CatCam

by morath

Olmis und Bulimie.

Die moderne Antidepressiva-Lüge.

Manche Leute, angeblich vom Fach, weisen immer wieder darauf hin, daß moderne Antidepressiva nicht abhängig machen.

Sie meinen damit Selektive-Serotonin-Reuptake-Hemmer.

Die gängigen Marktleader sind hierzulande Escitalopram (Cipralex) und Venlafaxin (Effectin).

Es stimmt, dass diese Medikamente nicht süchtig machen, weil eine Dosissteigerung nicht zu einer Wirkungsverstärkung führt, welche als rauschhaft empfunden werden könnte.

Wer sie über längere Zeit einnimmt, wird trotzdem davon abhängig .

Vielleicht wird Venlafaxin eher an Frauen, und Cipralex eher Männern verschrieben.

Möglicherweise sollte die Formgebung der Effectin-Pillen einen Benzolring andeuten, und die Färbung eine rosa Brille, oder es will dieses Produkt den rosaroten Zeichentrick-Panther visualisieren.

Paradoxerweise wirkt Venlafaxin auch dopaminerg, dämpft jedoch die Libido und macht Männer impotent.

Darüber hinaus hat diese Substanz aus der Gruppe der Phenethylamine, den Drogen Meskalin und MDMA verwandte Substanzen, unangenehme Nebenwirkungen auf das Gleichgewichtsorgan – es kann passieren, daß man beim Busfahren seekrank wird.

Es könnte vorgekommen sein, daß Effectin von Verkausförderungsagenturen anhängigen Sozialarbeiter-Therapeuten an Jugendliche als Ecstasy verfüttert und abgerechnet wurde.

Ich würde dieses Medikament eher als bedenklich einstufen.

Mit beiden Substanzen wird an Menschen weltweit millionenfach experimentiert, und Ärzte und Apotheker können sich darauf berufen, was die Forschungsinstitute der Pharmaindustrie über diese Medikamente bislang zu berichten wußten.

Auch Cipralex wirkt erst, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Das Absetzen ist so unangenehm, daß man nach dem ersten Versuch vor weiteren zurückschreckt, bzw. bleibt die Wahrnehmung der Beschwerden so schmerzhaft, daß man wieder zur regelmäßigen Einnahme zurückkehrt.

Kombiniert mit einem leichten Bezodiazepin wirkt Cipralex relativ gut gegen verschiedene Depressionen.

An diesem Punkt hält einem der Spezialist schnell den großen Finger vors Gesicht und sagt, bräsig: „Benzodiazepine darfst du nicht nehmen – davon wirst du abhängig!“

Man könnte entgegenhalten: „Ich weiß auch nicht, welche Schäden das Pram meinem Stoffwechsel schon zugefügt hat.“

Ich weiß weder, ob ich nicht Parkinson bekommen werde, oder Alzheimer, oder Krebs - und ob manche Antidepressiva nicht dazu dienen, den Ausbruch von Alterserkrankungen zu beschleunigen.

Unsere Politiker und NeurologInnen nehmen heute gern – Olmifon.

Sie sagen, na ja, vielleicht ab und zu - aber nur, weil wir hart und viel arbeiten müssen – schließlich wären das keine getarnten Schlaftabletten.

Außerdem hätte Modafinil nicht so starke Nebenwirkungen, wie zum Beispiel … Ritalin.

Bis vor etwa 30 Jahren, vor dem weltweiten Erfolg der Droge Prozac (Fluctine), glaubte man lange Zeit, daß Depressionen mit der Lithiumkonzentration im Blut zusammenhängen – einem giftigen Metall, das im menschlichen Organismus nur in Spuren vorkommt.

Später stellte sich heraus, daß Lithium an den Synapsen die Freisetzung und Wiederaufnahme der als Reaktion auf bestimmte Sinneswahrnehmungen freigesetzten Transmittersubstanzen beeinflußte.

Ein  richtungsweisender Ansatz für die Entwicklung moderner Antidepressiva.

Umgehend wurde als Hymne auf das erste Produkt einer fortgesetzten Serie ein Buch zugunsten des Patentinhabers (Lilly) präsentiert: Listening to Prozac, von Dr. Peter Kramer, einem Psychiater.

Heute wird Prozac nur mehr von Menschen konsumiert, welche besonders die Verzögerung der Wiederaufnahme des Nebennierenhormons und Neurotansmitters Noradrenalin, eines Phenylalkylamins, zu schätzen wissen.

Und von allen, die ausgerechnet mit Prozac abhängig geworden sind.

Was könnten wir daraus lernen?

(… fragte uns heute:  Nurmi Pulverlfreak.)

November 13, 2009 Verfasst von morath | Austria, Conspiracy, Drogenpolitik, Europe, Experience | , , , | Noch keine Kommentare

Der Onkel aus Santa Fu.

„Hören Sie zu, Euer Ehren.    

Dieser Streber wollte mich in einer Weise für dämlich verkaufen, die einer persönlichen Beleidigung entspricht, einem Angriff.

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Personalcomputern, und obwohl ich kein Programmierer bin, habe ich doch eine Ahnung davon, wie diese Dinger funktionieren.

Sehen sie meinen Kopf?

Ich trage ihn seit 50 Jahren an dieser Stelle.

Ich sehe mir die Leute genau an, die mir hier etwas einpflanzen wollen.

Mein Vertrauen kann niemals so groß sein, daß ich sage, hier haben sie meine Schlüssel, fühlen sie sich wie zuhause, braten Sie sich ein Spiegelei, legen Sie bitte ihre Füße auf meinen Tisch.

Darum geht es doch: Daß Menschen Respekt einfordern, die selbst keinen Respekt vor anderen Menschen haben.

Statt seriös zu arbeiten, handlangern sie für Behörden, feiern Feste mit Männern, die sich als Frauen verkleiden, und übernächtigen in ihrer dampfenden Praxis.

Dieser Heini führt nicht einmal ein Kniereflextest durch, und doch steht auf seinem Türschild in großen Lettern: NEUROLOGIE.

Ein Mensch leidet Schmerzen, und diese Hilfspolizisten übersetzen: „Hier will einer eine Verschreibung für Gute-Laune-Pillen abstauben.“

Leider nein, Euer Ehren!

Mein Vater hatte einen Halbbruder, jemand, der auch auf skeptische Leute zunächst einen friedlichen, umgänglichen und tüchtigen Eindruck machte.

Eines frühen Morgens spannte er sich selber vor einen Anhänger und erntete bis zur Siesta drei Fußballfelder Wassermelonen ab.

Bei genauerer Beobachtung stellte sich aber heraus, daß es sich um aufbrausenden, unduldsamen, peitschenschwingenden Charakter handelte, der Menschen Angst einzuflößen wußte, und eine solche Arbeit nicht länger ausführte, als bis er jemanden gefunden hatte, der sie ihm wieder abnahm.

Dieser Mann wäre nicht öfter als ein einziges Mal mit dem Moped zur Arbeit gefahren.

Niemals hätte ich gedacht, daß der durchtrainierte Kerl, dem mein hopfensaftgeschäumter Vater nicht an die Schulter reichte, ein Verwandter sein könnte.

Er hatte über einen drahtig muskelüberspannten Rücken eine tadellos geschwungene inverte Europa-Flagge eintätowiert, darauf stand, in fetten Lettern, wie mit dem Laser gedruckt: HELLS ANGELS – SANTA FU.

Sagen Sie das dieser Tante, die vor vor ihrem Plexiglasschreibtisch schaukelt, bevor sie wildfremden Leuten Rüschen anhäkelt.

Ich will damit nur sagen, es gibt auch Menschen, die sich eine solche Behandlung niemals gefallen lassen würden.

Die lassen sich von der Syringe, die sie scheinheilig hinter ihren Pobacken verborgen halten, nicht aufhalten.“

November 11, 2009 Verfasst von morath | Blogroll, Panic Attacks, Virtual Underground | , , , , | Noch keine Kommentare

Frau Hittes Traum vom Doktorhut.

Emotional engineering: Schreiber gegen Inquisition.

Es ist bemerkenswert, wie sich ein Gegenspieler bemüht, auf Websites, die ich bekanntlich besuche, Strichelbildchen und Fotomanipulationen vorzulegen, um meine Gedanken in bestimmte Richtungen zu lenken.

Es sollte auf diese Weise meine Erzählarbeit manipuliert werden, bzw. könnte die psychologische Regie dahinter später behaupten, ich wäre befragt worden.

Vielleicht brodelt längst ein Plan, die Gedanken des anderen zu einer aufsehenerregenden Diplomarbeit verbräten zu können, während man sie zur allgemeinen Verbuffung noch heftig mit Rotstift bemäkelt, bis endlich der Urheber mit Haloperidol fragmentiert ins forensisch-psychiatrische Schutzbett verlegt - zu dessen ausklingender Lebzeit schon sein Vermächtnis beschneidet, mit vergleichenden pathologischen Abbildungen versieht und zur eigenen Meisterarbeit wandelt, in Bälde schon - zum Beleg von Theorien und Prognosen, deren Umsetzung beschleunigt und verwirklicht würden, indem man des Burschen persönliche Infrastruktur sabotierte, bis zum seit jeher vorhergesagten Endlauf und Zusammenbruch.

Als ich mich ganz zu Beginn der achtziger Jahre vorigen Jahrhunderts in Untersuchungshaft am Straflandesgericht befand, wollte man Graz von Drogensüchtigen und Glücksrittern  säubern, die es infolge der Plünderung der Anstaltsapotheke des Landeskrankenhauses aus halb Europa angezogen hatte.

Es gab hysterische Gerüchte, wonach Geldbeschaffer der RAF Drahtzieher jenes Verbrechens gewesen sein sollten.

Eine katholisch grünbemäntelte Neidgesellschaft wollte lieber den Verein Club Toleranz, einen legendären Discokellerclub, zum Heimstall des Sündenbocks machen, und am ruhmreichsten für den Gesetzgeber wäre es wahrscheinlich gewesen, zu beiden Seiten Handschellen anlegen zu können.

Damals arbeiteten Polizei und Gendarmerie gegeneinander, und Informanten anderer Ministerien wurden dazwischengeschleust, die rivalisierenden Aufklärer zu kontrollieren,  um selber näher an einen Beuteschatz zu gelangen, der noch einiges an Prozentanteilen abzuwerfen versprach.

Es herrschte ein großes Verwirrspiel, ging es doch um beträchtliche Mengen von Suchtgiften, Dopingsubstanzen und konfiszierte Drogen, welche ebenfalls im Tresorraum des Grazer Landeskrankenhauses eingelagert gewesen sein könnten.

Es wurde versucht, über sehr junge Leute an Informationen zu gelangen, denn die gevivteren Profiteure hatten sich und ihre Okkasionswaren schnell in sicheren Abstand gebracht.

Die allzu gierigen Verbliebenen schieden schnell aus, für immer – während eine Schulklasse voll gnadenlos abgezockter Jugendlicher nahe dem Grazer Messegelände im Schwitzbad saß,  als Untersuchungshäftlinge in kratzigen Anstaltspullovern ihre kleinen Kriminalkarrieren abzubüßen.

Herr Fasching von der Drogenberatungsstelle erschien zuerst, worüber ich schon berichtete.

Mein alter Freund Heribert wollte mich einmal besuchen, aber der Praktikant zu Gericht Eberhard, mit dem ich wenige Jahre vorher noch die Schulbank gedrückt hatte, verwehrte ihm heftig aufgeblasen den Kontakt.

Eberhard war es, der meine Korrespondenz mit List und Lupe nach geheimen Botschaften und verräterischen Chiffren absuchte.

Es war vorstellbar, daß er im Untersuchungsrichter verfehlte Hoffnungen nährte, die meine Entlassung nach ein paar Monaten Untersuchungshaft noch lange schmerzhaft hinauszögerte.

Ich könnte nicht vollständig ausschließen, daß mein Dasein im gesetzfreien Hausarrest auch zum heutigen Tage Eberhard, dem ehrgeizigen Ritter zu drei Rädern in der Kautschukrüstung, anzurechnen wäre.

Ein beachtlicher Stapel Manuskripte aus jener Zeit blieb jedenfalls verschollen.

 

Zur Auffrischung:

1979 war Dr. Bruno Kreisky österreichischer Bundeskanzler, Staatspräsident war  Rudolf Kirchschläger. Willy Brandt war Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.

1979 war Jimmy Carter Präsident der USA, in Großbritannien wurde Margaret Thatcher Premierminister; Präsident der Sowjetunion war Michail Gorbatschow, französischer Präsident Valéry Giscard d’Estaing.

Wiener Bürgermeister war Leopold Gratz (SPÖ),  in Graz herrschte ein Jahrzehnt lang  Dr. Alexander Götz von der FPÖ.

Steirische Landeshauptleute waren Friedrich Niederl, 1980 gefolgt von Josef Krainer jun., der niederösterreichische Amtskollege hieß Andreas Maurer (ÖVP).

Als Justizminister folgte … 1983 Harald Ofner (FPÖ) Christian Broda von der SPÖ, Innenminister war Erwin Lanc, SPÖ.

Am 1. Mai 1981 wurde der Wiener Kulturstadtrat Heinz Nittel von einem Terroristen der palästinensischen Gruppe Abu Nidal ermordet.

Am 6. Oktober 1981 wurde in Kairo der ägyptische Staatspräsident Anwaar-el-Sadat von Mitgliedern seiner Leibgarde ermordet.

Am 9. Oktober 1981 beging der ehemalige österreichische Verteidigungsminister Karl Lütgendorf unter ungeklärten Umständen Selbstmord.

November 4, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Censorship, Drogenpolitik, Drugs, Education, Europe, Experience | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Pedomorphil

Macht und Ohnmacht in der Therapeutischen Gesellschaft.

Menschliches Verhalten ist sozial antrainiert, Persönlichkeitschwächen resultieren aus programmierten Sequenzen, die schon in der Kindheit eingepaukt wurden.

Solche sozialpsychologischen Erkenntnisse machen sich Herrenmenschen der Therapeutischen Gesellschaft zunutze, wenn es darum geht, disziplinierende Maßnahmen über andere zu verhängen.

Abzuleiten wäre, daß Suchtkrankheiten bei anderer Betrachtung nicht durch Substanzen ausgelöst wurden, sondern ihre Ursachen in einer persönlichen Bravheit oder grundsätzlichen Angst wurzeln, Personen des erteilten Vertrauens nicht mit Ablehnung und Kritik begegnen zu können bzw. in Dauerbeziehungen zur Überkompensation zu neigen.

Diese Haltung gegenüber anderen, plakativeren Persönlichkeiten führt zu einer Unterwerfungshaltung, die Suggestionen Tür und Tor öffnet und weitgehend manipulierbar macht.

Die emotional-differenziale Verzahnung von durch Verhaltensstörungen im Unrund gehaltenen menschlichen Beziehungen und jener zwischen Hypnotiseuren und ihren Bühnenprobanden fällt auf.

Im Wesentlichen besteht die Zielsetzung von Therapien, die Kommunikationsstörungen betreffen, welche die Entstehung von Suchtkrankheiten begünstigen, darin, über Frage- und Antwortspiele in jene Bereiche frühkindlichen Erlebens vorzudringen, wo traumatische Erlebnisse und/oder vorsätzliche erzieherische Irreführungen stattgefunden haben, solche Anlässe zu beleuchten, und dadurch den „Fluch zu bannen“, in bestimmten Situationen programmiert reagieren zu müssen, und die Wege eigener Entscheidungfindung freizuschalten.

Diese Schlußfolgerung führt in Zeiten politisch hochgeschraubter Ängste vermehrt dazu, daß Quacksalber und Scharlatane verschiedener Arten, allen voran solche mit medizinischer Ausbildung, sich das Recht herausnehmen, aus der psychosozialen Armut einer Gesellschaft Kapital zu schlagen und durch die arrogante wie stereotype Verordnung von Psychotherapie ihre Armutsklientel innerhalb des eigenen Freundeskreises  verteilen, um über abgesprochene Verrechnungscamouflagen Krankenkassen, Magistratsabteilungen und Landesregierungen zu schädigen.

In Wirklichkeit werden die hundert, nach Gefälligkeitskriterien ausgewählten Jugendlichen, die laut Aufzeichnungen einer Drogenberatungsstelle eines österreichischen Bundeslandes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erfolgreich an Therapieeinrichtungen vermittelt werden konnten, kostenaufwändigen Forschungs- und Pflegestationen zur Verfügung gestellt, wo Einzelpersonen die Möglichkeit bekommen, mit diesen Jugendlichen Experimente nach Gutdünken und Laune anzustellen, mit der einzigen Auflage, über ihre Beobachtungen und Schlußfolgerungen standardisierbare Aufzeichnungen zu führen.

In Eskalationsfällen steht die Frage der Glaubwürdigkeit von vorneherein fest – was immer sich im abgelegenen Zimmer des EinzeltherapeutIn ereignet haben mag.

Es bleibt der Führung solcher Einrichtungen überlassen, welche Schulen oder Philosophien zur Anwendung geraten, die Kompatibilät zu den Erkenntnissen moderner Wissenschaften wird ohnehin nur an der Strenge der Hausordnung und der Einhaltung von Hygienestandards gemessen.

Wer glaubt, daß seine Kinder bei dem international dekorierten Spezialisten Univ. Prof. Dr. Dr. Hubertus Helnfried Meisenhaupt-Zitten bestens aufgehoben wären, weiß in der Regel nicht, welche Sozialarbeiter, Therapeuten und PsychologiestudentInnen in Wirklichkeit mit ihrem Nachwuchs arbeiten, und es gibt keine Garantie, daß die als Kranke und Behinderte ausgewiesenen Jugendlichen hinter sieben Hügeln und Mauern ärztlichen Schweigens nicht wie in Freiheit weiterhin hinters Licht geführt,  irregeleitet und mißbraucht werden.

Die Erfolgsrate solcher klinischen Langzeitaufhalte liegt auf beachtlich niedrigem Niveau, die als persönliche Rückfälle verbuchten Ausstiegsraten sind umso höher, und die traurige Erkenntnis für die hintergebliebenen Staatsbürger ist jene, daß es aus den Kreisläufen des Verderbens halt’ nie ein rechtes Entkommen gibt.

Profiteure sind Bedienstete mit Erziehungsauftrag, die Neigungen und Sadismen unterschiedlicher Prägung und Intensität an jungen Menschen ausleben dürfen, die zwar laut Papieren erwachsen sein mögen, deren Persönlichkeit dagegen in überdimensionalen Kinderschuhen stecken kann.

Solche Menschen sind mit spielerischen Mitteln kaum weniger leicht zu vereinnahmen wie Kinder im Wachstum, und somit beliebtes Ziel für Leute aus Berufsgruppen, deren Privatleben von dicken Plueschgardinen verhangen wird und deren aufgeblasen dominante Persönlichkeit samt Reputation normale Verhältnisse, auf Augenhöhe zu Menschen gar anderen Standes, niemals zulässt.

Daß Informationen aus Verhaltensbeobachtungen, auch in körpernahen Situationen, sowie in Einzelsitzungen preisgegebene Aussagen (Traumbeschreibungen) an Behörden weitergegeben wurden, und viel später als „staatspolizeiliches Schnüffelarchiv“ zur fortgesetzten Verstörung ehemaliger KlientInnen verwendet werden könnten, war niemals vereinbart gewesen.

Mir war aufgefallen, daß akademisch oder nicht akademisch ausgewiesene Privilegierte es mit der eigenen polytoxischen Abstinenz nicht immer genau nahmen und die Möglichkeit, sich in der Hängematte der Macht zu schauklen, hoch über ihrer zwischen Übermut und Verzweiflung kopulierenden, masturbierenden, bodenschrubbenden Klientel, und ihr angeblich rechtschaffen erkämpftes Dasein im hedonistischen Wunderland in dicken Wolken in die Luft zu blasen.

Wenn ich mehr als zwanzig Jahre später, von einem über zwanzig Jahre jüngeren Spezialisten mit dem großen Finger vor die Tür gewiesen und in eine von der Drogenkoordination in Szene gesetzte und von der Drogenfahndung des Innenministeriums überwachte Rasterfallenstellung geschleust werde, in der eine falsche Reaktion zu sofortiger Erpressbarkeit führen würde, fühle ich mich nicht nur persönlich angegriffen – der öffentliche Aufwand, einen einzelnen, dem eigenen Bildungssystem entkrochenen Menschen übers Knie brechen zu wollen, sollte zu allgemeiner Nachdenklichkeit Anlaß geben.

 

Freiheit, Sicherheit und Recht

Oktober 28, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Research, Research & Science, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Nase: Gefahr im Verzug.

Wie geht es Ihrem Riecher?

Drei Wochen ohne Sonneneinwirkung und die eigene Nase sieht aus wie die eines Fremden mit extrem hohen Leberwerten.

Anstelle des gewohnten, achtenswerten Riechorgans entwickelt sich ein knolliges Rhinophym mit tiefen Furchen.

Schmutzige Talge – wie in den Tiefen eines Speiseschranks gealterte Margerine - verpfropfen von innen die Poren, härten an der Kälte aus und bilden schwarze Krater.

Dazwischen wuchern, im Rasierspiegel deutlich zu erkennen, von mikroskopisch kleinen Lebewesen verursachte Abszesse und Furunkel.

Zudem wachsen in den Naseninnenräumen dicke, mißgebildete Haare und Borsten heran.

In dichten Büscheln ragen sie, wie verkokeltes Gesträuch, aus den Nasenhöhlen, bis man sie zu einem klassischen Schnauzbart verzwirbeln könnte, befänden sich darunter nicht vereinzelt Albinos mit der Standfestigkeit von Fischgräten.

Zu allem Überdruß findet sich im oberen Bereich der Nasenscheidewand rechts ein unbekanntes Objekt.

Den Verdacht, daß es sich nicht um einen einfachen Popel (Popolus simplex) handeln kann, legen Nagel-Schürfproben mittels unterschiedlicher Finger immer näher.

Jetzt gilt schleunig zu ermitteln, ob ein Fall eines harmlosen Polypen oder ein gefährliches Blutschwammerl vorliegt.

Nasenkrebs kann tödlich sein.

Besuchen Sie ihren Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Gesundheit.

(Die vorliegende kritische Selbstbetrachtung unterstützt mein Casting beim deutschsprachigen Satiremagazin Rappelkopf. Halten Sie mir, gefälligst, die Daumen.)

Oktober 27, 2009 Verfasst von morath | Blogroll, Hanging Circus | | 1 Kommentar

Ratschen und Qua(r)k.

„Pimmel auf den Tisch.“

Wenn es um Schutzgelderpressung geht, sind unsere Behörden und die politisch Verantwortlichen gerne schwer von Begriff.

Immerhin sitzen die Erpresser im Nationalrat und berufen sich auf im Durchschnitt unterstellbare Schulden, auch wenn gar keine vorliegen.

Man bietet den Geldaufstellern für die erste interurbane Magnetschwebebahn Europas, Teilstrecke mittleres Murtal, die Möglichkeit, im ORF aufzutreten und die Ratsche zu schwingen.

Erneut wurden wir diskret über die Möglichkeit eines Verkehrsunfalls in Kenntnis gesetzt.

Besser, sie  hängen als Schutzengerl am Rückspiegel und fahren mit, Frau Minister.

Vielleicht sollten Sie sich einmal mit dem angerissenen Thema auseinandersetzen, bevor die Amtskollegin österreichische Staatsbürger zu Dummies dämlicher sicherheitspolitischer Vorkehrungsmaßnahmen macht.

Henko und Schenko.

 G’witztheiten der alten Landsknecht’.

Heute: 

„Gib’ einem falschem Hundling eine letzte Chance und er bringt morgen sein’ Zwillingsbruder mit.“

… und in Graz gibt’s Original Schloßbergkugeln. Die sind auch sehr gut.

Oktober 17, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Europe, Experience, Politics, Politics In The Chestnut, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

SystembetreuerInnen

In der Multiple-Choice-Hölle.

An einem jener Abende stieg ich in die aufgeheizte Atmsophäre einer Peepshow, in Begleitung eines Bekannten, dem Stippvisiten ins Rotlicht nicht fremd waren.

Wir waren beide gut angeheitert.

Wir hauten enthemmt Geld auf den Kopf,  feierten feixend Frustrationen für Arbeiter und Angestellten ab.

Eine der Tänzerinnen, die auf der Brust eine Nummer trug, kam mir in magischer Weise  bekannt vor, und schien mir zudem zuzublinzeln.

Ich bestellte sie in eine Kontaktkabine, wozu mir mein Kollege geraten hatte.

Ihre Lippen und Nägel schienen im UV-Licht zu glühen.

Sie bot mir eine charmante Fußmassage an.

Der Vorschlag erschien mir so amikal harmlos wie professionell, daß ich keinerlei Argwohn schöpfte.

Nach einer kurzen Denkpause erschien er mir sogar äußerst anregend, und ich willigte beflügelt ein.

Das geschäftige Fräulein streifte zierliche Stilettosandalen ab, nahm federnd Sitz, stellte elegant die Beine zurecht und deutete mit flinker Hand, bei der nachfolgenden kleinen Übung selber Spaß zu haben.

Eine wenig anspruchsvolle Discohousemusik hämmerte, dafür sehr laut, die Beleuchtung hatte etwas Neonpsychedelisches.

Aus einer Düse am Plafond wurden mehrere Stöße eines süßlich-fruchtigen Deodorants freigesetzt.

 

Ich hatte mich für einen umfassenden Kurs als EDV-Administrator beworben und mußte zu einer Aufnahmeprüfung erscheinen, die viele Stunden in Anspruch nahm.

Die Leiterin des Schulungszentrum erschien mit einer Assistentin.

Sie begann sich in häßlicher Weise über meine Präsenz zu mokieren, vor gut 50 Anwesenden.

Sie sagte laut, ich wäre bloß zu faul, um als Hubstaplerfahrer zu arbeiten.

Als langjähriger chronischer Cannabisraucher wäre ich für ihre anspruchsvolle Ausbildung  zu verblödet, ließ sich vernehmen.

Während ich an der ersten von -zig Serien von Fragebögen arbeitete, stellte sie sich hinter mich und stierte mir wie einst die Mutter bei den Hausübungen über die Schulter.

Schließlich riß sie  ein paar Blätter an sich, stöckelte mit furiosem Hüftschwung vor ans Pult und stellte wild stiftstreichend Hochrechnungen an, wobei sie meinen Intelligenzquotienten laut auf maximal 85 einstufte.

Jeder im Saal konnte es hören.

Leute drehten sich herum und tuschelten.

Eine hübsche Person vor mir warf ihr Haar zurück und stemmte sich mit den Füßen vom Fach ihres Pults nach hinten  ab, um ein wenig im Stuhl zu wippen.

Ich spürte, wie es um meine Nieren krampfte und mußte aufstehen, dringend aus dem Saal, und Wasser ablassen, sonst hätte ich die zähen, zehrenden Testserien nicht länger durchstehen können.

Ich nahm mir fest vor, justament und bei aller Pein die Flucht nicht zu ergreifen.

Während einer halbstündigen Pause stand ich verdattert im Lichthof, mit einem Becher Automatenkaffee, und rauchte hilflos eine Zigarette.

Kein Mensch dort erschien mir bekannt, nur die giftig zähnebleckende  Kursleiterin, die ich einem Kundendienst der Fahrzeugindustrie zuordnete, eine Person, die einmal nackig in einem Fernsehquiz aufgetreten war.

Niemand sprach ein Wort mit mir.

Später setzte die Kursleiterin ihr gehässiges Gezische fort.

Ich hätte mich seit der Pubertät nicht mehr persönlich weiterentwickelt und würde während des Unterrichts aufstehen, um masturbieren zu gehen.

Ich würde mich in Idiotenmanier im Bett wälzen und feuchtgeleckte Playboymagazine abküssen, schlaflos stöhnend von den lackierten Zehennägeln eines heissen Schwarms aus der fernen Schulbank lobhudeln, und mich in geklaute Höschen schneuzen.

Dazu nannte sie Namen – so laut, daß sie genausogut auch auf die Tafel hätte schreiben können.

Und die Faustformel, welche die Wörter Haschisch und Minderwertigkeitskomplexe enthielt, war deutlich zu vernehmen.

Am Ende der Testserie fühlte ich mich grausam mißhandelt, war aber davon überzeugt, daß die Testergebnisse im erforderlichen Durchschnitt liegen mußten.

Nach ein paar Tagen erhielt ich vom Arbeitsmarktservice einen Bescheid mit Ablehnung - mangels geistiger Eignung.

Meinem Einspruch bei der Leitung des Landesarbeitsamts wurde stattgegeben.

Oktober 15, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Censorship, Europe, Experience, IT-News, Virtual Underground | , , , , , , | Noch keine Kommentare

Im Land des Lächelns.

Ein erstes Rockkonzert.

Ein Schulkollege, Edouin, interessierte sich auch für Rockmusik.

Er war ein sehr guter Schüler, doch hinderte ihn beträchtliches Übergewicht daran, im Erfolgskampf um das Klassenprimat in der allerersten Reihe zu stehen.

Edouin stammte aus einer wohlhabenden Familie, alteingesessene Bürger, Kaufleute.

Wenn unsere Eltern eines sicher gemeinsam hatten, war es das Donauland-Abonnement, und so entsprach der Kern unserer jungen Sammlungen von Langspielplatten ungefähr den spärlichen Pop/Rock-Empfehlungsseiten im Quartalskatalog.

Es könnten auch ähnliche Anstrengungen um Befreiungen vom Turnunterricht gewesen sein, die uns eine Zeit lang Freundschaft schließen ließ.

Er gehörte zu den Leuten, für die es selbstverständlich war, daß sie andere Aufgaben abschreiben ließen, oder bei Schularbeiten Lösungen weitergaben.

Damit erntete er, locker über den Kopf gegriffen, Anerkennung und Respekt.

Unglück dräute herauf, als die großherzige, gewichtige Mutter Edouins ihm den weiteren Umgang mit mir untersagte, in der Begründung, daß Kinder, die ihre Eltern anlügen, auch ihre Freunde hintergehen würden.

Anlaß war ein Konzert des Rockbarden Wilfried gewesen, der sich mit rustikal zurechtgequetschtem Rock’n’ Roll-Gefiedel in den österreichischen Charts hatte platzieren können, aber schon wieder aus der Mode zu kommen drohte, ebenso wie die Popgruppe Turning Point.

Bei einer gemeinsamen Revival-Veranstaltung im Haus der Jugend sollten sich die beiden Acts noch einmal ins Gehör des Publikums bringen.

In Wirklichkeit handelte sich eher um ein widerwilliges Abarbeiten von Vertragsverbindlichkeiten.

Jedenfalls war Edouin zu Freikarten gekommen, von denen er mir augenzwinkernd eine abtrat.

An einem quirligen Ende des Buffets des Orpheums zauberte Edouin Bier in kleinen Plastikbechern herbei und bot mir lässig eine Zigarette der Marke Falk an.

Zu meinem Erstaunen erschien nur wenig Publikum.

Es war leicht, einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen.

Edouin kannte die Musiker beider Bands bei Namen und wußte über deren musikalischen Stamm zu berichten, während im Zwielicht der Bühne zu Musik aus dem Radio Kisten geschleppt und Kabel ausgerollt wurden.

Der Sänger Wilfried erschien in einer lächerlichen Aufmachung, Daumen in die Riemen einer Lederhose stemmend, an einem Fuß einen Bergschuh, den anderen setze er bar auf den Souffleurkasten, bevor er seine größten Hits zum Besten gab.

Außer einem hohlwangigen Guitarrero mit einem altmodisch großen Elektroinstrument war gerade niemand aus der Band anwesend, und es herrschte backstage ein halbverhangenes Geschiebe und Geschaefte von zankenden Managertypen und langhaarigen Roadies, bis endlich eine saitenstimmende Kapelle beisammen stand, und ein paar Nummern heruntergeschrammt werden konnten.

Danach wurden wieder Verstärkeranlagen herumgeschoben, besonders die Beleuchtung wurde verändert, Mitglieder der Gruppe Turning Point erschienen, ein akademisch geprüfter, rotbärtiger Brustklampfenschläger mit zwölfsaitiger Gitarre und Cowboyschlapphut, ein blonder hagerer Basszupfer mit entferntem Blick und frostiger Mine, und dazwischen ein bleichgesichtiger, wackliger Sänger mit jugendlich getrimmtem Oberlippenbärtchen.

Er stieg auf polierten Plateausohlen in einem glitzernden Frack ins Rampenlicht, mit einem mächtigen Zylinder aus Spiegelscherben auf dem Kopf, um im wabernden Trockeneisnebel noch einmal die effektüberladene Teenagerschnulze „Life is Going On“ unter die Anwesenden zu schluchzen.

Das magere Geklatsche des immer lichter gewordenen Publikums wurde von Gepfeife überstimmt, es dürfte sich in der Tat um eine Playbackshow gehandelt haben.

Ich war bereits äußerst nervös und mußte mich schleunen, den Mitternachtsbus zu erwischen.

Der Mutter hatte ich erzählt, ich würde mit der ganzen Klasse in Begleitung von Deutsch- und Mathematikprofessoren  im Grazer Opernhaus „Land des Lächelns“ besuchen.

Es stellt sich bei der nächtlichen Befragung durch die betont verstimmten Eltern heraus, daß ich weder wußte, wie der Komponist hieß, noch, daß es sich um eine Operette, und nicht um eine Oper handelte.

Vielleicht war ich seit jenem Abend dazu bestimmt, einmal in einer grausamen Welt jenseits von Gesetzen leben zu müssen, wie Mondschein und Stift, von unheimlichen Legenden umrankte, rauchende, schnapstrinkende, umherstreifende Jungen, denen ich auf nebligen Wegen zum vergeblichen Mathematik-Förderunterricht mit kaltem Schauern begegnete.

Oktober 13, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Education, Experience, Mysterious Imagination | , , , | Noch keine Kommentare

Ins Auge gefaßt.

Weiterwursteln.

Ergebnis eines Versuches politischer Intervention, Mißhandlung von Behinderten.

“Wie werde ich einen Partner los, von dem ich mich eigentlich nicht trennen will?“

Die billige niederträchtigste aller Einflüsterungen, der Geist, der schon in meinem Elternhaus herrschte, war:

„Du mußt ihn provozieren, bis er gewalttätig wird. Dann kann ihn die Polizei aus der Wohnung weisen.“

Es ist wie die Bestrafung des Vaters durch eine katholizistische Justiz - der ersten Grazer Sozialarbeiterin Frau Schneeberger und der Wiener Stadträtin Frau Drahme zu verdanken, die einmal schnell für eine Mitarbeiterin eine Wohnung brauchte, und seither die beste aller Ehefrauen und meinen Rest in einem sozialpsychologischen Experimentierkäfig hält, um ihre Macht zu demonstrieren.

Die Frau Stadtrat mag eine grüne Vollblutpolitikerin sein, für mich ist sie das Urbild einer emotional gelangweilten Standesprivilegierten, phasenweise von allen Ängsten dieser Welt gebeutelt, die sich berufspolitisch durchwurstelt, und ihre Position nützt, um private Sadismen auszuleben.

Lieber hätte ich der Demokratie in Österreich heute einen konstruktiveren Beitrag geleistet, aber es war mir unter den gegebenen Umständen gerade nicht möglich.

Vielleicht trägt unser Beispiel anläßlich bevorstehender Stimmabgaben dazu bei, der billigen Spekulationspolitik der Grünen nicht blauäugig Rechnung zu tragen.

 

 P9130002b15

 “Wau! Plötzlich fühle ich mich so, als hätte mir jemand narrische Schwammerln in den Brühkaffee gebröselt.“

September 22, 2009 Verfasst von morath | Austria, Cats, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Lynche

… und Freimaurer.

Wenn rechts von links nicht mehr zu unterscheiden ist, werden die Zeiten noch schlechter.

Profitieren wird voraussichtlich die Mitte, weil sie die Auseinandersetzungen zu beiden Seiten begünstigt und mitfinanziert.

Während in anderen Teilen Europas, in Frankreich wie in Deutschland, die scheinbaren Aufbruchsbewegungen einer neuen Linken ins Auge huepfen, gilt es im kleinen Ländchen Österreich  für Jugendliche noch als megacool, sich für Rechts zu engagieren, bzw. gehe ich davon aus, daß Österreichs Rechte für politische Agitation mehr Mittel zur Verfügung zu stellen.

Daß der RFJ, mit  einem Stiefel in Ihrem ORF-Fernseher, unter anderem die österreichische Flucht- und Trutzburg der mit finanziellen Nöten kämpfenden NPD darstellt, sollte unseren Politikern zu denken geben, wird aber außerhalb Wiens - hier in einzelnen Bezirken schwerpunktmäßig - kaum oder nicht zur Gänze entlarvend wahrgenommen.

Eines der Spannungsgebiete ist die äußere Leopoldstadt, zwischen Praterstern, Stuwerviertel, Mexikoplatz und Milleniumtower.

Der Vernebelungsaufwand ist beachtlich, wenn Prominente wie Michael Jeanné, der mysteriöse Otto Rudolf Braun oder der beurlaubte Rittmeister Autericky ihre Hälse aus dem Scherm (*) recken, und man fragt sich, ob Jugendliche und verunsicherte Geschäftsleute eigentlich wissen, für wen sie sich zu Aktionen von fragwürdiger Informationsverteilung und Hetze gegen Menschen vereinnahmen lassen.

Es gibt das alte nationalsozialistische Feindbild Juden und Freimaurer, wozu Ewald Stadler, derzeit ideologischer Berater des BZÖ, mitunter Vorträge hält, wo er aus  Gründen der Einfachkeit Juden wegläßt und allein über die Freimaurer referiert – die Geschichte ihrer Verschwörungen aus der Sicht des altkatholischen Nationalsozialisten und die vielen Gefahren, die bis zum heutigen Tage von ihnen ausgingen.

Die Message des inner- oder außerhalb des Blickwinkels von Videokameras aufstrebender Sicherheitsdienstleister inszenierten Straßentheaters ist die Veranschaulichung der Möglichkeit von spontanen Lynchaktionen gegen Personen oder Personengruppen.

Leidtragende sind in erster Linie Alte und Behinderte,  denen die Vorkommnisse auf öffentlichen Flächen bereits zu viel Angst einjagen, als daß sie die eigenen vier Wände noch verlassen möchten.

Aber das macht nichts, weil gegenüber der PVA entsteht ein geriatrisches Zentrum, und wer bis zur Eröffnung noch nicht die Patschen gebeutelt (*) haben wird, hat theoretisch Chancen, dort Aufnahme zu finden, wenn  Kinder oder Erbschleicher die Wohnung brauchen und die richtigen Leut‘ kennen.

Mexíco

(*) Scherm  – veraltet landläufig; z.B. Nachtscherm, stand wahrscheinlich  für Scherbe(n):  Gefäß, Topf, Schüssel aus Steingut, Ton, Porzellan. 

Den Scherm aufhaben - Das Nachsehen haben.

Etwas in den Scherm putzen - Ein Kind abtreiben.

(**) Die Patschen beuteln – volkstümlich: ableben, sterben; bildhaft: Mit den Hauspantoffeln zappeln.

September 16, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Conspiracy, Vienna | , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Kaufmännisch Denken.

Im Würgegriff der Nud’lhand (*): Alles Burschi.

Ich fühle mich heute krank, als würde eine Nadel durch meine linke Schläfe bis in den Augapfel getrieben, mir ist ein wenig übel und ich habe schlecht geschlafen.

Es ist ein bekannter Schmerz, der hinter das linke Schulterblatt ausstrahlt und lange andauert.

Es könnte ein grippaler Infekt sein.

Ereignisse reihen sich wie schwarze Perlen an einer Schnur, die ich zwischen zwei Fingern halte, und die mir entgleiten, während ich sie betrachte.

Daß meine Eltern sich an lauen Sommerabenden wie Seeelefanten gegeneinanderwarfen, mit verschränkten Armen, klatschende Menschenleiber, die schwitzend darum kämpften, welches ihrer beiden Leben das wichtigere wäre, davon habe ich schon erzählt.

Es wurde aus tiefster Brust gebrüllt und gegröhlt, und Hass und Wut wie aus aus Eimern geschüttet, Türen wurden zugeschlagen, Fenster aufgerissen, und die Mutter im cremefarbenen Mieder, mit lose baumelnden Strapsen, drohte wieder hinunterzuspringen.

Auf der Suche nach Ablenkung von dieser bitteren Wirklichkeit gelangte ich auch in den Club Toleranz, ein Kellerlokal, zuvor Stardust geheissen.

Dort waren Leute allerlei, Glams und Vamps, frühe Liberale, späte Hippies, Leute in Sneakers und Jeans, und solche in Samt oder Seide, vom Sehen bekannt, aus anderen Lokalitäten, mit einer Dose Dortmunder Aktienbräu in der Hand.

Sie saugten an Zigaretten, und lauschten dem unvergleichlichen Sound der Gruppe Boston, kristallklar und höchst fidel - brandneuer Aufnahmetechnik mit vielen, vielen Spuren zu verdanken.

In der Nähe eines düdelnden, knackenden Flipperautomaten saß unter anderem der Jungbürger Peter Frankowitsch, genannt Burschi, wohlgenährter Sohn einer Delicatessengreisslerfamilie in der Stadt Graz, umgeben von einem Dutzend guter Freunde, vor sich einen aufgebundenen Lederbeutel, ein Feuerzeug, zerbröselte Zigaretten, ein daumengroßes Stück Haschisch der Sorte Blonder Libanese, und stopfte eine Schillum-Pfeife, an der er ein paarmal tief sog - und sie dann umgehen ließ.

Es fällt mir nicht leicht, ihn aus solcher Ferne zu beschreiben – er hatte ein wenig markantes Gesicht, rund, wie geschwämmt, trug das Haar tagsüber glatt nach hinten frisiert, stets freundlich und nett.

Ein modischer, offen getragener Staubmantel zu flachen Schuh’n und lichter Hose, mit locker um den Hals geworfener Gebetsfahne, wirkte dagegen verwegen, und mag manche Zeitgenossen an einen Kaftan erinnert haben.

Es sah aus, als erschiene er an diesem Orte – tapsig und schnell gerührt - um Menschen um sich versammelt zu sehen und großzügig zu sein.

Wenn man an einem Tisch neben ihm zu sitzen kam, konnte es sein, daß man ein karottenförmiges Räuchergefäß in die Hand gedrückt bekam und kräftig mitinhalierte.

Rauchschwaden wurden vor Lichtquellen und Projektionen geblasen, man lehnte sich zurück, um mit der treibenden Musik zu verschmelzen, und vergaß eine Zeitlang, woher man kam und womit man sich befassen könnte.

Dort war eine Zeitlang das Zentrum vergleichbarer privater Zirkel, in denen mit Drogen experimentiert wurde, während Leute derselben Generation sich lieber anderen Studien widmeten oder Sport betrieben.

Nachdem ich an einer Schule versagt hatte, und an einer anderen nicht mehr Fuß fassen wollte, verbrachte ich ein Jahr als Voluntär in der Fahrzeugindustrie, in mittelbarer Nähe zu meinem Vater.

Ich praktizierte den Beruf eines Bürokaufmanns im Exportverkauf, jedoch ohne Ziel vor Augen, und gab zuhause vor, die Abendmatura zu absolvieren, während ich nichts anderes im Sinn hatte, als das bißchen Geld, das ich bei dieser Tätigkeit verdiente, schnell wieder auszugeben.

Für Puntigamer Bier im Cafe Schloßberg, wo ich dem Gymnasialschüler Morath auf Nimmerwiedersehen Lebewohl gesagt hatte, für ein paar Pieces Haschisch und Brettchen Captagon-Pillen, um immer öfter bis in die frühen Morgenstunden im Club zu sitzen,  auf  meiner Lebensfreude zu hocken wie auf einem schrumpfenden Gummiball,  Musik und Visualisierungen durch mein Gehirn zu drücken, ziellos meine Substanz zu verfeuern, zuerst geschwätzig, später verschlossen und schweigsam.

Abgesehen von meiner Jugend hatte ich keine besonderen Eigenschaften.

Ich wußte nicht viel und taugte zu nichts, auf Augenhöhe mit ähnlich orientierungslosen jungen Leuten, und solchen an der Kante zur Zerstörtheit.

Die scheinbare Lässigkeit des Peter Frankowitsch, die schauspielische Noblesse seiner Gesten als rastlose Eitelkeit und verhängnisvollen Selbstbetrug zu durchschauen, war ich nicht imstande.

Einmal betrat ich mit einem Bekannten den Edelgreissler mit Sandwichbuffet in der Innenstadt.

Burschi stand hinter der Wurstvitrine mit leicht wässrigen Augen, bediente uns, g’schamster Diener, und händigte nach kurzem, geschickten Hantieren mit singender Schneidescheibe und Zweispitz anstandslos zwei krosse Lachsschinkenbrötchen mit Alpen-Emmentaler und filetierten Cornichons, in Wachspapier und Tüte des Hauses aus.

Viel fiel mir nicht auf.

Vielleicht erinnerte mich sein Blick unterbewußt an den meiner Mutter, die mich anflehte, wenn ich schon nicht wüßte, wofür ich zu funktionieren hätte, es wenigstens für sie zu tun.

Ich dachte nicht nach über das renommierte Haus Frankowitsch, seine altösterreichischen Wurzeln und interurbanen Verwandtschaften, nicht über die Sorgen der alten Frau Frankowitsch um ihren mißratenden Sohn.

Ich war nur ein Statist am Bühnenrand, hinter mythologischen Styroporkulissen aus aller Welt versteckt, bereit, bei Gelegenheit herauszuspringen, eine Runde mit den in der Handlung erstarrten Mimen zu drehen, mit großen Augen herumzuschauen und wieder zwischen den Requisiten zu verschwinden.

Einblendungen, die von der Zensur aus dem Tagesgeschehen herausgeschnitten wurden, und die ich heute, zur Pflege der Geduld und zum Zeitvertreib, zu Geschichten zusammenzusetze.

Als ich fähig war, die Qualen selber zu verspüren, denen der junge Herr Frankowitsch tagtäglich ausgesetzt gewesen sein muß, war es für jenen bereits zu spät:

Er starb an einer Überdosis Morfium.

Bis zum heutigen Tag sind die verbliebenen Bekannten uneins, ob er – ohnehin – Selbstmord begangen hätte, oder von einem gemeinen und rücksichtslosen Kumpan mit Vorsatz oder aus Nachlässigkeit getötet worden ist.

(*) “Der beste Druck ist der Händedruck“ - Österreichische Volkspartei.

 

Nachschau-Tipp: Ted Nugent – Stranglehold

September 10, 2009 Verfasst von morath | Austria, Drogenpolitik, Drugs, Mysterious Imagination | , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Freitag, 04. September 2009

Aus dem ernsthaften Tagebuch eines satirischen Österreichers.

Mein Erzählstil ist im Grunde gymnasiastenhaft altklug.
Als Literat bin ich nur ein gealterter Schüler Gerber mit Galgenhumor.
Im ständigen Zweifel mache ich mich über mich selber lustig.
Wahrscheinlich werde ich die satirische Betonung niemals ablegen.
Jedenfalls horte ich nichts Verbotenes.
Früher oder später veröffentliche ich jeden Unmut.

Ich muß eine Angst überwinden, die mir die Luft abschnürt.
Ich habe heute noch Angst vor dem Holocaust.
Deshalb trage ich dazu bei, das Wiederaufkeimen der nationalsozialistischen Aussaat zu verhindern.
Ich halte es für gescheiter, rechtzeitig auszuschlagen, als die andere Wange hinzuhalten.
Vielleicht bin ich kein Christ – ich könnte jüdisch sein.
Ich respektiere Religionen.
Jeder Mensch hat einen Glauben.
Wer nicht religiös ist, bedient sich einer Art Philosophie.
Wer nicht einmal ein dieser Zeiten tragfähiges Weltbild skizzieren kann, ist arm dran.

Würde ich Drogen gebrauchen, wäre ich vielleicht ein klassischer Haschisch- und Opiumkonsument.
Ich brauche jedoch keine Drogen mehr, und Drogensüchtige kann ich nicht ausstehen.
Meine Wahrnehmungsfähigkeit ist von psychedelischer Weite.
Ich kenne sämtliche Rauschgifte und die durch sie hervorgerufenen Zustände.
Beeinflusste Menschen in meiner Umgebung machen mich nervös.

Man versteht die Menschen leichter, wenn man über ihre Schwächen Bescheid weiß.
Wer Drogen nicht kennt, kann schwer über Menschen befinden, die sie verwenden.
Die zunehmende Verfügbarkeit von gefährlichen Drogen fördert die Spaltung der Gesellschaft.
Es gähnt eine Kluft zwischen Leuten, die laufend Rauschgifte konsumieren und jenen, die sie meiden.
Wer Suchtgiften nicht widerstehen kann, wird schnell erpressbar.

Menschen sollten aus ihrem Drogenkonsum möglichst umstandslos die Lehre ziehen können, daß es besser ist, keine zu nehmen.
Sie müssen sich nicht von Denkschulen einfangen lassen, unter deren Einfluß sie weiterhin erpressbar bleiben.
Es würde sich als von Nachteil erweisen, wenn man allein keine Entscheidungen mehr treffen könnte.

Man muß in einer Gruppe von Unentschlossenen fähig sein, einen Entschluß zu treffen.
Mit dieser Autorität ausgestattet, macht man sich leicht unbeliebt.
Der Respekt der Gruppe bleibt jedoch erhalten, solange man keine Entscheidungen trifft, die den anderen zum Nachteil gereichen.

Es gibt Menschen, welche die Spannungen zwischen Gruppen und der eigenen Macht zur Entscheidung als Ansporn benötigen.
Ich glaube kaum, daß sich überspannte Verhältnisse auf Dauer als fruchtbar erweisen.

Ich lasse mich nicht mit fünfzig Jahren, reich an Erfahrung, aber guten Mutes, von einem Zwanzigjährigen zum Lausbuben machen.
Fünfzig Jahre sind die alleräußerste Grenze des Zumutbaren, an der man Menschen mit der Generation der eigenen Kinder über einen Kamm scheren will.
Da bin ich lieber Hausmann, als daß ich mich mit Narren an der Grenze zur Minderjährigkeit, die mir auf der Straße ins Gesicht spucken, in einen Kurs stecken lasse.

Kaum jemand ist nur aufgrund seiner persönlichen Leistungen in einer glücklicheren Position.
Der Arbeitsmarkt ist ein Schlachtfeld der Niedertracht, wo Menschen fortgeschrittenen Alters gedemütigt werden und seelisch erkranken.
Man raubt ihnen jede Lebensqualität, sie werden bevormundet wie Unterschüler und von unqualifizierten Ausbildern für blöde verkauft.
Das AMS hält ihnen zudem Vermerke aus Zeiten vor, mit denen sie sich nicht mehr identifizieren können.
Sie sind Opfer einer Politik, welche der Differenzierung ausweicht und böswillige Selektionen vornimmt.
An diesem Punkt herrscht Veränderungsgsbedarf.

Ich bin weder dazu erzogen worden, ein betuchter Unternehmer zu sein, noch ein darber Knecht.
Den Akademikerzug habe ich längst verpaßt.
Mit Erfolg gebildete Menschen können das einsehen.

Nach Caesaren herrscht in einer modernen Gesellschaft kein Bedarf.
Man sollte der urbanen Verunsicherung nicht mit einer Arroganz begegnen wie ein Provinzgouverneur aus dem Asterix-Heft.
Solche Volkstribunen stehen da wie in des Kaisers neuen Kleidern.

September 4, 2009 Verfasst von morath | Austria, Europe, Faith, Politics | , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare