Wie geht es Ihrem Riecher?
Drei Wochen ohne Sonneneinwirkung und die eigene Nase sieht aus wie die eines Fremden mit extrem hohen Leberwerten.
Anstelle des gewohnten, achtenswerten Riechorgans entwickelt sich ein knolliges Rhinophym mit tiefen Furchen.
Schmutzige Talge – wie in den Tiefen eines Speiseschranks gealterte Margerine - verpfropfen von innen die Poren, härten an der Kälte aus und bilden schwarze Krater.
Dazwischen wuchern, im Rasierspiegel deutlich zu erkennen, von mikroskopisch kleinen Lebewesen verursachte Abszesse und Furunkel.
Zudem wachsen in den Naseninnenräumen dicke, mißgebildete Haare und Borsten heran.
In dichten Büscheln ragen sie, wie verkokeltes Gesträuch, aus den Nasenhöhlen, bis man sie zu einem klassischen Schnauzbart verzwirbeln könnte, befänden sich darunter nicht vereinzelt Albinos mit der Standfestigkeit von Fischgräten.
Zu allem Überdruß findet sich im oberen Bereich der Nasenscheidewand rechts ein unbekanntes Objekt.
Den Verdacht, daß es sich nicht um einen einfachen Popel (Popolus simplex) handeln kann, legen Nagel-Schürfproben mittels unterschiedlicher Finger immer näher.
Jetzt gilt schleunig zu ermitteln, ob ein Fall eines harmlosen Polypen oder ein gefährliches Blutschwammerl vorliegt.
Nasenkrebs kann tödlich sein.
Besuchen Sie ihren Hals-Nasen-Ohren-Arzt.
Gesundheit.
(Die vorliegende kritische Selbstbetrachtung unterstützt mein Casting beim deutschsprachigen Satiremagazin Rappelkopf. Halten Sie mir, gefälligst, die Daumen.)
Schabe schwänzt den Blockflötenunterricht und wird der Legasthenie bezichtigt.
„Die Kutschbeck ist schuld!“ ließ die alte Frau ihrer in die Augen schießenden Verzweiflung freien Lauf.
Mühsam setzte sich die übergewichtige Mutter auf, herzzerreissendes Schluchzen und Wimmern erschütterte die geöffnete Liegestatt.
Von einem verkehrt aufgeklappten Buch auf dem Kopfkissen starrte bedrohlich das Konterfei des französischen Schauspielers Fernandel.
„Diese Malefizwaben! Mit ihren Scheissbestrahlungen während der Schwangerschaft!“
„Dabei hat sie dem Schabe als Baby den Kopf abgetastet und gesagt, das wird einmal ein gescheiter Bub.“
„Später sagte sie, er wäre Legastheniker, nur, weil er zu spät zur Ordination erschien, als er nicht zum Blockflötenunterricht gehen wollte. Der Bersch hat getrödelt!“
Frau Dr. Herta Kutschbeck war eine peinlich genau selbstinszenierende, hochalpinbraune, zähnebleckende Erscheinung.
In Begleitung ihrer Ordinationsgehilfin war sie zweimal wöchentlich auf Hausbesuchstour durchs Viertel unterwegs.
In ihrer Ordination gab es ein Wartezimmer und einen Behandlungsraum.
Dort standen mehrere Bestrahlungsgeräte, mannsgroße, summende, tickende Blechkästen mit kinderfaustgroßen Reglern aus Bakelit, die einen anstarrten, während darunter eine geheimnisvoll zuckende Nadelanzeige grimmte.
Aus wuchtigen Schränken mit Lüftungsschlitzen ragten Arme mit dicken Kabeln und Gelenken, die man herausziehen und einrichten konnte, mit tellerförmigen Terminierungen, aus Holz gedrechselten Kontakten, an denen die heilsamen Strahlen freigesetzt wurden.
Frau Dr. Kutschbeck, praktische Ärztin, galt als Strahlenexpertin.
Ihr glanzvoll staubfreies, nach Desinfektionsmitteln und Bohnerwachs riechendes Ordinationszimmer war nüchtern eingerichtet:
Schreibtisch mit Rezeptblock, polierte Ärztinnen-Ledertasche, Karteikasten, Glasschrank mit glänzenden medizinischen Werkzeugen, Sterilisationskocher, ein dottergelber Kachelofen, auf einem versperrten Rollladenschrank Parabol-Höhensonnen mit befremdlichen, dunklen Birnen für Lichtbestrahlungen unterschiedlicher Wellenlängen.
Man wurde von ihrer hageren, farbarmen Gehilfin bei einer Tür hineingebeten und durch eine andere wieder entlassen.
Frau Dr. Kutschbeck, ein makelloses weisses Gebiß weit entblößend: kühle Handflächen und Finger betasten Lymphdrüsen.
Stethoskop anlegen, mit dem Gummihammer des hüstelnden Knabens Rücken abklopfen: „Tief durchatmen!“
„Aha-Aha-Aha-Aha!“
Stablampe wird angeknipst, Leuchten in die Gehörgänge: „Maximale Verlegung beider Kanäle durch massive Ohren-Propfen.“
Körperwarme Ohrenspülung.
Bestrahlt wurde, wenn Pilka-Tropfen und Spülspritze versagten.
Fünfzehn Minuten ausharren zwischen Tellerhänden, die an den Ohren angelegt wurden und eine aufrechte Sitzhaltung auf dem in die Höhe geschraubten Drehsessel erforderten.
Gelenke wurden hier bestrahlt, Schultern, Wirbelsäulen, Busen und Bäuche, Hüften, Knie und Waden.
Ernsthaft und tapfer saßen ältere Patientinnen ihre dahintickenden Minuten ab.
Das allgemeine Schweigen wurde übertönt von unregelmäßigen Knacklauten, elektrischem Gesumme wie an einem Umspannwerk, und einem beunruhigenden Signal, wenn die Bestrahlungszeit eines der Schränke abgelaufen war.
Es klang wie beim Röntgen – oder als ob in einer Todeskammer der Schalter eines elektrischen Stuhls betätigt würde.
„Vielleicht ist der Schöpsel unfruchtbar geworden! Ich habe auch darum gebetet, daß es ein Bub wird! Ich habe es doch nur für den Vatter getan!“
Ich wußte nicht, welche Strahlen bei den von Frau Dr. Kutschbeck verordneten Therapien freigesetzt wurden, und die Mutter wahrscheinlich auch nicht.
Ich nehme jedoch heute, aufgrund der Beschaffenheit und beeindruckenden Gestalt der Strahlenkanonen an, daß es sich um eine Art Magnetfeldtherapie gehandelt haben könnte.
Angeblich wurden Menschen davon aufgeregt oder schliefen während der Sitzung ein.
Verschiedene Schmerzen wären vergangen, auch Niedergeschlagenheit, und Übergewicht hätte erfolgreich reduziert werden können.
Auch hieß es, daß der Fernsehempfang, noch über die umliegenden Häuserblöcke hinaus, während der Ordinationszeiten gestört gewesen wäre.
Daß Frau Dr. Kutschbeck Forschungen anstellte, wonach mittels Anwendung ihrer Strahlentherapie das Geschlecht von Föten beeinflußt werden könnte, war ein anderes Gerücht.
Sie starb in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts an Hautkrebs.
Eine Geschichte in der Geschichte.
An einem Anfang war das Liberale Forum, Steiermark, mein Arbeitgeber gewesen.
Nach kurzer Zeit interessanter Zusammenarbeit rief immer wieder mein Vater an, der mich unbedingt als Knapp’ gebeugt an die Seite meines weltmännischen brother-in-law zwingen wollte.
Auch meine Schwester telefonierte gern im Rhythmus ihres oszillierenden Zuckerspiegels, um sich besorgt nach meinem Befinden zu erkundigen, während sie mit Frau Lothrich aus Sektflöten das Geld vergoß, das ich per steirischem Gerichtsurteil später an einen Kreditgeber zurückzahlen sollte.
Es war im Hintergrund von … Homosexualität und Drogenexperimenten die Rede, Sakramente des Teufels sollen im Spiel gewesen sein
Die Richterin wollte die Angelegenheit keinesfalls aus dem Lande lassen - es hätte also ein echtes Krachlederhosenherrgottsurteil sein sollen.
Es kann im österreichischen Zivilrecht von ein und demselben Richter das Recht untersagt werden, ein mögliches Rechtsmittel zu ergreifen.
Ich erzähle immer wieder gerne aus dieser Geschichte, weil sie sehr facettenreich und österreichisch ist.
Romantisch die Vorstellung, ich würde gemeinsam mit Herrn Slamer als Tom Sawyer und Huckleberry Finn für meinen Schwager in einem Lager öltriefende Pakete voller Schrauben und Muttern durch stählerne Schluchten schleppen.
Mutter hätte sich damit abfinden können, als ich ihr einmal so vorgekommen war, wie die schockierende Erscheinung David Bowies im Spotlight-Video „Live On Mars“ – wenn es meine Veranlagung gewesen wäre.
Eine gute Mutter liebt ihr Kind, wie’s ist, hörte man sie schluchzen.
Aber der Eberhard, der wäre halt ein echtes Jass, schwärmte sie gern.
Und daß halt der kurzgeschorene Alpenvereinswanderer Schneider Mich’l doch intelligenter als ich g’wesen wär’.
Was erwarten Sie von mir – doch nicht etwa … Schuldeinsicht?
Bestimmt verwechseln mich mit jemandem.
Ich füge mich in ein Schicksal, welches der ‘Rgtt mir empfiehlt.
Tarnen und Täuschen.
Inzwischen mißbraucht in Österreich populistisches Gesindel aller Art die Instrumente der Justiz, um sich unter falschen Vorwänden Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen.
In Wirklichkeit TUN diverse Sicherheitssprecher die Texte eines Rentners im Internet pseudopsychologisch ausdeuteln und erpressen die Republik Österreich motto „Sorgen um Kinder“ und gängeln Beamte, dienstfremde Aufgaben zu erfüllen, und sich dafür in den Dienst von unverschämten Geldforderern zu stellen.
So erschienen heute zwei Beamte eines Bezirksgerichts, um Ausschau nach Verdächtigem zu halten.
Offensichtlich war Bericht erstattet worden, daß meine Frau eine große Schachtel unbekannten Inhalts nach Hause getragen hätte.
Den jungen Mann, bei genauem Hinsehen eindeutig als Rechtspfleger erkennbar, zog es wie am Schnabel in die begrünte Ecke unserer Zimmerwohnung.
Gleichzeitig beklagen wir, daß unsere Post trotz kostenpflichtigem Postfach schon lange nicht mehr ordnungsgemäß zugestellt wird, und immer wieder „verdächtige“ Sendungen abhanden kommen, zuletzt eine bedeutungslose Kundenkarte der Firma „Conrad“.
Unlängst, am Samstag des Donauinselfestes, versuchte mir eine Bande von Inländern in einer nahen Ubahnstation meine Kontokarte nach Art ausländischer Banden von Trickdieben abzutrixen – ich nenne ein kleines Rentenkonto mein eigen.
Herr Meixner fiel mir ein, der einmal meinte, ich säße als Büroangestellter in Diensten des Liberalen Forums an einer Rohrpostleitung zur Bundesgeschäftsführung oder zum Schatzamt, von wo man mir schnell einmal 25.000,— Schillinge durchpusten würde, um dem unschuldig ins Unheil geschlitterten kulturschaffenden Operetto finanziell wieder auf die Kufen zu helfen.
PFFFT … PLOPP.
Ich dankte dem Herrn, der soviel Mut hatte, mir die Karte – ich hatte gerade ein Streifenticket erworben – in der Hoffnung auf ein kleines pourboire wieder auszuhändigen.
SCHICKIMICKIMINITWINNI. PSCHT. STILLE POST.
Es ist leider so, daß bei uns Volksvertreter aus einem bestimmten Grund einen unbequemen Menschen vorsichtshalber als Kinderschänder diskreditieren, obwohl ihnen ursprünglich einmal irgend etwas von Hanfpflanzen, neuem Auto und Afrikanern zugetragen worden war, und jemand, der an einem Einbruchsdiebstahl in unsere Wohnung in der Wiener Kochgasse maßgeblich beteiligt war, die im Anschluß einer Abgeordneten einer ganz anderen Fraktion zugeschanzt worden ist, von sich abzulenken trachtete, indem er eine markerschütternde Geschichte erfand, ich würde seine Frau und sein Kind bedrohen.
Das habe ich nicht verstanden, als unlängst in einem Interview die geschätzte Frau Spira etwas herzhaft Mutiges über österreichische Politik und Politiker sagte, jedoch einzuschränken versuchte, bei den Grünen wäre das anderes.
Leider nein - Hoffnung ist nicht in der Politik, zur Zeit.
Es ist eine Schande für die Republik Österreich, wie dieser Tage politische Falschspieler sich als untergriffigste Provokateure und Erpresser betätigen und sich dazu der Instrumente der Republik als Mittel der Intrige bedienen.
Altlasten, über die alle Bescheid wissen, wird man so leicht nicht los.
Mutig sieht es aus, wenn ein Politiker den Ausschluss bestimmter Mandatare aus dem Parlament fordert.
Wahrscheinlicher ist es nur Berechnung.
Daß wir alle diesem Witzerltanz zusehen müssen, stimmt nachdenklich.
A propos Witzerltanz.
Mitten im Hof des Gemeindebaus, in dem ich aufwuchs, standen drei Robinien.
Dort ließ sich gut spielen.
Ich hatte eine Freundin, Ingrid, einen Freund Eberhard, der später Rechtsgelehrter wurde, und einen Freund, Wolfi, mit vielen, vielen Verwandten.
Vielleicht waren auch noch dessen Bruder Gert oder mein Freund Heribert zugegen.
Wir waren drei, vier Jahre alt, Ingrid schon fünf.
Wir pinkelten gerne an den nördlichen Baum, und Ingrid, die mir gut gefiel, begutachtete interessiert unsere Zumpferln.
Ob wir an jenem Tag im Sommer auf und ab sprangen und mit offenen Hosen eine Art kindlichen Stammestanz vollführten, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls brüllte auf einmal mein Vater aus dem Fenster, daß der ganze Hof schallerte - und stand Augenblicke später zornesdonnernd vor mir und fotzte und hieb mich wütend polternd in die Wohnung hinauf.
Für den sogenannten Witzerltanz wurde ich tagelang immer wieder brutal gezüchtigt und mit schwerem Hausarrest bestraft.
Die Ingrid kam nach Wien ins Heim.
Dem Eberhard schnitt die Tante mit der großen Scher’ die Vorhaut ab.
SCHNIPP-SCHNAPP
Er beklagte sich später bei mir darüber:
Sein kleiner Penis sah bläulich verfärbt und merkwürdig umgestülpt aus.
Heute sind wir alle verfeindet.
KÜHNENGRUSS ZWICKZWACK
FENSTER ZU.
(Hoffentlich kommen jetzt nicht die Hammerskins. Oder die Chinesenzöpf’. Oder die silbergrauen Armanianzüg’.)
Micromusical, exklusiv für Leser des „Erzieherblatts“.
Es spielt die Anstaltsband der Justizanstalt Mittersteig ein Soul-Medley aus 35 Jahren beinharter Rockmusik.
Es singt die Geschäftsführung der Wiener Drogenkoordination, das Ärztekollegium des Anton-Proksch-Intitutes und der Katholische Sozialarbeiter- und Therapeutenchor des Landes Steiermark.
Es erscheint Drobs, das Animationsmännchen der österreichischen Landesdrogenberatungsstellen „Drogen? Nein Danke!“ – und springt splitternackt auf einen Hocker.
„Kleines Manderl
du tanzt völlig von den Socken
auf deinem Hocker ‘rum.
Wildes Manderl
„Zeig’ uns ruhig deinen Po!
Schüttel’ deinen Pikkolo!
Feuer’ dein Gehirn leer -
Da freut sich Mony Mony sehr!“
„Und die Stapo noch viel mehr!“
„Du armes Manderl
dein lauter Hilfeschrei -
er bleibt nicht unerhört.“
„Was – deine Eltern haben Haus und Grund?“„
„Allerliebstes Manderl!
Ruf schnell in der Beratungsstelle Herrn Ingo Fasching an!
Er hat Bizeps! Er hat Hoden! Er hat Grips!
Er hilft dir mit viel Klugheit aus der Scheisse
deiner späten Pubertät heraus.
Was du brauchst ist … Therapie!“
„Die Tassen müssen auf den Tisch!
Kronjuwelen, Tafelsilber …
Vom Kopfe stinkt der Fisch.“
„Du musst erst in der Gruppe lernen, worum’s im Leben geht.“
„Jahrzehntelang Erfahrung -
Faustkampf, Surfen, Wassersport!
Ein Freund mit dickem Schnauzbart
ist immer für dich da!“
„Zieh’ endlich einen Schlussstrich
und fang in der Buckligen Welt
ein super-mario-neues Leben an.
Spring heut’ noch von der Hohen Wand
hab’ keine Angst, wir fangen dich!
Sag einfach ja und … JUMP!“
Drobs: „Mein Name ist Drobs! Für immer meier und hops! Jetzt geht’s um die Endlösung, Burschen!“
„Hilfloses Manderl – heut’ leidest du
an Beziehungsideen und Verfolgungswahn
- Zeit dass du in die Anstalt kommst.“
„Verschrumpeltes Manderl!“
„Verhutzelter Reservechristus!“
„Zwergwüchsiger Dioptrienottel!“
„Personifizierter Minderwertigkeitskomplex!“
„Kebapfriedhof, Schmalzlawine!“
„Du bist arbeitscheu und faul!“
Die Heimat hat von dir genug!
So spring doch endlich vor den Zug …“
„JETZT!“
Dem frischen Samen von pubertierenden Knaben wurde in gewissen Kreisen bis in die Neuzeit magische und verjüngende Wirkung nachgesagt. Das Erbe der Lebensuntüchtigen wäre die natürliche Grundsicherung der Mächtigen.
„Das letzte Wort hat der Gerichtspsychiater.“
Frau Hosnedl beschrieb der Richterin, OLGR Traude Mannichl-Minauff, die angerissenen Probleme folgendermaßen:
Immer wieder schnürten sich schon am frühen Vormittag aus ihrem Unterbewußten Vorstellungen ab, um wie Gasblasen in einer Flüssigkeit an die Oberfläche zu dringen.
Ihr Vater fetze sich erst das Unterhemd vom Leibe und zerre dann ungebändigter Miene elektrische Drähte aus dem Brustkorb, wobei sich Nähte öffneten, die rotierende Pumpe teilweise hervortrete und nach Lösen einer Klemme ein sich aufbäumender Schlauch wütend Blut verspritze.
Daß er einen Kanister mit Motorsensenfranzbranntwein anhebe und gierig aufgerissenen Mundes über sich entleere, sich mit einem Feuerzeug in Brand setze und als lebendes Molotovgeschoss flammenbrüllend Einsatzfahrzeugen von Polizei und Rettung entgegenwerfe.
Daß der korpulente Mann zu Weihnachten nackt durch den Wald irrte und sich auf einer Lichtung ein Samuraischwert in den Bauch rammte, worauf er wie ein jäh erlegtes Wildschwein zu Boden fiel und eine Spur Blut aus einem Mundwinkel lief, während sein letzter Blick sich im nahen Unterholz verfing.
Schuld an ihren zwanghaften Vorstellungen wäre ihr Bruder, welcher sich bis zuletzt sämtlichen Anweisungen des Vaters widersetzt und so ein mit Nachdruck, aber umsichtig geplantes Happy End für alle verhindert hätte.
Immer wieder hätte der Bruder, als sie noch die Höhere Bundeslehranstalt besuchte, ihr aus einem Fläschchen mit einer bewußtseinsaufrührenden Substanz versetzten Honig angeboten.
Eine als zuverlässig in ihren Vorhersagen bekannte Hellseherin hätte ein Familiendrama prognostiziert, falls nicht rechtzeitig ihr Bruder daran gehindert würde, das Zeit seines Lebens verfolgte Ziel der Auslöschung der Familie fortzuführen.
Daß ein trotziger, unreifer Charakter einen ganzen Klan zerstören kann, hätten ihr ferner mehrere Sozialarbeiterinnen sowie ein bekannter Facharzt für Suchtkrankheiten bestätigt.
Daß sich eine Fußpflegerin, Maturaschulen, Versandhäuser und die Wahrsagerin derselben fordernden Rechtsanwaltskanzlei bedienen könnten, hätte sie niemals ahnen können.
Daß ihr Bruder zu einer orientalischen Sekte konvertiert sei und ein unbeschwertes Leben im Schlafgewand geniesse, während sämtliche der Familie verbliebenen Schulden ihr angelastet würden, dafür könnte man von ihr kein Verständnis erwarten.
„Im Geflügelwerk Unterfehringer wartet Arbeit genug – aber mein Bruder lebt wie die Made im Speck! Ich habe nicht einmal mehr ein zweites Paar Schuh’!“ schluchzte Frau Hosnedl, bevor sie einen weiteren Schwächeanfall erlitt, gerade noch von zwei Begleiterinnen aufgefangen und der anwesenden Ambulanz anvertraut werden konnte.
Frau Hosnedl wurde erneut in klinische Obsorge überführt.
Das Urteil wurde vertagt.
Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom im fortgeschrittenen Alter.
Die alte Frau wimmerte wie geölt, als sie der mehrfach diplomierten Psychotherapeutin und Lebensberaterin Melitta Zaisel-Reihsenbein telefonisch ihr Leid klagte:
Der Schaberl würde nicht einmal mehr zu Ostern auf Besuch kommen, wo das gezielte gegenseitige Bewerfen mit Dutzenden Eiern doch immer Familientradition gewesen wäre.
Seine Stimme wäre zudem am Telefon fast nicht zu vernehmen gewesen, als ob er ganz schrecklich abgemagert wäre, hätte Schaberl sich angehört, die furchtbaren Zeichnungen aus dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ wären ihr wieder eingefallen.
Ausserdem hätte sie geträumt, daß ein Prospektverteiler afrikanischer Abstammung mit den Fäusten wild gegen ihre Tür getrommelt und Kapseln in den Briefschlitz geworfen hätte, rotweisse Kapseln, wie die Beruhigungsmittel, die ihr die Kutscherer damals verschrieben hätte.
Sie hätte darauf nicht mehr einschlafen können.
KASOZ-Absolventin Melitta Zaisel-Reihsenbein versuchte, der greisen Frau zu erklären, daß sie ihr nicht helfen könnte, da sich ihr Sohn in einem anderem Bundesland aufhielte und ihr keine konkreten Informationen über Befinden und Lebensgewohnheiten mehr vorlägen, abgesehen davon, daß er mehrere Jahre alleine in einer Wellblechhütte im australischen Hinterland gelebt hätte und eines Tages als verfilzter, verholzter Reservechristus ohne Gedächtnis zurückgeschickt worden wäre.
„Und falls er irgendwann hier auftauchen sollte, spritz’ ich ihn eigenhändig nieder und fotz’ ihn in die G’schlossene.“
Das Trillern der Rückkopplungen des Hörgerätes der alten Frau schrillte durch die Leitung wie das Pfeifen eines altertümlichen Internetmodems.
„Ich hör nichts. Nehmen sie doch Rücksicht!“ schimpfte das Weib schnaubend ins Telefon, „Diese verdammten Lauscher!“.
Es polterte in der der Leitung, als würden Möbel umgeschoben und das Telefon zu Boden geworfen.
„Hallo. Was haben sie gesagt? Er spritzt wieder? Ich habe es gewusst. Eine Mutter spürt instinktiv, wenn es ihren Kindern nicht gut geht.
Zaisel-Reihsenbein : „So ein Kas’! Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte: Ich weiß nichts. Was seid ihr doch für arme verwunschene Teufel, die ganze Familie.“
Trillern, Pfeifen und Rumpeln.
„Hallo! Können sie mich jetzt besser hören? Daß Schaberl der leibhaftige Teufel ist? Das denke ich mir oft. Es geht nur um meine Enkelkinder. Ich mache mir so furchtbare Sorgen. Wenn er plötzlich kommt und … den Wurstel hat er auch immer aus dem Fenster geworfen, wenn Lisa unten im Hof spielte. Das Kind kommt mit seiner Matura nicht weiter vor lauter Angst.“
Zaisel-Reihsenbein : „Ich weiss nicht, was ich ihnen sagen soll. Rufen sie doch die Telefonseelsorge an. Oder die Zeitansage.“
Alte Mutter: „Die Kutscherer ist schuld. Diese … Scheisswaben. Zuerst hat sie gesagt, der Schaberl wird ein gescheites Kind. Später sagte sie, der Bub wäre Legastheniker, weil er nicht rechtzeitig zum Ohrenausspritzen erschien. Bestimmt waren die Bauchbestrahlungen während der Schwangerschaft schädlich. Ich wußte ja nicht, wie gefährlich diese Strahlen sein können. Ich wollte nur, daß es ein gescheiter Bub wird.
Einsatz des Schluchzmechanismus:
„Ich habe alles nur für den Vatter getan.“
KASOZ-Therapeutin Zaisel-Reihsenbein unterbricht das Gespräch mit eiserner Miene.
„Hallo? Ich glaube, diese Scheiss-Batterien sind wieder leer. Schaberl? Kannst mich hören? Was ist los? Willst dich ausweinen? Wein’ dich ruhig aus, Schaberl. Ich bin deine Mutter.“
„Deine Mutter.“
Klassische Werbeeinblendung des Tages:
„Wenns vorne juckt
und hinten beisst
nimm Klosterfrau
Melissengeist.“
Die letzten Österreicher.
Der Kater Schrammel ist mein guter Freund.
Ich erzähle ihm von unserem Spaziergang im Tiergarten Schönbrunn und er hört mir zu.
Hochinteressant und herzerfrischend zu beobachten, wie sehr das Kätzchen Hula den schwarzen Jaguaren gleicht, so ähnlich sind sich kleine und große Katzen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Spieltrieb der Tiere kitzeln und der Mangel an Besuchern wochentags die nervliche Belastung der Raubkatzen niedrig hält.
Zu Hause führe ich keine Selbstgespräche, sondern rede, wenn die Gemahlin auswärts weilt, mit unseren Katzen.
Daß diese Gespräche abgehört werden, davon bin ich überzeugt.
Das ist mit ein Grund, warum ich nach Laune Lieder anstimme, gerne Selbsterdachtes, etwa „Wir fahren mit der Nahmaschin’ am Zicksee“, „Ein’ schönen Gruß’ vom anderen Fuß“, „Wenn der Besenschnäuzer nimmer pickt“ – ein Lied, das mir in der Interpretation eines Knabenchors vorschwebt – oder Coverversionen von Stefanie Werger – „Stark wie ein Felsen“ und Reinhard Fendrich – „Es lebe der Sport“.
Mein neuestes Projekt zur Komposition heisst „Angela aus Angola“.
Ein Protesttrack gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, aber ich habe noch weder Melodie noch Text ersonnen.
Ich beschäftige mich, davon abgesehen, auch mit Grundsatzfragen, etwa, ob sich die ÖsterreicherInnen ein zweites Mal von miesen Nazis vom Flosz fegen lassen werden.
An meinem letzten Arbeitsplatz, wo ich sehr ekelhaft hinausgemobbt wurde, pflegte ich bei der Arbeit zu singen und vor mich hin zu sprechen.
Davor war ich gefeuert worden, weil ich bei der Arbeit – es handelte sich um eine Beschäftigung in einem Callcenter – Karikaturen anfertigte, reimte, und Kurzgeschichten schrieb.
Das hat mit Moral und Willen nichts zu tun, ich muß so sein, wie ich bin, im Gegensatz zu früher, als ich immer versucht hatte, anders zu sein, und damit große Schwierigkeiten bekam.
Ich entwickelte diese Eigentümlichkeiten, ohne die ich gar nicht sein möchte, aus dem Gefühl heraus, ständig kontrolliert und belauscht zu werden, sie sind meiner Laune und Stimmung zuträglich und lassen nicht unterdrücken.
Wenn mich jemand provoziert, was gelegentlich vorkommt, werde ich leicht aggressiv und habe unter Schmerzen und bohrendem Stress damit zu kämpfen, die rasenden Aggressionen durch Vernunft auszugleichen.
Niemand kann von mir verlangen, daß ich starke Medikamente nehme, welche die genannten Symptome unterdrücken, die im Grunde nur meine gelöste Depression charakterisieren.
Ich wäre dann auch nicht zurechnungsfähig bzw. nicht in der Lage, meine Befindlichkeit in Worte zu fassen.
TAO
Mick Meixner
Silly english - news for the unknown suspicious.
„You can now prepare the pretzels.„
The more we effort to ban them back in past, the closer they come.
When it comes to torture stuff, the tough gets going.
For it happened in the past, the future became more important.
The woman pretended she only acted in aesthetic movies.
It was always the deep conflict with my dad that kept me from other ways.
I like the pink styrofoam balls the most.
The behaviour of the incapables rerolls.
I could never imagine a peepshow from inside.
The typical cop copist copies cops.
A special kind of people see brutality on TV and feel a need to replay.
In the past, motor engines had to be handcranked.
„What you need now is a strong man.“
Neues System – wieder durchschaut.
Das Ende meines extramuralen Daseins rückt näher.
Aus dem politischen Sittenbild Österreichs schreit es nach Zwangsverwahrung.
Ich laufe über die frostige Krumme hinter Biedermannsdorf.
Vom Anninger schallt das Signal eines Horns.
Das Gekläffe der Hundemeute durchlichtet den Wald.
Jagdzeit, die Regierung läßt laden.
Dr. Gabriella Frische, Dr. Ewald Stangl-Moser, Primarius Dr. Tertius Gottlieb, der listige Gerichtspsychiater Dr. Dr. Hans-Christian Hoeller, Kreuz am Revers, der grimmige Polizeipsychologe Meier, Frau Psychotherapeut Hutterer, Wetterfleck und Trachtenhut, eine schwere Nashornbüchse geschultert, der eherne Küfer Jaga Hans’l mit der großen Rebscher’, und Reinkoether, der pfiffige Förster vom Silberwald im grünen Gewams – sie alle nehmen daran teil.
Letzter spannt, in sportliche Konzentration vertieft, seine Armbrust.
Der Sozialarbeiter Schulze, im Staubmantel zu grünen Wollsocken, gesellt sich spät zur Gesellschaft.
Er hat in der Eile keine andere Waffe gefunden, und dreht den Playboy vom Dezember zu einer harten Keule.
Am Husarentempel treffen sie sich, bei flackerndem Fackellicht.
Die Ärzte recken Syringen und Spritzen, tragen Impfpistolen und Betäubungsgewehre.
Natriumpentathol und Haloperidol, Therapie statt Freundschaft, Morgensport oder Extrapyrimadon statt Schlafzuschlag und Internet, heisst dieser Leute Munition.
Warnschüsse werden in die Luft gepfeffert.
Sie werden verstärkt von der deutschnationalen Front, die von der Lokalbahnstation Guntramsdorf aus das Gelände Richtung Traiskirchen durchkämmt.
Ihr Anführer, Gothenberger, trägt einen Schuhbürstenhaarschnitt, und hat sich eine magische Kette aus Schrumpfköpfen um den speckigen Nacken gehängt, der wie poliertes Nilpferdleder im Mondschein glänzt.
Scharf singen ihre Sensen, und sie rufen sich von Radius zu Radius den Sprechgesang zu:
„Schwingt, Deutschmeister, schwingt! Lasst keinen aus! Lasst keinen aus!“
Seit Tagen kreuzen Lothrich und Wickenburough in einem mit Felddecken verhängten Lieferwagen langsam durch die Straßen des Viertels.
Sie haben den Entschluss gefasst, mich auf dem Weg zum Einkauf zu überwältigen, in eine Zwangsjacke zu bugsieren und hinter den Semmering zu verbringen.
Nie wieder soll ich Europa verlassen können.
Im Schwanberger Irrenhaus muss ich gebeugt werden, mit Cis-Sordinol, Truxal und Melleril.
Elektroschocks und feuchte Wickel bei geöffnetem Fenster sollen die Wirkung noch verstärken.
Danach soll ich nach Kaltenbach-Hollenegg, nahe dem Stammsitz der Familie, überstellt werden und nach natürlicher Verwachsung gesunder Frakturen, bei heilenden Minusgraden im Heu, endlich als Bursche dienen.
So will es der greise Doktor Heim, der die Ehrenleibarztschaft übernahm und dem Vater das Versprechen in die Hand ablegte, noch eigenhändig diesem Sohn das Kreuz zu brechen.

I was there on holidays and that was the other year, but I’m still pulling inspiration out of it.
Last time was never enough.
(Drops some oil into the sewing machine.)
Ein Frühsommertag.
Temperaturen, die zum Sonnenbade laden.
Die Serotoninspiegel wird angehoben, das Wahrnehmungsvermögen steigt.
Dopamin und Noradrenalin werden nachhaltig freigesetzt, ein libidinöser Ausschlag.
Ein großknochiger Primat mit weissem Stoppelhaar, saloppes Safari-Trachtensakko, hängt vorne im Omnibus schlänkernd zwischen Schlingen und Gestänge, lässt mit nahezu jugendlichem Elan – Hoola-Hoop – die Hüften kreisen, reibt sich, locker in den Knien, an einer Halteschiene und genießt mit sinnlich feist verkneifter Miene, in seine neue Sommerhose.
Ende der kleinen Rock’n Roll-Show.
Er wendet sich ernüchtert zum Einstieg hin ab und verlässt den Bus an der nächsten Station.
Empfindungen sind klar, mit ungewöhnlicher Trennschärfe dringen Details in das Bewusstsein.
Das Sonnenbad ist fomidabel, die Temperatur optimal.
Die Freudenauer Rabenvögel beobachten aufmerksam, wollen mehmals von mir wissen, ob es Leckerbissen für sie gibt.
Gegen siebzehn Uhr fragt der Weltempfänger die Reflektionen aus der Stratosphäre ab.
Elektromagnetische Böen werden herangeweht, verwirbelt, überlagern einander, bekannte, erahnbare Botschaften zwischen solchen aus fremden Welten.
Neben einem euphorischen sinoiden Lautregen wird ein islamischer Gesang gemalt, eine wohlklingende Männerstimme trägt voll harmonischer Poesie Suren aus dem Koran vor.
Man hört, daß dies ein Gesang des Friedens ist.
Beim Überqueren der Donau das Erlebnis einer großartigen Landschaft.
Wannst des Pfingstmanderl nennst,
kommt des Pfingstmanderl grennt.
Die Lieberalen Österreichs veranstalten am Pfingstwochenende ihr jährliches Pfingstmanderlaufscheuchen im Buxkandlpark.
Mit:
Luftbühne
Seventies-Gummihupfen
Vater, Mutter, Kind Liveshow
Kinderknopfausreissen
Thaibutzerlfäusteln
Pfingstmanderl-Volksdichter-Wettbewerb
Wetten-daß-Superkleberschnüffeln
Musik:
Werger-Coverband
Dampfende Strumpfhosen
Reg-di-ned-auf-Reggae-Band
Handpupperl, Zuckerl und bunte Kondome in allen Größen liegen bereit.
I-Phones mitbringen nicht vergessen.
Überraschungsgast.
www.pfingstmanderlaufscheuchen.at
Veranstalter: Meier-Meier-Laufmaschen-Express