CatCam

by morath

Krieg der Knöpfe.

Halloween mit Onkel Karl und Onkel Andreas.

Zeit ist ein Abschnitt der Strecke, den ein Beobachter auf einem Objekt im Verlauf seines Lebens in dem das Objekt umgebenden Raum zurücklegt.

Zeit ist eine Wahrnehmung von Bewegung, ohne Größe.

Die Zeit endet mit dem Tod des Beobachters.

Sie dient der Umwandlung von vorhandener Materie, kann aber auch ungenützt bleiben.

Meine Lieblingsspielzeuge sind von Microsoft – sowie kompatible Anwendungen.

Ein gutes Microsoft-Betriebssystem, aber auch allerlei Programme, kann man eine gute Zeit lang kostenfrei testen – einmal erworben, sind sie - mit wenigen Ausnahmen – 10 Jahre lange von Wert.

Ich kann damit alles machen, was mein Leben in Ordnung hält, berechenbar - und meine Wahrnehmungen konservierbar.

Das Internet läßt mich in einem Ausmaß am sozial wichtigen Informationsaustausch sowie am kulturellen Leben teilhaben, wie es mein bißchen Taschengeld in vivo niemals zuließe.

So gesehen hat Microsoft einen wesentlichen Anteil daran, daß mein Dasein einigermaßen normal verläuft, und nicht vorzeitig an völliger Desorientiertheit gescheitert ist.

Ich wüßte von keinem segensreicheren System als dem Personalcomputer am Internet, das jemals System in mein Leben gebracht hätte.

(Sie müssen an dieser Stelle nicht darüber nachdenken, wo man mich … beruflich integrieren könnte.)

Ein Überwachungsstaat, der das Internet als Gefahrenquelle outet und wenig anderes im Schilda führt, als seinen Usern plumpe Fallen zu stellen, um sie in exekutierbare Randbereiche zu locken, tut seinen Bürgern auch sonst wenig Gutes.

Als wollte man das Internet wenigen Sonder-Priviligierten vorbehalten – Providern, Politikern, Rechtsanwälten, Rotlichtmonarchen - wie illegale Drogen und Pornografie.

Es gibt Suggestionskampagnen, deren Ziel es ist, einen Internetanschluß mit der freien Verfügbarkeit von Suchtgift gleichsetzen zu wollen, und dem Ziel, Millionen von Internetusern anzuklagen, mit diesem Medium nicht umgehen zu können.

Es geht weder darum, gegen Menschenhandel noch gegen Kindesmißbrauch zu Felde zu ziehen, sondern um Masturbation.

Eine völlig verzweifelte Mutter  hatte sich bei einer katholischen Sozialarbeiterin darüber beklagt, daß das Kind, das später zu Drogen gegriffen, häufig masturbiert hätte.

Das Internet ist ein Medium, das lustauslösend sein kann.

Ausgelöst werden sollen zwar Kauflust und die Lust, Informationen preiszugeben.

Die Möglichkeit, sexuelle Erregung zu erzeugen, bleibt indes von den Komplexen mit dem Internet befaßter PolitikerInnen verbissen handüberdacht - und mit Verfolgung bedroht.

Das führt dazu, daß die innere Privatsphäre von Menschen Ziel staatlicher Überwachung wird, wo die Profiteure des Lustgewinns die Überwacher sind, während bei den Überwachten ständig Gefahr im Verzug ausgerufen wird.

Die Verfügbarkeit von Pornografie stellt die Rechtfertigung der Überwachung dar.

Behinderte, Kranke und weniger betuchte Mitmenschen, Studierende – alle wären Risikogruppen, die Gefahr liefen, aufgrund der leichten Verfügbarkeit von Erotika und Pornographie in den Extrembereich Kinderpornographie abzugleiten, Höllenwelten verbotenen Treibens mit Lynchpotential.

Vielleicht imaginiert die österreichische Frau Justizminister Täusend vor ihren Bildschirmen entblößte, aufgeregte Primaten, wenn sie höchstpersönlich als suspekt bemäkelte Seiten sichtet.

Mangels anderer Inhalte Kinderschutzkreuzzüge auszurufen – billig, bewährt und wohlbekannt.

Die Wahrnehmung des bis zum heutigen Tage beschleunigenden, aber unter den uns regierenden Menschen zunehmend restriktiv manipulierten Web, befindet sich auf einem beachtlich zurückgebliebenen Niveau.

Im Fall etwa von virtueller Kleinkunst, Digitalfotografie, Satire und Literatur, die nicht als Kulturbeiträge wahrgenommen werden dürfen, sondern als Hort möglicher Gefahren gedeutet werden müssen.

Richtige Künstler dürfen ins Internet, was aus dem Web kommt: TATÜ, TATA …

Kleingläubig, provinziell, dreikäsehoch – kommt mir das vor.

Wie bei den Waldwurzelzwergerln.

 

hanebüchen - hausbacken (?);  lexikal: unerhört, empörend.

– Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.–

Oktober 31, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Politics In The Chestnut | , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Pedomorphil

Macht und Ohnmacht in der Therapeutischen Gesellschaft.

Menschliches Verhalten ist sozial antrainiert, Persönlichkeitschwächen resultieren aus programmierten Sequenzen, die schon in der Kindheit eingepaukt wurden.

Solche sozialpsychologischen Erkenntnisse machen sich Herrenmenschen der Therapeutischen Gesellschaft zunutze, wenn es darum geht, disziplinierende Maßnahmen über andere zu verhängen.

Abzuleiten wäre, daß Suchtkrankheiten bei anderer Betrachtung nicht durch Substanzen ausgelöst wurden, sondern ihre Ursachen in einer persönlichen Bravheit oder grundsätzlichen Angst wurzeln, Personen des erteilten Vertrauens nicht mit Ablehnung und Kritik begegnen zu können bzw. in Dauerbeziehungen zur Überkompensation zu neigen.

Diese Haltung gegenüber anderen, plakativeren Persönlichkeiten führt zu einer Unterwerfungshaltung, die Suggestionen Tür und Tor öffnet und weitgehend manipulierbar macht.

Die emotional-differenziale Verzahnung von durch Verhaltensstörungen im Unrund gehaltenen menschlichen Beziehungen und jener zwischen Hypnotiseuren und ihren Bühnenprobanden fällt auf.

Im Wesentlichen besteht die Zielsetzung von Therapien, die Kommunikationsstörungen betreffen, welche die Entstehung von Suchtkrankheiten begünstigen, darin, über Frage- und Antwortspiele in jene Bereiche frühkindlichen Erlebens vorzudringen, wo traumatische Erlebnisse und/oder vorsätzliche erzieherische Irreführungen stattgefunden haben, solche Anlässe zu beleuchten, und dadurch den „Fluch zu bannen“, in bestimmten Situationen programmiert reagieren zu müssen, und die Wege eigener Entscheidungfindung freizuschalten.

Diese Schlußfolgerung führt in Zeiten politisch hochgeschraubter Ängste vermehrt dazu, daß Quacksalber und Scharlatane verschiedener Arten, allen voran solche mit medizinischer Ausbildung, sich das Recht herausnehmen, aus der psychosozialen Armut einer Gesellschaft Kapital zu schlagen und durch die arrogante wie stereotype Verordnung von Psychotherapie ihre Armutsklientel innerhalb des eigenen Freundeskreises  verteilen, um über abgesprochene Verrechnungscamouflagen Krankenkassen, Magistratsabteilungen und Landesregierungen zu schädigen.

In Wirklichkeit werden die hundert, nach Gefälligkeitskriterien ausgewählten Jugendlichen, die laut Aufzeichnungen einer Drogenberatungsstelle eines österreichischen Bundeslandes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erfolgreich an Therapieeinrichtungen vermittelt werden konnten, kostenaufwändigen Forschungs- und Pflegestationen zur Verfügung gestellt, wo Einzelpersonen die Möglichkeit bekommen, mit diesen Jugendlichen Experimente nach Gutdünken und Laune anzustellen, mit der einzigen Auflage, über ihre Beobachtungen und Schlußfolgerungen standardisierbare Aufzeichnungen zu führen.

In Eskalationsfällen steht die Frage der Glaubwürdigkeit von vorneherein fest – was immer sich im abgelegenen Zimmer des EinzeltherapeutIn ereignet haben mag.

Es bleibt der Führung solcher Einrichtungen überlassen, welche Schulen oder Philosophien zur Anwendung geraten, die Kompatibilät zu den Erkenntnissen moderner Wissenschaften wird ohnehin nur an der Strenge der Hausordnung und der Einhaltung von Hygienestandards gemessen.

Wer glaubt, daß seine Kinder bei dem international dekorierten Spezialisten Univ. Prof. Dr. Dr. Hubertus Helnfried Meisenhaupt-Zitten bestens aufgehoben wären, weiß in der Regel nicht, welche Sozialarbeiter, Therapeuten und PsychologiestudentInnen in Wirklichkeit mit ihrem Nachwuchs arbeiten, und es gibt keine Garantie, daß die als Kranke und Behinderte ausgewiesenen Jugendlichen hinter sieben Hügeln und Mauern ärztlichen Schweigens nicht wie in Freiheit weiterhin hinters Licht geführt,  irregeleitet und mißbraucht werden.

Die Erfolgsrate solcher klinischen Langzeitaufhalte liegt auf beachtlich niedrigem Niveau, die als persönliche Rückfälle verbuchten Ausstiegsraten sind umso höher, und die traurige Erkenntnis für die hintergebliebenen Staatsbürger ist jene, daß es aus den Kreisläufen des Verderbens halt’ nie ein rechtes Entkommen gibt.

Profiteure sind Bedienstete mit Erziehungsauftrag, die Neigungen und Sadismen unterschiedlicher Prägung und Intensität an jungen Menschen ausleben dürfen, die zwar laut Papieren erwachsen sein mögen, deren Persönlichkeit dagegen in überdimensionalen Kinderschuhen stecken kann.

Solche Menschen sind mit spielerischen Mitteln kaum weniger leicht zu vereinnahmen wie Kinder im Wachstum, und somit beliebtes Ziel für Leute aus Berufsgruppen, deren Privatleben von dicken Plueschgardinen verhangen wird und deren aufgeblasen dominante Persönlichkeit samt Reputation normale Verhältnisse, auf Augenhöhe zu Menschen gar anderen Standes, niemals zulässt.

Daß Informationen aus Verhaltensbeobachtungen, auch in körpernahen Situationen, sowie in Einzelsitzungen preisgegebene Aussagen (Traumbeschreibungen) an Behörden weitergegeben wurden, und viel später als „staatspolizeiliches Schnüffelarchiv“ zur fortgesetzten Verstörung ehemaliger KlientInnen verwendet werden könnten, war niemals vereinbart gewesen.

Mir war aufgefallen, daß akademisch oder nicht akademisch ausgewiesene Privilegierte es mit der eigenen polytoxischen Abstinenz nicht immer genau nahmen und die Möglichkeit, sich in der Hängematte der Macht zu schauklen, hoch über ihrer zwischen Übermut und Verzweiflung kopulierenden, masturbierenden, bodenschrubbenden Klientel, und ihr angeblich rechtschaffen erkämpftes Dasein im hedonistischen Wunderland in dicken Wolken in die Luft zu blasen.

Wenn ich mehr als zwanzig Jahre später, von einem über zwanzig Jahre jüngeren Spezialisten mit dem großen Finger vor die Tür gewiesen und in eine von der Drogenkoordination in Szene gesetzte und von der Drogenfahndung des Innenministeriums überwachte Rasterfallenstellung geschleust werde, in der eine falsche Reaktion zu sofortiger Erpressbarkeit führen würde, fühle ich mich nicht nur persönlich angegriffen – der öffentliche Aufwand, einen einzelnen, dem eigenen Bildungssystem entkrochenen Menschen übers Knie brechen zu wollen, sollte zu allgemeiner Nachdenklichkeit Anlaß geben.

 

Freiheit, Sicherheit und Recht

Oktober 28, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Research, Research & Science, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Prost, Prost meine Herren.

They sell one and a half litres of canned stuff for two bucks.

Zu einer Zeit, in der andere schlau oder hart am Ausbau ihrer Karriere arbeiteten, war ich zwar arbeitsfähig, aber Alkoholiker.

Zum Glück habe ich mir niemals angewöhnt, mich als Alkoholiker vorzustellen, sonst wäre ich es wohl geblieben, und Präsident Musalek, hinter einer großen roten Nase unschwer zu erkennen, hätte mich schon mehrmals zum Delir’ in Kalksburg - mit einem mächtigen Schaumgummihammer auf den Kopf – willkommen geheissen.

Am Tag des Höhepunkts meiner Trinkerkarriere trank ich 13 Halbeliter Bier innerhalb von 12 Stunden.

Wenn man diese Marke überschritten hat, könnte man bis zum Ende mit 50 ununterbrochen weitertrinken, wären da nicht die Begleiterscheinungen wie krankhafter ständiger Wasserdrang und Zusammenbruch der Darmflora, sowie eine Gewichtszunahme, die es unmöglich macht, seine Kleidung en passent beim Sportsweardiskonter zu erwerben.

Meiner Liebe zur Heimgartenkultur ist es zu einem guten Teil zu verdanken, daß es mir gelang, meinen Alkoholkonsum auf mehr als die Hälfte zu reduzieren und moderat auszuschleichen.

Wer die Sensibilität einer klassischen Cannabiskultur schätzt, weiß, daß Alkohol und Cannabis nicht zusammenpassen.

Das ist in der Hohen Zeit von Spice und Methamphetamin beinahe in Vergessenheit geraten.

Heute kann niemand mit Sicherheit sagen, ob das beängstigend wirksame Marihuana vom Schwarzmarkt nicht aus legalem Low-THC-Hanf und legal hergestellten synthetischen Cannabinoiden besteht.

Mir reichte eine gepflegte aromatische Orientzigarette aus dem Auslegergärtlein, um das ewige Rad des Ganges zwischen Kühlschrank, Fernseher und Klo anzuhalten.

Andererseits macht die durch Cannabis abrupt hervorgekehrte Empfindlichkeit anderen Menschen gegenüber Probleme, als die Achtlosigkeiten, Banalitäten und Dummheiten im Verlauf menschlicher Kommunikation, insbesonders am Arbeitsplatz, sowie beim sozial entscheidenden After-Work-Entertainment, der Seele schmerzhaft bewußt werden.

Man tritt den Rückzug ins Private an.

Paare widmen sich mehr dem Intimen, ein Kindlein wird geboren, und oft wird auf diesem Weg das soziale Ruder des Lebens in einer Weise herumgerissen, welches ein Dasein im erwerbsfähigen Durchschnitt ermöglicht.

Wenn jedoch der Kindersegen ausbleibt und ein Auge des Gesetzgebers einen gut begrünten Balkon und afrikanische Arbeitskollegen – ein paar perfide Gerüchte zum Darüberstreuen – zum Anlaß genommen hat, den Vernichtungskrieg gegen unter politische Quarantäne gestellte Mitmenschen auszurufen, kann es durchaus sein, dass Scharmützel zum Stellungskrieg ausarten und bis zum endgültigen Ausbruch des dritten Weltkriegs andauern werden.

Oktober 16, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Drogenpolitik, Drugs, Europe, Experience, Politics, Politics In The Chestnut | , , , , , , | Noch keine Kommentare

Freitag, 04. September 2009

Aus dem ernsthaften Tagebuch eines satirischen Österreichers.

Mein Erzählstil ist im Grunde gymnasiastenhaft altklug.
Als Literat bin ich nur ein gealterter Schüler Gerber mit Galgenhumor.
Im ständigen Zweifel mache ich mich über mich selber lustig.
Wahrscheinlich werde ich die satirische Betonung niemals ablegen.
Jedenfalls horte ich nichts Verbotenes.
Früher oder später veröffentliche ich jeden Unmut.

Ich muß eine Angst überwinden, die mir die Luft abschnürt.
Ich habe heute noch Angst vor dem Holocaust.
Deshalb trage ich dazu bei, das Wiederaufkeimen der nationalsozialistischen Aussaat zu verhindern.
Ich halte es für gescheiter, rechtzeitig auszuschlagen, als die andere Wange hinzuhalten.
Vielleicht bin ich kein Christ – ich könnte jüdisch sein.
Ich respektiere Religionen.
Jeder Mensch hat einen Glauben.
Wer nicht religiös ist, bedient sich einer Art Philosophie.
Wer nicht einmal ein dieser Zeiten tragfähiges Weltbild skizzieren kann, ist arm dran.

Würde ich Drogen gebrauchen, wäre ich vielleicht ein klassischer Haschisch- und Opiumkonsument.
Ich brauche jedoch keine Drogen mehr, und Drogensüchtige kann ich nicht ausstehen.
Meine Wahrnehmungsfähigkeit ist von psychedelischer Weite.
Ich kenne sämtliche Rauschgifte und die durch sie hervorgerufenen Zustände.
Beeinflusste Menschen in meiner Umgebung machen mich nervös.

Man versteht die Menschen leichter, wenn man über ihre Schwächen Bescheid weiß.
Wer Drogen nicht kennt, kann schwer über Menschen befinden, die sie verwenden.
Die zunehmende Verfügbarkeit von gefährlichen Drogen fördert die Spaltung der Gesellschaft.
Es gähnt eine Kluft zwischen Leuten, die laufend Rauschgifte konsumieren und jenen, die sie meiden.
Wer Suchtgiften nicht widerstehen kann, wird schnell erpressbar.

Menschen sollten aus ihrem Drogenkonsum möglichst umstandslos die Lehre ziehen können, daß es besser ist, keine zu nehmen.
Sie müssen sich nicht von Denkschulen einfangen lassen, unter deren Einfluß sie weiterhin erpressbar bleiben.
Es würde sich als von Nachteil erweisen, wenn man allein keine Entscheidungen mehr treffen könnte.

Man muß in einer Gruppe von Unentschlossenen fähig sein, einen Entschluß zu treffen.
Mit dieser Autorität ausgestattet, macht man sich leicht unbeliebt.
Der Respekt der Gruppe bleibt jedoch erhalten, solange man keine Entscheidungen trifft, die den anderen zum Nachteil gereichen.

Es gibt Menschen, welche die Spannungen zwischen Gruppen und der eigenen Macht zur Entscheidung als Ansporn benötigen.
Ich glaube kaum, daß sich überspannte Verhältnisse auf Dauer als fruchtbar erweisen.

Ich lasse mich nicht mit fünfzig Jahren, reich an Erfahrung, aber guten Mutes, von einem Zwanzigjährigen zum Lausbuben machen.
Fünfzig Jahre sind die alleräußerste Grenze des Zumutbaren, an der man Menschen mit der Generation der eigenen Kinder über einen Kamm scheren will.
Da bin ich lieber Hausmann, als daß ich mich mit Narren an der Grenze zur Minderjährigkeit, die mir auf der Straße ins Gesicht spucken, in einen Kurs stecken lasse.

Kaum jemand ist nur aufgrund seiner persönlichen Leistungen in einer glücklicheren Position.
Der Arbeitsmarkt ist ein Schlachtfeld der Niedertracht, wo Menschen fortgeschrittenen Alters gedemütigt werden und seelisch erkranken.
Man raubt ihnen jede Lebensqualität, sie werden bevormundet wie Unterschüler und von unqualifizierten Ausbildern für blöde verkauft.
Das AMS hält ihnen zudem Vermerke aus Zeiten vor, mit denen sie sich nicht mehr identifizieren können.
Sie sind Opfer einer Politik, welche der Differenzierung ausweicht und böswillige Selektionen vornimmt.
An diesem Punkt herrscht Veränderungsgsbedarf.

Ich bin weder dazu erzogen worden, ein betuchter Unternehmer zu sein, noch ein darber Knecht.
Den Akademikerzug habe ich längst verpaßt.
Mit Erfolg gebildete Menschen können das einsehen.

Nach Caesaren herrscht in einer modernen Gesellschaft kein Bedarf.
Man sollte der urbanen Verunsicherung nicht mit einer Arroganz begegnen wie ein Provinzgouverneur aus dem Asterix-Heft.
Solche Volkstribunen stehen da wie in des Kaisers neuen Kleidern.

September 4, 2009 Verfasst von morath | Austria, Europe, Faith, Politics | , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Lochstopfen oder: Rechtswählen für 20 Euro.

Soziale Schutzgelderpressung oder nachvollziehbare Erwartung des vom großen Glück verschont gebliebenen Österreichers?

Worum es geht, will ich gern erklären:

Wäre meine Mindestsicherung nicht befristetet durch eine Invaliditätspension abgedeckt, wäre ich beim Stand meiner Behinderung und gesundheitlichen Beeinträchtigung als österreichischer Staatsbürger aufgrund eines Lecks im System ganz und gar von der Großmütigkeit meiner lieben Frau, der Bezieherin eines hart verdienten Einkommens, allein abhängig.

Das theoretische Anrecht auf Sozialhilfe bei Einkommenslosigkeit beider Ehepartner ist dabei kein Trost.

Daß Ähnliches in -zigtausend ähnlich gelagerten Fällen tragisch zu enden droht, liegt auf der Hand:

Auch die Seele ist nur begrenzt belastbar.

Die Menschen leben in Existenzangst, und man sollte darüber keine Witze reissen.

Österreich heute, das ist auch mein Schicksal mit sechs Nullen.

Es gibt Abertausende von weniger oder mehr behinderten Menschen, die hat man über Jahrzehnte man nicht zu beflissen funktionierenden, hyperflexiblen oder abgedreht geschäftstüchtigen Leuten schmieden können, und die sind heute, aufgrund ihres Alters und ihres Gesundheitszustandes, nicht auf blankpolierten Schienen in einem schrumpfenden, persönliche Ressourcen verschlingenden Arbeitsmarkt unterzubringen.

Man könnte tief in die Kiste mit den gußeiserrnen Sprüchen greifen und sagen – ja, ja – jeder wäre allein seines Glückes Hämmerer, die Augen verschließen, die Arme verschränken und den Drehsessel um 180° Karrussell fahren lassen.

Soziale Probleme mittels kommunalpolitischer Frühstücksxperimente durch behördlich verordnete Hausstandsauflösungen mit anschließendem Therapiezwang – weit gefehlt – persiflieren zu trachten, zeugt von der überstrapazierten Lust an persönlicher Machtausübung seitens einer Gruppe, die sich durch soziale Kompetenz und den Willen, Verantwortung zu übernehmen, auszeichnen wollte, und nicht durch Einmischung in anderer Leute Privatleben, bei gleichzeitiger ungenierter Verstricktheit in Geschäfte und unpassende Verschwisterungen aller Art.

Ich erinnere einmal mehr an seriös anmutende Jobangebote bei „Fix und Fertig“, die in österreichischen Tageszeitungen geschaltet werden und dazu dienen, als „politisch“ markierte Menschen in die Mangel der Wiener Drogenkoordination als Instrument der Wohnraumbeschaffung für Kommunalpolitiker, des Psychoterrors und der allerniederträchtigsten Einmischung in Privatangelegenheiten – als Versuch der Vertreibung – zu befördern.

Wer aber, der prophylaktischen Bestrafung des Weichenmüssens nach nirgendwo, um des lieben Friedens willen ausgesetzt, könnte noch auf eine positive Zukunft setzen, und weiter dieser Republik als gesetzgebendes Elternland Verständnis und Respekt entgegenbringen?

Wer würde noch die Hausordnungen einhalten und seinen Staatsbürgerpflichten nachkommen – können?

Wieviel Zehntausende Österreicher müssen sich bis zu den nächsten vorgezogenen Nationalratswahlen ein Dasein in Obdachlosencamps und die Ausspeisung durch wohltätige Vereine vorstellbar machen?

Es geht jetzt darum, ein phänomenal psychosoziales Disaster zu verhindern, das der österreichischen wie der gesamteuropäischen Bevölkerung enormen Schaden zufügen und der epidemischen Ausbreitung von Extremismus durch käufliches Wählerverhalten Vorschub leisten würde.

Wer die Hoffnung hinter die Explosion verdonnert, tut seiner Heimat nichts Gutes.

Die Österreicher meiner Generation sind auch an der Kante des erwerbsfähigen Daseins durchschnittlich besser gebildet und weitaus auffassungsfähiger, als behördliche Standesbezeichnungen ausweisen und eine herrschsüchtige Politikerkaste wahrhaben will.

Dieses Land darf kein Alpen-Adria-Waldwurzelpatriarchat mit totgeschwiegender Breitenarmut werden.

Das ist die Erwartung politisch mündiger wie verdrossener österreichischer Menschen an ihre Volksvertreter.

Juni 28, 2009 Verfasst von morath | Austria, Drogenpolitik, Education, Europe, Europia, Experience, Politics, Politics In The Chestnut, Summertime, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Schlau

Hans Peter Martin verkauft sich gut.

Hans Peter Martin hat den österreichischen Politikern, Parteien und allen WählerInnen gezeigt, wie man es richtig macht.

Es dauerte ein paar Tage, bis ich die Bedeutung seiner 17,9 Prozent bei der österreichischen EU-Parlamentswahl richtig einordnen konnte.

Im Gegensatz zu den Spitzenkandidaten musste Martin weder aufschneiden, noch hetzen, noch lamentieren.

Dem mehrfachen Gejammer über die außerordentliche, unfaire, unsportliche Rückendeckung durch die Kronen-Zeitung kann ich nicht beifallen.

Hans Peter Martin kann seinen persönlichen Gewinn anlegen und verbrauchen.

Er hat durch die Teilnahme als Kandidat zur österreichischen EU-Parlamnentswahl durch die zu errechnende Wahlkostenrückerstattung nennenswert Geld verdient.

Ein Schelmenstreich, wie ihn die Leute gutzuschätzen wissen.

Hans Peter Martin weiß sich gut zu verkaufen, trotz Wirtschaftsflaute, trotz Krise.

Wenn er dafür eintreten will, daß sich die europäische Demokratie durch mehr Bürgernähe auszeichnet, so ist das ein durchaus positiver, glaubwürdiger und lobenswerter Vorsatz.

Er wird damit keine Revolution vom Zaun brechen, er muß nicht grundlegend das System ändern und keine Schlachten schlagen.

Ob er auf nationaler Ebene ähnlich teilhaben kann, wird sich zeigen.

Ein politischer Querkopf, dessen Auftreten mir nicht besonders sympathisch ist, und den ich wahrscheinlich niemals wählen würde, macht es bei Maßgabe widriger Umstände immerhin gescheit.

Daß aus seiner Einzelkämpfer-Demo Verbesserungen sozialer Mißstände erwachsen werden, glaube ich nicht, aber vielleicht können österreichische Parteien von ihm lernen.

Das allmähliche Verdauen des Wahlergebnisses hat meinen verdüsterten Alltag, mein beschattetes Leben, etwas aufgehellt, und zu einer persönlichen Entscheidungsfindung beigetragen.

Ich werde nicht als Versuchstier an einer pharmakologischen Studie teilnehmen, deren Wert mir fragwürdig erscheint, und deren Auswirkungen meine Lebenssqualität zu sehr einschränken würden.

Ich kann dem Gesundheitssystem und der Wiener Gebietskrankenkasse die Kosten für eine Leberbiopsie einsparen helfen.

Die Creme, die mir eine sympathische Frau Doktor, die ich gerne sehe, gegen eine „Kontaktreaktion“ an einem empfindlichen Körperteil verschrieben hat, hat über Tage nicht so gewirkt, wie sie sollte.

Es ist wohl eine Salbe, die in ähnlichen Fällen klinisch aufgetragen wird, damit gut versicherte Patienten länger auf Station bleiben.

Ich applizierte am Abend des dritten Tages zur Abwechslung ein Wundgel, das man gerne an den Ambulanzen verordnet – es brennt ein wenig, zeigte aber schon über eine Nacht mehr Wirkung.

Da ist Jod drin.

Demnächst muß ich mir ein Auge operieren lassen.

Ich hoffe, ich werde danach besser sehen.

I AM OTTER.

(In Österreich passieren unterm Tisch Dinge, die sind dem Durchschnittseuropäer unvorstellbar.)

Juni 12, 2009 Verfasst von morath | Austria, Politics, Politics In The Chestnut | , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Primat im Schraubstock.

Sein, was man ist.

Wenn das System erschwerte Daseinsbestimmungen diktiert, erfährt man, was hinter den Fassaden vor sich geht, am eigenen Leibe.

Ein Apparat der politischen Willkür, wo Menschen in den Schatten gerollt werden, ist nichts wert.

Einen Termin bei einem mir nicht bekannten Nervenfacharzt sage ich der guten Ordnung halber ab, nachdem mir ein vertrauter Mediziner jemand anderen empfiehlt, der mir gelegener erscheint.

Der Druck, welcher durch die Verhinderung der Zustellung eines fälligen Bescheides auf mich ausgeübt wird, steigert die Neurotisierung.

Man muß mit dem Schlimmsten rechnen, die Vertreibung und Vernichtung als geplant hinnehmen, über die absehbare Enttäuschung hinausdenken, und darf gleichzeitig nicht loslassen, auf seinen Ansprüchen zu bestehen.

Ansprüche?

Da erschallt ein höhnisches Gelächter.

Es wundert mich nicht, daß Menschen in ähnlichen Situationen Selbstmord begehen, weil sich das Elternland ihrer Kindheit und Jugend in ein geistiges Mittelalter des sozialen Stumpfsinns verwandelt hat, wo das Stöhnen der Gefolterten aus allen Fenstern zu vernehmen ist.

Zum Sonnenbad am Donaustrand fällt die Belastung ab wie Schalen.

Wo ferngesteuerte Überwachungskameras einiges Gefühl der Sicherheit vermitteln, spreche ich mit den Vögeln, die wir kennen, die uns gelegentlich aufsuchen, ob wir Futtergaben dabei hätten.

Zum Glück sind dort weniger Menschen, und manche von ihnen kennt man vom Sehen, mit der Zeit.

Der Biber, der majestätischer Gerade vor Sonnenuntergang übersetzt, um grüne Stämme zu fällen, die zweispannenlange schillernde Smaragdeidechse von pulsierender Erhabenheit, eine kaum zu ahnende Zahl von unterstecknadelkopfgroßen exotischen Insekten, die unter unserer Schwelle aus subtropischen Regionen zuwandern, ohne daß wir irgend darauf Einfluß nehmen könnten.

Wir haben uns entschlossen, auf jeden Fall zu den bevorstehenden Europawahlen unsere Stimmen abzugeben, aber es fällt immer schwerer, als Österreicher an demokratische Zielsetzungen der EU zu glauben.

Empfehlung könnte ich keine abgeben – und würde niemanden in Kenntnis setzen über die eigene Entscheidung, aber ich denke, daß es wichtig ist, gegen den jämmerlichen deutschkatholizistischen Nationalismus und seine scheusslichen verlogenen, dumme und platte Parolen verlautenden Pappkameraden aller Derivate, Psychopathen, anzukämpfen, die Blödverkaufung von Menschen, die Anfeuerung mentaler Zurückgebliebenheit, anzukämpfen, anzukämpfen.

Mai 27, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Education, Europe, Europia | , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Faul zum Stinken.

Wer wird Rentenklau?

Da keine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten bzw. seiner Beeinträchtigungen seit dem letzten Termin stattgefunden haben, entspricht die von der Pensionsversicherungsanstalt ausgelagerte Begutachtung – von meinem Wohnort vis-à-vis der Zentralstelle in der Leopoldstadt weit hinunter nach Simmering – einer amtärztlichen Einvernahme ohne Anklage.

Meine gesammelten medizinischen Unterlagen werden abgelichtet.

Von neurologischer Untersuchung keine Spur.

Ohne die Begleitung meiner Frau hätte ich mich dort nicht hingewaget – tatsächlich bin ich der einzige Patient im Warteraum, dafür gibt es eine frequentierte Personaltür zum angrenzenden Pensionistenpflegeheim.

Als mir der Psychiater, wie ich aus seinen Gedanken lese, die Worte „Ich würde gern etwas arbeiten, aber …“ wie eine Hostie bei der katholischen Messe auf die Zunge legen möchte, nehme ich das mitgeführte Packband aus der Tasche und verklebe mir den Mund.

„Alles, was Sie hier sagen, wird gegen Sie verwendet werden.“

Es war Gedenktag zur Abschiebung von Marcus Omufuma.

Was mir als medizinische Leistung über den Stichtag hinaus angeboten wird, ist die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Non-Responder-Studie am Wiener Wilhelminenspital mit einer interferonähnlichen, noch nicht zugelassenen Substanz (BI 201335, Trial Phase 2, NCT00774397‏), zusätzlich zur gängigen Kombinationstherapie pegylierten Interferons mit Ribavirin.

Das bedeutet zumindest 12 Wochen als blutmedizinisch überwachter Versuchsprimat auf Kosten der Firma Boehringer-Ingelheim, die allerdings über die Köpfe der Probanden hinweg mit dem Wilhelminenspital bzw. dem AKH verrechnet.

Voraussetzung für die Teilnahme ist wieder eine Leberbiopsie.

Die Kosten dafür soll die Wiener Gebietskrankenkasse übernehmen. *

Die entscheidende Operation eines Auges (Katarakt) wurde am Hanusch-Krankenhaus zwei Tage vor dem Stichtag angesetzt.

So lange will man mich mit der Ausfolgung der Entscheidung über die Weitergewährung der Invaliditätspension unter psychologischer Zerreissspannung halten.

Die Absicherung der Behandlung das anderen Auges würde man dem AMS überlassen, wo ich als Langzeitarbeitsloser Anrecht auf eine Förderungsmaßnahme hätte.

Ich bin den Herausforderungen des AMS nach wie vor nicht gewachsen.

Dort wäre ich nicht nur behindert – sondern hilflos.

Link-Tipp: Gen-Spritze soll vor Aids schützen

* Ich war bereits 2004 Teilnahmer an einer Interferon-Studie.

Mai 18, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Europe, Europia, Experience, Research, Research & Science, Science, State Of Mind, Vienna | , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Rentner Boogie (3)

Roland und die Boys und das Geheimnis der Kinderknöpfe.

Je näher die in einen anderen Bezirk ausgelagerte Begutachtung der Pensionsversicherungsanstalt rückt, umso perfider die Methoden der Provokateure.

Ausführende Personen erscheinen mir seit 2006 vom Sehen bekannt – es sind arbeitslose oder professionelle „Security-Männer“ – bei denen es sich auch um Mitarbeiter eines Inkassodienstes gehandelt haben könnte, das sich bis vor einiger Zeit bei mir als Schutzgelderpresser versuchte.

Das Nachsperren unserer Wohnung ist alltäglich geworden, zur Zeit gefällt man sich darin, ärztlich verordnete Medikamente, die sich in einer Schublade befinden, weniger werden zu lassen und mir diese Entwendungen durch lustige Anspielungen anzudeuten – ein lächerliches Theater.

Ich bin tatsächlich aufs Stück genau darüber informiert, wieviel von welcher Arznei ich vorrätig habe.

Das Fehlen einer ungeöffneten Schachtel Cipralex 10mg (14 Stück) mit dem Aufdruck „Ärztemuster“ ist mir also keinesfalls entgangen.

Trotzdem passiert, wenn meine haushaltsüblichen Vorräte für drei, vier Wochen einmal zur Neige gehen sollten, erfahrungsgemäß wenig, nichts Spektakuläres.

Menschen, die Medikamente gegen Depressionen nehmen, überfallen im Fall des Mangels keine Banken oder bestehlen alte Menschen – auch wenn honorige Doktoren etwas anderes suggerieren möchten, um die Öffentlichkeit zu verunsichern.

Das ist ein großer Unterschied.

Mir ist es zur Zeit nicht möglich, auf die laufenden Provokationen anders als von mir zu erwarten zu reagieren: ich schreibe es auf.

Daß vor einem Jahr unsere Katze Flocky in dieser Wohnung von Unbekannten qualvoll zu Tode gebracht werden konnte, indem man ihr einen ätzenden Kontaktspray ins Gesicht sprühte, verstärkt natürlich den Leidensdruck eines Tierfreundes.

Aber jene Katze wurde damals eingeschläfert und leidet heute nicht mehr.

Ein guter alter HIFI-Endverstärker funktioniert seit ein paar Tagen überhaupt nimmer – und ich dachte kurz an eine kleine Demonstration der Wirksamkeit eines Elekroschockgerätes, so überraschend das Versagen, nachdem wir von einem Zoobesuch heimgekehrt waren.

Wollte ich die Personen, denen ich, solange das möglich ist, aus dem Weg gehe, politisch zuordnen, kann ich nur auf unangenehme Begegnungen im Sommer vor drei Jahren zurückgreifen, wo es im Zuge der Donauinsel-Fahndung nach einem vom Innenministerium kurzfristig imaginierten „Natascha-Kampusch-Mörder“ auch zur Besetzung des Automobils der Gemahlin und in der Folge zu einer bedauernswerten Handgreiflichkeit kam.

Daß es bei den Vorstößen eines semiprofessionellen Herzensstechers um den versuchten Zugriff auf ein Eisenbahnergrundstückl im mittleren Murtal gehen könnte, pfiff mir damals schon, leise.

Daß ein Herr K. stolzer Personalchef bei der Netway eines Herrn Hahn war, daran erinnerte ich mich unlängst wieder.

Vielleicht weiß ein besonders tierkundiger Abgeordneter zum Nationalrat mehr darüber.

Bei mir beept die Peilung irgendwo zwischen den Herrn Roland Horngacher (Sicherheitsbeauftragter eines Spielcasinos), dem Sicherheitsbeauftragten und Förderer von „Deutsche Welle“-Jugendjournalismus in Australien (*), Abgeordneter zum Nationalrat Harald Vilimsky (FPÖ), sowie dem – interessant – seiner Interessensgemeinschaft „Erschwingliche Medikamente für jedermann“ vorstehende Geschäftsmann Peter Hoja-Westenthaler – namhafte Eckpfeiler eines Bermudadreiecks, in dem schon manches Verschwundene verschwunden geblieben sein soll.

Daß aus einer versperrten Wohnung Medikamente entnommen werden, vielleicht auch aus dem Kühlschrank eine kleine Jause für den DVD, oder daß ausgelassen ins Katzenklo zielgeschifft wurde, nehme ich mit Abscheu und Kränkung zur Kenntnis.

Was man mir damit konkret kommunizieren will, weiß ich nicht, zitiere jedoch aus einer Unterhaltung mit einem Mediziner zum Datum gestrigen Tages, daß mir vielleicht jemand ein bißchen „Innere Ruhe“ wegnehmen wollte.

Auch in einem anderen Wiener Krankenhaus will man mich, nachdem seitens des AKH über fast ein Jahr lang mit mir „Blinde Kuh“ gespielt worden ist, nur als „Sonder-Patient“ zusätzlich ausserordentlicher Blut -und Urinbegutachtung behandeln, und zwar aufgrund dieses Weblogs.

Zu einem Arzt, der mich zuerst im Glauben belassen wollte, er wäre ein anderer, und sich zudem mir verständlich zu machen bemühte, ein Krankenhaus hätte sich dagegen abzusichern, daß Patienten in der Zeit ihrer registrierten Aufnahme eine Bank überfallen könnten, kann ich kein rechtes Vertrauen fassen.

Daß zur Zeit die Wiener Drogenkoordination sich anstrengt, via namhafte Superpsychiater die Grenzen zwischen psychischen Leiden wie Depressionen und der Abhängigkeit nach illegalen Drogen zu verwischen – darüber habe ich bereits berichtet.

In einem Land, wo die Drogenkoordination einen fetten offenen Fuß ins Gesundheitssystem pflanzt und bereits alle einkommensschwachen bzw. von akuter Armut berohten Patienten beleidigt und vergrämt, muß man auch damit rechnen, daß demnächst ein paar Untote aus Kellern steigen werden.

„Kummt was?“ „Da kummt was“.

Vielleicht ein noch zu Lebzeiten des Sprengmeisters Franz Fuchs’ kaltblütig ermordeter Drogenkurier?

Ähnliche G’schäfte zu späteren Zeitpunkten?

Oder geht es nur um die Diebe eines verschwundenen Gumpoldskirchner Wasserspeiers?

Zu welchen Mitteln seit Zeiten der schwarz-blauen Koalition und jenen in der Folge in Österreich heute gegriffen wird, beschreibe ich hier laufend, in der mir eigenen Weise.

Daß die Weitergewährung einer Invaliditätspension von der Teilnahme am „Zehn-Kleine-Negerlein“-Spiel der Wiener Drogenkoordination abhängt, bezweifle ich, indes.

Aber vielleicht will jemand, daß ich das glaube.

Und macht vorstellbar, wie Menschen, die heute schon von Sozialhilfe abhängig sind oder in der Angst leben, demnächst Sozialhilfe beantragen zu müssen, in Österreich systematisch zur Verzweiflung getrieben werden.

April 23, 2009 Verfasst von morath | Austria, Europe, Europia, Vienna | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Rentner Boogie (2)

„Wer in Österreich Invaliditätspension erhält, lebt wie Franz Gans im Schlaraffenland.“

Wer zudem im Internet seine Menung äußert, wird für 670 Euro im Monat abgefotzt, bis die Ohren glühen.

Allerdings nicht medial und offensichtlich – wie die Bildungsministerin unserer Bundesregierung, der man demonstrierte, bis an die Grenze der Lächerlichkeit, wie ohnmächtig und ohne Rückenstärkung sie ist – sondern unter Aufbietung aller Mächte der Perfidie, welche das Heimatland sonst zu bieten hat.

Deshalb ist dieser Boogie – Knüppel, Knüppel aus dem Sack – im 5/4 Takt, damit man die Stockhiebe spürt, denen ein Invaliditätspensionist mit Internetanschluß ausgesezt ist.

Es ist wenig taktvoll, jemandem zum Vorwurf zu machen, er wäre abhängig von den Medikamenten, die ihm gegen seine Depressionen verschrieben worden sind.

Man versucht Leuten die Nähe mit Begriffen wie Drogen, Sucht, Entzug und Therapie zu granatieren, um sie aufzuscheuchen und hinauszujagen, damit sie der Paniksuggestion, es wäre nun alles egal, folgen und auf der Drogenszene Anschluß suchen, mit dem Gedanken, Selbstmord mit Substitol oder Heroin zu begehen.

Deshalb werden Termine, zu denen man zu erscheinen hat, gegen Ende des Monats angesetzt, wenn es „Geld gibt“, und der „Krontermin“, zu dem es nach Ablauf von zwei Jahren um die Weitergewährung geht, sogar auswärts, am anderen Ende der Stadt.

Depressionen, Angstzustände und Panikattacken werden zum Vorwurf gemacht, selbstverschuldet zu sein, man will sagen, das wären Symptome wie bei einem Süchtigen, die Ursachen wären nicht endogen, die Ursache wäre Medikamentenabhängigkeit, nicht Depression, obwohl die Depression nach einer erfolglosen Interferonbehandlung verblieb, gleich wie der graue Star.

Niemand sollte annehmen, daß aufgrund von Depressionen allein die Berufsunfähigkeitspension zugestanden würde, oder aufgrund von psychosozialer Nicht-Integrierbarkeit, da müssen schon meßbar körperliche Beeinträchtigungen und Krankheiten vorliegen, damit die Invalidität prozentuell die Versicherungsleistung rechtfertigt.

Es soll auch schon Leute gegeben haben, die glaubten, sie hätten als substituierte Drogenabhängige bessere Chancen auf eine Berufsunfähigkeitspension, und sind dann eines Besseren belehrt worden, als sie einsehen mussten, daß sie nicht einmal einen Anspruch haben.

Daß es bei uns politisch motivierte Pensionierungen gäbe, um eine forensisch-psychiatrische Theorie anhand eines falltypischen Beispiels zu untermauern, und die engmaschige Observierung von Anfang an deren Bestandteil, wie die Unterbringung in der eigenen Lebensbeziehung, gewesen wäre, könnte als unrichtige Behauptung und paranoide Wahnvorstellung abgetan werden.

Man könnte – hysterisch – unterstellen: „Hier will jemand die Errungenschaften unseres Sozialssystems, dessen Früchte er selber schmatzend zehrt, beflecken. Dieser Mensch kotet, wo andere essen!“

Daß weiters Rassismus in dem ursprünglichen Vorsatz eine entscheidende Rolle gespielt hätte, wäre meinerseits nicht zu beweisen.

Es obliegt der Einschätzungsfähigkeit des Beobachters, zu erwägen, was er glaubt, und was nicht.

Wessen Existenz als invalid bewertet werden kann, behauptet nicht – er befürchtet.

Morgen: Die liebe Familie – Überraschende Pflegewünsche aus anderen Bundesländern.

April 21, 2009 Verfasst von morath | Austria, Conspiracy, Drogenpolitik, Drugs, Education, Europe, Europia, Experience, Panic Attacks, Politics, Politics In The Chestnut, Vienna, Virtual Underground | , , , , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Rentner Boogie

Beziehern einer Invaliditätspension wird die Existenz in Österreich nicht leichtgemacht, solange sie nicht im künstlichen Tiefschlaf liegen.

Der Vorwurf von Folter und Terror ist nicht an die Pensionsversicherungsanstalt zu richten, sondern an das Gesundheitssystem einerseits, und an die Regierung im besonderen.

Der bedürftigte Staatsbürger wird als Spielmännchen von PolitikerInnen und beamteten Ärzten an die Grenzen seiner psychologischen Belastbarkeit getrieben.

Ein braver Behinderter sucht sich einen Behindertenarbeitsplatz, ein anderer sieht sich mit dem Vorwurf „Arbeitsscheu“, einem Schicksalssiegel aus dem Dritten Reich, konfrontiert.

Ein Bekannter, der seit seiner Jugend an Schizophrenie erkrankt war, die sich in späteren Jahren in immer heftigeren paranoiden Schüben äußerte, wurde als Invaliditätspensionist zum pathologischen Alkoholiker, der sich um die Zeit der versicherungsärztlichen Begutachtung, gezeichnet von panischen Verfolgungsängsten, zudem im Zustand des Alkoholdeliriums, regelmäßig in der Psychiatrie aufhielt.

Vor seiner vierten Begutachtung warf er sich, vielleicht der Suggestion einer Therapeutin folgend, vielleicht, um eisernen Mut unter Beweis zu stellen, im Herbstnebel vor eine Lokomotive, wobei ihm beide Beine abgetrennt wurden.

Er erklärte sich in der Folge für erleuchtet – von seinem Alkoholismus geheilt – und lebte ein Jahr lang abstinent.

Im Laufe eines anschließenden Aufenthaltes in einer Rehabilitationsklinik versuchte man ihm moderne Prothesen anzupassen, was ihn mit neuer Abscheu vor der Medizin und alten Ängsten erfüllte.

Er begann wieder zu trinken und verstarb inzwischen an Organversagen infolge einer Leberzirrhose.

Was dem Staatsbürger als Bezieher einer Invaliditätspension widerfahren kann:

1. Rufschädigung: Gegen Invaliditätspensionisten werden Gerüchte freigesetzt, Sexualstraftäter zu sein.

(Sicher wie das Amen im Gebet.)

Sie neigten aufgrund ihres Bedürfnisses nach Sauerstoff, Sonnenlicht und einem Übermaß an Freizeit zu Auswüchsen von Langeweile – Drogenkonsum, Pädophilie und Exhibitionismus in öffentlichen Grünanlagen.

2. Haftähnliche Lebensumstände.

Berufsunfähigkeitspensionisten sind bei Abwesenheit einem Wohnungsaufsperrterror nach Gestapo-Manier ausgesetzt.

Haustiere werden mißhandelt.

In der Behausung können unversehens Ungeziefer auftauchen (Kakerlaken, Läuse, Wanzen).

Gegenstände verschwinden und tauchen Tage später wieder auf, Geräte werden beschädigt.

Beliebtes Ziel von Attacken: Schreibmaschinen und Personalcomputer.

Postzensur und IT-Sabotage:

Ein- und ausgehende Postsendungen werden „Sicherheitsprüfungen“ unterzogen, wobei Schriftstücke zurückgehalten werden oder verschwinden.

Wer über einen für seine Verhältnisse sehr teuren Internetanschluß verfügt, muß damit rechnen, daß seine Bandbreite immer wieder auf rätselhafte Weise auf Analogmodemgschwindigkeit reduziert wird, vor allem mit UPC-Chello.

3. Observierung und Provokation.

Bezieher von Mindest-Invaliditätspensionen werden von Beamten des Innenministeriums, des Justizministeriums, des Österreichischen Bundesheeres, verschiedener Abteilungen von Kriminalpolizei und Magistrat sowie einer Reihe von freiwilligen und unterschiedlich vernetzten Privatpersonen observiert, wobei letztgenannte die schlimmsten Probleme verursachen, weil ihre Motivation aus Bösartigkeit, Neid und Sadismus besteht.

Man muß damit rechnen, auf Schritt und Tritt beobachtet und fotografiert zu werden, und kann davon ausgehen, daß Fotomontagen und Videocollagen angefertigt und versendet oder veröffentlicht werden.

4. Benachteiligung bei der medizinischen Betreuung.

Beeinträchtigungen und chronische Krankheiten, die bei der Zuerkennung der Invaliditätspension berücksichtigt wurden, werden von Ärzten in öffentlichen Spitälern nicht behandelt, bzw. werden Behandlungen aufgrund von Vorurteilen, Ressentiments, sowie auf ministerielle Weisungen hin, verschoben, verzögert und delegiert.

5. Suggestion einer „Kronzeugenregelung“ und ihrer Benefizien.

Im Bereich Suchtgiftkriminalitätsbekämpfung werden laufend Informanten benötigt, welche über herausragende Sach- und fortgeschrittene Fremdsprachenkenntnisse verfügen.

Weiters soll der konstringierende psychologische Druck dazu dienen, einen medizinisch umstrittenen „Suchtmechanismus“ auszulösen.

Unter erhöhter Belastung durch den Zwang zur Suchtmittelbeschaffung wären Mindestsicherungsverwöhnte ideale Zeugen in Suchtgiftermittlungs- und Beweisverfahren, wobei nachvollziehbare Illusionen psychisch angeschlagener Menschen eine Rolle spielen.

Auswanderungsphantasien, Ideen einer neuen Identität und verändernder chirurgischer Eingriffe werden, verständlich, gerne in Situationen der Hoffnungslosigkeit projiziert.

Peace.

Harald Pinter

Re-commended: Fallen Art.

April 15, 2009 Verfasst von morath | Austria, Blogroll, Censorship, Conspiracy, Drogenpolitik, Drugs, Education, Europe, Europia, Experience, Virtual Underground | , , , , , , , , , , , , , , | Noch keine Kommentare

Alleluja, Schusterbuben!

Ist Österreich die Zwingburg der ÖVP und  der katholischen Kirche?

In Österreich kann es vorkommen, dass einem Vertragsbedienstete der katholischen Kirche ein Feuer unter den Beinen anzünden und gemeinsam heftig hineinpusten, wenn man sich als Bezieher sozialer Leistungen – darunter verstehen solche Leute  auch die Invaliditätspension, für die man Leistungen erbracht haben muss – als Kritiker und literarischer Spötter von Volksvertretern erweist, die sich mit der katholischen Kirche identifizieren müssen.

Man verlangt von den Menschen nicht Dankbarkeit, welche sich von selber ergibt, sondern Demut, wie sie der Papst der Römisch-Katholischen Kirche demonstriert, indem er gern jungen Männern die Füße wäscht.

Ich habe mich als 14-jähriger in einem konservativen österreichischen Gymnasium vom Religionsunterricht abgemeldet und bin 1990, gemeinsam mit der mir rechtsgültig angetrauten Frau, mit der ich auch heute noch das Leben teile, aus persönlichen Gründen aus der katholischen Kirche ausgetreten.

Unsre Hochzeitsreise verbrachten wir, unter anderem in Israel, zum Teil als Arbeitsaufenthalt, was keinerlei religiösen Hintergrund hatte, von Verwandten beider Elternhäuser aber nicht goutiert und jämmerlich fehlinterpretiert wurde.

Ich halte die katholische Kirche für die faschistische Krönung neuzeitlicher europäischer Völkerbunde seit Kaiser Konstantin, und schätze sie, von ihren karitativen Ambitionen abgesehen, nicht besonders.

Ich lasss mich nicht erpressen – auch nicht vom in Gold aufgewogenen Papst Benedikt, der sich als Stellvetreter Jesu auf Erden ausgibt, pretios behangen auf einer Sänfte trohnt und mit einem Lamettawedel den bedrohten Frieden der Welt absegnet.

Man kann die Geschichte von Jesus, dessen Auferstehung von Christen zu Ostern gefeiert wird, auch anders lesen und interpretieren, ohne Orgeldröhnen, Klamottenpomp und Puttengeflatter.

Es ist eine von vielen Geschichten aus dem nahen und mittleren Osten, die sogar im Koran Erwähnung findet.

Auch Juden kennen die Jesusgeschichte, es gibt sogar jesusgläubige unter ihnen, aber weder ist ihnen jener Mensch der Sohn Gttes, noch ein besonderer Held, eher ein Unglücksrabe, politisch – aber einer aus ihren Stämmen, ihren Schulen, weshalb man sich dereinst  auch die  Sorge um seinen geschundenen Körper ausbat,  ihn vor den trunkenen Grausamkeiten der Römer und ihrer Mitläufer in Sicherheit brachte und dafür sorgte, daß er genas und weiterleben konnte.

Wenn heute Menschen in Österreich, mitten in Europa, psychologisch gefoltert werden, Ärzte unter Zuhilfenahme falscher Unterstellungen Behandlungen zu verzögern trachten, und  christlich-soziale Politiker sich in Intrigen spannen lassen, jemandem mit vereinten Kräften aus dem Nest werfen zu müssen, weil unter anderem ein Absolvent einer Katholischen Bildungseinrichtung  eine persönliche Kränkung durch Strafe und Sippenhaftung aufgewägt sehen will, festigt sich das Bedenken, daß die notwendige Trennung von Kirche und Staat bei uns nicht vollzogen wird.

Hier will jemand, der sich persönlich als gläubig bezeichnet, mir als angeblichem Nutzniesser seiner  herausragenden Leistungen als Dienstleister zum sozialen Wohl Österreichs und kreuzbraver Steuerzahler beweisen, daß sein Glaube  Berge versetzt, bis ich endlich so gelandet wäre, wie er mir vor Jahren prophezeite:

Auf der Straße.

Salvete.

Franz Gänser

April 13, 2009 Verfasst von morath | Austria, Conspiracy, Europe, Faith | , , , , , , | Noch keine Kommentare