CatCam

TUVALU

Der Faschismus kann das Prinzip Hoffnung nicht ersticken.

Die Mittelschicht hat Internet.

Sie ist anders strukturiert - vielfältiger, bunter, offener und demokratischer als vor fünfzig Jahren.

Der katholische Moralismus befindet sich mit seinen Wertvorstellungen im vergangenen Jahrtausend.

Das Internet als Informationstransmission überträgt auch die Schattenseiten: psychologische Manipulation, Ablenkung und Täuschung – emotional engineering.

Kommunikation im herkömmlichen Sinn wird abgelöst von Peil- und Sondiersendungen durch eine drängende Flut von Eindrücken, die es im eigenen Bewußtsein zu filtern gilt, auch um die Umsetzung von Plänen, um Ziele zu erreichen.

Das ist eine intellektuelle Herausforderung - auch wenn die Anforderung zur Multitaskingfähigkeit nach wie vor an die Maschine gestellt wird, wodurch in absehbarer Zeit kein sozialpsychologischer Multigau auszubrechen droht.

Je mehr Informationsbeschaffung über das Internet stattfindet, desto zahlreicher sind auch die Möglichkeiten, in Sackgassen zu geraten, die einen persönlich nicht weiterbringen.

Dennoch ist das Internet viel wert: Wer trotzdem damit umgehen kann, hat auch in der Wirklichkeit des Daseins mehr Chancen.

Man kann  am kulturellen Weltgeschehen nach eigenen Vorstellungen teilnehmen.

Früher hatte der mittelständische Patriarch die Möglichkeit, sich am Wochenende über einem dicken Pack Zeitungen und Zeitschriften tiefer in das Weltgeschehen einzulesen.

Es gab die Radionachrichten, die Zeit im Bild als Nachfolgerin der tönenden Wochenschau im Kino, und Fischers Weltalmanach.

Hintergrundinformationen waren lexikalischen Ursprungs, kolonialistisch-missionskatholisch kupferstichig.

Gläubige Menschen wurden durch die Sonntagspredigt beeinflußt, die Erwerbstätigen am Arbeitsplatz politisiert.

Der Urlaub wurde vom Reisebüro der Gewerkschaft vermittelt.

Das Internet stellt heute einen Großteil der weltwiedergebenden Informationen gratis zur Verfügung, einfacher Gedankenaustausch muß nicht als Konsultation teuer verrechnet werden.

Es ist jenes Netzwerk, das – im Prinzip – allen Usern auf dem Planeten gleich viel Bildungspotential zur Verfügung stellt, und deshalb als höchste Errungenschaft demokratischer Gesellschaften gelobt werden könnte.

Man muß nicht über heiligen Schriften meditieren – man braucht keine Mittler eines religösen Glaubens, um die ungefähre Mitte zu sehen.

Kein Wunder, wenn es Stimmen gibt, die das Internet in offener Form nicht akzeptieren, es für sich selber beanspruchen, oder nur mißbrauchen wollen, als Mittel der Überwachung, der Inquisition.

Es gibt Ansätze, das Internet mit Drogen und Glücksspiel vergleichen zu wollen – oder mit Sodom und Gomorrha.

Das vorsätzliche Legen von Irrspuren, Versuche der Fallenstellung, der suggestiven Negativbeeinflussung, bis hin zur Gefahr der Abzocke von Konto und Kreditkarte sägen an den Nerven vieler User.

Die Freigabe von eigenen Beiträgen zur allgemeinen Unterhaltung unterschiedlichen Gewichts, zur Reflektion der eigenen Befindlichkeit, ist hingegen eine Art friedlicher Kompensation.

Man könnte sonst allzu depressiv werden.

So gesehen kann das Internet ein Beitrag zum Wohlbefinden und zur Gesundheit einer Gesellschaft sein, weil es auch die Mauern politisch verordneter Isolationshaft durchlässig macht.

Ich bin froh, ein Teilhaber und Mitmensch zu sein.

Ich kann von den Möglichkeiten des Internet profitieren.

Der Wert wiegt den Preis auf.

Besser Internet als Prof. Mastopius.


SystembetreuerInnen

In der Multiple-Choice-Hölle.

An einem jener Abende stieg ich in die aufgeheizte Atmsophäre einer Peepshow, in Begleitung eines Bekannten, dem Stippvisiten ins Rotlicht nicht fremd waren.

Wir waren beide gut angeheitert.

Wir hauten enthemmt Geld auf den Kopf,  feierten feixend Frustrationen für Arbeiter und Angestellten ab.

Eine der Tänzerinnen, die auf der Brust eine Nummer trug, kam mir in magischer Weise  bekannt vor, und schien mir zudem zuzublinzeln.

Ich bestellte sie in eine Kontaktkabine, wozu mir mein Kollege geraten hatte.

Ihre Lippen und Nägel schienen im UV-Licht zu glühen.

Sie bot mir eine charmante Fußmassage an.

Der Vorschlag erschien mir so amikal harmlos wie professionell, daß ich keinerlei Argwohn schöpfte.

Nach einer kurzen Denkpause erschien er mir sogar äußerst anregend, und ich willigte beflügelt ein.

Das geschäftige Fräulein streifte zierliche Stilettosandalen ab, nahm federnd Sitz, stellte elegant die Beine zurecht und deutete mit flinker Hand, bei der nachfolgenden kleinen Übung selber Spaß zu haben.

Eine wenig anspruchsvolle Discohousemusik hämmerte, dafür sehr laut, die Beleuchtung hatte etwas Neonpsychedelisches.

Aus einer Düse am Plafond wurden mehrere Stöße eines süßlich-fruchtigen Deodorants freigesetzt.

 

Ich hatte mich für einen umfassenden Kurs als EDV-Administrator beworben und mußte zu einer Aufnahmeprüfung erscheinen, die viele Stunden in Anspruch nahm.

Die Leiterin des Schulungszentrum erschien mit einer Assistentin.

Sie begann sich in häßlicher Weise über meine Präsenz zu mokieren, vor gut 50 Anwesenden.

Sie sagte laut, ich wäre bloß zu faul, um als Hubstaplerfahrer zu arbeiten.

Als langjähriger chronischer Cannabisraucher wäre ich für ihre anspruchsvolle Ausbildung  zu verblödet, ließ sich vernehmen.

Während ich an der ersten von -zig Serien von Fragebögen arbeitete, stellte sie sich hinter mich und stierte mir wie einst die Mutter bei den Hausübungen über die Schulter.

Schließlich riß sie  ein paar Blätter an sich, stöckelte mit furiosem Hüftschwung vor ans Pult und stellte wild stiftstreichend Hochrechnungen an, wobei sie meinen Intelligenzquotienten laut auf maximal 85 einstufte.

Jeder im Saal konnte es hören.

Leute drehten sich herum und tuschelten.

Eine hübsche Person vor mir warf ihr Haar zurück und stemmte sich mit den Füßen vom Fach ihres Pults nach hinten  ab, um ein wenig im Stuhl zu wippen.

Ich spürte, wie es um meine Nieren krampfte und mußte aufstehen, dringend aus dem Saal, und Wasser ablassen, sonst hätte ich die zähen, zehrenden Testserien nicht länger durchstehen können.

Ich nahm mir fest vor, justament und bei aller Pein die Flucht nicht zu ergreifen.

Während einer halbstündigen Pause stand ich verdattert im Lichthof, mit einem Becher Automatenkaffee, und rauchte hilflos eine Zigarette.

Kein Mensch dort erschien mir bekannt, nur die giftig zähnebleckende  Kursleiterin, die ich einem Kundendienst der Fahrzeugindustrie zuordnete, eine Person, die einmal nackig in einem Fernsehquiz aufgetreten war.

Niemand sprach ein Wort mit mir.

Später setzte die Kursleiterin ihr gehässiges Gezische fort.

Ich hätte mich seit der Pubertät nicht mehr persönlich weiterentwickelt und würde während des Unterrichts aufstehen, um masturbieren zu gehen.

Ich würde mich in Idiotenmanier im Bett wälzen und feuchtgeleckte Playboymagazine abküssen, schlaflos stöhnend von den lackierten Zehennägeln eines heissen Schwarms aus der fernen Schulbank lobhudeln, und mich in geklaute Höschen schneuzen.

Dazu nannte sie Namen – so laut, daß sie genausogut auch auf die Tafel hätte schreiben können.

Und die Faustformel, welche die Wörter Haschisch und Minderwertigkeitskomplexe enthielt, war deutlich zu vernehmen.

Am Ende der Testserie fühlte ich mich grausam mißhandelt, war aber davon überzeugt, daß die Testergebnisse im erforderlichen Durchschnitt liegen mußten.

Nach ein paar Tagen erhielt ich vom Arbeitsmarktservice einen Bescheid mit Ablehnung - mangels geistiger Eignung.

Meinem Einspruch bei der Leitung des Landesarbeitsamts wurde stattgegeben.


Logikus

Mehr aus der ferneren Vergangenheit eines österreichischen Versagers.

Mein Vater beschwerte sich noch Jahrzehnte später bei Bekannten, daß ich mit einem Elektromann-Baukasten, den er mir zu Weihnachten geschenkt hatte, nicht mehr zustandebrachte, als eine kümmerliche kleine Glühbirne nach Aufklemmen auf eine Blockbatterie zum Funzeln zu bringen:

Ein lächerliches Geknipse, das ich ihm zweimal vorführte, um Lob zu erheischen, wofür ich beim erneuten Anlauf vor Anwesenden furchtbar gedemütigt wurde.

In Wahrheit experimentierte ich mich im Laufe von Wochen intuitiv bis zur Türklingel und zum Morse-Transmitter durch – dann ging mir das beiliegende Material aus, und die Vorstellung eines selbergewickelten Gleichstrommotors rückte in unerreichbare Ferne.

Schon in der Volksschule wünschte ich mir einen Radio-Cassettenrecorder, einen der wertvollen Wunderkästen, mit denen Kinder modernerer Eltern zu beeindrucken wußten.

Es gab nur ein altes feldbraunes Koffer-Diktiergerät von Grundig, das der Pappa aus der Firma mitgebracht hatte, mit hundertmal überspielten Bandspulen, das beim besten Willen nicht geeignet war, um Musik vom Radio aufzunehmen.

Ich hatte bereits eine Dampfmaschine, die ich gerne zu den Wochenenden mit Trockenspiritus befeuerte und Druck abpfeifen ließ.

Im Jahr darauf erhielt ich zwei Elektronikbaukasten von Braun, die nicht ganz zusammenpassten, sodaß verschiedene grundlegende Experimente gar nicht durchgeführt werden konnten.

Man heftete die in Kunststoff geschweissten Elektronikmodule an eine Metallplatte und legte die Kontakte nach Schaltplänen aneinander.

Die detaillierten Anleitungen zum Verständnis der Teile und ihrer Interaktionen zu studieren, war mir zu anstrengend – ich las lieber Karl-May-Bücher.

So stellte ich zigmal zusammen, was mich beeindruckte, bis ich die Diagramme auswendig wußte:

Tongeneratoren in Kombinationen mit verschiedenen Sensoren, und den Transistorradio, mit dem man UKW nicht empfangen konnte (*).

Wenn mich diese Zeitvertreibe langweilten, leerte ich wieder die Dash-Trommel mit den Legobausteinen am Wohnzimmerboden aus und baute wenig ansehliche Bahngespanne, ließ sie Oval und Achterbahn laufen und spielte gemeinsam mit meiner kleinen Schwester zu Füßen der Eltern und gelegentlicher qualmender, quasselnder Besucher.

Ich wünschte mir sehr einen Radiocasettenrecorder – und bekam bei nächster Gelegenheit einen Fischertechnik-Baukasten, für den ich mich kaum begeistern konnte.

Ein Mikroskop mit allerlei Instrumenten und Präparaten, Eprovetten, Farben, Kristallen, und einem Spiritusbrenner, zum zehnten Geburtstag, machte mir mehr Freude.

Als Gymnasiast begann ich auf Anregung des Moser-Onkels Fritz, der mir sein erstes kleines Album überließ, Briefmarken zu sammeln, ein Steckenpferd, dem ich eine Zeitlang mit Geduld, Ordnungssinn und Ruhe nachkam.

Den Radiorecorder begehrte ich immer mehr, und meine schulischen Leistungen waren in der neuen Anstalt desaströs – Mathematik über das lebensnotwendige Rechnen hinaus war mir ein Alptraum.

Auch die germanistische Strenge des Deutschunterreichts machte mir lange zu schaffen.

Die Schule ging an die Nieren.

Meine Beine zuckten nervös, elektrischer Stom fuhr stoßweise durchs Knochenmark, und ich konnte nach ein paar Minuten Aufmerksamkeit kein Wort mehr aufnehmen.

Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat – ohne Aussicht auf Erlösung.

Anfallsweise versuchte mir mein Vater mit Gewalt Arithmetik einzupauken, aber ich brauchte immer wieder Nachhilfestunden bei Herrn Eisenberger, einem belastbaren, knebelbärtigen, Rechenprobleme fingerschnippend lösenden Oberschüler, der nach seiner Matura keine Zeit mehr für mich aufbrachte, nachdem er kopfschüttelnd festgestellt hatte, daß jene Schule wohl nicht meine Sache war.

Jahrelang interpretierte der Vater meine Mißerfolge immer wieder so, daß ich unfähig wäre, logisch zu denken, oft, bevor ich grausam von ihm gezüchtigt wurde.

Mit zwölf bekam ich zu meiner großen Erleichterung genau das Puch-Bergmeister-Fahrrad, von dem ich geträumt hatte, und nützte häufig die Gelegenheit, mich der Tristesse zu entziehen – freitagabends zu den Späher-Pfadfindern, oder um mit Freunden, denen es ähnlich wie mir erging, umherzuradeln und zu schwatzen.

Mein Vater hatte den Spielcomputer Logikus nach Hause gebracht, mit dem er sich im Büro ein paar Lektionen lang selber beschäftigt zu haben schien, aber er schenkte ihn mir nicht, sondern schob ihn wortlos unter ein Aquarium.

Was dieses scharnierähnliche Geschiebe unter gelochtem Kunsttoff, bar aller Transistoren, Gleichrichterdioden und Widerstände mit einem Computer zu tun haben sollte, konnte ich nicht begreifen, das Wesentliche der beiliegenden Literatur im hastigen Überlesen nicht wahrnehmen.

Ich steckte einmal nach Plan ein paar Drähte in Löcher, bis durch richtige Anordnung von ein paar Schaltern eine Birne zu blinken begann.

Warum sie das tat, konnte ich nicht nachvollziehen.

Wenn ich eine Glühbirne für die Fahrradbeleuchtung brauchte, schraubte ich sie aus dem Logikus heraus.

Es bäumte sich ein alter Mann, bereits am Totenbett unter Leinen, ein allerletztes Mal auf, und röhrte röchelnd: „Diese Rotz-pippen hat doch von keinem Computer eine Ahnung!“

Bei einer Mathematikschularbeit verbarg ich den ersten Aristo-Taschenrechner zwischen den Oberschenkeln und tippte nach, statt mit dem Rechenschieber zu arbeiten, schummelte einmal mit Erfolg, wurde beim zweiten Mal ertappt, und hoffte noch ein Jahr lang auf einen Umstieg in eine musisch-pädagogische Schule.

Ich fing mit einem Duplikat des Mathematik-Schularbeitenheftes an – und täuschte den Eltern gute Leistungen vor, um mir Freiheit zu stunden.

(*) Das bedeutete um 1970, daß man nicht OE3 hören konnte, also keine Pop- und Rockmusik.


Windows 7 OS

Schrammel

Schrammel grew up with Microsoft.


Bundestrojaner-Beta-Test?

Hau weg die Scheisse: Vermieste Nestwaerme deutschmuttersprachiger Jungwaehler. Echte Patrioten fern der Heimat.

Wie ich leider feststellen musste, hielten es zwei oesterreichische Gesinnungsgemeinschaften fuer notwendig, mir auch im Urlaub nachstellen zu lassen.

Dabei wurde nicht nur – erfolglos – versucht,  australische Behoerden gegen mich aufzubringen, ich wurde auch höchst persönlich provoziert.

Langzeitbetrunkene Working-Holiday-Visa-Lagerer plünderten auf einem Campingplatz  in Westaustralien bierschäumend meinen Proviant, stoerten dabei die dortige Ordnung und erregten Missfallen, und mit dem Auftauchen eines Sprösslings eines österreichischen Parteisicherheitsbeauftragten samt Internet-Laptop verschwand vor einem naechtlichen Umtrunk zur Kristallnacht ein von mir wohlbehüteter Euroconnector (Zwischenstecker) – aus meinem Zelt.

Zahlreiche Fotos von  Australien, Pflanzen und Tieren auf einer SD-Card wurden unlesbar gemacht und mit einen plump getarnten system.exe (TR/DlDr.Agent.DZ -Trojaner) überschrieben.

Mein Reisegepaeck wurde mir zur Heimkehr am Flughafen Schwechat nicht ausgehaendigt, sondern erst spaeter – sichtlich genau gesichtet – zugestellt, dafuer war der Sicherheitsbeauftragte sen.  persönlich vor Ort gewesen bzw. schon ab London-Heathrow an Bord.

Haette ja sein koennen, dass ich unbekannte Drogen schmuggle oder … Diamanten.

Ich kann darauf hinzuweisen, daß die zwei befreundeten Parteien – unisono – das Ergebnis der österreichischen Nationalratswahlen Anfang Oktober via Kabel-TV-Kanal der „Deutschen Welle“ in Sydney als „Erdrutschsieg der Europäischen Rechten in Österreich“ zu verkaufen trachteten – wie ich annehme, um Mitglieder der Terrorpfadfinderorganisation „Weltweit Nur Patrioten“ zu beeindrucken.

Das ist mehr als grober Unfug – und sollte der österreichischen Bundesregierung und allen BefürworterInnen eines demokratischen Österreich in einem demokratischen Euopa zu denken geben.

Wer profitiert von einer Senkung des Wahlalters? Staatsbürgerkunde in Österreich auf dem Prüfstand.


Cesar Airways

Einvernehmlich oder Hämorrhoiden.

Es gab bei der Bravotec ein rotes Telefon.

Würde dort angerufen, hieß es, hätte man sich als Cesar Airways zu melden, Namen und Telefonnummer zu notieren und Grafensteiner in Köln zu benachrichtigen.

Das rote Telefon klingelte ab und zu.

Es herrschte betretene Heimlichtuerei um solche Gespräche.

Mir drängte sich der Verdacht auf, daß es sich um eine Art Arbeitskräfteüberlassung oder Pornoschaustellervermittlung handeln könnte.

Ich beschloß, auszuharren, bis ich Anspruch aus der Arbeitslosenversicherung hätte, aber die Lage veschärfte sich zusehends.

Ein weiterer, junger Mitarbeiter wurde aufgenommen und von Jehnicke geduldig, kollegial, beinahe mit väterlicher Zuwendung, eingeschult.

Ein Reisebüroangestellter, Herr Stachus, der sich beim Liberalen Forum in Graz als leidenschaftliche Missionarstunte vorgestellt und zu meinem Ekel nicht einmal beim Essen den Mund hatte halten können, rief täglich die Hotline an und stellte angriffslustig gackernd Fragen, die ich nicht beantworten konnte.

Er hatte beim Mittagsmahl schmatzend schwatzend herumgedeutelt, eine Bratwurst auf dem Menüteller wäre ein Eingeständnis von Homosexualität.

Zum Abschluß des Schwulen-Workshops hätte er mich – unpassend und vorlaut – eingeladen, mit ihm ein öffentliches Pissoir aufzusuchen.

Frau Temmel nahm Stachus’ Anrufe zum Anlass, mir in die Hose zu fassen und meine Männlichkeit abzutasten.

Als ich mich nicht in erwarteter Weise auf die Provokationen einließ, griff sie mich morgens frontal an und gröhlte sich fast das Beuschel aus der Brust, wenn ich nicht sofort aufstünde und die Tür von aussen schlösse, würden alle im Büro Anwesenden bezeugen, daß ich wie ein Irrer auf- und abgesprungen wäre und sie mit dem Umbringen bedroht hätte.

Dann erst rief Grafensteiner an und sprach die Kündigung und Freistellung aus.


Im Stich.

Die andere Seite kennen lernen.

Zur Zeit der Auflösung meines Dienstverhältnisses als Büroangestellter beim Liberalen Forum, das mich ohne mein Wissen beim Finanzamt als Behinderten angemeldet hatte, war ich beim AMS schon seit 1978 als notorischer Problemfall vermerkt gewesen.

Dabei hatte ich nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz, bewilligt durch das Landesarbeitsamt, eine Ausbildung zum Umwelttechniker mit Lehrabschluß und eine zusätzliche, mehrmonatige Ausbildung zum Netzwerkbetreuer mit sehr guten Zeugnissen absolviert.

Andererseits besteht das Vermittlungspotential des Arbeitsmarktservice, einer privatisierten Behörde zur Anwendung des Arbeitslosengesetzes durch den Bund, in der Steiermark darin, Arbeitskräfte in die Automobilindustrie zu vermitteln, was noch in jedem Fall als zumutbar bewertet worden ist.

Dorthin wollte ich keinesfalls noch einmal, um mich endlich dem Einfluß des Vaters zu entziehen.

Ich entwickelte eine Idee, mich mit EDV-Dienstleistungen, einem Endanwenderservice, selbstständig zu machen und besuchte auf eigene Kosten die Unternehmerakademie des Wirtschaftsförderungsinstitutes der Wirtschaftskammer des Landes Steiermark, während ich mich gleichzeitig in und um Wien um Jobs in der boomenden IT-Branche bewarb.

Am dritten Abend erschienen Binder und Fuchs, scheinheilige Zeitgenossen, die ich vom privaten Schulungszentrum BIT flüchtig kannte, in der WIFI-Cafeteria und machten üblen Puntigamer-Stunk.

Ich wäre ein Warmer vom Liberalen Forum, verbreiteten sie, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen wollte, und dem jetzt das AMS eine Unternehmerausbildung finanzierte, obwohl ich aufgrund einer langjährigen Drogenabhängigkeit bereits als geistig behindert eingestuft wäre.

Sie machten damit ihrem Unmut Luft, daß Ihnen aufgrund ihrer politischen Einstellung – sie wären Nationalsozialisten – die Unternehmerakademie nicht finanziert würde.

Bei aller Peinlichkeit der gebölkten Inszenierung wurde ich sofort von den anderen KursteilnehmerInnen sowie einigen Vortragenden geschnitten und gemobbt.

(Von den 6000 investierten Schilling für einen sechswöchigen Abendkurs wurde mir für eine absolvierte Woche später ein Tausender refundiert.)

Zur selben Zeit bekam ich eine Zusage von Firma Bravotec in Korneuburg, die eine Software für Reisebüros vertrieb und einen Kundenbetreuer suchte.

Eine Kärntner Immobilienhändlerin, die ich beim Liberalen Forum kennengelernt hatte und der ich gelegentlich Tipps bei PC-Problemen gab, empfahl mir eine Wiener Bekannte.

Korrekt und ohne Umstände wurde uns eine eine nette Zweizimmerwohnung im achten Bezirk vermittelt.

Unsere Übersiedlung vom Grazer Griesplatz in die Wiener Josefstadt verlief unkompliziert.

Am Sonntag waren Nationalratswahlen, und montags um neun erschien ich zum Dienst in Korneuburg.

Es stellte sich heraus, daß Herr Grafensteiner, der mich als Filialleiter der Bravotec Österreich aufgenommen hatte, die meiste Zeit in der Zentrale in Köln verweilte und dessen Stellvertreter, Herr Jehnicke, mit seiner Personalwahl nicht einverstanden war.

Jehnicke, ein HTL-Absolvent, bezeichnete mich am ersten Tag vor zwei Mitarbeiterinnen als Kasperl, den er niemals aufgenommen hätte.

Ich wurde nur zum Telefonsupport eingesetzt.

Die Firma vetrieb „Jack“ eine Reisebuchungs- und Verrechnungssoftware auf Windows 3.11-Niveau, und es war 1999 abzusehen gewesen, daß schlanke Onlinelösungen dieses Produkt verdrängen würden.

Dennoch war man mächtig stolz auf das teure Programmpaket – das deutsche Haupthaus gab sich nicht allzu kleinlich und lud zu Infotagen nach Köln, wo ich den Callcenterbetrieb kennenlernte.

Der Chef, Iglesio Immenhof, fuhr Porsche, und kannte angeblich Bill Gates persönlich.

Man mochte angesichts der Geschäftigkeit in der Zentrale annehmen, hier würde eifrig an der Fortsetzung eines Welterfolges gearbeitet.

Später gab es noch gab eine Fahrt nach Prag, wo sich eine neue Entwicklungsabteilung befand, und die zukünftigen Server der Bravotec ihren Standort haben sollten.

Während ich die Altstadt bestaunte, rief mich ein Gendarm aus dem Burgenland an, dem ich einen PC verkauft hatte, und versuchte mir Streß zu machen: Der Computer würde nicht mehr funktionieren.

Mein Verhältnis zu Jehnicke in Korneuburg blieb äußerst gespannt und jenes zu meinen Kolleginnen verschlechterte sich in den folgenden Wochen unterschiedlichen Grades.

Ich mußte meinen Telefondienst am Beistelltischlein einer Nähmaschine versehen, mit dem Rücken zum Sekretariat.

Die Software war für analoge Modemverbindungen entwickelt und für deutschsprachige Verhältnisse zurechtgeschneidert worden, und erforderte explizite Buchhaltungskenntnisse, über die ich nicht verfügte.

Wenn ich mit Grafensteiner in Köln telefonierte, wollte er von mir Informationen über Jehnicke hören, was ich genervt ablehnte.

Besuche von Kunden und die Betreuung ihrer Netzwerke fielen kaum an.

Ein einziges Mal fuhr ich zu einer Agentur nach Döbling und hängte drei Einzelplatzrechner zusammen.

Aber schon am nächsten Tag raschelten hinter meinem Rücken Gerüchte, ich hätte gar keinen Führerschein – außerdem hieß es, ich hätte die Netzwerkkarte eines Laptop verschlampt, worauf ich eine nachkaufte, worauf die verschlampte Netzwerkkarte wieder auftauchte.

Frau Dorner, die Sekretärin, versuchte mich für einen Kredit der S-Sparkasse in Gänserndorf zu erwärmen, ein Angebot, das mir sehr merkwürdig vorkam, zumal das Seilziehen gegen den arroganten, nörgelnden Jehnicke und die mir zwischen unverständlichen Belehrungen über Buchhaltung tiefe Lungenzüge aus extralangen Zigaretten ins Gesicht blasende Frau Temmel wenig aussichtsreich erschien.

Zudem gewann ich den Eindruck, daß regelmäßig jemand im Büro anrief, um sich über meinen Kopf nach meinem Befinden zu erkundigen und meinen Kolleginnen, Frau Dorner und Frau Temmel, Geschichten über mich aufzuschwätzen.

Jener Vater fiel mir ein, der mit einem Bauchladen mit Schnürsenkeln und Zwirnspulen in der Grazer Herrengasse stand, mit einem Plakat zu Füßen, daß ihn sein arbeitsscheuer Sohn mit 1,5 Millionen Schilling Schulden im Stich gelassen hätte.

The Magic Of A Golden Watch

Sex, Drugs, Internet


Time Warps

Let’s do the Time Warp again.

Aus meiner HTML-Bastlerzeit.

Leider hat Inode-UPC die FrontPage-Server-Erweiterungen noch immer nicht installiert. )-:

Wetten, daß meine Unterschrift beim Liberalen Forum eingescannt war?

Ein vorbildlicher Abgeordneter.

Warum es in Österreich gar keine Nationalsozialistinnen geben kann.

Oder: Wie die doofen Ösen schön brav die NDP miterhalten.

Und zur Jaus’n.


Sprache

Herr Deixner hat morgen eine Hochzeit und bräuchte eine Leihe von ATS 25.000,– zum Auslösen seiner Fotoausrüstung.

Als Schreiber beschäftige ich mich mit Sprache.

Als Erzähler beschäftige ich mich mich auch mit Zungen.

Als Schriftsteller beschäftige ich mich mit Sätzen und Wörtern.

As a storyteller, i’m used to use letters, words and phrases.

Im Bereich Netzwerk habe ich mich mit IP-Adressen und Ports beschäftigt.

Sie müssen nicht mit mir reden, als wüßte ich nicht einmal, daß es so etwas gibt.

Sie müssen mir nicht olle Streiche spielen, damit ich vor ein paar Menschen, denen ich Informationen über Informationstechnologie vermitteln will, als nicht auskunftsfähig dastehe.

Sie müssen nicht mir demonstrieren, wie man mit einem Terminalprogramm mit Lichtgeschwindigkeit übers Breitband in ein Remote-Gerät brettelt und blitzschnell was verändert, während man auf der anderen Seite eher schwerfällig durch die Hausbesorger-Konfigurationsoberfläche klickt.

Sie müssen auch nicht jedes meiner Worte, das Sie nicht verstehen können, mit „Rohypnol“ übersetzen, obwohl ich weiß, was Sie damit erreichen möchten.

Ich bezahle voll für die öffentlichen Verkehrsmittel.


Abgelinkt?

Mängel und Versäumnisse, gefährliche Invalidenrentner - wenig Freude mit Windows XP OEM, Comtech.de und der Österreichischen Post.

Vor kurzem erst in der U-Bahn einer Windows XP Home Edition OEM verlustig geworden, werde ich auch beim Versuch, eine verlockend günstige Version Windows XP Professional Edition OEM  um € 86,– bei dem von Geizhals.at wohlgereihten Webshop der IT-Unternehmens Comtech.de zu erwerben, vorerst enttäuscht.

Zwar trifft das Heftchen mit CD nach Zahlungsabwicklung via PayPal in transportsicherer Paketverpackung schon zwei Tage später per Botendienst ein, entpuppt sich jedoch, was gar nicht angekündigt war, als DELL-OEM-Recovery-Version, die nach unmißverständlicher Ausweisung von DELL nur mit einem DELL-PC verkauft werden dürfte und sich trotz korrekter Eingabe der Seriennummer  entsprechend beiligendem Microsoft-Original-Label nicht aktivieren läßt.

Bei händlerdedizierter OEM – kein Support durch Microsoft.

Kein Support auf Microsoft-Produkte bei DELL.

Fa. Comtech verweist zunächst auf fehlende Eingaben in ihrem interaktiven Reklamationssystem , was freilich auch dazu dienen könnte, die Zeit vergehen zu lassen und erboste Kunden fernab zu halten.

Auf Reklamation bei Herrn Ehmann, Geschäftsführer von Comtech.de, dem Webshop der Firma JES-Computer in Backnang ob Stuttgart, teilt mir dieser mit, daß es sich laut einem Urteil des EGH seinerseits um ein anstandsloses Geschäft handelt.

Im Laden in Stuttgart hätte ich diese DELL-Version nicht entgegengenommen.

Auch die theoretische Möglichkeit, mich telefonisch an DELL wenden zu können, wird kurz angerissen.

Zwar erklärt sich Herr Ehmann im Anschluß bereit, die beanstandete Ware zurückzunehmen, jedoch ist das Päckchen auch heute noch nicht in Backnang angekommen.

Laut Auskunft der Österreichischen Post am 14.11. könnte die Nachforschung über den Verbleib des Päckchens bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen.

Undankenswerterweise hat mich dieser Postbedienstete bei der Aufgabe nicht darauf aufmerksam gemacht, daß das Paketchen – als Paket deklariert – auch versichert gewesen wäre und hat es außerdem nicht als Auslandssendung frankiert, wie sich zusätzlich herausstellt.

Aufgrund unseres bestehenden Email-Kontakts konnte ich Herrn Ehmann seinen guten Willen, seinen Beitrag zu einer fairen Reklamationsabwicklung leisten zu wollen, bisher nicht absprechen.

Sieht für mich ganz so aus, als hätte mir die Österreichische Post keinen guten Dienst erwiesen  bzw. könnte der betreffende Mitarbeiter das Päckchen abgezweigt haben – warum und in wessen Auftrag?

Geht die Post oder einzelne Mitarbeiter auf Weisung oder im vorauseilenden Gehorsam gegen Invalidenrentner vor, die vom Innenministerium als GEFÄHRLICH eingestuft und von privaten Schnüfflern als drogensüchtig in Mißkredit gebracht worden sind?

In zwei Wochen jedenfalls würde Windows XP nicht mehr funktionieren.

Zum Glück verfüge ich noch über andere Betriebssysteme.


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