uns die Dienstleistungen des BZÖ.
Suchtgiftkriminalität oder Tranquilizerproblem?
Der österreichische Benzodiazepinkrieg bleibt ein Kampf gegen Windmühlen – geht es dabei doch ausschließlich um eine sture Justamenthaltung, Personen politischer Missfälligkeit auf Dauer hinter den Mauern der Psychiatrie verschwinden sehen zu wollen.
Es kann dem Gesetzgeber völlig wurscht sein, wieviel Milligramm Benzodiazepin’ jemand verschrieben bekommt, solange der Patient weiß, was er nimmt.
Man gibt Jahr um Jahr dieselbe Revolverpistole: Wer hat die besseren Argumente, wer hat mehr Erfahrung - und wer kann schließlich wen verzerrter Miene doch noch über die Kante der persönlichen Bilanz drücken.
Der weitaus überwiegende Großteil der Benzodiazepin-Klientel verhält sich unauffällig und ist mit therapeutisch sinnvollen Dosen beschwerdefrei und lebensfähig.
In der Regel tritt überhaupt kein GAU ein, obwohl Phasen des völligen Verzichts häufig zu einem Rebound-Phänomen führen, d.h. die ursprünglichen Krankheitssymptome treten wieder hervor, und bedingen erneute Selbstverordnung, was andererseits die Determinierung „Rückfall“ als einseitige Behauptung entblößt.
Kein ernstzunehmender Spezialist konnte sich noch auf diesem Gebiet gülderne Lorbeeren einheimsen.
Tatsächlich ist versucht worden, in Kainbach/StEiermark die erste europäische Spezialklinik zur Behandlung von Lebensuntüchtigkeit aus dem Boden zu stampfen – das Konzept ist mangels wissenschaftlicher Seriosität - schildbürgerisch – gescheitert.
Es herrscht – grundsätzlich doch – ein anderes Szenario als auf der Substitutionsbühne.
Gefährlicher Mischkonsum auf Drogenszenen hat eine Ursache in der Praxis der Opiatsubstitution, und nicht in der Pharmakodynamik von Benzodiazepinen.
Interessanterweise ist die Verschreibung von anwenderfreundlichen Psychopharmaka an Frauen immer toleranter gehandhabt worden als gegenüber Männern.
Warum eigentlich?
Das böshaftige Bild einer Spielburg für bauchlang rauschebärtige, feuerwasserflammenspeiende Vagabunden, die man am besten hinterm Semmering halten müsste, wurde dereinst noch von SpezialistInnen am Anton-Proksch-Institut anskizziert – und ist bis heute nicht fertig geworden.
Neurotische Ticks als Reaktion auf Isolationshaft zu erschwerten Bedingungen.
Mein Zustand ist stabil.
Nach dem zweiten Kaffee fühle ich mich einigermaßen wohl, und kann einen verständlichen Eintrag verfassen.
Ich nehme abends 22,5 mg Oxazepam, ein Benzodiazepin, zum Einschlafen, morgens 10 mg Escitalopram, ein Antidepressivum vom Typ SSRI.
Die Öffentlichkeit soll wissen, daß man für die Einnahme dieser Medikation behördlicherseits mit herumstrolchenden Drogensüchtigen über einen Kamm geschoren werden kann, spätestens per Datum der Arbeitslosmeldung.
Datenschutzparadies Österreich.
Ich unterschreite jedoch die Grenze der Erpressbarkeit, und das stört manche Spezialisten – und Vertreter der österreichischen Volkspartei.
Es kann vorkommen, daß ich Panikattacken bekomme, zumeist spätnachmittags, deren Folgen für den Stoffwechsel mehrere Tage lang andauern können.
Symptome dieser Phasen sind: Dysphorie und Anhedonie, Müdigkeit, Rastlosigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Zerfahrenheit des Denkens, Logik blockierende Schlußfolgerungen, verstärkter Tinnitus, Phantomschmerzen, Rückenschmerzen, Nierenschmerzen, nervöser Harndrang.
Ich leide generell an Antriebsschwäche, Dopaminmangel.
Am frühen Nachmittag trinke ich zwei Tassen schwarzen oder grünen Tee, worauf mir die anfallenden Aufgaben, wie Einkaufen und Haushalten leichter von der Hand gehen.
Ein wesentlicher Energieanteil wird mir bei der gelegentlichen Selbstgeisselung zum Erhalt des häuslichen Friedens abgezogen.
Konfliktvermeidung ist dennoch Privatsache, auch im schwarzen Goldfischglas.
Da die Panikattacken von objektiv wahrnehmbaren Ereignissen in meiner Umwelt (Trigger) ausgelöst werden, die subjektiven Wahrnehmungen jedoch keine zeitlichen Regelmäßigkeiten (Mondphasen etc.) aufweisen, kann ich sie nicht als Schübe ausweisen - vielleicht würden sie unter stationärer Beobachtung, ohne das Einfließen meiner eigenen Beschreibungen, so bezeichnet werden.
Man kann sie nicht wegtrainieren, oder einfach: wegwollen (Gedanke von der Überwindung eines inneren Schweinehundes).
Unter dem Wetterfleck (*) Psychiatrie/Psychotherapie läuft hier ein großangelegter Schwindel zwischen politischer Willkür und elitären Verrechnungsgaunereien zu Lasten der Öffentlichkeit, mit dem Ziel, Lebensuntüchtige auszusondern und zu günstigsten Konditionen für den Gesetzgeber unterzubringen.
Es geht heute vermehrt darum, Menschen aktiv zu terrorisieren, um in ihnen den Wunsch zu erwecken, sich unter stationäre Bedingungen zurückziehen zu wollen, oder sich in einer Art und Weise gehen zu lassen, die ein klassisches „Parere“ rechtfertigt.
In der Psychiatrie hat niemand Einfluß auf das Ergebnis von Begutachtungen, wer mit „Parere“ zwangsverpflichtet wird, bekommt nach sechs bis acht Wochen ein amtstaugliches Gutachten – durch ein „Gerichtstribunal“.
Als Behandlung erwartet die Leute dreimal täglich warmes Essen und eine Handvoll unbekannter Medikamente, und es wird beobachtet, wie sie darauf reagieren.
Von Anfang an wird regelmäßig auf sie eingewirkt, sich für eine Langzeittherapie beim Grünen Kreis oder den Barmherzigen Brüdern zu entscheiden.
Es soll auch schon dafür plädiert worden sein, besonders hartnäckige Zeitgenossen an Narconon abzutreten.
Die Dreckarbeit im Vorfeld erledigt in Ostösterreich die Drogenkoordination, die den Handel mit Drogen aller Art mitkontrolliert und dazu beitragen soll, Mängel und Schwächen des österreichischen Modells „Substitution“ zu vernebeln – eine der raffiniertesten Betrügereien an der Weltöffentlichkeit innerhalb Europas.
Menschen werden auf offenen Treffs oder über Beratungsstellen in die Szenen geködert, auch über mediale Ankündigungen von „Hanfmessen“ und angebliche medizinische Trials mit Cannabis-Medikamenten.
Sobald Gesetzesbrüche vorliegen, kann die Kriminalpolizei eingreifen – der Versuch, auf bestimmte Leute provozierend einzuwirken, setzt allerdings schon beim Verlassen der Wohnung ein.
Ausgenommen ist ein kontrolliertes Netzwerk von InformantInnen unterschiedlicher Bedeutungslosigkeit.
Gestern hat mir einer der Ganslwirt - Streetworker, von denen es in der hinteren Leopoldstadt gerade wimmelt, im SPAR-Markt ein Fläschchen Schnaps – oder Likör - vor die Füße gekickt, wahrscheinlich, um mich vor Publikum einem falschen Verdacht auszusetzen, auf einer Fläche regelmäßigen sozialen Kontakts zu diskreditieren.
Ich trinke aus Gewohnheit kaum Alkohol – und wenn, dann keine Schnapserln von der Supermarktkasse.
Ich glaube auch nicht an den Suchtmechanismus, der als aufgesprochenes Damoklesschwert über den Therapiegeschädigten hängt - deshalb bin ich davon erlöst.
Sommers geht es mir relativ besser, das Sonnenlicht wirkt antriebssteigernd, ich fühle mich ungleich wohler und genieße die Sonnenstrahlen – fast wie ein Opiumraucher die kostbaren Dämpfe aus seiner Pfeife.
In letzter Zeit stelle ich fest, daß ich Ähnlichkeiten von Gesichtszügen von Menschen stärker wahrnehme, d.h. ich nehme mehr Gemeinsamkeiten wahr, fast zu jedem Gesicht könnte ich eine Reihe von Verwandtschaften aufzählen, eine beinahe mysteriöse Wahrnehmungsgabe, die nichts mit Hautfarbe zu tun hat.
Es könnte allerdings sein, daß es sich dabei um erste Symptome einer Alterserkrankung handelt, was wie beim Typus Alzheimer bis hin zur Unfähigkeit, Gesichter auseinanderhalten zu können, führen könnte.
Nur strenge Selbstkontrolle ermöglicht mir ein Überleben unter den gegebenen Umständen.
Jeder Tag ist eine lächerliche Schau der arroganten, dämlichen Visage des Austrofaschimus.
Wir werden uns wohl auf noch schlimmere Zeiten gefaßt machen müssen.
* Wetterfleck: breiter Deckmantel, Überwurf, eine Art Offroad-Hubertusmantel für Kutscher und Reiter.
Ergeht: Kanzlei Kniepeisz.
Eine Anstalt kennt keine Emotionen.
Der Eingang erfolgt pünktlich zum ersten des Monats.
Hätte ich die bescheidenen Finanzen nicht auf diesem Wege unter Kontrolle, wäre ich längst im Chaos untergegangen, an der Unverwaltbarkeit des Daseins am Minimum gescheitert.
Meine Dankbarkeit, die unterschiedlich heimattümelnde Führer dieses Landes gerne intensiver, glaubwürdiger – inbrünstiger ausgedrückt sähen, erschöpft sich in der unregelmäßigen Wiedergabe meiner Wahrnehmungen.
Ich bin davon überzeugt, daß das Versetzen des Überweisungstermines in vereinsamten, an technischen Möglichkeiten ärmeren Seelen tausendfaches Entsetzen ausgelöst hat, und es ist nicht auszuschließen, daß Menschen deswegen Selbstmord begangen haben.
Unseren prominenten, medienpräsenten Pensionistenvertretern sollte das bewußt sein.
Ich habe keine Benachrichtigung erhalten, und es waren vier lange Tage der Unsicherheit, der Angst, an der hinterfotzigen Fingerfertigkeit einer in die Überweisung von Geldern involvierten Person zu ersticken, wenn nicht im Umbruch eines ganzen Systems zerrieben zu werden.
Alte Menschen – im Vergleich mit den potentiellen JungwählerInnen dieses Landes bin ich ein alter Mann – haben solche Ängste.
Sie haben mehrmals erleben müssen, wie Menschen Menschen wider die Abmachungen vorsätzlich täuschten, und welches Schicksal für die ganze Welt aus solchen Gemeinheiten entstehen kann.
Die Medien dieser Nation reflektieren nicht die ganze Wahrheit.
Sie beschwören immer feierlicher die in die Ferne rückende Vergangenheit, während von dort eine scharfe Lunte rund um den Erdknäuel zischt.
Der Wellensittichmann steht mit angehobenen Ellenbogen am Fenster:
„Schabe! Wo ist denn der Schabel? Kommt der Schaberl nix mehr ham?“
(Dorfdepp.)
Berufsunfähigkeitspension – ein tickendes Geschenkpaket?
Werden die Leiden, die einst zur Gewährung einer Invaliditätspension führten, aufgrund ihrer gesamtmedizinischen Komplexität unbeschreibbar, wäre damit eine kaum benennbare Erkrankung als unheilbar einzustufen, finden sich schnell erzpolitisch beflügelte Handlanger bereit – tutender Posaunen und toenender Schalmeien – einen trotzigen Buben mittels beinharten psychologischen Krippenspiels zurück aufs Kreuz nageln zu wollen.
Zu groß ist die Angst, die Verantwortung für die Durchfütterung eines kerngesunden, kraftkesselnden Tippelbruders alleine tragen zu müssen, könnte doch eine große Karriere an diesem offensichtlichen Fehlbescheide scheitern.
Ohne die Leiden und Behinderungen, die zur Gewährung führten, weiter zu beachten, sollen generell einfachere Wege geschlagen werden, die organisierten Sturmtrupps anonymer Behinderter gefälligst in die Wartesäle des Arbeitsmarkts zurückzudrängen.
Eine Aufgabe für jene Spezialisten der Parlamentsfraktionen, nach denen gerade kein Bedarf besteht, Besenkammerreservisten für den Endkampf – Mann gegen Mann.
Motto: Wir lassen die Spielregeln beiseite und drehen einfach den Geldhahn zu.
Thema: Politische Einflußnahme auf die Pensionsversicherungsanstalten, deren guter Ruf in strenger Regeltreue ankert.
Es liegt in der Natur des faschistoiden Territoriums Österreich, Situationen entstehen zu lassen, die einzelnen Bürgern, deren Art zu denken, sich psychologisch nicht unterwerfen zu wollen, keine Möglichkeit als die der Selbsttötung offenläßt, das heisst, ein beträchtlicher Teil der Berufsunfähigkeitspensionisten säuft sich zu Tode.
Das macht prognostizierende Kalkulationen leicht.
Führte einst Mobbing am Arbeitsmarkt zu Depressionen, Burnout und Invalidität, findet, bei Nichtannahme der mittels der Strahlkraft dekorierter Fachmedienprimissimi zu erzwingenden Dressurhaltung, eine großangelegte Fortsetzung der Schikanen statt, die wenig Hoffnungen offenläßt.
Es wird auf diese Weise das Heilungspotential der Auszeit zur Krankheit gemacht.
Schlußfolgerung: Die PVA soll einzelne Kunden nicht länger anerkennen, sobald sich diese in politischer Weise äußern, weil sie etwa einen Weblog führen.
Es wäre diese Art, mit sich selber umzugehen, nicht gutzuheissen, und stünde einer Heilung im Wege, wäre … Therapieverweigerung.
Welche Wege der Versuch der Umgehung der Vorschriften beschreitet, lesen Sie an diesem Ort.
Der Faschismus kann das Prinzip Hoffnung nicht ersticken.
Die Mittelschicht hat Internet.
Sie ist anders strukturiert - vielfältiger, bunter, offener und demokratischer als vor fünfzig Jahren.
Der katholische Moralismus befindet sich mit seinen Wertvorstellungen im vergangenen Jahrtausend.
Das Internet als Informationstransmission überträgt auch die Schattenseiten: psychologische Manipulation, Ablenkung und Täuschung – emotional engineering.
Kommunikation im herkömmlichen Sinn wird abgelöst von Peil- und Sondiersendungen durch eine drängende Flut von Eindrücken, die es im eigenen Bewußtsein zu filtern gilt, auch um die Umsetzung von Plänen, um Ziele zu erreichen.
Das ist eine intellektuelle Herausforderung - auch wenn die Anforderung zur Multitaskingfähigkeit nach wie vor an die Maschine gestellt wird, wodurch in absehbarer Zeit kein sozialpsychologischer Multigau auszubrechen droht.
Je mehr Informationsbeschaffung über das Internet stattfindet, desto zahlreicher sind auch die Möglichkeiten, in Sackgassen zu geraten, die einen persönlich nicht weiterbringen.
Dennoch ist das Internet viel wert: Wer trotzdem damit umgehen kann, hat auch in der Wirklichkeit des Daseins mehr Chancen.
Man kann am kulturellen Weltgeschehen nach eigenen Vorstellungen teilnehmen.
Früher hatte der mittelständische Patriarch die Möglichkeit, sich am Wochenende über einem dicken Pack Zeitungen und Zeitschriften tiefer in das Weltgeschehen einzulesen.
Es gab die Radionachrichten, die Zeit im Bild als Nachfolgerin der tönenden Wochenschau im Kino, und Fischers Weltalmanach.
Hintergrundinformationen waren lexikalischen Ursprungs, kolonialistisch-missionskatholisch kupferstichig.
Gläubige Menschen wurden durch die Sonntagspredigt beeinflußt, die Erwerbstätigen am Arbeitsplatz politisiert.
Der Urlaub wurde vom Reisebüro der Gewerkschaft vermittelt.
Das Internet stellt heute einen Großteil der weltwiedergebenden Informationen gratis zur Verfügung, einfacher Gedankenaustausch muß nicht als Konsultation teuer verrechnet werden.
Es ist jenes Netzwerk, das – im Prinzip – allen Usern auf dem Planeten gleich viel Bildungspotential zur Verfügung stellt, und deshalb als höchste Errungenschaft demokratischer Gesellschaften gelobt werden könnte.
Man muß nicht über heiligen Schriften meditieren – man braucht keine Mittler eines religösen Glaubens, um die ungefähre Mitte zu sehen.
Kein Wunder, wenn es Stimmen gibt, die das Internet in offener Form nicht akzeptieren, es für sich selber beanspruchen, oder nur mißbrauchen wollen, als Mittel der Überwachung, der Inquisition.
Es gibt Ansätze, das Internet mit Drogen und Glücksspiel vergleichen zu wollen – oder mit Sodom und Gomorrha.
Das vorsätzliche Legen von Irrspuren, Versuche der Fallenstellung, der suggestiven Negativbeeinflussung, bis hin zur Gefahr der Abzocke von Konto und Kreditkarte sägen an den Nerven vieler User.
Die Freigabe von eigenen Beiträgen zur allgemeinen Unterhaltung unterschiedlichen Gewichts, zur Reflektion der eigenen Befindlichkeit, ist hingegen eine Art friedlicher Kompensation.
Man könnte sonst allzu depressiv werden.
So gesehen kann das Internet ein Beitrag zum Wohlbefinden und zur Gesundheit einer Gesellschaft sein, weil es auch die Mauern politisch verordneter Isolationshaft durchlässig macht.
Ich bin froh, ein Teilhaber und Mitmensch zu sein.
Ich kann von den Möglichkeiten des Internet profitieren.
Der Wert wiegt den Preis auf.
Besser Internet als Prof. Mastopius.
„1-2-3 Idiotensynthese „HYPERHIDROSE PEDIS, KOMPLEXE.„
1. Weiß nicht, wohin, erreicht keine Ziele.
2. Hat manchmal gute Ideen, kann sie aber nie umsetzen.
3. Wird immer an der eigenen Überlastung scheitern, braucht Anweisung und Begleitung.“
Emotional engineering: Schreiber gegen Inquisition.
Es ist bemerkenswert, wie sich ein Gegenspieler bemüht, auf Websites, die ich bekanntlich besuche, Strichelbildchen und Fotomanipulationen vorzulegen, um meine Gedanken in bestimmte Richtungen zu lenken.
Es sollte auf diese Weise meine Erzählarbeit manipuliert werden, bzw. könnte die psychologische Regie dahinter später behaupten, ich wäre befragt worden.
Vielleicht brodelt längst ein Plan, die Gedanken des anderen zu einer aufsehenerregenden Diplomarbeit verbräten zu können, während man sie zur allgemeinen Verbuffung noch heftig mit Rotstift bemäkelt, bis endlich der Urheber mit Haloperidol fragmentiert ins forensisch-psychiatrische Schutzbett verlegt - zu dessen ausklingender Lebzeit schon sein Vermächtnis beschneidet, mit vergleichenden pathologischen Abbildungen versieht und zur eigenen Meisterarbeit wandelt, in Bälde schon - zum Beleg von Theorien und Prognosen, deren Umsetzung beschleunigt und verwirklicht würden, indem man des Burschen persönliche Infrastruktur sabotierte, bis zum seit jeher vorhergesagten Endlauf und Zusammenbruch.
Als ich mich ganz zu Beginn der achtziger Jahre vorigen Jahrhunderts in Untersuchungshaft am Straflandesgericht befand, wollte man Graz von Drogensüchtigen und Glücksrittern säubern, die es infolge der Plünderung der Anstaltsapotheke des Landeskrankenhauses aus halb Europa angezogen hatte.
Es gab hysterische Gerüchte, wonach Geldbeschaffer der RAF Drahtzieher jenes Verbrechens gewesen sein sollten.
Eine katholisch grünbemäntelte Neidgesellschaft wollte lieber den Verein Club Toleranz, einen legendären Discokellerclub, zum Heimstall des Sündenbocks machen, und am ruhmreichsten für den Gesetzgeber wäre es wahrscheinlich gewesen, zu beiden Seiten Handschellen anlegen zu können.
Damals arbeiteten Polizei und Gendarmerie gegeneinander, und Informanten anderer Ministerien wurden dazwischengeschleust, die rivalisierenden Aufklärer zu kontrollieren, um selber näher an einen Beuteschatz zu gelangen, der noch einiges an Prozentanteilen abzuwerfen versprach.
Es herrschte ein großes Verwirrspiel, ging es doch um beträchtliche Mengen von Suchtgiften, Dopingsubstanzen und konfiszierte Drogen, welche ebenfalls im Tresorraum des Grazer Landeskrankenhauses eingelagert gewesen sein könnten.
Es wurde versucht, über sehr junge Leute an Informationen zu gelangen, denn die gevivteren Profiteure hatten sich und ihre Okkasionswaren schnell in sicheren Abstand gebracht.
Die allzu gierigen Verbliebenen schieden schnell aus, für immer – während eine Schulklasse voll gnadenlos abgezockter Jugendlicher nahe dem Grazer Messegelände im Schwitzbad saß, als Untersuchungshäftlinge in kratzigen Anstaltspullovern ihre kleinen Kriminalkarrieren abzubüßen.
Herr Fasching von der Drogenberatungsstelle erschien zuerst, worüber ich schon berichtete.
Mein alter Freund Heribert wollte mich einmal besuchen, aber der Praktikant zu Gericht Eberhard, mit dem ich wenige Jahre vorher noch die Schulbank gedrückt hatte, verwehrte ihm heftig aufgeblasen den Kontakt.
Eberhard war es, der meine Korrespondenz mit List und Lupe nach geheimen Botschaften und verräterischen Chiffren absuchte.
Es war vorstellbar, daß er im Untersuchungsrichter verfehlte Hoffnungen nährte, die meine Entlassung nach ein paar Monaten Untersuchungshaft noch lange schmerzhaft hinauszögerte.
Ich könnte nicht vollständig ausschließen, daß mein Dasein im gesetzfreien Hausarrest auch zum heutigen Tage Eberhard, dem ehrgeizigen Ritter zu drei Rädern in der Kautschukrüstung, anzurechnen wäre.
Ein beachtlicher Stapel Manuskripte aus jener Zeit blieb jedenfalls verschollen.
Zur Auffrischung:
1979 war Dr. Bruno Kreisky österreichischer Bundeskanzler, Staatspräsident war Rudolf Kirchschläger. Willy Brandt war Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.
1979 war Jimmy Carter Präsident der USA, in Großbritannien wurde Margaret Thatcher Premierminister; Präsident der Sowjetunion war Michail Gorbatschow, französischer Präsident Valéry Giscard d’Estaing.
Wiener Bürgermeister war Leopold Gratz (SPÖ), in Graz herrschte ein Jahrzehnt lang Dr. Alexander Götz von der FPÖ.
Steirische Landeshauptleute waren Friedrich Niederl, 1980 gefolgt von Josef Krainer jun., der niederösterreichische Amtskollege hieß Andreas Maurer (ÖVP).
Als Justizminister folgte … 1983 Harald Ofner (FPÖ) Christian Broda von der SPÖ, Innenminister war Erwin Lanc, SPÖ.
Am 1. Mai 1981 wurde der Wiener Kulturstadtrat Heinz Nittel von einem Terroristen der palästinensischen Gruppe Abu Nidal ermordet.
Am 6. Oktober 1981 wurde in Kairo der ägyptische Staatspräsident Anwaar-el-Sadat von Mitgliedern seiner Leibgarde ermordet.
Am 9. Oktober 1981 beging der ehemalige österreichische Verteidigungsminister Karl Lütgendorf unter ungeklärten Umständen Selbstmord.
Vielleicht.
Zwischen zwei Gefängnisaufhalten von einem Jahr Dauer verbrachte ich drei Jahre in völliger Planlosigkeit.
Ich hatte kein richtiges Zuhause und wußte wenig mit mir anzufangen.
Ich hatte nicht einmal mehr einen gültigen Reisepass, obwohl ich davor schon in London, Paris, Südfrankreich, Rom, Athen, Istanbul, und sogar in Ägypten gewesen war.
Hin und wieder ließ mich die Mutter ein paar Tage lang bei sich wohnen, später gelegentlich der Vater.
Die Eltern waren sich darüber einig, daß ich längst erwachsen wäre.
Die praktische Unmöglichkeit, einen tragbaren Job zu ergattern, hing mir wie eine eiserne Kugel am Fußgelenk.
Ich trank Bier um Bier, schluckte Aufputschpillen, griff mir ein Moped, stellte mich an die B 54 und stoppte nach Wien, schluckte mehr schnelle Pillen, kiffte, verkaufte ein paar Plätzchen Haschisch weiter, und trieb mich herum.
Da und dort fand ich für ein paar Tage oder Wochen Unterschlupf.
Bei Gelegenheiten nahm ich Heroin und andere Drogen, und kochte später Mohnkapseln aus.
Wenn die Akkus leer waren, nahm ich manchmal zwei, drei Barbiturat-Tabletten gegen den sich aufblähenden Horror und vergaß, wer und wo ich war.
Mehrmals landete ich in psychiatrischen Stationen, wo ich mit starken Neuroleptika zwangsbehandelt wurde und nach ein paar Tagen wieder über die Mauer kletterte.
Vor gravierenden kriminellen Handlungen schreckte ich zurück, gerade einmal stieg ich bei einem Arzt auf den Balkon, schlug eine Scheibe ein und stahl zwei Hände voll Suchtgiftampullen und ein Sackerl rezeptpflichtige Medikamente.
Ein Bekannter, der mir den Tipp gegeben hatte, verriet mich, und ich wurde zu einem Jahr Haft verurteilt.
Später ließ ich mich zu einer Langzeittherapie überreden, die ich unterbrach und im folgenden Jahr noch einmal begann, bis ich schließlich erkannte, daß dort niemanden geholfen wurde.
Wenn ich als Kind oder Jugendlicher darüber in Kenntnis gesetzt worden wäre, daß es jüdische Verwandte gab, hätte ich möglicherweise mehr Wertschätzung für mein Dasein und andere Menschen entwickelt.
Vielleicht hätte ich in einem anderen Schultyp etwas darüber erfahren.
Hätte sein können.
(Der Vater sagte einmal über Juden, daß man von Juden nichts haben könnte. Er empfahl mir in späteren Jahren einmal das Buch „Memoiren eines Antisemiten.“ von Gregor von Rezzori.)
Psychogeriatrisches Hampelspiel um Ehrgeiz und Eifersucht unter den Gescheiterten.
„Der Joe dämpft alle Ratten aus – wie die Bazillen!“ beschied Heuer voll Überzeugung, und schlug mit der Faust in die offene Hand.
Er war mit dem Mittagessen aus dem Grazer Landesgericht für Strafsachen gekommen, um ein paar Monate abzubrummen, wuchtete seinen Binkel in den Haftraum und wußte seufzend mittels einer Handvoll jämmerlicher Zigarettenstummel in einer zerknüllten Packung „Spezial Landtabak“ Versorgerinstinkte zu wecken.
Er erschien allerdings in geheimnisvoller Mission, die Lage zu erkunden, Neuigkeiten von draussen und drinnen zu verbreiten, und dabei Unfrieden auszustrahlen.
Im Laufe von ein paar Tagen gelang es ihm, sich wieder aufzurichten.
Wenn er in einer anderen Zelle eine bessere Partie finden konnte, begehrte er Verlegung, und stand im lockeren Drillich, mit Geschirr und Bettzeug in der Justizwachekotze, für einen neuen Tag lang im Mittelpunkt.
„Ihr seid’s leiwande Hawara.“
An dem Finger, mit dem er herüberzeigte, fehlte ein Glied.
Daß sich ein Vierteljahrhundert später das politische Österreich ähnlich präsentieren könnte, wie es im kleinen Mustergefängnis am Hange des Grazer Schloßbergs skizziert wurde, war damals nicht absehbar gewesen.
Heute beschäftigt der Staat in aller Öffentlichkeit Rechte, um gegen Linke vorzugehen, und Menschen, gegen die justament zivilgerichtliche Todesurteile verhängt worden sind, müssen zur Wahrung der schiefen Optik zu Staatsfeinden erklärt und langsam zwischen den Wänden ihrer Zellen zermalmt werden.
Jeder Tag ist ein Provokationsmanöver durch das Bureau für Innere Angelegenheiten, das zur Zeit über keine feste Adresse verfügt.
Übergriffe kann man nicht ausschließen.
Die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit vexiert zwischen Traurigkeit und Aberwitz.
Ich hätte in Untersuchungshaft, Anfang der achtziger Jahre vorigen Jahrhunderts, das Babygesicht einer Milupa-Werbung in einem Büchlein der Serie Readers Digest Best in diabolischer Weise übermalt.
Weiters hätte ich LSD-Trips häufig genommen.
Es gibt Einzelschicksale, die von den Studierenden ferngehalten werden müssen.
Ihr Vaterland soll ihnen erscheinen wie es der ORF retouchiert.
Die Position dieser kleinen Wohnung entspricht der eines Staubfängersackes an einem pneumatischen System.
Man wird chronisch krank.
Die Entlüftungsanlage saugt im Sommer wie im Winter aus dem Müllraum an.
Die Belastung durch Bakterien, Pilzsporen und Keime kumuliert, und stellt das Immunabwehrsystem auf Dauerbelastung.
Unter solchen Bedingungen lebten Menschen nicht lange, sie wurden krank und starben bald.
Hinter dem Holz, das gemütlich machte, verbargen sich Wanzen.
Eines Tages lag jemand mit Lungenentzündung im Fieber, und ein anderer stellte ihm eine entsicherte Kartusche mit Ungeziefer-Ex unters Bett.
Nach einer solchen Kur bleibt etwas zurück, das sich anfühlt, als wäre der Kopf in einem Schraubstock festgehalten worden, und weitergedreht, bis es knackte.
Sind Sie vielleicht aus der katholischen Kirche ausgetreten?
Reality hurts.
A personal visit to Stetten, a place the government of the federal country of Niederösterreich tries to sell as that paleontological sensation spot, uncovered us the truth.
Regardless the usual escort of austrian stapo right in front and behind the reflector, the place itself turned out to be a polished provincial tradehut of fashion schmuck and mostly imported fossile cuts.
What’s really impressing and makes the place worth a visit anyhow, is the paleological time line, that shows how short a span of 16 millions of years can be.
The gaps between the provable peaks of modern science but are fixed and filled with catholic-creational glue and holy-watered ambiguity instead of scientific clearness.
This is a playground of national slyness, a place one goes to greet that hat before having a nice glass of sacramental wine at sunset.
A chilled cave hides that small piece of oyster stacks that’s only been saved from trash compacting and concrete highway flowering.
A mostly disappointing spot of a few rare relics, that will rather steer the researchers interest to the near treasury of the Bisamberg, at the edge of the viennese suburb of Strebersdorf, that still protects millions of years in fine slices.
— The steady infamous inborn catholicistic penetration arses human rights. —
The selfperceiption of the greens as a prime member of the worlds NGO board shows how slippery the european floor has become.