Eine Anstalt kennt keine Emotionen.
Der Eingang erfolgt pünktlich zum ersten des Monats.
Hätte ich die bescheidenen Finanzen nicht auf diesem Wege unter Kontrolle, wäre ich längst im Chaos untergegangen, an der Unverwaltbarkeit des Daseins am Minimum gescheitert.
Meine Dankbarkeit, die unterschiedlich heimattümelnde Führer dieses Landes gerne intensiver, glaubwürdiger – inbrünstiger ausgedrückt sähen, erschöpft sich in der unregelmäßigen Wiedergabe meiner Wahrnehmungen.
Ich bin davon überzeugt, daß das Versetzen des Überweisungstermines in vereinsamten, an technischen Möglichkeiten ärmeren Seelen tausendfaches Entsetzen ausgelöst hat, und es ist nicht auszuschließen, daß Menschen deswegen Selbstmord begangen haben.
Unseren prominenten, medienpräsenten Pensionistenvertretern sollte das bewußt sein.
Ich habe keine Benachrichtigung erhalten, und es waren vier lange Tage der Unsicherheit, der Angst, an der hinterfotzigen Fingerfertigkeit einer in die Überweisung von Geldern involvierten Person zu ersticken, wenn nicht im Umbruch eines ganzen Systems zerrieben zu werden.
Alte Menschen – im Vergleich mit den potentiellen JungwählerInnen dieses Landes bin ich ein alter Mann – haben solche Ängste.
Sie haben mehrmals erleben müssen, wie Menschen Menschen wider die Abmachungen vorsätzlich täuschten, und welches Schicksal für die ganze Welt aus solchen Gemeinheiten entstehen kann.
Die Medien dieser Nation reflektieren nicht die ganze Wahrheit.
Sie beschwören immer feierlicher die in die Ferne rückende Vergangenheit, während von dort eine scharfe Lunte rund um den Erdknäuel zischt.
Der Wellensittichmann steht mit angehobenen Ellenbogen am Fenster:
„Schabe! Wo ist denn der Schabel? Kommt der Schaberl nix mehr ham?“
(Dorfdepp.)
Stoßseufzer der Erkenntnis: Bitter, bitter Gegenwart.
Österreich ist das Land im Herzen Europas, in dem die Demokratie der Diktatur schamlos an die Schultern faßt.
Längst ist keine der regierenden wie opponierenden Pateien mehr glaubwürdig, und was sich in den vergangenen 16 Jahren als Alternative anbot, war zweifelsfrei nur Satellit der ÖVP.
Die Angst vor einer Erneuerung der Linken muß riesig sein – weil niemand es wagt, sich der programmatischen Verführungskunst des Rechtspopulismus entgegenzustellen, unter dem bedrohlich Nationalsozialismus und Faschismus gären.
Die gesamte Bevölkerung wird von Nazis terrorisiert, jede persönliche Entscheidung kann nur unter Furcht vor Repressalien getroffen werden, beschworen wird unter Nasenblut und Muttertränen stets die Mitte, die nicht wiegt.
Österreich ist heute tiefste europäische Provinz unter finstermittelalterlich argumentierenden Statthaltern, Zweideutigkeit züngelt von allen Wappen, den Menschen sind Peilradios der Angst implantiert.
Wer glaubt unter solchen Umständen noch an ein Selbstreinigungsvermögen des herrschenden Zustands?
Während die vom ORF goutierten Kulturträger für den Verein Ute Bock auf die Straße gehen, müssen die Daheimgebliebenen die Unerträglichkeit einer Bezirksanzeigerdemokratie, die jedem Pixel rot oder grün kühn grinsend je ein Pixel blau-orange zuwiegt, als Gute-Nacht-Bonbon hinunterwürgen.
Während vorne höflich-zeremoniell noch die Werte der Demokratie beschworen werden, befinden wir uns hinten längst im Tingeltangeleldorado eines durch und durch korrumpierten Einparteiensystems.
Wer von einem Legat aus besseren Zeiten zehrt, wird mit dem Umbringen bedroht, sobald er die Wohnung verlässt, muss sich wiederholt anspucken und die unglaublichsten, alptraumhaftesten Beschimpfungen gefallen lassen.
Die österreichischen Medien verschleiern beharrlich, was hinter den Skandalen steckt, die sich nicht unter der rotweißroten Tuchent ersticken lassen.
Niederträchtige Methoden, Menschen gegeneinander auszuspielen.
Widerlichster Schmuddelkram.
Halloween mit Onkel Karl und Onkel Andreas.
Zeit ist ein Abschnitt der Strecke, den ein Beobachter auf einem Objekt im Verlauf seines Lebens in dem das Objekt umgebenden Raum zurücklegt.
Zeit ist eine Wahrnehmung von Bewegung, ohne Größe.
Die Zeit endet mit dem Tod des Beobachters.
Sie dient der Umwandlung von vorhandener Materie, kann aber auch ungenützt bleiben.
Meine Lieblingsspielzeuge sind von Microsoft – sowie kompatible Anwendungen.
Ein gutes Microsoft-Betriebssystem, aber auch allerlei Programme, kann man eine gute Zeit lang kostenfrei testen – einmal erworben, sind sie - mit wenigen Ausnahmen – 10 Jahre lange von Wert.
Ich kann damit alles machen, was mein Leben in Ordnung hält, berechenbar - und meine Wahrnehmungen konservierbar.
Das Internet läßt mich in einem Ausmaß am sozial wichtigen Informationsaustausch sowie am kulturellen Leben teilhaben, wie es mein bißchen Taschengeld in vivo niemals zuließe.
So gesehen hat Microsoft einen wesentlichen Anteil daran, daß mein Dasein einigermaßen normal verläuft, und nicht vorzeitig an völliger Desorientiertheit gescheitert ist.
Ich wüßte von keinem segensreicheren System als dem Personalcomputer am Internet, das jemals System in mein Leben gebracht hätte.
(Sie müssen an dieser Stelle nicht darüber nachdenken, wo man mich … beruflich integrieren könnte.)
Ein Überwachungsstaat, der das Internet als Gefahrenquelle outet und wenig anderes im Schilda führt, als seinen Usern plumpe Fallen zu stellen, um sie in exekutierbare Randbereiche zu locken, tut seinen Bürgern auch sonst wenig Gutes.
Als wollte man das Internet wenigen Sonder-Priviligierten vorbehalten – Providern, Politikern, Rechtsanwälten, Rotlichtmonarchen - wie illegale Drogen und Pornografie.
Es gibt Suggestionskampagnen, deren Ziel es ist, einen Internetanschluß mit der freien Verfügbarkeit von Suchtgift gleichsetzen zu wollen, und dem Ziel, Millionen von Internetusern anzuklagen, mit diesem Medium nicht umgehen zu können.
Es geht weder darum, gegen Menschenhandel noch gegen Kindesmißbrauch zu Felde zu ziehen, sondern um Masturbation.
Eine völlig verzweifelte Mutter hatte sich bei einer katholischen Sozialarbeiterin darüber beklagt, daß das Kind, das später zu Drogen gegriffen, häufig masturbiert hätte.
Das Internet ist ein Medium, das lustauslösend sein kann.
Ausgelöst werden sollen zwar Kauflust und die Lust, Informationen preiszugeben.
Die Möglichkeit, sexuelle Erregung zu erzeugen, bleibt indes von den Komplexen mit dem Internet befaßter PolitikerInnen verbissen handüberdacht - und mit Verfolgung bedroht.
Das führt dazu, daß die innere Privatsphäre von Menschen Ziel staatlicher Überwachung wird, wo die Profiteure des Lustgewinns die Überwacher sind, während bei den Überwachten ständig Gefahr im Verzug ausgerufen wird.
Die Verfügbarkeit von Pornografie stellt die Rechtfertigung der Überwachung dar.
Behinderte, Kranke und weniger betuchte Mitmenschen, Studierende – alle wären Risikogruppen, die Gefahr liefen, aufgrund der leichten Verfügbarkeit von Erotika und Pornographie in den Extrembereich Kinderpornographie abzugleiten, Höllenwelten verbotenen Treibens mit Lynchpotential.
Vielleicht imaginiert die österreichische Frau Justizminister Täusend vor ihren Bildschirmen entblößte, aufgeregte Primaten, wenn sie höchstpersönlich als suspekt bemäkelte Seiten sichtet.
Mangels anderer Inhalte Kinderschutzkreuzzüge auszurufen – billig, bewährt und wohlbekannt.
Die Wahrnehmung des bis zum heutigen Tage beschleunigenden, aber unter den uns regierenden Menschen zunehmend restriktiv manipulierten Web, befindet sich auf einem beachtlich zurückgebliebenen Niveau.
Im Fall etwa von virtueller Kleinkunst, Digitalfotografie, Satire und Literatur, die nicht als Kulturbeiträge wahrgenommen werden dürfen, sondern als Hort möglicher Gefahren gedeutet werden müssen.
Richtige Künstler dürfen ins Internet, was aus dem Web kommt: TATÜ, TATA …
Kleingläubig, provinziell, dreikäsehoch – kommt mir das vor.
Wie bei den Waldwurzelzwergerln.
hanebüchen - hausbacken (?); lexikal: unerhört, empörend.
– Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.–
Macht und Ohnmacht in der Therapeutischen Gesellschaft.
Menschliches Verhalten ist sozial antrainiert, Persönlichkeitschwächen resultieren aus programmierten Sequenzen, die schon in der Kindheit eingepaukt wurden.
Solche sozialpsychologischen Erkenntnisse machen sich Herrenmenschen der Therapeutischen Gesellschaft zunutze, wenn es darum geht, disziplinierende Maßnahmen über andere zu verhängen.
Abzuleiten wäre, daß Suchtkrankheiten bei anderer Betrachtung nicht durch Substanzen ausgelöst wurden, sondern ihre Ursachen in einer persönlichen Bravheit oder grundsätzlichen Angst wurzeln, Personen des erteilten Vertrauens nicht mit Ablehnung und Kritik begegnen zu können bzw. in Dauerbeziehungen zur Überkompensation zu neigen.
Diese Haltung gegenüber anderen, plakativeren Persönlichkeiten führt zu einer Unterwerfungshaltung, die Suggestionen Tür und Tor öffnet und weitgehend manipulierbar macht.
Die emotional-differenziale Verzahnung von durch Verhaltensstörungen im Unrund gehaltenen menschlichen Beziehungen und jener zwischen Hypnotiseuren und ihren Bühnenprobanden fällt auf.
Im Wesentlichen besteht die Zielsetzung von Therapien, die Kommunikationsstörungen betreffen, welche die Entstehung von Suchtkrankheiten begünstigen, darin, über Frage- und Antwortspiele in jene Bereiche frühkindlichen Erlebens vorzudringen, wo traumatische Erlebnisse und/oder vorsätzliche erzieherische Irreführungen stattgefunden haben, solche Anlässe zu beleuchten, und dadurch den „Fluch zu bannen“, in bestimmten Situationen programmiert reagieren zu müssen, und die Wege eigener Entscheidungfindung freizuschalten.
Diese Schlußfolgerung führt in Zeiten politisch hochgeschraubter Ängste vermehrt dazu, daß Quacksalber und Scharlatane verschiedener Arten, allen voran solche mit medizinischer Ausbildung, sich das Recht herausnehmen, aus der psychosozialen Armut einer Gesellschaft Kapital zu schlagen und durch die arrogante wie stereotype Verordnung von Psychotherapie ihre Armutsklientel innerhalb des eigenen Freundeskreises verteilen, um über abgesprochene Verrechnungscamouflagen Krankenkassen, Magistratsabteilungen und Landesregierungen zu schädigen.
In Wirklichkeit werden die hundert, nach Gefälligkeitskriterien ausgewählten Jugendlichen, die laut Aufzeichnungen einer Drogenberatungsstelle eines österreichischen Bundeslandes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erfolgreich an Therapieeinrichtungen vermittelt werden konnten, kostenaufwändigen Forschungs- und Pflegestationen zur Verfügung gestellt, wo Einzelpersonen die Möglichkeit bekommen, mit diesen Jugendlichen Experimente nach Gutdünken und Laune anzustellen, mit der einzigen Auflage, über ihre Beobachtungen und Schlußfolgerungen standardisierbare Aufzeichnungen zu führen.
In Eskalationsfällen steht die Frage der Glaubwürdigkeit von vorneherein fest – was immer sich im abgelegenen Zimmer des EinzeltherapeutIn ereignet haben mag.
Es bleibt der Führung solcher Einrichtungen überlassen, welche Schulen oder Philosophien zur Anwendung geraten, die Kompatibilät zu den Erkenntnissen moderner Wissenschaften wird ohnehin nur an der Strenge der Hausordnung und der Einhaltung von Hygienestandards gemessen.
Wer glaubt, daß seine Kinder bei dem international dekorierten Spezialisten Univ. Prof. Dr. Dr. Hubertus Helnfried Meisenhaupt-Zitten bestens aufgehoben wären, weiß in der Regel nicht, welche Sozialarbeiter, Therapeuten und PsychologiestudentInnen in Wirklichkeit mit ihrem Nachwuchs arbeiten, und es gibt keine Garantie, daß die als Kranke und Behinderte ausgewiesenen Jugendlichen hinter sieben Hügeln und Mauern ärztlichen Schweigens nicht wie in Freiheit weiterhin hinters Licht geführt, irregeleitet und mißbraucht werden.
Die Erfolgsrate solcher klinischen Langzeitaufhalte liegt auf beachtlich niedrigem Niveau, die als persönliche Rückfälle verbuchten Ausstiegsraten sind umso höher, und die traurige Erkenntnis für die hintergebliebenen Staatsbürger ist jene, daß es aus den Kreisläufen des Verderbens halt’ nie ein rechtes Entkommen gibt.
Profiteure sind Bedienstete mit Erziehungsauftrag, die Neigungen und Sadismen unterschiedlicher Prägung und Intensität an jungen Menschen ausleben dürfen, die zwar laut Papieren erwachsen sein mögen, deren Persönlichkeit dagegen in überdimensionalen Kinderschuhen stecken kann.
Solche Menschen sind mit spielerischen Mitteln kaum weniger leicht zu vereinnahmen wie Kinder im Wachstum, und somit beliebtes Ziel für Leute aus Berufsgruppen, deren Privatleben von dicken Plueschgardinen verhangen wird und deren aufgeblasen dominante Persönlichkeit samt Reputation normale Verhältnisse, auf Augenhöhe zu Menschen gar anderen Standes, niemals zulässt.
Daß Informationen aus Verhaltensbeobachtungen, auch in körpernahen Situationen, sowie in Einzelsitzungen preisgegebene Aussagen (Traumbeschreibungen) an Behörden weitergegeben wurden, und viel später als „staatspolizeiliches Schnüffelarchiv“ zur fortgesetzten Verstörung ehemaliger KlientInnen verwendet werden könnten, war niemals vereinbart gewesen.
Mir war aufgefallen, daß akademisch oder nicht akademisch ausgewiesene Privilegierte es mit der eigenen polytoxischen Abstinenz nicht immer genau nahmen und die Möglichkeit, sich in der Hängematte der Macht zu schauklen, hoch über ihrer zwischen Übermut und Verzweiflung kopulierenden, masturbierenden, bodenschrubbenden Klientel, und ihr angeblich rechtschaffen erkämpftes Dasein im hedonistischen Wunderland in dicken Wolken in die Luft zu blasen.
Wenn ich mehr als zwanzig Jahre später, von einem über zwanzig Jahre jüngeren Spezialisten mit dem großen Finger vor die Tür gewiesen und in eine von der Drogenkoordination in Szene gesetzte und von der Drogenfahndung des Innenministeriums überwachte Rasterfallenstellung geschleust werde, in der eine falsche Reaktion zu sofortiger Erpressbarkeit führen würde, fühle ich mich nicht nur persönlich angegriffen – der öffentliche Aufwand, einen einzelnen, dem eigenen Bildungssystem entkrochenen Menschen übers Knie brechen zu wollen, sollte zu allgemeiner Nachdenklichkeit Anlaß geben.
They sell one and a half litres of canned stuff for two bucks.
Zu einer Zeit, in der andere schlau oder hart am Ausbau ihrer Karriere arbeiteten, war ich zwar arbeitsfähig, aber Alkoholiker.
Zum Glück habe ich mir niemals angewöhnt, mich als Alkoholiker vorzustellen, sonst wäre ich es wohl geblieben, und Präsident Musalek, hinter einer großen roten Nase unschwer zu erkennen, hätte mich schon mehrmals zum Delir’ in Kalksburg - mit einem mächtigen Schaumgummihammer auf den Kopf – willkommen geheissen.
Am Tag des Höhepunkts meiner Trinkerkarriere trank ich 13 Halbeliter Bier innerhalb von 12 Stunden.
Wenn man diese Marke überschritten hat, könnte man bis zum Ende mit 50 ununterbrochen weitertrinken, wären da nicht die Begleiterscheinungen wie krankhafter ständiger Wasserdrang und Zusammenbruch der Darmflora, sowie eine Gewichtszunahme, die es unmöglich macht, seine Kleidung en passent beim Sportsweardiskonter zu erwerben.
Meiner Liebe zur Heimgartenkultur ist es zu einem guten Teil zu verdanken, daß es mir gelang, meinen Alkoholkonsum auf mehr als die Hälfte zu reduzieren und moderat auszuschleichen.
Wer die Sensibilität einer klassischen Cannabiskultur schätzt, weiß, daß Alkohol und Cannabis nicht zusammenpassen.
Das ist in der Hohen Zeit von Spice und Methamphetamin beinahe in Vergessenheit geraten.
Heute kann niemand mit Sicherheit sagen, ob das beängstigend wirksame Marihuana vom Schwarzmarkt nicht aus legalem Low-THC-Hanf und legal hergestellten synthetischen Cannabinoiden besteht.
Mir reichte eine gepflegte aromatische Orientzigarette aus dem Auslegergärtlein, um das ewige Rad des Ganges zwischen Kühlschrank, Fernseher und Klo anzuhalten.
Andererseits macht die durch Cannabis abrupt hervorgekehrte Empfindlichkeit anderen Menschen gegenüber Probleme, als die Achtlosigkeiten, Banalitäten und Dummheiten im Verlauf menschlicher Kommunikation, insbesonders am Arbeitsplatz, sowie beim sozial entscheidenden After-Work-Entertainment, der Seele schmerzhaft bewußt werden.
Man tritt den Rückzug ins Private an.
Paare widmen sich mehr dem Intimen, ein Kindlein wird geboren, und oft wird auf diesem Weg das soziale Ruder des Lebens in einer Weise herumgerissen, welches ein Dasein im erwerbsfähigen Durchschnitt ermöglicht.
Wenn jedoch der Kindersegen ausbleibt und ein Auge des Gesetzgebers einen gut begrünten Balkon und afrikanische Arbeitskollegen – ein paar perfide Gerüchte zum Darüberstreuen – zum Anlaß genommen hat, den Vernichtungskrieg gegen unter politische Quarantäne gestellte Mitmenschen auszurufen, kann es durchaus sein, dass Scharmützel zum Stellungskrieg ausarten und bis zum endgültigen Ausbruch des dritten Weltkriegs andauern werden.
Sein, was man ist.
Wenn das System erschwerte Daseinsbestimmungen diktiert, erfährt man, was hinter den Fassaden vor sich geht, am eigenen Leibe.
Ein Apparat der politischen Willkür, wo Menschen in den Schatten gerollt werden, ist nichts wert.
Einen Termin bei einem mir nicht bekannten Nervenfacharzt sage ich der guten Ordnung halber ab, nachdem mir ein vertrauter Mediziner jemand anderen empfiehlt, der mir gelegener erscheint.
Der Druck, welcher durch die Verhinderung der Zustellung eines fälligen Bescheides auf mich ausgeübt wird, steigert die Neurotisierung.
Man muß mit dem Schlimmsten rechnen, die Vertreibung und Vernichtung als geplant hinnehmen, über die absehbare Enttäuschung hinausdenken, und darf gleichzeitig nicht loslassen, auf seinen Ansprüchen zu bestehen.
Ansprüche?
Da erschallt ein höhnisches Gelächter.
Es wundert mich nicht, daß Menschen in ähnlichen Situationen Selbstmord begehen, weil sich das Elternland ihrer Kindheit und Jugend in ein geistiges Mittelalter des sozialen Stumpfsinns verwandelt hat, wo das Stöhnen der Gefolterten aus allen Fenstern zu vernehmen ist.
Zum Sonnenbad am Donaustrand fällt die Belastung ab wie Schalen.
Wo ferngesteuerte Überwachungskameras einiges Gefühl der Sicherheit vermitteln, spreche ich mit den Vögeln, die wir kennen, die uns gelegentlich aufsuchen, ob wir Futtergaben dabei hätten.
Zum Glück sind dort weniger Menschen, und manche von ihnen kennt man vom Sehen, mit der Zeit.
Der Biber, der majestätischer Gerade vor Sonnenuntergang übersetzt, um grüne Stämme zu fällen, die zweispannenlange schillernde Smaragdeidechse von pulsierender Erhabenheit, eine kaum zu ahnende Zahl von unterstecknadelkopfgroßen exotischen Insekten, die unter unserer Schwelle aus subtropischen Regionen zuwandern, ohne daß wir irgend darauf Einfluß nehmen könnten.
Wir haben uns entschlossen, auf jeden Fall zu den bevorstehenden Europawahlen unsere Stimmen abzugeben, aber es fällt immer schwerer, als Österreicher an demokratische Zielsetzungen der EU zu glauben.
Empfehlung könnte ich keine abgeben – und würde niemanden in Kenntnis setzen über die eigene Entscheidung, aber ich denke, daß es wichtig ist, gegen den jämmerlichen deutschkatholizistischen Nationalismus und seine scheusslichen verlogenen, dumme und platte Parolen verlautenden Pappkameraden aller Derivate, Psychopathen, anzukämpfen, die Blödverkaufung von Menschen, die Anfeuerung mentaler Zurückgebliebenheit, anzukämpfen, anzukämpfen.
Wer wird Rentenklau?
Da keine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Patienten bzw. seiner Beeinträchtigungen seit dem letzten Termin stattgefunden haben, entspricht die von der Pensionsversicherungsanstalt ausgelagerte Begutachtung – von meinem Wohnort vis-à-vis der Zentralstelle in der Leopoldstadt weit hinunter nach Simmering – einer amtärztlichen Einvernahme ohne Anklage.
Meine gesammelten medizinischen Unterlagen werden abgelichtet.
Von neurologischer Untersuchung keine Spur.
Ohne die Begleitung meiner Frau hätte ich mich dort nicht hingewaget – tatsächlich bin ich der einzige Patient im Warteraum, dafür gibt es eine frequentierte Personaltür zum angrenzenden Pensionistenpflegeheim.
Als mir der Psychiater, wie ich aus seinen Gedanken lese, die Worte „Ich würde gern etwas arbeiten, aber …“ wie eine Hostie bei der katholischen Messe auf die Zunge legen möchte, nehme ich das mitgeführte Packband aus der Tasche und verklebe mir den Mund.
„Alles, was Sie hier sagen, wird gegen Sie verwendet werden.“
Es war Gedenktag zur Abschiebung von Marcus Omufuma.
Was mir als medizinische Leistung über den Stichtag hinaus angeboten wird, ist die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Non-Responder-Studie am Wiener Wilhelminenspital mit einer interferonähnlichen, noch nicht zugelassenen Substanz (BI 201335, Trial Phase 2, NCT00774397), zusätzlich zur gängigen Kombinationstherapie pegylierten Interferons mit Ribavirin.
Das bedeutet zumindest 12 Wochen als blutmedizinisch überwachter Versuchsprimat auf Kosten der Firma Boehringer-Ingelheim, die allerdings über die Köpfe der Probanden hinweg mit dem Wilhelminenspital bzw. dem AKH verrechnet.
Voraussetzung für die Teilnahme ist wieder eine Leberbiopsie.
Die Kosten dafür soll die Wiener Gebietskrankenkasse übernehmen. *
Die entscheidende Operation eines Auges (Katarakt) wurde am Hanusch-Krankenhaus zwei Tage vor dem Stichtag angesetzt.
So lange will man mich mit der Ausfolgung der Entscheidung über die Weitergewährung der Invaliditätspension unter psychologischer Zerreissspannung halten.
Die Absicherung der Behandlung das anderen Auges würde man dem AMS überlassen, wo ich als Langzeitarbeitsloser Anrecht auf eine Förderungsmaßnahme hätte.
Ich bin den Herausforderungen des AMS nach wie vor nicht gewachsen.
Dort wäre ich nicht nur behindert – sondern hilflos.
Link-Tipp: Gen-Spritze soll vor Aids schützen
* Ich war bereits 2004 Teilnahmer an einer Interferon-Studie.