Endkampf Turmzimmer.
Psychogeriatrisches Hampelspiel um Ehrgeiz und Eifersucht unter den Gescheiterten.
„Der Joe dämpft alle Ratten aus – wie die Bazillen!“ beschied Heuer voll Überzeugung, und schlug mit der Faust in die offene Hand.
Er war mit dem Mittagessen aus dem Grazer Landesgericht für Strafsachen gekommen, um ein paar Monate abzubrummen, wuchtete seinen Binkel in den Haftraum und wußte seufzend mittels einer Handvoll jämmerlicher Zigarettenstummel in einer zerknüllten Packung „Spezial Landtabak“ kameradschaftliche Instinkte zu wecken.
Er erschien allerdings in geheimnisvoller Mission, die Lage zu erkunden, Neuigkeiten von draussen und drinnen zu verbreiten, und dabei Unfrieden auszustrahlen.
Im Laufe von ein paar Tagen gelang es ihm, sich wieder aufzurichten.
Wenn er in einer anderen Zelle eine bessere Partie finden konnte, begehrte er Verlegung, und stand im lockeren Drillich, mit Geschirr und Bettzeug in der Justizwachekotze, für einen neuen Tag lang im Mittelpunkt.
„Ihr seid’s leiwande Hawara.“
An dem Finger, mit dem er herüberzeigte, fehlte ein Glied.
Daß sich ein Vierteljahrhundert später das politische Österreich ähnlich präsentieren könnte, wie es im kleinen Mustergefängnis am Hange des Grazer Schloßbergs skizziert wurde, war damals nicht absehbar gewesen.
Heute beschäftigt der Staat in aller Öffentlichkeit Rechte, um gegen Linke vorzugehen, und Menschen, gegen die justament zivilgerichtliche Todesurteile verhängt worden sind, müssen zur Wahrung der schiefen Optik zu Staatsfeinden erklärt und langsam zwischen den Wänden ihrer Zellen zermalmt werden.
Jeder Tag ist ein Provokationsmanöver durch das Bureau für Innere Angelegenheiten, das zur Zeit über keine feste Adresse verfügt.
Übergriffe kann man nicht ausschließen.
Die Wahrnehmung dieser Wirklichkeit vexiert zwischen Traurigkeit und Aberwitz.
Ich hätte in Untersuchungshaft, Anfang der achtziger Jahre vorigen Jahrhunderts, das Babygesicht einer Milupa-Werbung in einem Büchlein der Serie Readers Digest Best in diabolischer Weise übermalt.
Weiters hätte ich LSD-Trips häufig genommen.
Es gibt Einzelschicksale, die von den Studierenden ferngehalten werden müssen.
Ihr Vaterland soll ihnen erscheinen wie es der ORF retouchiert.
Die Position dieser kleinen Wohnung entspricht der eines Staubfängersackes an einem pneumatischen System.
Man wird chronisch krank.
Die Entlüftungsanlage saugt im Sommer wie im Winter aus dem Müllraum an.
Die Belastung durch Bakterien, Pilzsporen und Keime kumuliert, und stellt das Immunabwehrsystem auf Dauerbelastung.
Unter solchen Bedingungen lebten Menschen nicht lange, sie wurden krank und starben bald.
Hinter dem Holz, das gemütlich machte, verbargen sich Wanzen.
Eines Tages lag jemand mit Lungenentzündung im Fieber, und ein anderer stellte ihm eine entsicherte Kartusche mit Ungeziefer-Ex unters Bett.
Nach einer solchen Kur bleibt etwas zurück, das sich anfühlt, als wäre der Kopf in einem Schraubstock festgehalten worden, und weitergedreht, bis es knackte.
Sind Sie vielleicht aus der katholischen Kirche ausgetreten?
Schlechte Politiker und ihre Ausländerbanden.
Eine Regierung, die solche Mißverständnisse toleriert, gehört bloßgestellt.
Wenn in der abgehobenen Welt der Politiker dies und jenes beschlossen wird, um die Sicherheit im Lande zu verbessern, aber es kommt davon unten, bei der Bevölkerung nichts an, fragt man sich, ob es nicht notwendig wäre, mehr Widerstand zu leisten gegen ein Regime, das nur der Selbsterhaltung jener Privilegierten dient, deren Taktik es ist, Einschüchterung und Angst herrschen zu lassen.
Angst vor Verlust des sozialen Bodens, des Wohnraums, Angst vor Angriffen durch von den Hasspredigern des Landes mobilisierten Banden, Angst vor Lynchgelüsten eines durch billige Fernkommandos angestifteten Beschäftigungslosen-Subproletariats.
In Parks herumlungernde und pöbelnde Jugendliche entpuppen sich bei genauer Betrachtung als Österreicher, obwohl sie aufgrund ihrer Choreografie, Mode und akzentuierten Ghettosprache als Ausländer identifiziert werden.
Diese Jugendlichen werden mißbraucht.
Sie werden erst zu Tätern und später zu Sündenböcken gemacht.
Sie haben eine mangelhafte Schulbildung, keine Beschäftigung und leben als Zuwandererkinder in einer Zwischenwelt, die sie nur urkundlich als Österreicher ausweist, ansonsten haben sie kaum Identität.
Diese „Yugo- und Türkenjugendlichen“ besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, aber wenig Erziehung, und die Kenntnis unserer Sprache ist begraben unter Frust, Langeweile und Perspektivenlosigkeit.
Es ist nicht schwer, diese jungen Leute in Versuchung zu führen, genau jener Rolle zu entsprechen, in der sie vor allem der von modernen Kommunikationsnetzwerken abgeschottete Österreicher sehen will:
Als motorisch unruhige, stänkernde Ausländerflegel, angesichts derer alte Leute Angst beklagen, nicht wie in der guten alten Zeit durch ihren Park spazieren zu können.
Jemand sagt zu ihnen: „Miro und Zako! Da oben wohnt Kinderschänder – sagen, Yugo stinken wie Mist.“
Er pflanzt ihnen watscheneinfach einen schlechten Gedanken in den Kopf, gegen ihre Langeweile - während er sie im selben Atemzug für sehr dumm verkauft.
Diese Jugendlichen – Generation Gastarbeiterenkel - stehen im schlechten Einfluß der Jugendkader von Rechtspopulisten bzw. unterstehen sie deren Kommandos.
Seit drei Generationen gibt es für viele dieser Menschen in Österreich kaum freundliche Ansprache.
Für allerlei Hooligans und Skinheads, die sich heute nur mehr zu besonderen Anlässen die Köpfe scheren, wie jene für ihre alten Herren waren, sind sie die Bugeln.
Wenn sie eine bessere Ausbildung erfahren könnten, wüssten sie darüber Bescheid, und würden sich anders positionieren.
Sie wüßten, das es für sie Rechte und Ansprüche gibt, Möglichkeiten - aber auch Ordnungen, an die sie sich halten müssen, wenn ihnen ihre Leben etwas wert sind.
Daß Vorstrafen hier tödlich sein können.
Man kann in diesem Zusammenhang festhalten, daß Jugendliche aus islamischen Kreisen der Gesellschaft, mit einer kultivierten Erziehung, weniger Schwierigkeiten bereiten als vielfach böswillig unterstellt.
Das ist eine Tatsache, die zu akzeptieren uns eingesessenen Österreichern dringend not täte.
Wie müssen uns anstrengen, viel genauer hinsehen und zuhören.
Und Widerstand leisten dem Einfluß, den miese Einflüsterer auf unsere Gesellschaft ausüben, inhaltschwache und schleissige 32-bit Politiker, Phrasenrepetierer, die sich ohne Mandat ins Parlament setzen, hintergründig spastisch im ORF Lamellen kurbeln, und Visitenkarten verteilen, sie wären Abgeordnete zum Nationalrat.
Leute, die unseren Jugendlichen Sand in die Augen streuen - und denen unserer Nachbarn Messer in die Hand drücken.
— Linkspartei statt Rechtsabsturz, in grünen Wollsocken. —
watsch(n)en – ohrfeigen
Bugel – Buckel, Knecht; fig. auch Brotneige
Lamellen – (orig. fr.-lat.) – Blättchen, Rippen, „oberlehrerhaft“ für Rollläden, Jalousien.
schleissig – verschlissen, abgenützt, wertlos
Österreich Regional
Die ORF-Sommergespräche sind schleissige Spektakel.
Wenn man als Schreiber nicht die Freiheit genießt, schreiben zu dürfen, was einem einfällt, weil das Geschriebene den verhinderten Zensoren allzu hintergründig erscheint, dann lebt man in Unfreiheit.
Wenn Psychologen der Öffentlichkeit ihre Aufgabe darin sehen, dem Schreiber das Schreiben Wort für Wort zu verleiden, dann ist das ein Anzeichen für eine höchst zweifelhafte politische Situation.
Wo Schreibverbot herrscht: Im Gefängnis.
Man braucht dort eine Schreibgenehmigung der Anstaltsdirektion, um schreiben zu dürfen - etwa ein Tagebuch.
Daß mit einem Schriftsteller im vergangenen Jahrhundert auch ein psychopathischer Mörder und Wiederholungstäter aus der Verwahrung durch die österreichische Justiz entlassen worden ist, kann nicht ernsthaft im Europa von heute Begründung dafür sein, daß anderen Menschen das Veröffentlichen von Texten im Internet bei Psychoterror und Androhung von Gefahr für Leib und Leben untersagt ist.
Ich war nie ein Hippie.
Ich bin nicht einmal Schriftsteller, nur Schreiber oder Satiriker, und ich kann mich nicht auf die Waage stellen gegen Menschen, die in Österreich Schriftsteller sein dürfen, und vom ORF zur Unterstützung bei der Präsentation Österreichs schäbiger, nutzloser Politiker herangezogen werden.
Es grenzt an Verhawarung *, Leute zu präsentieren, die für Inkompetenz, Korruption und Faschismus stehen.
Die Aufmachung jener Auftritte als Bühnen-Talkshows ändert nichts an der Wirklichkeit:
Man bekommt über Wochen die gönnerisch inszenierte Selbstdarstellung der Mitschnupfer und Unfriedenstifter ins Haus geliefert.
Daß sich namhafte Vertreter der Regierungsparteien dieser jämmerlichen Parade anschließen müssen, verheisst nichts Gutes.
Der staatliche Rundfunk Fernsehen präsentiert Österreich in Europa als Demokratie, wie sie nicht sein sollte:
Berechnend, verlottert und verlogen.
* slg. von Hawara: Spießgesellen, Kumpane, Freunderln; vielleicht von habern, slg. : unkultiviert essen, fressen, völlern; vielleicht von habere, lat. haben, besitzen.
Filzpatscherln
Lächerlichkeiten im Land der Schweissfuss-Apatschen.
Nahe den Gipfeln der Sauregurkenzeit 2009 gibt es hier so viele Nazis wie nie zuvor.
Ich verwende die unangenehme Bezeichnung für Leute, die ausländerfeindlich, antisemitisch, rassistisch, minderheitenfeindlich, sogar tierfeindlich denken und agieren, sowie verbal und heimtückisch offensiv einzelne Menschen terrorisieren oder fortlaufend zu provozieren versuchen.
Man kann sie kaum bestimmten Gesinnungsgenossenschaften zuordnen, es sind Leihnazis aus dem gesamten politischen Spektrum.
Leute, deren politische Sprecher sich auf Heftigste dagegen verwehren, Nazis zu sein oder mit der Ideologie von Nazis in Verbindung gebracht zu werden.
Das Tragen von zwei Gesichtern charakterisiert zur Zeit einer Weltwirtschaftskrise das, was von Österreich noch übrig ist.
Man wollte ja gern anders sein - aber es wäre vielleicht lebensgefährlich, also bellt man lieber mit den lauten Hunden mit.
Ganz persönlich, im höchsteigenen Umfeld, wäre es anders, da wäre man aufgeschlossen, liberal, friedliebend und tolerant, man schätze die Gemütlichkeit und den Gesang.
Typisch österreichische Eigenschaften eben, und weit, weit entfernt von Nazi-Ideologie.
Österreich führt als totalitäre Scheindemokratie innerhalb Europas kein Inseldasein.
Die ganze Welt wird von einem großen Fragezeichen überschattet.
Sorgen haben Österreichs Psychiater: Sie beklagen, daß die Österreicher zu viele Psychopharmaka schlucken, und daß die Gebietskrankenkassen Psychotherapien nicht ausreichend finanzieren.
Streitpunkt sind nicht nur ausgebildete Mediziner, die beklagen, verglichen mit anderen Fachärzten, zu wenig Geld zu verdienen, sondern auch Psychologen und KASOZ-AbsolventInnen, die über gute Beziehungen oder nach medizinischen Scheinausbildungen als Heilbefugte ihre Leistungen den Gebietskrankenkassen verrechnen.
Schutzgelderpressung auf halbakademisch.
Psychopharmaka wären das Doping des kleinen Mannes, lässt uns der ORF zum Thema wissen.
Womit dopt der große?
Bla-Bla-Bla
In Österreich ticken die Uhren anders.
Das Aufgebot an österreichischen Politikern für Europa ist dürftig.
Es ist offensichtlich, daß in Straßburg eine andere Kultur herrscht als hierzulande.
Bemüht Hannes Svoboda, als sozialdemokratischer EU-Profi bereits ein Fremdling.
Eine gute Gelegenheit, gegen Schluß noch einmal den umstrittenen Graf auszuspielen.
Svoboda gibt sich ansonsten verletzlich – beschwert sich sogar bei Ewald Stadler über den gymnasiastenhaft aufsässigen Martin, Hans-Peter.
Der ORF transportiert Svoboda zu leise, und die Moderatorin fällt ihm mehrfach ins Wort.
Ulrike Lunacek erscheint aufpoliert vom Kupferworkshop mit Eva Glawischnik, man merkt, daß es Fortschritte beim Auftritt gibt.
Daß ihre überarbeitete Selbstdarstellung dazu beitragen könnte, den Weg in ein demokratischeres Europa zu ebnen, bleibt ungewiss.
Mölzer leidet unter Bewerfungen der vergangenen Wochen und bringt kein gerades Wort herüber, während Stadlers Gebell am Mischpult heftig ausgesteuert wird:
„TÜRKEI NEIN DANKE!“
Mit bewährten, klotzigen Allerweltüberlegenheitsworten gerüstet, fällt es dem österreichischen Innenminister von vorvorgestern, Ernst Strasser, nicht schwer, durch Anwendung alpenländischer Listigkeit souverän zu erscheinen.
Vom Inhalt her war diese Spitzenreiterrunde bedeutungslos – entlarvend allemal.
Politiker mit hohen Ansprüchen gibt es zuhauf in Österreich – wenig überzeugende Parteienvertreter entsenden wir nach Europa, Repräsentanten einer Demokratie, der es gerade nicht gut geht.
Davon profitieren im Lande die vielen Rechten.
Denen die Jugend applaudiert.
Von gleicher Hautfarbe und Statur.
Verwechslungen in Österreich.
Wer am Aschermittwoch den „Club 2″ gesehen hat, der ahnt schon, dass die Diskussion über Rassismus in Österreich noch sehr lange nicht zu Ende geführt sein wird.
Frau Dr. Helene Partik-Pablé, unheimlich zähe Kämpferin einer Law-and-Order-Gesinnung, hinter der traditionsbewußt der Nationalsozialismus das eherne Kinn reckt, hat vorgezeigt, wie man heute nicht argumentieren sollte, in öffentlichen Diskussionen.
Daß Polizeibeamte keinesfalls unfehlbar sind, dass Wechselwirkungen bestehen zwischen herrschendem Zeitgeist und Exekutive, das weiß man.
Genauso ist bekannt, dass es dem Staat wichtig ist, sachlich agierende, vernünftige Beamte auszubilden, weil Vorfälle wie der Übergriff auf den amerikanischen Sportlehrer Mike B. dem internationalen Ansehen Österreichs schaden – und im Großen und Ganzen ist die österreichische Polizei als Hüterin des Rechtsstaates besser als ihr Ruf, der aus solchen und ähnlichen Vorfällen erwächst.
Andere Fragen wurden in dieser Diskussion nicht erörtert, wo etwa Rassismus wachgerüttelt und scharfgemacht wird in der Zivilgesellschaft – und Behauptungen blieben unerwidert, etwa, dass 80 Prozent aller Drogenhändler in Wien afrikanischen Ursprungs wären.
Daß diese Vorlage nicht hinterfragt wurde, weil keinem der Diskussionsteilnehmer andere Zahlen zur Verfügung standen, da jene sich unter Verschluss der Drogenkoordination befinden, hält das ewig rotierende Karussell des vorsätzlichen Mißverstehens, als das sich der neue Club 2 wieder einmal präsentierte, weiter in Schwung.
Solange wir nicht ernsthaft bemüht sind, auf den Punkt zu bringen, was Drogenpolitik heisst in Österreich und Europa, worum es dabei geht für die Gesellschaft, für den urbanen Raum, werden sich bloß ähnliche Talkshows in regelmäßigen Abständen wiederholen.
Wenn eines Tages Frau Doktor Partik-Pablé nicht mehr kommen kann, um vor laufenden Kameras die Mühlen der Verwirrung anzutreiben, werden Heinz-Christian-Strache und Harald Vilimsky erscheinen: Das ist zu befürchten.
Wir leben in einer Zeit der Weltwirtschaftskrise.
Es ist viel Schlimmeres zu erwarten: noch mehr Arbeitslosigkeit, rasende Inflation, ungebremste Massenflucht aus Krisenregionen, harte Drogen als Zahlungsmittel, zigmal mehr drogensüchtige Österreicher und Immigranten, unhaltbare Probleme für den sozialen Staat, noch viel mehr unangenehme, gefährliche Arbeit für die Exekutive.
Menschen in Krisensituationen neigen dazu, die Schuld an der Krise Fremden anzulasten, je fremdartiger jemand anmutet, umso schuldiger ist er.
Versuchen wir in naher Zukunft, ein Problem von Grund auf anzugehen:
Fragen wir: Was heißt Drogenpolitik und wer macht Drogenpolitik?
Was sind die Eckpfeiler und Zielsetzungen von Drogenpolitik, was sind ihre Schwächen?
Ist das Wiener Modell von Opiatsubstitution ein Weg, aus giftgierigen Soziopathen ohne Halt und Bleibe hochvernünftige Leute zu machen, die ganz normalen Brotberufen nachgehen und am Sonntag mit ihren Kindern auf der Donauinsel Drachen steigen lassen?
Ist die Drogenkoordination eine heilige Kuh?
Darf man dieses Instrument nicht beleuchten oder hinterfragen, weil man sonst Schwierigkeiten bekommen könnte?
Vielleicht würde man in der Ubahn verwechselt und mannstoppend beamtshandelt, weil irgend jemand jemand anderem eine kurze Videosequenz per email zugesendet hat, auf der jemand, auf die U4 oder die U6 wartend, ein paar Sekunden lang ein paar Meter neben einem Menschen dunkler Hautfarbe steht, der Mike B. oder Bengali M. oder Kowame Z. zum Verwechseln ähnlich sieht.
Ist die Drogenkoordination in Wien, so ganz nebenbei, ein Instrument zur Einschüchterung, Neurotisierung und Absiedlung von anderen Menschen geworden?
Ist diese Drogenkoordination gar die heilige Inquisition des Rechtsstaates, mit eigenen Regeln, einer eigenen Gesetzgebung?
Kaum übersehbar der Wildwuchs im Schatten ihres weiten Manteaus, hinter allerlei Inszenierungen für den Boulevard Kriminalität auf Bestellung, Handel mit Illegalem und nicht Illegalem, weil die Nachfrage, durch Legales gestützt, das kriminelle Potential der Szene in Wahrheit in die Höhe geschraubt hat, zudem sich skrupellosen Geschäftemachern mit wohlmeinenden Kontakten Möglichkeiten eröffnet haben, gut getarnt im Niederwald nicht aufklärbarer krimineller Serienhandlungen, dreist und einträglich im Trüben zu fischen.
Ist Wien in den vergangenen Jahren zum beliebtesten Lunapark für zentraleuropäische Suchtgiftvertilger geworden, für Einsteiger wie Fortgeschrittene?
Diese Fragen sollten wir zunächst einmal stellen – aber nicht wieder vorschnell beantworten – wie aus der Pistole geschossen.
Politimix
„Aufsteigen mit mehreren Fleck’, das ist falsch.“ - Wilhelm Molterer, österreichischer Finanzminister.
Die Französischlehrerin, Frau Dr. Nebel, ließ mich beim Nachzipf durchfallen, weil ich häufig Karikaturen von ihr angefertigt hatte.
Ich war bestens vorbereitet gewesen.
Der Klassenvorstand, Professor für Mathematik und Leibeserziehung Hannes Taugerich, hatte mich loswerden wollen, vielleicht, weil ich ihm für einen Vierzehnjährigen zu kindlich-kindisch war.
Es war ein christlich-konservatives Realgymnasium.
Ich schlitzte später am Mercedes des Schuldirektors Pietsch alle vier Reifen auf.
Lorchs, Lorchs, Lorchs, Lorchs.
Geschafft hätte ich es so oder so nicht.
Der aufgezwungene Wahlkampf zerrt an den Nerven der Österreicher.
Politisch interessierte Menschen sind emotional betroffen, die Politiker sitzen im Kreuzfeuer der Gefühle.
Es werden virtuelle Charaktere in Menschen projiziert, die einem persönlich nicht bekannt sind.
Die Ablehnung, die man manchen Staatsmimen entgegenwirft – Politik hat eindeutig Showcharakter angenommen - grenzt an Schuldzuweisung.
Es ist notwenig, die Menschen wachzurütteln, sich mehr mit Politik auseinanderzusetzen, um demokratische Zustände in Österreich wie in Europa am Leben erhalten zu können.
Je länger dieser Wahlkampf andauert, umso mehr hat man das Gefühl, in einer aufgezwungenen Schulungsmaßnahme eingekerkert zu sein.
Der Spruch vom Glück, zu dem man die Menschen zwingen müßte, kann nur mit Widerwillen vernommen werden.
Man darf mittels Stimmabgabe bei den bevorstehenden Nationalratswahlen auch dafür sorgen, daß weniger beachtete Gruppierungen ihre Funktionäre ins Parlament entsenden können.
Mir behagt der Umgang des ORF mit der politischen Wirklichkeit mehr, erscheint mir seriöser als die aufgeblasene Italo-Version eines Privatsenders.
Ich wäre froh, sobald wieder mehr Ruhe herrschte.
Schrumpfgermane
Gestern, im österreichischen Fernsehen, nach einundzwanzig Uhr.
Heinz-Christian Strache wirkte fahrig und nervös, wie schlecht gedopt, rang in zunehmendem Maß nach den richtigen Worten, drängte schamlos ab, wenn ihm inhaltlich die Luft ausging, und machte deutlich, daß er außer österreichischen NPD-Anhängern, deutschnationalen Spinnern und von blindem Haß getriebenen Polithooligans niemandem etwas zu sagen hat.
Werner Faymann, dessen unaufdringliche, zurückhaltende Präsenz bisher wenig Gelegenheit zu einer Persönlichkeitseinschätzung gab, war erneut tadellos vorbereitet, bewies einmal mehr rhetorisches Geschick und Gesprächsdisziplin, aber auch Fähigkeit zur Offensive, und konnte sich und die Sozialdemokraten tiefer profilieren als erwartet – erfreulich für das seelisch zutiefst verunsicherte Österreich.
Man weiß zwar nicht, welcher Koalition Faymann zuneigt, und der Verdacht, eine Neuauflage von rot-schwarz könnte erneut ins Haus stehen, bleibt aufrecht, jedoch verfügt die SPÖ nun über einen Spitzenkandidaten, mit dem auch eine Alleinregierung erdenklich wäre – man sieht die seit Jahren geschmähten Sozialdemokraten gestärkt und kredibel wie lange nicht mehr.
Der interessierte Mensch weiß, daß in Österreich schlechte PolitikerInnen ihr Unwesen treiben, worunter das Ansehen des Staates sehr leidet.
Versuchungen durch Korruption und organisierte Kriminalität unterwühlen die sozialen Gefüge, Behörden schielen weit nach rechts, und wir alle haben mit dieser Rufschädigung zu kämpfen.
Die gestrige Konfrontation hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es ist, hervorragende Volksvertreter im Lande zu haben und Werner Faymann konnte überzeugen, daß ihm zu trauen ist.
Wie gewohnt im Anschluß an eine Auseinandersetzung, war der ORF bemüht, unter Beisitz einer Motivforscherin die Kluft, die zwischen den Kontrahenten gähnte, mittels standardisierter Interpretation schönzureden, und auch der Herr Politologe trug seines bei, zog archivierte Werte unterschiedlicher Farben heran und schlichtete sie empor, um davon abzulenken, daß sich Strache enorme Blößen gegeben hatte und vor aller Zuseher Augen gewaltig geschrumpft war.
Derzeit ist der gute alte österreichische Rundfunk der Sozialdemokratie zugeneigt wie Frau Thurnher dem Rock’n’ Roll Zirkus.
Seit gestern abend bleibt die Lage ernst, aber nicht ganz hoffnungslos.
Polite Quadrilla
Election campaign ticking: Time for the blue beans cult?
The confrontations between the austrian older and newer parties top candidates for the forced new elections of the federal parliament, who votes the chancellor and chief of the government, dominate the main transmission time of the public broadcast corporation.
What comes out is neither surprising for the already disappointed watcher, nor are any statements raging out of the highly rightweighted main stream.
It seems to me as if the candidates were dancing a baroque quadrilla, where couples are kept to queue up in two rows directed forth, back and hold, so anyone must meet anyone.
They bow before each other, and dance a little loop around, to give the public a chance to decide about who would fit to who.
It’s the assurance dance of democracy, but in the shadow of public selfconsciousness, outside the society, a growing part of the nation annoy and bore themselves, and exercise to be prepared for the day.
Autocracy of a major political group has become impossible.
It’s all about the question of a new coalition model that might succeed, covered by elimination combats for the candidates personal credibility.
Since the sunset of the world famous austrian chancellor „President“ Bruno Kreisky, Austrians became more and more used to medial mudwrestling fights, lasting for shortened legislative periods, that seem to tend to sooner or later being topped by distincting the most infame, most characterless and less upright candidates of the whole nation.
Only during the high times of election campaignes the native media presentation of democracy becomes reduced to livingroom entertainment, demonstrations of nonspectacular and quite politeful modern court ceremonies in warming socks.
Some of our democratic politicians exhibit their second faces only to their adherents.
People with sharpended senses may perceive a shadow world full of ghosts, rumouring about overthrow and the separation of federal countries – up to heavy fascist utopic visions, like connecting hermetic european citystates by transparent security tubes to keep whatever unwanted below and outside.
A raising part of this lands youth tends to withdraw from traditional education, but do disturb, and expect the better cards to fall soon from the sky.
Feeding young and hungry people with such kind of malnutrition makes our rich country poor.

Bombina bombina
Forsch oder Kroete.
Jörg Haider: „Was is’ los, Bua, mach’ ma’ wieder einmal was miteinander?“
HC Strache: „Das Du-Wort habe ich Ihnen längst entzogen. Sie haben nämlich gegen den Ehrenkodex der Familie verstossen!“
Jörg Haider: „Dann sag’ ich’s ihnen anders: Sie wissen doch, was mit der Heide Schmidt passiert ist!“
Es folgte ein inhaltlich wenig überraschendes Bockschauen, das Haider zwanzig Minuten vor Schluß klar für sich entscheiden konnte, als im Anschluß an die Aufzählung der landespolitischen Leistungen des Kärntner Ziehvaters sowie eine kurze Anspielung auf Frau und Kinder des Herrn Strache, dieser plötzlich die stramme Haltung verlor und ablümmelte wie zu dessen besten Zeiten der von einem Tag auf den anderen untergetauchte orange Statthalter Westenthaler.
Als Strache selbst seiner spontanen Verlotterung gewahr wurde und wieder Haltung anzunehmen trachtete, ergab sich der Eindruck, als ob er mit dem letzten Schluck aus seinem klein geratenen Glase eine Pinzgauer Unke (Bombina bombina) verschluckt hätte, die er bis zum Ende der Ausstrahlung so diskret wie erfolglos vom Gaumenzapferl abzuhusten versuchte.
Vielleicht ist es Absicht gewesen, daß ich hier zum Schluß meiner Betrachtung noch einmal Jörg Haiders Andeutung zu zitieren versuche, ob man wisse, was mit Heide Schmidt geschehen sei.
Mehr hätte ich anlässlich jenes kleinen, sehr österreichischen Schlagabtausches im ORF nicht zu sagen gehabt.
Linktipp:
Die Betenden Hände.

Wer in Österreich „Grundsicherung für alle“ posaunt und wer von verschwendeten Wählerstimmen profitiert.
Ich erhielt heute vormittag einen Anruf der Firma „ÖIV-Versicherungsservice“.
Das Fräulein am Telefon schlug mir für nächste Woche keck den Besuch eines Herrn Michel vor, der angeblich gerne meine KFZ-Versicherung auf Null stellen würde.
Weder habe ich eine KFZ-Versicherung, die man irgendwohin stellen könnte, noch durfte ich das mysteriöse Telefonfräulein zurückrufen – sie gab nur an, dort in einem Callcenter zu sein.
Als am frühen Nachmittag der aus dem ORF bekannte Journalist und Natascha Kampusch-Entdecker Christoph Feurstein in Begleitung eines Perspektiven visionierenden Assistenten das Terrain erkundete, konnte ich mir vorstellen, dass die Firma ÖIS Inkassoservice, die seit Sommer 2006 von mir wuchernde Phantasieschulden einfordert, in der caesarischen Illusion schwebt, ihr abgedrücktes Schmierentheater als Fernsehspektakel zu inszenieren.
Es handelt sich um einen – bislang einzigartigen? – Fall von Schutzgelderpressung an einem Bezieher einer Invaliditätspension.
MitarbeiterInnen der Firma Österreichischer Inkassoservice und sonstiger Tentakel der „ÖI-Gruppe“ sind nicht willkommen.
Sie werden weder von mir noch von meiner Frau in die Wohnung gebeten.
Geben Sie Acht, dass Sie nicht in ein Gackerl steigen.
